Schlagwort: Kolonien


Unsere Kolonien versorgen das Mutterland schon jetzt in steigendem Masse mit industriellen Rohstoffen und anderen Produkten, die für den heimischen Verbrauch notwendig sind. Bis zum Jahre 1908 war der Wert der ausgeführten Erzeugnisse angewachsen auf 37,7 Millionen Mk. aus den afrikanischen Kolonien, 8,7 Millionen aus den Süd-sec-Kolonien und 47,3 Millionen aus Kiautschou, zusammen also 93,7 Millionen Mk. Die Ausfuhr der einzelnen Kolonien stellt sich folgendermassen: Ostafrika lieferte für 2,9 Millionen Mark Sisalhanf, für 1 Million Mk. Insektenwachs, für 1 Million Mk.

Kolonie und Heimat

Die Kolonie Theresopolis im Staate Santa Catharina feierte kürzlich das Fest ihres fünfzigjährigen Bestehens. Es bestand ursprünglich gar nicht die Absicht, die Kolonien Brusque und Theresopolis zu gründen und mit deutschen Auswanderern zu besiedeln. Die 71 Familien, vornehmlich Badener und Rheinländer, die für beide den Stamm lieferten, waren für Rio Grande do Sul bestimmt. Widrige Winde bewirkten es, dass die Reise mit dem Segelschiff von Antwerpen bis Rio 83 Tage dauerte. Die Sehnsucht der Auswanderer, bald eigenes Land unter den Füssen zu haben, war daher gross, und die Fahrt nach Rio Grande do Sul erschien ihnen zu weit. So kam es, dass die kaiserliche Regierung in Rio verfügte, dieser Trupp sollte in Santa Catharina angesiedelt werden. Bis zum Jahre 1846 wanderten 700 deutsche Familien in die neue Kolonie ein, Rheinländer, Westfalen, Holsteiner und Pommern; auch einige holländische Familien befanden sich unter den Ankömmlingen. Unter Mühen und Entbehrungen begann das Kolonisationswerk. Der einzige Weg nach Santa Isabella, dem Ausgangspunkt der Kolonisation, war ein primitiver Urwaldspfad. So wurde es ein Hemmnis für die Kolonisation, dass Theresopolis im Gegensatz zu anderen Kolonien, wie Brusque, Angelina und Blumenau, von der kaiserlichen Regierung nur sehr spärlich mit Mitteln zum Wegebau bedacht wurde. Erst seit einiger Zeit führt die sehr belebte Sirasse von Desterro nach Lages über Theresopolis. Ausser dieser Hauptstrasse besitzt die ganze Kolonie Theresopolis, die etwa von 3000 Deutschen bewohnt ist, keine fahrbaren Strassen. Indessen sichert die verhältnismassig geringe Entfernung von der Staatshauplstadt dem Kolonisten gute Preise für seine Produkte. Aber die Landarbeit an den Bergen und in den Tälern des Cubatao ist anstrengend und der Boden nicht sehr ertragsfähig.

Viele jüngere Elemente sind daher wieder abgewandert, und die Bevölkerung der Kolonie Theresopolis mag heute nur noch gegen 400 Familien betragen, die dort bei harter Arbeit ihr Leben tristen. Indessen hatte die Wiederaufnahme der Kolonisation durch die Bundesregierung zur Folge, dass an Theresopolis angrenzend die neue Kolonie Annitopolis erschlossen wurde.

Bereits führt eine Fahrstrasse stundenweit in das neue Siedelungsgebiet, das schon viele Einwanderer aufgenommen hat. Die Ländereien der neuen Kolonie sollen bedeutend besser sein, als die der alten, daher ist es verständlich, dass nun die Söhne alter Kolonisten sich dorthin wenden. So wird die neue Kolonie dazu beitragen, dass Theresopolis seinen alten Bestand behaupten kann, damit das, was die Vorfahren geschaffen haben, nicht spurlos verschwindet.

(„Berl. N. N.“)

Weiteres aus der Reihe „Kolonie und Heimat“

Kolonie und Heimat

In Frankreich spielt sich jetzt ein Vorgang ab, dem man in heimischen Kolonialkreisen und wohl auch an den zuständigen Stellen nicht allenthalben das Mass von Beachtung zuteil werden lässt, das im kulturvölkischen Interesse geboten ist.

