Abbildungen Weltgeschichte

Vorderer 28-cm-Turm des Panzerschiffs „Deutschland“. Auf unseren Panzerschiffen und Kreuzern ist die Hauptartillerie in Drillingstürmen untergebracht. Leichtere Geschütze stehen einzeln oder paarweise hinter Schutzschilden.

Kreuzer „Karlsruhe“. Nur 6 Kreuzer dieses kleinen Typs (6000t, 15-cm-Geschütze) ließ uns Versailles. Nun haben wir Anrecht auf eine Kreuzertonnage von rund 120 000t, im Bau sind 3 Schwere Kreuzer von je 10 000t.

Flottenbegleiter. Ein neuer Schiffstyp ist der kleine, schnelle Flottenbegleiter. Seine Aufgabe ist die Sicherung der größeren Schiffseinheiten gegen U-Boote, Minen und Luftangriffe.

Torpedoboot „Iltis“ in voller Fahrt. Wir besitzen 12 Boote dieses Typs von je 800t. Auf Grund unseres Abkommens mit England bauen wir jetzt 16 Zerstörer von je 1625t.

Panzerschiff „Admiral Scheer“ mit Modellsegelschiff. Als Kern der deutschen Flotte waren in Versailles 6 Schiffe in Größe von je 10 000t vorgesehen. Nach dem deutsch-englischen Abkommen kann Deutschland jetzt Schiffe gleicher Stärke bauen wie jede andere Nation.

Panzerschiff „Admiral Graf Spee“ an der Boje. Das Bild zeigt ein Schwesterschiff des „Admiral Scheer“ in Größe von 10 000t. Auf Grund des deutsch-englischen Abkommens bauen wir jetzt Schlachtschiffe von 26 000t.

Siehe auch:
Die Deutsche Wehrmacht-Gedenktage der Luftwaffe
Die Deutsche Wehrmacht-Luftnachrichtentruppe
Die Deutsche Wehrmacht-Flakartillerie
Die Deutsche Wehrmacht-Luftwaffe-Seeflieger
Die Deutsche Wehrmacht-Luftwaffe-Jagdflieger
Die Deutsche Wehrmacht-Luftwaffe-Kampfflieger
Die Deutsche Wehrmacht-Luftwaffe-Aufklärungsflieger
Die Deutsche Wehrmacht-Luftwaffe-Bodentruppen
Die Deutsche Wehrmacht-Sonderausbildung
Die Deutsche Wehrmacht-Torpedo u. Torpedoboot
Die Deutsche Wehrmacht-Schiffsartillerie
Die Deutsche Wehrmacht-Seemansdienst und Leben
Die Deutsche Wehrmacht-Seemansdienst und Leben II
Die Deutsche Wehrmacht-Seemansdienst und Leben III
Die Deutsche Wehrmacht-Seemansdienst und Leben IV
Die Deutsche Wehrmacht-Kriegsschiffe
Die Deutsche Wehrmacht-Kriegsschiffe II
Die Deutsche Wehrmacht-Führung-Tradition-Parade
Die Deutsche Wehrmacht-Kasernenleben
Die Deutsche Wehrmacht-Kasernenleben II
Die Deutsche Wehrmacht-Ausbildung
Die Deutsche Wehrmacht-Ausbildung II
Die Deutsche Wehrmacht-Ausbildung III
Die Deutsche Wehrmacht-Infanterie
Die Deutsche Wehrmacht-Infanterie II
Die Deutsche Wehrmacht-Infanterie III
Die Deutsche Wehrmacht-Kavallerie
Die Deutsche Wehrmacht-Kavallerie II
Die Deutsche Wehrmacht-Artillerie
Die Deutsche Wehrmacht-Artillerie II
Die Deutsche Wehrmacht-Pionierdienst
Die Deutsche Wehrmacht-Pionierdienst II
Die Deutsche Wehrmacht-Nachrichtendienst
Die Deutsche Wehrmacht-Nachrichtendienst II
Die Deutsche Wehrmacht-Gebirgstruppen
Die Deutsche Wehrmacht-Kraftfahrtruppen-Motorisierung
Die Deutsche Wehrmacht-Kraftfahrtruppen-Motorisierung II
Die Deutsche Wehrmacht-Kraftfahrtruppen-Motorisierung III
Die Deutsche Wehrmacht-Übung und Manöver
Die Deutsche Wehrmacht-Übung und Manöver II
Die Deutsche Wehrmacht-Übung und Manöver III
Die Deutsche Wehrmacht-Übung und Manöver IV
Die Deutsche Wehrmacht-Ehrung der Fahnen der alten Armee
Die Deutsche Wehrmacht-Kesselpauker
Die Deutsche Wehrmacht-Fahnenkompanie
Die Deutsche Wehrmacht-Posten am Ehrenmal
Die Deutsche Wehrmacht-Parademarsch der Artillerie
Die Deutsche Wehrmacht-Parade der Panzertruppen
Die Deutsche Wehrmacht-Wachablösung am Brandenburger Tor
Die Deutsche Wehrmacht-Feierlicher Zapfenstreich
Die Deutsche Wehrmacht-Einzug der Rekruten
Die Deutsche Wehrmacht-Empfang von Bettwäsche und Eßgeschirr
Die Deutsche Wehrmacht-Zum ersten Essen in der Kaserne
Die Deutsche Wehrmacht-Bettenbauen
Die Deutsche Wehrmacht-Einkleidung auf Kammer
Die Deutsche Wehrmacht-Fahneneid

