Schlagwort: Kleinstaaterei

Siehe auch: 200 Deutsche Volkstrachten im Bild

Unter Volkstracht versteht man eine eigene Art von Tracht, die mehr oder minder von der grossen Mode abweicht und nur in bestimmten Bezirken Geltung hat, also gleichsam einen Dialekt des Modekostüms bildet. Allgemein verbreitet.ist der Glaube, unsere Volkstrachten seien uralt; dies ist ein Irrtum; auch die älteste geht nicht über die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück; die meisten sind im Laufe des 17. entstanden und gar mancher Teil gehört dem 18. und selbst dem 19. Jahrhundert an. Nur wenige Stücke sind alte Familienstücke und nur in einer einzigen Gegend, sonst aber nirgends zu finden. Im allgemeinen bildeten sich die Volkstrachten aus Resten von stehengebliebenen Modetrachten heraus und gewannen dann ein um so seltsameres Aussehen, je weiter die grosse Mode auf ihrem Weltlaufe sich von ihnen entfernte. Aber wie man häufig noch an den Enkeln die Gesichtszüge der Ahnen erkennt, so lässt sich auch in der Volkstracht noch die Zeitmode erkennen von welcher sie ihre einzelnen Stücke zurückbehalten hat.

Die Ausdehnung des Reiches und der schwerfällige Verkehr waren schuld, dass in früheren Jahrhunderten die Mode nicht überall zu gleicher Zeit und auch nicht auf gleiche Weise durchdringen konnte. Aus diesem Grunde gab es wol zu jeder Zeit Volkstrachten, die aber weiter nichts, als verspätete Modetrachten waren, und die man aufgab, sobald man der neuen Mode habhaft werden konnte. Die ganze Kultur im Mittelalter hatte einen internationalen Charakter; und so entwickelte sich auch die Tracht in den verschiedenen dem alles gleichmachenden Christentume unterworfenen Ländern in ziemlich übereinstimmender Weise. Erst als nach dem abgewelkten Mittelalter die politische Zerklüftung einriss und das Reich sich in hunderte von Territorien auflöste, von denen jedes sich selbständig gebördete, erst seit dieser Zeit sonderten sich die Deutschen mit Absicht, wie in so vielem andern, auch in der Kleidung von einander ab. Deutschland war das klassische Land der Kleinstaaterei und der engen Gesichtskreise. Da gab es nur Höfe und Hinterhöfchen von Fürsten, Grafen und Herren; da gab es nur Reichsritterschaften, Reichsstädte, Reichsdörfer, Reichsklöster: aber ein Deutschland gab es nicht mehr.

Um diese Zeit fingen die eigentlichen Volkstrachten an sich zu entwickeln; sie waren ein naturgemässes Produkt der öffentlichen Zustände. Die abgelegenen Dörfer und einsamen Höfe begannen eher mit der Ablösung von der grossen Mode, als die verkehrsreichen Städte; und so kam es, das die ländlichen Volkstrachten schon um die Mitte des 16. Jahrhunderts von der damals gültigen deutschen Mode sich losschälten, während die städtischen erst auf Grund der später folgenden spanischen Mode ins Leben traten. Man darf indes nicht annehmen. die Volkstrachten seien, nachdem sie sich einmal gefestigt hatten, von der grossen Mode nicht mehr beeinflusst worden. Im Gegenteil; gerade die Mode war es. die den Volkstrachten frische Elemente zuführte und sie vor dem Erstarren bewahrte. Die Volkstrachten des 18. Jahrhunderts waren andere, wie die des 17., und die des 19. sind anders, wie die des 18. Jahrhunderts waren. Selbst wenn die Mode im Einzelnen nicht viel veränderte, so bestimmte sie doch das allgemeine Aussehen. Alles, was die Menschen tliun, thun sie im Geiste der Zeit, in der sie leben und weben, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht. Von jeder Zeitmode setzte sich ein Rest von Exemplaren in gewissen Gegenden fest. Wo das Volk an den geistigen Kämpfen der Zeit wenig oder gar keinen Anteil nahm, veränderte sich auch die Tracht nur wenig oder doch sehr langsam. Ein Beispiel dafür liefert Altbaiern, wo die Tracht noch heute mancherlei Stücke aufweist, die dem 17. Jahrhundert angehören und während des dreissigjährigen Krieges entstanden sind, wie den kürzen Rock und den spizen Hut. Anders in schwäbisch Baiern und im Schwabenlande überhaupt; hier wurde das Volk von den Gärungen des 18. Jahrhunderts stark bewegt; und so gehört auch heute noch seine Tracht vorwiegend diesem Zeiträume an; der lange Rock, die engen Kniehosen, die Schnallenschuhe mit Strümpfen und der Dreispiz sind charakteristische Belege dafür. Wenden wir unsern, Blick nach der Pfalz; die Pfälzer wurden seit Jahrhunderten zwischen Frankreich und Deutschland hin-und hergeworfen; sie lebten stets mitten im Verkehre der politischen Ideen und eigneten sich einen revolutionären Geist an, der stets mit dem Neuen ging. Aus diesem Grunde kamen die Pfälzer niemals zu einer eigenen Volkstracht ; höchstens den elsässischen und badischen Grenzen entlang bürgerten sich Ansäze dazu ein; diese aber waren in der That elsässisch und badisch, aber nicht pfälzisch. Auch im Rheingaue bemerken wir etwas Aehnliches; hier ist jedoch nicht der Ideenverkehr und die Neuerungssucht an dem Ausbleiben einer Volkstracht schuld, sondern das Patriciertum, das seit alten Zeiten sich in dem ah Reizen hochgesegneten Landstriche anzusiedeln liebte.