Ohne das Entwürdigende eines solchen Schrittes allgemein zu empfinden, erwägen die militärischen und kolonialen Kreise Frankreichs allen Ernstes eine Verwendung Eingeborener aus den Kolonien im Falle eines europäischen Krieges, und zwar in grossem Umfange.

Bisher waren es nur mehr oder weniger private Kundgebungen, in denen der Verwendung von Negern in der heimischen französischen Armee das Wort geredet wurde, aber die Beratungen des französischen Kriegsbudgets haben doch deutlich gezeigt, dass dieser Gedanke sich auch an kompetenten Stellen einzunisten beginnt. Ein ehemaliger Kolonialoffizier hat schon seit längerer Zeit in Wort und Schritt Propaganda gemacht für die Aufstellung farbiger Truppenteile in europäischen Kriegen. In einer Rede vor der „Alliance Francaise“ hat er in den höchsten Tönen das Lob der eingeborenen Truppen als „unvergleichlicher Soldaten“ gesungen und hat seinen Zuhörern vorgerechnet, dass die Araber-und Negerbevölkerung der französischen Kolonien ein jährliches Rekrutenkontingent von 40000 Mann stellten könnte. Wie sehr die Franzosen bei der immer unzureichender werdenden Rekrutenzahl in der Heimat solchen Zukunftsplänen zugängig sind, zeigt die Tatsache, dass die „Alliance Francaise“ in einer Entschliessung die Aufstellung eines Korps von 20000 Senegalschützen für das Jahr 1913 fordert.

Diese Bestrebungen wann bisher mehr oder weniger persönlicher und privater Natur, und sie sind auch zurzeit nicht ohne Widerspruch geblieben; einen bedenklichen Charakter aber hat die Behandlung der Angelegenheit in jüngster Zeit dadurch angenommen, dass der durch den Deputierten Clemental erstattete Bericht des Budgetausschusses der französischen Deputiertenkammer bei den Beratungen des diesjährigen Kriegsbudgets diesen Gedanken sich offiziell zu eigen macht. Der Bericht fordert den Kriegsminister direkt auf, den heimischen Rekrutenmangel durch stärkeres Heranziehen des Eingeborenenmaterials in Westafrika und in Algier auszugleichen.

Algier hat bei einer Eingeborenenbevölkerung von fünf Millionen gegenwärtig 18000 schwarze Soldaten. Der Bericht weist nach, dass unter Erweiterung des für Tunis 1909 erprobten Reservesystems mit Leichtigkeit hier ein Heer von 60 000 Mann aufgebracht werden könnte, während aus Französisch-Westafrika eine Truppe von 40000 Köpfen verfügbar gemacht werden könne. Der Bericht lässt dabei keinen Zweifel, dass die Kammer die hierfür erforderlichen Mehrbeträge glatt bewilligen werde. Man hat also mit der in greifbare Nähe gerückten Möglichkeit zu rechnen, dass der durch heimische Kräfte nicht mehr auszugleichende Fehlbedarf der französischen Armee durch ein Negerheer ausgeglichen wird.

Es ist für die französische Nation, die an der Spitze der Kultur zu marschieren dünkt, kein schmeichelhaftes Zeugnis, dass solche Bestrebungen festen Boden gewinnen können, obwohl, wie im Interesse voller Objektivität festgestellt werden muss, selbst aus dem eigenen Lager heraus vereinzelte Stimmen laut geworden sind, welche auf das Ungeheuerliche eines solchen Vorgehens für ein Kulturvolk hinweisen. Neben dem im kolonialen Militärwesen erprobten General de Tory hat L. d’Anfrerille de la Salle kürzlich im „Correspondant“ auf das Bedenkliche der Verwendung von Eingeborenen in heimischen Feldzügen hingewiesen, und der militärische Redakteur des „Journal des Débats“, Malo, ein Anhänger des weiteren Ausbaues der eingeborenen Kolonialarmee, verwahrt sich ebenfalls gegen den Plan der europäischen Verwendung farbiger Kolonialtruppen: „Ich kann mich der Meinung nicht anschliessen“, sagt Malo,

