Auch bei unsern braunen Landsleuten in der Südsee, speziell hier in Jap, erfreut sich — schreibt uns ein Leser — die „Kolonie und Heimat“ einer grossen Beliebtheit, wie das nebenstehende Bild zeigt. Das Japvölkchen ist sehr intelligent und interessiert sich sehr für Abbildungen in den verschiedenen Zeitschriften; ob auf dem Titelblatt ein Afrikaneger zu sehen ist oder im Inseratenteil Steckenpferd-Lilienmilchseife, die Freude ist gleich gross. Der Hauptwert der Zeitschriften für den Eingeborenen liegt aber darin, dass er diese als Zigarettenpapier verwendet, und der Genuss beim Rauchen ist für ihn um so höher, je mehr Druckerschwärze das Papier aufweist. So kommt es auch heute noch vor, dass der Eingeborene beim Europäer erscheint, in der Hand einige Eier oder einen Korb mit Bananen oder Apfelsinen und murmelt „babier“. Dann weiss der Europäer, dass er ihm die Sachen für einige alte Zeitungen abkaufen kann. Schmunzelnd zieht der Japmann von dannen, wenn er eine besonders beliebte Sorte Zeitung bekommen, denn das Rauchen ist für Mann und Frau ein Bedürfnis, und die Kinder drehen sich ihre Zigaretten schon im vierten Lebensjahre. Wenig Tabak, viel Papier. Den Tabak können sie gegen ihre Produkte beim Europäer erstehen, teilweise pflanzen sie ihn selbst. Je schwerer desto besser. Unsere Zigarren und Zigaretten sind ihnen zu leicht. Da sie ausser dem Rauchen die scharfen Betelnüsse mit Korallenkalk gemischt und in ein Pfefferblatt eingewickelt kauen, sind die Schleimhäute für leichte Genüsse, wie europäische Zigaretten, nicht mehr empfindlich genug.

Ferd. Ullrich.

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Kolonie und Heimat