Deutsche Volkstrachten vom 16. bis zum 19. Jahrhundert

Der Kampf um deutsche Kultur in Amerika.

Wie frischer Frühlingshauch zieht es heute durch die Geister von Deutsch-Amerika, und unwillkürlich treten mir beim Anblick dieser Festversammlung die Worte unseres großen Volksdichters auf die Lippen:

Der Sommer ist hart für der Thür,
Der Winter ist vergangen.

Was vor fünfzehn Jahren noch ein Traum kühner Schwärmer schien, ist heute zur erhebenden Wahrheit geworden: das Deutschtum in Amerika, das lang zerstreute, hat sich aus freiem Antrieb zur Einheit zusammmengefunden. Der deutsch – amerikanische Nationalbund mit seinen zwei Millionen Mitgliedern stellt heute eine Kulturmacht dar, deren Einfluß nach innen und außen wir selbst noch nicht voll ermessen können. Nie zuvor hat unser Volkstum in diesem Lande eine gleich verantwortungsvolle und gebietende Stellung eingenommen.

Zwar an Versuchen, das amerikanische Deutschtum zur einheitlichen Macht zusammenzuschließen, hat es auch im vergangenen Jahrhundert nicht gefehlt. Nach jeder großen Zuwanderung ist der Gedanke einer zusammenfassenden Organisation aufgetaucht; so in den dreißiger, den fünziger und achtziger Jahren. Aber dem deutsch-amerikanischen Nationalbund ist von allen diesen Versuchen zuerst und allein der Bestand beschieden. Dafür scheint mir diese Stiftungsfeier und der Geist, aus dem sie geboren, die beste Bürgschaft.

Zweierlei ist es, was nach meiner Ansicht der deutschen Bewegung die Zukunft sichert: daß sie in ihrem innersten Wesen deutsch-amerikanisch, d. h. vom Geiste des hingehendsten Patriotismus getragen ist, und daß sie, aus diesem patriotischen Geiste heraus, den Kampf um deutsche Kultur auf ihre Fahne geschrieben hat.