„dass Frankreich nur durch seine Neger gerettet werden könne. Das ist durchaus unrichtig, uen Truppnd die Freunde der schwarzen können für sie eine ebenso nützliche und für die Eigenliebe der weissen Bevölkerung weniger verletzende Verwendung finden, denn es werden zwischen den Vogesen und den Pyrenäen immer noch genug Kinder geboren, die dem französischen Vaterlande mit ihrer Brust einen hinlänglichen Wall sichern.“

Dass derartige vernünftige Erwägungen aber keinen Widerhall in Frankreich finden, zeigt die Haltung des Budgetausschusses der französischen Deputiertenkammer. Und wenn auch neuerdings das „Journal des Débats“ seine Bemühungen wiederholt, die Franzosen von dem militärisch Fehlerhaften und politisch Unwürdigen eines solchen Vorgehens zu überzeugen, wird Malo nach den Erfahrungen der Vergangenheit doch wohl ein Prediger in der Wüste bleiben.

Alle Kulturmächte haben ein gleiches Interesse, den im Vorstehenden gekennzeichneten unnatürlichen Bestrebungen gegenüber von vornherein mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten und an den zuständigen Stellen in Frankreich die ernstesten Vorstellungen zu erheben. Die Herrschaftsstellung jeder Kolonialmacht gründet sich allein darauf, dass sie der Bevölkerung der kolonisierten Gebiete als die Trägerin der höheren Kultur und der höheren Macht erscheint. Diese Grundlage verschwindet von selbst im gleichen Moment, wo die kolonisierende Macht zeigt, dass sie zu ihrem eigenen Schutze der Bevölkerung ihrer Schutzgebiete bedarf, das ist eine so klar auf der Hand liegende Konsequenz, dass sie nur von einem blinden Chauvinismus ungewürdigt bleiben kann. Würde Frankreich hiergegen verstossen, so würde es die Folgen ja zunächst am eigenen Leibe zu spüren haben, Folgen, die im Falle einer Niederlage gar nicht auszumalen sind, aber die Rückwirkungen würden sich bei allen Kolonialmächten in gleicher Weise geltend machen, deshalb haben alle Kolonialmächte das gleiche Interesse, dieser Entwicklung nicht gleichgültig gegenüberzustehen.

Dr. Külz.

