Schlagwort: Industrie

Beobachtungen von George Kammerer-New York.

Das elektrische Kraftwerk Zschornewitz bei Bitterfeld ist das grösste elektrische Kraftwerk der Erde.

Die Braunkohlen, mit denen die Heizanlagen des Werkes gespeist werden, werden direkt aus der Grube Golpa in das Werk geschafft, und die Bekohlung erfolgt vollkommen automatisch. Das Werk versorgt Leipzig, Magdeburg, Halle, Berlin und Teile von Sachsen und Brandenburg mit Strom – Kohlenbeförderung aus der Grube Golpa direkt zum Werk.

Deutschlands Eisenbahnen.

Deutschlands Eisenbahnwesen ist ein wunderbares Uhrwerk, das auch die „neue Zeit“ nur vorübergehend stören konnte. Und dieser Stolz Deutschlands ist auch seine grosse Sorge. Der Eisenbahnstreik im Februar ds. Js. brachte das Deutsche Reich in eine Lage, die viel gefährlicher war, als der äussere Anschein erkennen liess. Nur die Schnelligkeit der sofort einsetzenden Verhandlungen konnte das Schlimmste abwenden und eine Katastrophe verhüten. Die heutigen Verkehrszustände mit ihrer sprunghaften Erhöhung der Frachtsätze und der enormen Verteuerung der Fahrkarten bildet das Abnormalste im ganzen Deutschen Reich. (Ich erwähnte bereits, dass die Eisenbahnverwaltung vor dem Kriege mit Profit, heute aber mit Defizit arbeitet.)

Deutsch-Amerikaner

Vor einiger Zeit wurde die öffentliche Meinung Deutschlands durch das Erscheinen eines Buches in Unruhe versetzt, das den Titel „Das Rätsel vom Rhein“ führt und von dem britischen Major Victor Lefebure verfasst ist. In diesem Werk wird zunächst in 262 Seiten langen Ausführungen der Nachweis zu führen versucht, dass die deutsche chemische Industrie ein Weltmonopol besitze, und dann die Forderung erhoben, es müsse diese angebliche Monopolstellung gebrochen und zu diesem Zwecke ein grosser Teil der Betriebe zerstört werden. Begreiflicherweise hat die Aufstellung eines solchen Planes zu den heftigsten Protesten von Seiten der deutschen Industrie, und zwar der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer, die sich in diesem Falle einmütig zusammen schlossen, geführt. Ueber die Persönlichkeit des Herrn Lefebure wurden bald Tatsachen bekannt, die beweisen, wie wenig dieser Herr eine unparteiische Beurteilung der deutschen chemischen Industrie für sich in Anspruch nehmen darf.

Er ist nämlich Geschäftsführer der British Dyes, Ltd., also ein englischer Farbstoffinteressent. Aus dem, von ihm für die Bedrohlichkeit der deutschen in der sog. Interessen Gemeinschaft zusammengeschlossenen Fabriken angeführten Beweismaterial seien zwei Beispiele erwähnt, die deutlich zeigen, zu welch sonderbarer Ueberängstlichkeit Herr Lefebure sich versteigt. Er findet es nämlich bezeichnend für den kriegerischen Geist der Chemischen Industrie, dass sich unter den dortigen Chemikern auch zahlreiche Reserveoffiziere befunden haben — eine Tatsache, die in einem Lande mit allgemeiner Wehrpflicht eine Selbstverständlichkeit war, — und dass der Direktor eines grossen Werkes während des Krieges einmal im Salonwagen mit General Ludendorff verhandelt hat. Herr Lefebure steht mit seiner Agitation nicht allein. Kürzlich erschien in einem belgischen Blatte ein Aufsatz des „Ehrenpräsidenten der belgischen medizinischen Gesellschaft in England“, Dr. Clöment Philippe, in dem behauptet wird, die Deutschen hätten jetzt begonnen, „systematisch und wesentlich durch gefährliche Medikamente nicht nur die Alliierten, sondern auch die deutschfreundlichen Neutralen zu vergiften“. Diese Proben zeigen, wie wenig noch jetzt, länger als drei Jahre nach dem Abschluss des grossen Krieges, der Abbau des Hasses in manchen Kreisen fortgeschritten ist.

Deutsch-Amerikaner


Eine zweckmäßige Ausnutzung der Naturgegebenheiten bedingt eine genügende technische Ausrüstung der Volkswirtschaft. Das ist gerade für die Sowjetunion wesentlich, da die meisten Quellen ihrer natürlichen Produktionskräfte sich in Gebieten befinden, deren Lage und klimatische Verhältnisse erhöhte technische Anforderungen stellen.