Der Kampf um deutsche Kultur in Amerika

Durch die Renaissance war hauptsächlich der Süden in seiner Bildung, wie auch seiner politischen Macht gefördert worden. Es war eben Fleisch von seinem Fleisch und Bein von seinem Bein, das die Renaissance, die Wiedererweckung des südeuropäischen Altertums ihm bot. Bei den Germanen war es dagegen ein Fremdstoff, der erst allmählich verdaut werden mußte. So ist eigentlich die Renaissance eine Wiedergeburt des Südens und eine Auflehnung gegen die Übermacht des Norden gewesen. Spanien war fortan das maßgebende Land in Europa. Durch den Einbruch der Osmanen war ohnehin das Schwergewicht der Weltgeschichte wiederum nach den Küsten des Mittelmeeres verlegt worden. Die strategisch so wunderbare Stellung Spaniens, die es zum Knauf Europas und zugleich zum Ausgangspunkt afrikanischer und amerikanischer Fahrten macht, kam in jeder Konjunktur aufs glänzendste zur Geltung. Zudem war Spanien der erste Einheitsstaat, nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt. Selbst den Franzosen ging es in dieser Hinsicht noch um hundert Jahre voraus und noch weit mehr Rußland, Großbritannien und den anderen Ländern. Den Spaniern kam nun endlich die angeborene militärische Tüchtigkeit zugute, die sie bisher lediglich zur Verteidigung angewandt hatten, außer in Sizilien und Neapel, wo seit längerem Fürsten von Aragon herrschten. Im sechzehnten Jahrhundert waren die Spanier die besten Soldaten der Welt. Das mußten auch die Holländer verspüren. Sie ertrugen sechs Jahre das Schreckensregiment eines Herzogs von Alba. Nachdem sie sich unter Leitung Wilhelms von Oranien (eines Ahnherrn Kaiser Wilhelms des Zweiten) empört hatten, war es ihnen lange unmöglich, gegen die wohlgeübten technisch überlegenen Truppen des Feindes im Felde zu bestehen. Mit nur 7000Mann brachten es die Spanier fertig, Antwerpen, eine der größten und blühendsten Handelstädte Europas, einzunehmen. Übrigens spielte der religiöse Gegensatz zwischen dem katholischen Südvolke und den protestantischen Niederländern keine maßgebende Rolle. Der Aufstand brach erst aus, als sich die Niederländer in ihrem Geldbeutel bedroht sahen, als die fiskalischen Maßregeln Philipps des Zweiten (1555—1581) die wirtschaftliche Blüte des Landes dem Untergange nahe brachten. Gerettet hat die Holländer im Grunde England. Denn auch der Kleinkrieg, den die Geusen zur See führten, hat wohl den Feind belästigt und ihm hier und da Abbruch getan, aber hat nichts entschieden. England war gleich Frankreich, wo 1572 in der Bartholomäusnacht (23. August) die Hugenotten vernichtet wurden, lange durch religiös gefärbte Bürgerkriege beschäftigt. Unter Elisabeth gewann jedoch der Protestantismus die Oberhand. Nun wandte England seine junge Kraft gegen Philipp den Zweiten. Es brachte die katholische Schottenkönigin aus dem Hause der Guise 1587 aufs Schafott. Es schickte die Flibustier gegen die spanischen Silberschiffe aus, es unterstützte die Holländer, und reizte dadurch schließlich Philipp, der den Guisen in Frankreich half, dermaßen, daß er eine gewaltige Flotte, die große Armada in den Ärmelkanal entsandte. Im Hochsommer scheiterte die Armada durch Stürme, und der Rest fiel den Engländern in die Hände. Den Nutzen davon hatten jedoch zunächst die Holländer. Sie schlugen nicht nur die Spanier zurück, sondern errichteten auch in Asien, Afrika und Amerika große Kolonialreiche, zumeist auf Kosten Portugals, das seit der Spätzeit Philipps an Spanien angegliedert war. Zwar waren die Engländer nicht ganz untätig. Im Jahre 1591 kam Lancaster nach Indien.

Ein ewiger Kampf tritt zwischen die alte Kultur und die neu ihr unterworfene Rasse. Neben diesem Kampfe und durch ihn entbrennt zugleich ein Wettstreit verschiedener Kulturen untereinander, ein Streit, der ebenfalls die Eigenart der Gegnerinnen umgestaltet, zerstörend oder befruchtend, verflachend und vertiefend. So die Wechselwirkungen zwischen aztekischer und spanischer Kultur, zwischen Islam und Hinduismus, zwischen Buddhismus und der chinesischen Bildungswelt, zwischen der frisch belebten Antike, der Renaissance, und dem Vorstellungskreise der Scholastik, zwischen der verknöcherten, altüberkommenen, schemenhaft gewordenen Bildung der Chinesen und der angriffslustigen, jungen Zivilisation des Westens.

Durch das Aufkommen Portugals sank Venedig. Der verstorbene v. Zwiedeneck sagt darüber: Bei dem riesigen Kapitale, das die Venezianer angesammelt hatten, mit dem vortrefflichen Materiale von Matrosen, das ihnen reichlich zur Verfügung stand, und den ausgezeichneten technischen Einrichtungen ihrer Schiffs-werfte konnten sie die Konkurrenz mit den um so viel ärmeren Portugiesen ohne Zweifel aufnehmen. Die Strecke von den adriatischen, griechischen und apulischen Häfen bis zur Straße von Gibraltar verteuerte die Fahrten nach Indien nicht so bedeutend, um nicht ebenfalls auf dem neuen Wege die für den Handel erforderlichen Artikel erwerben zu können. Venedig hatte ein ausgedehntes Hinterland, dessen Aufnahmefähigkeit im Steigen begriffen war; das ganze Ostalpengebiet,Süddeutschland bis an den Main, Böhmen, Polen und Ungarn waren auf den Handel mit Venedig angewiesen, das ihnen für die Produkte beider Indien gewiß nicht höhere Preise abzunehmen brauchte, als die Holländer und Hanseaten, die sich ihre Waren aus Lissabon abholen mußten. Es war ja nicht notwendig, sich auf den gewohnten Verkehr mit deutschen Kaufleuten und Spediteuren im Fondaco und in Portugruaro zu beschränken, man konnte ihm neue Bahnen brechen, ihn verdoppeln und verdreifachen. Das Projekt des Suezkanals war für die Lagunentechniker, die täglich Baggerungen undKüstensicherungen vorzunehmen hatten, durchaus nicht unausführbar, es hätte nur Geld und Unternehmungslust gebraucht, es wäre nötig gewesen, alle anderen Interessen der Herstellung des nächsten und bequemsten Seewegs nach Indien unterzuordnen.