Weiteres aus der Reihe „Kolonie und Heimat“
Eine Straussenfarm in Deutschland
Wie der Neger in Togo wohnt
Deutsche Diamanten
Zur Frauenfrage in den deutschen Kolonien und andere Bekanntmachungen
Die Landesvermessung in Südwestafrika
Bilder aus dem Norden von Deutsch-Südwest: Namutoni
Koloniale Neuigkeiten
Deutschland, England und Belgien in Zentralafrika
Das Deutsche Institut für ärztlich Missionen in Tübingen
Bilder von der afrikanischen Schutztruppe
Die Kolonien in der Kunst
Der Handelsagent in Deutsch-Afrika
Bierbrauerei der Eingeborenen in Afrika
Samoanische Dorfjungfrau
Losso-Krieger aus dem Norden von Togo
Allerlei aus dem Leben des Togonegers
Ostafrikanisches Obst
Ostafrikanische Küstenbilder
Tabakbau und Tabakverarbeitung in Havanna
Die französische Fremdenlegion
Kamerun : Totentanz der Küstenneger
Ein Rasseproblem
Blick in eine Wanjamwesi-Siedlung bei Daressalam
Der Botanische Garten zu Berlin als Zentralstelle für koloniale Landwirtschaft
Die Kirchen in Daressalam
Das Meer und seine Bewohner : Seevögel
Sie riss das Gewehr an die Backe, zielte einen Augenblick und schoss . . .
Wie man in Afrika in der Regenzeit reist
Auf den Diamantenfeldern von Lüderitzbucht
Die Diamanten-Regie des südwestafrikanischen Schutzgebiets in Berlin
Bilder aus der ostafrikanischen Vogelwelt
Vom Deutschtum im Ausland (Chile)
Medizintanz der Baias in Kamerun
Hamburg als Hafenstadt
An der Trasse der Bagdadbahn
Die Baumwollfrage
Die Mischehen unter fremden Rassen
Das Haar
Deutsches Leben in Deutsch-Südwest Afrika
Unteroffiziere der Schutztruppe in Südwest-Afrika feiern Weihnachten
Wenn der Buschneger den ersten Weissen sieht …
Berittene Spielleute des Sultans Sanda von Dikoa
Ein Morgenpirschgang in Ostafrika
Die Kilimandjaro-Bahn
Die Aufgaben der deutschen Frau in Deutsch-Südwestafrika
Kolonie und Heimat : Rückblick und Ausblick
Prosit Neujahr!
Wie die Ponapeleute entwaffnet wurden
Goldgewinnung an der Goldküste
Eingeborenen-Bilder aus Kamerun : Die Wute
Wie schafft man sich gesundes Blut?
Bilder aus der Tierwelt Südafrikas
Totengebräuche auf den Salomons-Inseln
Fünfundzwanzig Jahre Deutsch-Ostafrika
Eine Reise durch die deutschen Kolonien
Neues aus dem Innern von Neu-Guinea
Der Nord-Ostsee-Kanal
Bilder aus der Kameruner Vogelwelt
Die landwirtschaftliche Ausstellung in Keetmanshoop
Herero-Mann Deutsch-Südwestafrika
Die Straussenzucht in Südwestafrika
Kolonie und Heimat erscheint von jetzt an wöchentlich.
Die deutsche Frau in der Südsee
Die Ölpalme
Frauenerziehung in China
Seltsame Fleischkost
Mitteilung des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft
Die Herstellung von Rindentuch in Zentralafrika
Südwestafrikanische Früchte in Deutschland
Windhuk
Der Panamakanal
Bilder aus Kiautschou : Unsre Besatzungstruppe
Bilder aus Kiautschou : Chinesische Verkehrsmittel
Ein Besuch in der chinesischen Stadt Kiautschau
Das neugierige Krokodil
Bilder vom Wegebau in Kamerun
Negerkapelle
Verarmte deutsche Ansiedler in Jamaika : Ein Notschrei aus Westindien
Pestgefahr in Kiautschou?
Gastfreundschaft in Deutsch-Ostafrika
Eine leckere Mahlzeit
Südseeinsulaner aus Jap (Westkarolinen)
Kalkutta
Liebesdienst
Die Ausfuhrprodukte Deutsch-Ostafrika
Die Bewohner von Ruanda
Die Heuschreckenplage in Südafrika
Südseeschutzgebiete
Deutsch Ostafrika : Gefangene junge Elefanten in Udjidji am Tanganjikasee
Koloniale Plastik
Wie der Europäer in Südafrika wohnt
Bilder von der ostafrikanischen Nordbahn
Die Tropenhygiene auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung
Kamerun: Ein Haussa-Fleischer in Bamum räuchert Fleisch
Ein afrikanischer Operettenkrieg
Der tote Buschmann
Das neue Südafrika
Auf einer Station im Innern von Südkamerun
Die drahtlose Telegraphie und ihre Bedeutung für unsere Kolonien
Das Museum für Meereskunde in Berlin
Ein Besuch in Bombay
Bilder aus Ceylon
Suahelifrau im Festgewand
Hamburg als Hafenstadt II
Idyll aus Deutsch-Südwest: Fütterung eines jungen Springbocks
Die Bremer Baumwollbörse
Rund um Afrika
Schlangen in Südwest-Afrika
Mädchen von der Karolineninsel Jap
Milchwirtschaft auf einer südafrikanischen Farm
Auf den Lüderitzbuchter Diamantenfelder