Die ersten Maßnahmen in dieser Hinsicht bezogen sich auf die Elektrifizierung der sowjetischen Wirtschaft. Darin sah Lenin ein besonderes Mittel zur Festigung der Bolschewistenmacht. Durch die energische Inangriffnahme dieser Aufgabe hat die Sowjetregierung zweifelsohne mengenmäßige Erfolge zu erzielen vermocht. Erzeugte das alte Rußland im Jahre 1913 etwa 2 Millionen kWh, so waren es 1937 in der UdSSR, rund 36 Millionen kWh. Allerdings blieb schon die vom zweiten Fünfjahresplan vorgesehene Stromerzeugung mit 2 Millionen kWh hinter den Planziffern zurück. Viel bescheidener sieht es des weiteren aus, wenn man die gesamte elektrische Energie auf die Kopfzahl der Bevölkerung umrechnet. So stellte z. B. Molotow im Jahre 1937 fest, daß auf eine Person in der UdSSR, an Strom kaum die Hälfte von Frankreich, etwa ein Drittel von England und ein Siebentel von Deutschland entfiel.

Gütemäßig waren die Ergebnisse der Moskauer Elektrifizierungspolitik noch geringer. Es sollten nach den Plänen gewaltige Kraftwerke gebaut werden, deren Kapazität in keinem Verhältnis zui Größe ihres Stromabnehmerkreises stand, denn die geplanten Hauptverbraucher, neue Industriebetriebe, wurden zum Teil weder fertiggestellt noch in Gang gesetzt. Infolgedessen konnte das Leistungsvermögen nicht voll ausgenutzt und der Strompreis, wie ursprünglich vorgesehen, nicht gesenkt werden.

Der schwächste Abschnitt der Sowjetwirtschaft ist das Transportwesen, was u. a. Stalin selbst zugeben mußte, indem er aul dem XVII. Kongreß der KPdSU (B). 1938 folgendes erklärte:

„Das Verkehrswesen ist jener gefährliche Sektor, der unser gesamtes Wirtschaftsleben, vor allem den Warenaustausch zu erschüttern droht, und es scheint, als habe diese Gefahr bereits feste Formen angenommen.“

Trotz eines verhältnismäßig geförderten Bahnbaues verfügte der Zarenstaat im Jahre 1913 über ein Eisenbahnnetz von nur 58 549 km Gesamtlänge, das weit hinter der Entwicklung in Europa und Amerika zurückblieb und nicht einmal den Bedürfnissen des eigenen Landes genügte.

Die Sowjet-Union

Die DDR ist ein hochindustrialisiertes Land. Ihre Volkswirtschaft beruht auf volkseigenem und genossenschaftlichem Eigentum. Volkseigentum sind Bodenschätze, Banken, Versicherungen, Betriebe, Verkehrswesen. Gesundheitswesen. Bildungswesen, Kultureinrichtungen, große Teile des Wohnungsfonds und fast alle Handelseinrichtungen. Genossenschaftliches Eigentum gibt es vorwiegend in der Landwirtschaft, im Handwerk und auch im Handel. Im Dienstleistungsbereich bestehen private Einzelhandelsgeschäfte, Gaststätten und Handwerksbetriebe.

Die Wirtschaft des Landes wird auf der Grundlage einheitlicher Pläne geleitet. Sie sind Gesetz. In Fünfjahresplänen wird die Entwicklung der Wirtschaft und aller gesellschaftlichen Bereiche festgelegt und in den jährlichen Volkswirtschaftsplänen konkretisiert. Auf der Grundlage dieser Pläne arbeiten die Leiter der Kombinate und Betriebe ihre Produktionspläne aus.

Hauptindustriezweige sind die Energie- und Brennstoffindustrie, die Chemieindustrie, der Maschinen- und Fahrzeugbau, die elektronische und elektrotechnische Industrie. Die Elektroenergie der DDR wird zu 83 Prozent auf der Basis der einheimischen Braunkohlevorkommen und zu 11 Prozent über Kernkraftwerke gewonnen. Die Braunkohle ist der wichtigste einheimische Rohstoff (die DDR fördert mehr als ein Drittel der jährlichen Weltförderung). In großen Lagerstätten sind außerdem Kalisalz, Steinsalz, Schwerspat, Kalk, Kreide, Ton, Flußspat und Kies vorhanden. Andere Rohstoffe müssen zum größten Teil bzw. vollständig importiert werden.

DDR Heute