Diesen Entschluß hat die Signorie aber nicht gefaßt, ja sie hat ihn nicht fassen können, weil ihre Auftraggeber, die Familien des Libro d’oro, weder den Opfermut noch die Unternehmungslust ihrer Vorfahren besaßen. Allzu leicht und rasch erzielter Gewinn macht träge und genußsüchtig, nicht in der ersten, vielleicht auch noch nicht in der zweiten, um so gewisser in der dritten und in den folgenden Generationen. Die Reichtümer Venedigs waren aber schon seit einem Jahrhundert und länger aufgespeichert, und nun trennte man sich schwer für lange Zeit von ihrem Genüsse. Weite, beschwerliche und gefährliche Seefahrten waren nicht mehr nach dem Geschmacke der aristokratischen Jugend, die im Weichbilde von S. Marco aller Lebensfreuden teilhaft werden und sich mit der höfischen Gesellschaft in den vornehmsten fürstlichen Residenzen in ritterlichem Auftreten messen konnte. Die Schiffsherren waren Landbarone geworden; statt den Takt der Ruderschläge zu bestimmen und die Segel zu stellen, tummelten sie feurige Rosse und machten Jagdpartien. Darum hielten sie es für wichtiger, ihr Territorium zu vergrößern als sich die Herrschaft im Mittelmeer zu bewahren und mit den atlantischen Seefahrern zu wetteifern.

Das ist der Wendepunkt in den Geschicken der stolzesten und mächtigsten Republik, die seit dem Untergange der römischen entstanden war.

Während 1595 die Holländer einen großen Zug nach Inselasien und einen anderen, um die sehnsüchtig gesuchte nordöstliche Durchfahrt zu finden, nach Nowaja Semlja unternahmen, und die Spanier in Japan erschienen, während Batavia 1619 auf Java gegründet wurde und 1622 die Holländer sich auf den Peskadoren und dann auf Formosa festsetzten, versuchten die Engländer Ende des sechzehnten Jahrhunderts und dann zum zweiten Male 1607 die Kolonisation Virginias, besetzten 1608 Spitzbergen (das ja augenblicklich ein Streitapfel zwischen vier Nationen geworden ist); ferner entdeckte Hudson 1609 den Hudsonfluß und die nach ihm benannte Bai. Engländer tauchten in Grönland und in dem indischen Surate auf, sie entdeckten 1615 die Baffinsbai und besiedelten die Bermudainseln; endlich gingen 1620 die „Pilgerväter“ mit dem Schiffe Mayflower nach Plymouth in den „Neu-Englandstaaten“. Nur ungern sahen die Holländer das Eindringen ihrer Glaubens- und Rassegenossen in die überseeischen Länder. Sie veranstalteten 1622 eine Niedermetzelung aller Engländer auf der Mollukkeninsel Amboina. Aber der Tatendurst der Briten war nicht zu löschen. Sie landeten in dem letztgenannten Jahre auf der Insel Ormuzd. Sie schlugen 1630 die Portugiesen bei Surate, sie faßten das Jahr darauf in Westafrika Fuß und gewannen Barbados, eine der kleinen Antillen; 1634 wagen sie sich schon nach China. Das folgende Jahr errichten sie Niederlassungen in Connecticut, Maryland und Massachusetts, während Delaware von Schweden und Deutschen eingenommen wurde.

China hatte 1368 die Mongolen vertrieben.

Nun erfolgte abermals der Gegenstoß des Nordens gegen den Süden. Die Mandschu brachen 1618 auf, um das himmlische Reich zu erobern. Die goldenen Khane errichteten das Kalmückenreich und brachten Tibet in Abhängigkeit, die Mogule bemächtigten sich Südindiens. Im Westen zwangen die Großrussen Kleinrußland zum Anschluß, und Gustav Adolf zog aus Skandinavien bis nach München und in die Nähe von Wien. Die Besitzungen der Spanier und Portugiesen gingen allmählich in die Gewalt der Holländer und Engländer über. Zwar machte noch Frankreich, das zwischen Nord und Süd in der Mitte liegt, erfolgreiche Anstrengungen. Es gründete 1608 Quebeck. Lassalle erforschte den Mississippi, dessen Becken französisch wurde, ln Europa wurde Frankreich die ausschlaggebende Macht.

Dazu half in erster Linie die Schwächung der Habsburger. Durch den Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) wurde der spanisch – österreichische Block zerstört. Als die erste Hälfte des Krieges zu Ende ging, da schien es freilich, als ob Wallenstein jenem Block die Weltherrschaft zu Füßen legen könne. Der Kaiser Ferdinand II. aber, der die römische Kirche und den Romanismus in seinen Erblanden wieder befestigt hatte, beging den Fehler, Wallenstein abzusetzen.

Zu der Wiedererstarkung Roms trugen vor allem die Jesuiten bei. Ihr Orden, von dem baskischen Ritter Ignatius von Loyola gegründet, war jetzt drauf und dran, die größte geistige Macht in der ganzen Welt zu werden. Die katholischen Fürsten in Europa waren von Jesuiten beraten und auch über See, in Indien, Japan und Amerika, übte der Orden bedeutsamen Einfluß aus. In Paraguay bildete sich sogar ein Staat, der völlig von Jesuiten geleitet wurde.