Missionspredigt in einem Dorf von Süd-Togo
Altindische Baudenkmäler
Ein neuer Ostafrika-Dampfer
Haartrachten der Eingeborenen in Afrika
Totengebräuche im alten Samoa
Badende Kinder auf Samoa
Eine Fahrt auf der sibirischen Eisenbahn
Äquator Taufe
Buschmänner beim Bogenschiessen
Die Bekämpfung der Pest in Kiautschou
Kamerun: Marktszene aus Banjo
Wei-hai-wei
Jugendbelustigungen in Niederländisch-Indien
Diamantendiebstähle
Der findige Telegraphist
Toto, der erste aus Ostafrika nach Deutschland gebrachte Elefant
Fischerboot an der ostafrikanischen Küste
Vom Deutschtum im Stillen Ozean : Deutsche Arbeit auf Hawaii
Die Post im Innern Afrika
Hamburg als Handelsstadt : Aus Hamburgs Vergangenheit
Vom Deutschtum im Ausland
Wieviel Menschen sprechen Deutsch?
Echtheitsbestimmungen der Diamanten
Allerlei vom ostafrikanischen Neger
Tanzmasken der Graslandbewohner im nordwestlichen Teile von Kamerun
Die Fürsorge für die Mischlingskinder in Südwest-Afrika
Die Wohnstätten der ostafrikanischen Eingeborenen : Die Temben
Das Aquarium in Neapel
Bilder aus Marokko
Explosion in Karibib
Elefant in Afrika
Eine Reise durch die deutschen Kolonien : Kamerun
Ein unfreiwilliger Weltrekord auf der Elefantenjagd
Der Gorilla
Von Roosevelts Jagdfahrt in Afrika
Die Trommelsprache der Waldlandneger Kameruns
Kultur-Kolonien : Ein Wort für die Esperanto-Sprache
Bilder vom Telegraphenbau in Kamerun
Zanzibar
Robert Koch
Die erste Tagung des südwestafrikanischen Landesrats
Der Dauerkäse
Die deutsche Kolonialschule in Witzenhausen
Das deutsche Kolonialmuseum in Berlin
Ein Idyll aus Nordkamerun : Kaffestündchen auf der Veranda der Station Garua
Dampfa kudja! — der Dampfer ist da
Die Marienburg
Herbstbilder aus Tsingtau
Die Wirkung des elektrischen Stromes auf einen Neger
Suahelifrauen bei der Toilette
Die Verkehrsmittel von Südwestafrika
Das Deutschtum in den baltischen Provinzen Russlands
Im chinesischen Theater zu Tsingtau
Die dankbare Schlange (Chinesisches Märchen)
Die Völker Togos
Hongkong
Afrikanische Pfahlbauten
Haifischfang im Korallenmeer
Mekkapilger
Frauenmangel in Deutsch-Neuguinea
Eine Reise durch die deutschen Kolonien : Deutsch-Südwestafrika
Malaria
Arbeiter-Rekrutierung in Neu-Guinea
Seekuhjagd in Kamerun
Kapitalanlagen : Marktbericht
Im Lande der Pharaonen : Bilder aus Kairo
Des deutschen Kronprinzen Reise nach Ostasien
Veddamänner (Jäger) aus dem Innern von Ceylon
Der Kakao, Seine Kultur und Verarbeitung
Die Kulturfähigkeit der Mikronesier : Ernste Gedanken zum Aufstand in Ponape
Die Feuerzeuge der Naturvölker
Zur Inder-Frage in Deutsch-Ostafrika
Über die Chinesen-Frage
Küstenneger von Togo beim „Fufu“-Stampfen
Die neue Marineschule in Flensburg
Fünfzig Jahre einer deutschen Siedelung in Brasilien
Die Pest in China
Der Aufstand auf Ponape ist gesühnt
Schweinefleisch
Haschischraucher in Südkamerun
Nabus, der Hottentottenjunge
Wie lernt der Kapitän über den Ozean steuern?
Die Dankbarkeit beim Neger
Südwestafrikanische Landschaftsbilder : Die Namib
Zebra, im Norden von Südwestafrika erlegt
Chinesische Hausierer in Berlin
Reitertod
Bienenzucht in Afrika
Gerüchte über einen neuen Aufstand in Südkamerun
Zur Krisis im südwestafrikanischen Farmerbund
Marokko und die Marokkaner
Der Islam in Afrika : Seine Verbreitung und politische Bedeutung
Aus dem Leben deutscher Goldsucher in Panama
Eingeborenebilder aus Ostafrika: Die Bakulia
Konkombakrieger aus Nord-Togo
Verzicht auf Diamantenfelder?
Der Ausbau der sibirischen Eisenbahn
Die Feuerwehr in China
Überallen
Die Tagung der Kolonialgesellschaft und des kolonialen Frauenbundes in Stuttgart
Das Lindenmuseum in Stuttgart
Eingeborenebilder aus Ostafrika: Die Wagogo
Die Eisenbahnen in unseren Kolonien
Ein deutsches Kriegsschiff in Marokko
Feuergefährlichkeit der Holzhäuser in den Tropen
Die Kolonialwirtschaftliche Ausstellung in Kassel
Vom Deutschtum im Ausland: Berlin und Potsdam im Kaffernland Nordkamerun: Ein Würdenträger des Sultans Sanda von Dikoa
Die Zukunft der Bagdadbahnländer
Die Südsee-Insulaner als Zeitungsliebhaber
Ein historischer Beitrag zur Frauenfrage in den Kolonien
Der gestrandete Dampfer
Mondfinsternis: Ein Erlebnis aus Zansibar
Die Auswanderung nach überseeischen Ländern
Der „König“ von Bimbila (Togo) beim Palaver mit einem deutschen Beamten
Landwirtschaft und Ackerbau in Persien
Kribi, der Hauphandelsplatz von Südkamerun
Die Rickschas
Drahtlose Telegraphie für unsre Kolonien
Das Afrikahaus in Hamburg
Neues aus dem Caprivizipfel
Vom Eisenbahnbau in Kamerun
Das Jubiläum einer deutschen Siedlung in Südbrasilien
Kasuarjagd in Deutsch-Neu-Guinea
Die deutschen Diamanten am Weltmarkt
Der Deutsche Kolonialkongress
Deutsches Frauenleben in Südwest-Afrika: Die Hauswirtschaft
Der angehende Farmer in Afrika
Koranschulen in Deutsch-Ostafrika
Eine Mahnung an deutsche Eltern und Erzieher
Die Schlafkrankheit in Deutsch-Ostafrika
Kolonialkriegerdank
Marmorvorkommen in Südwest-Afrika
Ein Wollschafzuchtunternehmen für Deutsch-Südwestafrika
Gesundheitsverhältnisse und Körperpflege in Südwest-Afrika
Afrika-Reisende
Die Wohnstätten der Eingeborenen Deutsch-Ostafrikas
Die 25jährige Jubelfeier der Südsee-Kolonien
Deutsche Kolonisation: Die innere Kolonisation in den deutschen Ostmarken
Panzerreiter aus Dikoa im Tschadseegebiet (Nordkamerun)
Die einträchtigen Hilfsvölker
Üb´ Aug´ und Hand fürs Vaterland
Vom Markte der Kolonialwerte
Die deutsche Flagge Übersee
Plantagenwirtschaft in Deutsch-Ostafrika
Aden und Port Said
Schlangenbeschwörer in Port Said
Nutzpflanzen der Eingeborenen in Ostafrika
Amerika zuerst von Chinesen entdeckt?
Schwarze Musik-Kapellen in Deutsch-Ostafrika
Kasi uleia
Wie kleiden wir uns in Südwest-Afrika?
Die Karolinen-Inseln
Deutsche Farmen in Deutsch-Südwestafrika
Über die Grenzregelung zwischen Deutsch- und Niederländisch-Neu-Guinea
Die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kolonien
Der Telegraph und die Tierwelt in Afrika
Die schwarzen, die weissen und die roten Menschen
Der Kronprinz reist nach Ostasien
Vom Charakter der Suaheli
Robert Koch und der Tropenhelm
Der Mann mit den 365 Krankheiten
Die Kolonialfrauenschule in Witzenhausen
Vom Schauplatz der Eingeborenen-Unruhen in Südkamerun
Ostpatagonien und die deutsche Schiffahrt
Landwirtschaftlicher Unterricht am Hamburgischen Kolonialinstitut
Zur Frage des Hafenbaus von Tanga
Marmorlagerstätten in Adamaua
Deutsche Kriegsschiffe vor Samoa
Die Deutsche Grenzexpedition im Kaiser-Wilhelms-Land
Geflügelzucht auf einer südwestafrikanischen Farm
Ostpatagonien und die deutsche Schiffahrt II
Der Kameruner Götterberg
Über die Tropenfähigkeit
Kohlen in Südwestafrika
Zur Ermordung des Kaufmanns Bretschneider
Die neue wissenschaftliche Expedition des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg
Gründung eines Kindergartens in Lüderitzbucht
Botanische Zentralstellen für die Kolonien
Jagd- und Wandertage am Rowuma in Afrika
Bekenntnisse eines Raubtier-Dompteurs
Über neue Diamantenfunde wird in den „Hamburger Nachrichten“ aus Windhuk gemeldet
Bernhard Dernburg als Staatssekretär des Reichskolonialamts
Verdurstet!
Bernhard Dernburgs Rücktritt
Blick in eine Hottentottenwerft
Aus der deutschen Kolonialgeschichte: Gustav Nachtigal
Festtage in Lome
Aus der Nordwestecke Deutsch-Ostafrikas
Die Bäckerei auf einer Farm in Südwest-Afrika: Brot und Semmeln
Die Fortschritte des Baumwollbaus in unsern Kolonien
Ein fideles Gefängnis
Über die drahtlose Telegraphie mit unseren Kolonien
Über die Verwertung der Farmerzeugnisse in Afrika
Fleischbeschau in Deutsch-Südwestafrika
Der Handel Südwestafrikas im dritten Vierteljahr 1909
Über die Arbeiterverhältniss beim Bahnbau in Kamerun
Ein koloniales Nationaldenkmal
Zehn Jahre Kolonialarbeit auf Samoa
Karawanenleben in Kamerun
Sammlungen kolonialer Produkte für Volksschulen
Über die Siedelungen am Meruberge
Der Abschluss der Diamantenregie ergibt einen Reingewinn
Die Diamantenförderung auf den Lüderitzbuchter Feldern
Die Kameruner Neger als Elefantenjäger
Lustiges vom Neger
Mäuse-Fleisch
Die Hautfarbe des Negers
Afrikanische Erziehungskunst
Probut, Longot, Lugut – Hinsetzen, Betelnusskauen und Rauchen
Todesfall
Die Plantagenwirtschaft auf der Insel Java
Musik, Tanz und Spiel bei den Eingeborenen Togos
Der Togo-Neger als Handwerker
Masai Krieger
Aus dem Leben der Papuas