Die zweite Hälfte des Dreißigjährigen Krieges, wobei die Franzosen zielbewußt eingriffen, entschied gegen die Habsburger. Die Schweden, von dem Kardinal Richelieu unterstützt, errangen Sieg auf Sieg. Wallenstein wurde zwar zum anderen Male an die Spitze der kaiserlichen Armeen gesetzt, allein da er nur lau vom Hofe unterstützt wurde und daher seinerseits lau wurde, so verdächtigte man ihn in Wien des Verrats und ließ ihn durch Meuchelmord aus dem Wege räumen. Ein wirres Durcheinander folgte, eine allgemeine Zermürbung und Zerrüttung unseres Vaterlandes, an der lediglich die Franzosen, Schweden und Polen ihre Freude haben konnten. Der Krieg hat die Bevölkerung Deutschlands und seinen Wohlstand sehr vermindert Er verschärfte die Übel, die aus mangelhafter Organisation entspringen. Auf politischem Gebiete zeigte sich der Mangel in der Viel- und Kleinstaaterei, auf wirtschaftlichem Gebiet in dem Auseinanderfallen und getrennten Wirken der ökonomischen Kräfte. Der Westen kümmerte sich nicht um das, was im Osten vorging, und der Süden wußte nicht, was der Norden tat. Das österreichische Wirtschaftsgebiet war mit Italien und Spanien in Verbindung, das preußische und sächsische neigte nach Skandinavien und Rußland. Von einer Industrie, wie sie in Frankreich und England erblühte, war noch kaum die Rede. Auch hatte Deutschland wenig Vorteil von den überseeischen Kolonien. Eigene Versuche, die von Augsburgern und Nürnbergern und später von Preußen gemacht wurden, verliefen im Sande. Die Kolonisation Pennsylvaniens, die von Frankfurt am Main aus durch Prätorius ins Werk gesetzt wurde, hatte zwar den schönsten Erfolg, aber kam lediglich den Angelsachsen zugute.

Trotz alldem war auf kulturellem Gebiete der Süden noch immer vorherrschend. Die spanische Tracht wurde in der vornehmen Gesellschaft Europas maßgebend; nicht minder romaniche Sprachen in aller Welt, insofern Portugiesisch und Spanisch bis ins 18. Jahrhundert hinein die ozeanischen Küsten beherrschte, während Italienisch und Französisch an den Höfen den Vorrang hatten. Das Vorbild der französischen Lebensart wurde auf dem ganzen Kontinent befolgt, und zwar in immer steigendem Maße von Franz I. bis auf Ludwig XV. Es waren glänzende Zeiten, wie sie uns für die Renaissance am schönsten die Schriften Ferd. Conrad Meyers, für das 17. Jahrhundert die drei Musketiere von Dumas schildern. Der Ruhm der Könige war nicht unverdient. Man nehme ein Abenteuer wie das des ritterlichen Franz I.

Es war am Tage der Vermählungsfeier des Herzogs von Guise mit Renata von Montpensier, der Tochter des Herzogs von Este-Ferrara und Enkelin Ludwigs II., als ein seit langen Jahren gefangengehaltenes Hauptschwein von nicht dagewesener Stärke und äußerster Wildheit im inneren Schloßhofe zu Amboise freigelassen ward, um es den Gästen zu präsentieren. Durch die vieltönigen Stimmen der Damen in den Fenstern und anhaltende Neckerei erregt, zertrümmert die wütende Bestie wider Erwarten ein kleines Nebenpförtchen, das in die Innenräume des Schlosses leitet; bricht sich, ehe jemand dazwischen zu treten vermag, Bahn und stürmt nun, mit dem charakteristischen Wetzen und Schlagen seiner Waffen, geradeswegs gegen das offene Gemach der übermütigen Neckerinnen.