Kolonie und Heimat

Diesen Augenblick der Spannung verwertete Bismarck, um für Deutschland überseeische Besitzungen zu gewinnen. Er erteilte den Erwerbungen von Lüderitz an der Mündung des Oranjeflusses den Schutz des Reiches und bestätigte die Schutzverträge, die Karl Peters, Jühlke und Graf Pfeil mit Hilfe Kurt Töppens in Ostafrika abschlossen; er entsandte Nachtigal, um die Rechte deutscher Kaufleute in Kamerun zu wahren. Ferner wurden Besitztitel in Togo und Neuguinea gesichert. Die Feinde von 1870, die Franzosen, machten so gutwie keine Einwendungen. War doch ihnen gegenüber Bismarck mehr als freundlich gewesen. Ja, der Kanzler hatte sie ausdrücklich auf den Weg afrikanischer Kolonisation hingewiesen, hatte Ferry des deutschen Wohlwollens für französischen Gebietszuwachs mehrfach versichert. So löste Ferry Tunis aus dem Verbände des türkischen Reiches los, griff in Tonking und Madagaskar ein und förderte den Grafen Brazza, der nördlich vom Kongo ein Kolonialreich aufbaute. Die Erschließung Afrikas war am lebhaftesten am Kongo, wo König Leopold von Belgien einen Riesenstaat errichtete und für seine Privatbörse ausbeutete. Wie gesagt, die Franzosen stemmten sich den deutschen Plänen nicht entgegen. Wohl aber die Engländer. Diese waren höchst unangenehm überrascht; sie waren wütend darüber, daß auf einmal ein frischer Mitbewerber, an den sie nie gedacht, auf dem überseeischem Felde erschien. Die Engländer suchten denn auch dem Fürsten Bismarck alle möglichen Prügel zwischen die Beine zu werfen. Da sie jedoch in der geschilderten Zwangslage waren, und zu den bisherigen Feinden unmöglich sich noch Deutschland auf den Hals laden konnten, so gaben sie mit saurer Miene nach. In einem einzigen Jahre vergrößerte so Bismarck das Deutsche Reich um reichlich das Vierfache. In der Folge wurden die einzelnen Kolonien noch weiter ausgedehnt, freilich auch einige in ihrem Besitzstand wieder verkürzt. Da man noch mitten in der Aufteilung Afrikas drin war, so bestanden uferlose Möglichkeiten. Karl Peters träumte von einem deutschen Transkontinentalreich, von einer Ländermasse, die sich von Abessinien bis zur Delagoabucht und sowohl von der Mündung des Sambesi, als auch von Sansibar und Witu aus, sich durch Afrika hindurch nach dem unteren Kunene und dem Götterberge von Kamerun, also vom indischen bis zum atlantischen Ozean, ziehen würde. Diesen hochstrebenden Wünschen war keine Erfüllung beschieden. Wir haben zwar hübsche Stücke Landes über See ergattert, allein Franzosen und Engländer und selbst die Belgier sind uns doch in dem Rennen weit vorausgekommen.