Alles das hatte sich in wenigen Augenblicken vollzogen; niemand unter den Anwesenden war auf die Möglichkeit eines ähnlichen Angriffes und seine Abwehr im geringsten vorbereitet. Die unmittelbare Gefahr, der wildgrausige Anblick des jählings auf harten Schalen über die steinernen Fliesen des hohen Korridors heranpolternden Riesentieres mit wutfunkelnden Lichtern und schaumtriefendem Gebrech, aus dem die mächtigen Hauer blendend emporstehen, übt auf alle eine eigentümlich lähmende Wirkung: für eine Sekunde sitzt alles, wie gebannt, lautlos da — keiner der Kavaliere wagt, sich zu rühren, der Schrei selbst erstirbt auf den Lippen der Damen. Der König ist der einzige, der fast momentan die Fassung wiedergewinnt und sich dem Ernste des Augenblicks gewachsen zeigt. Er erhebt sich vom Sessel und tritt, mit Blitzesschnelle den Degen ziehend, von keinem gefolgt, festen Schrittes dem heranrasenden Keiler mitten in den Weg. Man sieht die hohe Gestalt sich tief Vorbeugen, und gleichzeitig erfolgt, fast vor der Schwelle des Gemachs, der furchtbare Zusammenstoß. Ein heiserer, eigentümlich pfeifender Laut wird vernommen — der grimme Basse sinkt verendend in sich zusammen. Die Gestalt des Königs richtet sich auf, unversehrt, indessen er die fast bis ans Heft eingedrungene Klinge aus der Brust des toten Keilers zieht. Fahle Blässe auf dem Antlitz, ein eigentümliches Leuchten im Auge, und mit einem Lächeln auf den Lippen reicht er die edle Waffe einem der herbeispringenden Edelleute zur Säuberung, sich selbst mit anmutigen Scherzen zu den Damen zurückbegebend.

Nicht verzeichnet hat uns die Chronik die Gefühle, welche in diesem Augenblicke die Brust des königlichen Weidmanns schwellten, dem — nach seinem eigenen Ausspruche — ein Hof ohne Frauen einem Jahr ohne Frühling zu vergleichen war, oder einem Lenz ohne Rosen.

Es bestätigte sich von neuem, daß Kriegszeiten auch die fruchtbarsten Kulturzeiten sind. Der Kanonenhall großer Schlachten erschüttert erfahrungsgemäß die Wolken, aus denen dann erwünschter Regen auf die Saaten herniederträufelt. Die wechselvolle Unruhe der Epoche spiegelte sich in den lebensvollen Dramen Shakespeares und den kräftigen, farbegesättigten Bildern eines Rubens und Velasquez. Der Krieg hatte aber auch Folgen in der Schichtung der Gesellschaft.

Da tritt kein andrer für ihn ein,

Für sich selber steht er da ganz allein!

Kleine Fehden sind zum Vorteil des Adels. Durch sehr große und sehr lange Kriege wird jedoch die Blüte des Adels dahingemäht. Man greift, um die Lücken der Heere auszufüllen, zum Ersatz aus anderen Schichten, nimmt Bauern und Handwerker und jüngere Söhne aus Bürgerkreisen. Auch ändert sich die Beschaffenheit des Adels selbst. Der Geburtsadel tritt zurück, der Grünadel von Beamten, reichen Kaufleuten und höfischen Günstlingen tritt hervor. Es ist jetzt nachgewiesen, daß auch die deutschen Patrizier lediglich aus dem Kaufmannsstande hervorgingen. Geld allein entschied. In Frankfurt wurde ein reich gewordener Krämer oder Handwerker geradezu gedrängt, in den Reihen der Patrizierseinen Platz zu suchen. Schon diedeutsche Kultur der Reformation ist zu einem guten Teile von reichen Kaufleuten getragen. Darnach werden die deutschen Fürsten wieder rühriger. Namentlich vollbringen sie große Bauten. Das Heidelberger Schloß ist eine der herrlichsten Schöpfungen aller Zeiten. Inzwischen wächst auch die untere Schicht der Gesellschaft. Das Volk, vielfach auf sich selbst angewiesen, wird selbstbewußter und trotziger. Die ersten Wehen des neuen Geistes zeigten sich in England und den Niederlanden. Der Herrscher wurde in den Niederlanden verjagt, in England sogar geköpft (Karl I. im Jahre 1648), und dafür erhob sich die Gewalt des Volkes. Für Holland war das nicht allzu günstig; in Großbritannien hatte das Volk hingegen das Glück, einen genialen Führer in der Person Cromwells zu erhalten. Der Feldherr der Puritaner, Cromwell, zwang nicht nur die vier Königreiche England, Schottland, Wales und Irland zur Einheit, zu einer strafferen, als sie selbst heute besteht, insofern Irland einfach zur englischen Provinz wurde, während es heute unter einem eigenen Vizekönig steht und die home rule, das heißt die Selbstverwaltung, anstrebt, sondern erverhalf dem englischen Namen auch nach außen zu frischem Ruhme.

Vom Glanz der Renaissance wurde ganz Europa geblendet; ihre Kunst erreichte England und Skandinavien und Polen. Aber auch das Barock (rund 1600—1715) ging von romanischen Ländern aus, um freilich in germanischen seine Vollendung zu finden. Nicht minder setzten sich italienische Oper und französisches Schauspiel auf dem ganzen Kontinente bis nach Rußland durch, während Shakespeare erst von 1770 an allgemeinere Geltung erlangte. Germanische Musik edleren Stils begann mit Bach um 1680, die höhere Schauspielkunst sogar erst ein Jahrhundert später.

Text aus dem Buch: Männer, Völker und Zeiten, eine Weltgeschichte in einem Bande, Verfasser: Wirth, Albrecht.

Siehe auch:
Männer, Völker und Zeiten – Anfänge
Der alte Orient und Griechenland
Arier und Chinesen
Juden und Phönizier
Feudalherrschaften in China, Indien, Vorderasien und Hellas
Homer
Assyrer und Perser
Religionsstifter und Philosophen
Perserkriege
Peloponnesischer Krieg
Anfänge Roms
Politischer Niedergang Athens
Alexander der Große
China und Rom
Punische Kriege
Der Staatsbegriff im Altertum
Kelten und Romanen
Hellenismus
Wuti und Cäsar
Römischer Imperialismus
Germanen
Christentum
Die Cäsaren und die späteren Han
Römische Spätzeit – Anfänge Japans
Völkerwanderung – Weltstellung des Christentums
Die Reiche der Völkerwanderung
Der Islam
Karl der Große
Anfänge der modernen Völker
Papsttum und Kaisertum – Aufstieg des Papstes
Die Kreuzzüge
Westöstliche Kulturvermittlung
Der Kampf der Weltreligionen
Der Staatsbegriff im Mittelalter
Mongolensturm
Aufschwung der Seestädte
Die Geburt heutiger Volkstümer und Sprachen
Die Zünfte
Die Condottieri
Entdeckungen und Erfindungen : Renaissance und Reformation
Entdeckungen und Erfindungen : Europäer in Afrika, Asien und Amerika

Männer; Völker und Zeiten

Eine Weltgeschichte in einem Bande.

Das Großkönigtum lebte einstweilen nur bei den Assyrern fort. Das ist ein rauhes, äußerst kriegerisches Volk, das seit ungefähr 1100 im Aufstieg begriffen ist und gegen 700 eine Weltmachtstellung erringt. In allen anderen Ländern war Kleinstaaterei im Schwange. In China sowohl als auch in Vorderasien, in Ägypten und bei den Griechen bildeten sich Feudalstaaten aus, die meist untereinander in steter Fehde lagen. In Ostasien ist die Zahl dieser feudalen Staatswesen zeitweilig bis auf zwölfhundert gestiegen. Seit dem achten Jahrhundert trat jedoch eine Wendung ein. Die halbtatarische, halbchinesische Dynastie der Tsin, deren Gebot südlich vom Hoango-Knie galt, machte die größten Anstrengungen, um ein ausgedehnteres Gebiet unter ihrer Herrschaft zu vereinigen. Das löste dann eine Gegenwirkung bei den anderen aus, die sich ebenfalls zu stärkeren Staaten zusammenschlossen. Allmählich wurden so im Kampfe ums Dasein die kleineren Staatsbetriebe ausgeschaltet, und zuletzt blieben nur noch sieben einigermaßen gleichgeordnete Staatswesen in China übrig. Die Besiedlung von Neuland ging inzwischen ohne Unterlaß vor sich. Schon um 600 waren alle die weiten Striche zwischen Hoango und Yangtse von Chinesen bevölkert, wenn auch noch in vielen, weniger zugänglichen Gegenden die vorchinesischen Ureinwohner, die vermutlich einer tibetischen Rasse angehörten, sich behaupteten. Innerhalb des gleichen Zeitraumes besetzten die Hindu das Fünfstromland oder das Becken des oberen und mittleren Indus. Sie vertrieben von dort die früheren Besitzer, die entweder Dravida oder schwarzes Blut in ihren Adern hatten; diejenigen aber, die nicht weichen wollten, wurden von den Eroberern zu Sklaven und Hörigen herabgedrückt. Es gab da offenbar eine ganze Reihe von Abstufungen. Wir haben es im mittelalterlichen Deutschland erlebt, daß zwar die Masse der Slaven zu Sklaven wurde, daß aber in Mecklenburg die slavischen Fürsten als gleichberechtigt von den germanischen anerkannt wurden, wie sie denn bis zu dem heutigen Tage als Souveräne, Herrscher weiter wirken. Ähnlich werden sicherlich in vielen Fällen die Hindukönige und Edelleute sich mit adligen Sippen der Ureinwohner verschwägert haben. So manchen Stämmen wird man ferner eine Selbstverwaltung zugestanden haben, etwa wie bis zur jüngsten Zeit die Finnländer sich der Selbstverwaltung erfreuten. Was war nun die Folge dieser verschiedenen Abstufungen? Die Ausbildung des sogenannten Kastensystemes. Durch schwer zu übersteigende Mauern wurde die eine Kaste, die in der Regel ein ganzes Volk von bestimmter Eigenart darstellt, von der anderen Kaste geschieden. Da nun von jeher gewissen Völkern auch gewisse besondere Fähigkeiten an gehaftet haben, wie den Zigeunern der Sinn für Musik, den Finnländern das Talent zur Seefahrt und zur Zauberei, den Iren die Liebe zum Tiefbau, den Dalmatinern und Tessinern das Verständnis für Rebenpflanzung, den Tataren der Umgang mit Pferden, den Savojarden der mit Murmeltieren, so ist sehr häufig in Indien eine Kaste mit einer bestimmten Beschäftigung, mit einem bestimmten Handwerk oder Berufe verknüpft. Man hat häufig über das Kastenwesen geklagt und hat es geradezu sprichwörtlich für eine engherzige Absonderung der Menschen zu erwähnen gepflegt. Allein es handelt sich hier nicht um eine Klassentrennung, sondern um einen niemals zu verwischenden Gegensatz von Rassen. Ja, man kann es fast bedauern, daß die Scheidung der Kasten nicht streng genug war. Denn trotz dieser Scheidung hat sich eine weitgehende Mischung doch nicht vermeiden lassen, und es ist sehr die Frage, ob die Mischung mit den dunkelhäutigen Ureinwohnern zum Vorteil der hellen Hindu gewesen sei. Zum mindesten in der Gottesverehrung dürfte der dunkle Einfluß nicht günstig gewesen sein. Denn alle die scheußlichen, blutdürstigen und zerstörungswütigen Gottheiten, die einen Teil des indischen Pantheons so abschreckend gestalten, wie Schiwa und die Göttin Kali, sind ursprünglich Dravidagottheiten. Nicht minder gehen die verzerrten Fratzen, denen man so häufig in der indischen Kunst begegnet, auf Dravidaursprung zurück. Selbst die Sprache der Hindu hat gelitten. Wortungeheuer, die aus Zusammensetzungen von dreißig und mehr Silben bestehen, waren ursprünglich den Hindu fremd und sind erst durch die zusammenleimende, „agglutinierende“ Art der Dravidasprachen in das Sanskrit und das Pali hineingebracht worden.