Es haben die europäischen Mächte im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte an Land erworben:

Deutschland also, der angeblich erste und mächtigste Kulturstaat, steht trotz seiner militärischen Macht in dieser Zusammenstellung an vierter und in der Kopfzahl der Kolonien sogar an letzter Stelle.

Text aus dem Buch: Männer, Völker und Zeiten, eine Weltgeschichte in einem Bande, Verfasser: Wirth, Albrecht.

Siehe auch:
Männer, Völker und Zeiten – Anfänge
Der alte Orient und Griechenland
Arier und Chinesen
Juden und Phönizier
Feudalherrschaften in China, Indien, Vorderasien und Hellas
Homer
Assyrer und Perser
Religionsstifter und Philosophen
Perserkriege
Peloponnesischer Krieg
Anfänge Roms
Politischer Niedergang Athens
Alexander der Große
China und Rom
Punische Kriege
Der Staatsbegriff im Altertum
Kelten und Romanen
Hellenismus
Wuti und Cäsar
Römischer Imperialismus
Germanen
Christentum
Die Cäsaren und die späteren Han
Römische Spätzeit – Anfänge Japans
Völkerwanderung – Weltstellung des Christentums
Die Reiche der Völkerwanderung
Der Islam
Karl der Große
Anfänge der modernen Völker
Papsttum und Kaisertum – Aufstieg des Papstes
Die Kreuzzüge
Westöstliche Kulturvermittlung
Der Kampf der Weltreligionen
Der Staatsbegriff im Mittelalter
Mongolensturm
Aufschwung der Seestädte
Die Geburt heutiger Volkstümer und Sprachen
Die Zünfte
Die Condottieri
Entdeckungen und Erfindungen : Renaissance und Reformation
Entdeckungen und Erfindungen : Europäer in Afrika, Asien und Amerika
Entdeckungen und Erfindungen : Südeuropa gegen Nordeuropa
Aufstieg der Nordvölker : Holländer und Engländer
Aufstieg der Nordvölker : Kämpfe in Ostasien
Aufstieg der Nordvölker : Abschließung Ostasiens
Aufstieg der Nordvölker : Peter der Große
Aufstieg der Nordvölker : Das Wachstum Preußens
Aufstieg der Nordvölker : England und Frankreich werden Weltmächte
Aufstieg der Nordvölker : Friedrich der Große
Aufstieg der Nordvölker : Die Vereinigten Staaten von Amerika
Zeitalter der Revolutionen : Napoleon
Zeitalter der Revolutionen : Wachstum Englands
Zeitalter der Revolutionen : Lateinisch-Amerika unabhängig
Zeitalter der Revolutionen : Heilige Allianz und Romantik
Zeitalter der Revolutionen : Die Woge des Liberalismus
Zeitalter der Revolutionen : Englands Hand über Asien und Afrika
Zeitalter der Revolutionen : 1848
Zeitalter der Revolutionen : Krimkrieg
Zeitalter der Revolutionen : Erschließung Ostasiens
Zeitalter der Revolutionen : Bürgerkrieg in Nordamerika
Zeitalter der Revolutionen : Einigung Italiens und Deutschlands
Zeitalter der Revolutionen : Der Mikado stürzt den Shogun
Zeitalter der Revolutionen : Erschließung Afrikas
Zeitalter der Revolutionen : 1870/71
Zeitalter des Nationalismus : Der Staatsbegriff in der Neuzeit
Zeitalter des Nationalismus : Disraeli
Zeitalter des Nationalismus : Russisch-türkischer Krieg
Zeitalter des Nationalismus : Der Berliner Kongreß
Zeitalter des Nationalismus : Dreibund
Zeitalter des Nationalismus : Afrikanische Wirren

Männer; Völker und Zeiten