Die epische oder heroische Zeit der Hindu hat sicherlich erst nach 1000 begonnen. Sie dauerte etwa bis 500. Noch bestanden damals Königreiche der Dravida am mittleren Ganges und erfüllten so ziemlich die ganze Südhälfte der Himalajahalbinsel. Dagegen sind nach Ceylon, jedoch auf dem Seewege, wahrscheinlich schon um 500 vereinzelte Hindu-Wikinger gekommen. In Iran dasselbe Bild. Eine Reihe von Feudalherrschaften. Fortwährender Kampf derselben untereinander und zugleich mit den nichtarischen Urbewohnern. Seit dem siebenten Jahrhundert schließen sich die einzelnen iranischen Stämme unter der Vorherrschaft der Meder zusammen. Seit 560 übernehmen die Perser die Führung. Zeitweilig hat wenigstens der Westen Irans unter assyrischem Joche gestanden. Auch kann darüber kein Zweifel sein, daß die ganze Vorstellungswelt der Iranier, sowie namentlich auch ihre Kunst und ihre Verwaltung von Mesopotamien stark beeinflußt wurde. Uber die nicht sehr bedeutenden indogermanischen Fürstentümer in Kleinasien können wir rasch hinweggehen. Nur die Lydier verdienen eine Erwähnung. Es war ein Kas-Volk, das von einem arischen Herrenstamm bezwungen wurde. Die Lydier sollen zuerst Silbermünzen geprägt haben. Geld gab es ja schon längst, allein es wurde lediglich das Metall, zuerst Bronze, dann Kupfer, zuletzt Silber dem Verkäufer zugewogen, ähnlich wie noch heutzutage in China Silberbarren und kleinere, meist hufeisenförmig geformte Silberstücke von bestimmtem Gewicht die Zahlungen vermitteln. Nach Westen weiterwandernd, treffen wir in Griechenland nach der Zeit des Stammkönigtumes eine Reihe von Adelsherrschaften, von Oligarchien, die nur in einem losen Verhältnisse zueinander stehen. Noch um 500 war keineswegs die ganze Bevölkerung von Hellas und von den Inseln des Archipels rein hellenisch, sondern es verblieb noch immer ein beträchtlicher Bestandteil der vorhellenischen, kasischen Urrasse. Durch die gemeinsamen Feste zu Olympia, die im achten Jahrhundert begannen und durch die Amphiktyonen, eine Art priesterlichen und schiedsrichterlichen Kollegiums, bildete sich allmählich ein wenn zwar nur schwaches, doch immerhin wirksames Gemeinschaftsgefühl zwischen den Hellenen aus. Vor allen Dingen fühlte sich jeder einzelne Grieche als etwas Besonderes gegenüber anderen Menschen, die er verächtlich Barbaren zu nennen pflegte.

Text aus dem Buch: Männer, Völker und Zeiten, eine Weltgeschichte in einem Bande, Verfasser: Wirth, Albrecht.

Siehe auch:
Männer, Völker und Zeiten – Anfänge
Der alte Orient und Griechenland
Arier und Chinesen
Juden und Phönizier

Männer; Völker und Zeiten