3. Reich Wehrmacht Die Deutsche Wehrmacht

Seitdem die türkische Regierung unter erheblichen Geldopfern die maritimen Streitkräfte des Landes zu erweitern strebt, hat eine Sorge alle Flottenfreunde in der Türkei erfaßt. Man erkennt mit Schrecken, daß für die Verproviantierung der Kriegsschiffe und die Beförderung von Truppen im Kriegsfälle keine genügende Anzahl von Transportdampfern vorhanden ist. Um dem Mangel abzuhelfen, fordern die türkischen Zeitungen die Gründung einer einheimischen Dampfschiffahrtsgesellschaft mit staatlicher Beihilfe. Schon in Friedenszeiten sollen türkische Handelsdampfer in möglichst großer Zahl in Dienst gestellt werden, um im Kriegsfall als Transportdampfer verwendet werden zu können. Man rechnet mit dem Solidaritätsgefühl der „Ottomanen“ und erwartet, daß diese den türkischen Schiffen stets den Vorzug geben werden; ein gutes Geschäft sei daher den Schiffen sicher.

Wie naiv doch diese türkischen Heißsporne kalkulieren; als ob das Solidaritätsgefühl die Ottomanen davon abhalten wird, Schiffe anderer Nationalität zu benutzen, wenn sie besser eingerichtet sind und sicherer fahren, als die türkischen Dampfer. Auch aut diesem Gebiete lassen sich die Folgen jahrzehntealter Unterlassungssünden im Umdrehen nicht beseitigen. Die Schaffung einer Handelsflotte — vielleicht schwebt der Türkei das Beispiel Japans vor, das sich innerhalb weniger Jahrzehnte eine achtunggebietende Flotte von Handelsdampfern geschaffen hat — kostet viel Geld; das aber fehlt vorläufig den Türken, und vom Auslande her werden sie sich die hierfür benötigten Geldmittel schwerlich so bald beschaffen können. Daher erscheint die Besorgnis der türkischen Marine wegen des Fehlens ausreichender Transportschiffe wohl begründet, und es bleibt ein schwacher Punkt im Marineprogramm der Türkei, daß sich die im Entstehen begriffene neue Flotte im Kriegsfall nicht auf die erforderliche Anzahl von Hilfsschiffen stützen kann.

Durch Lieferung von Kriegsschiffen und Kanonen allein gewinnen wir vielleicht zeitweilig die Sympathie der Türken, um aber wirtschaftlich in der Türkei weitere Fortschritte zu machen, dazu bedarf es noch anderer Mittel. Und die liegen vor allem auf dem Gebiete der Bildung und Erziehung. Diese Gedanken lagen dem Vorgehen Frankreichs zugrunde, das bekanntlich schon seit Jahrzehnten der Ausbildung seiner Schulen und hohem Lehranstalten im Orient seine besondere Aufmerksamkeit zuwendet. Als eine „Reminiszenz aus der Zeit, da Frankreich als einzige europäische Macht auf diesem so wichtigen Gebiete im Orient tätig war, konnten jene Auslassungen des französischen Ministers des Auswärtigen Pichon vom Mai 1909 betrachtet werden, die der französischen Nation wieder die Stelle der christlichen Vormacht im Orient zusprechen wollten. Gegen das Ansinnen, dies angebliche Recht Frankreichs auf die Vormachtstellung im Orient anzuerkennen, war der folgende Artikel gerichtet:

Frankreich — noch immer die „christliche Vormacht“ im Orient

D. 0. K. 1909. 21. Mai.

Text aus dem Buch: Bagdad und Teheran : politische Betrachtungen und Berichte, Verfasser: Wiedemann, Max.

Siehe auch:
Bagdad und Teheran : politische Betrachtungen und Berichte – Vorwort
Die Türkei, Deutschland und die Westmächte.
Deutschlands Verhältnis zur Türkei
Der Verkauf deutscher Kriegsschiffe an die Türkei

Bagdad und Teheran : politische Betrachtungen und Berichte

Am 14. August sind die an die Türkei verkauften deutschen Kriegsschiffe „Weißenburg“ und „Kurfürst Friedrich Wilhelm“ unter dem Kommando des Konteradmirals Koch nach Konstantinopel in See gegangen; 26 türkische Offiziere mit einer Anzahl Mannschaften befanden sich an Bord. Ende August werden die Schiffe in den Dardanellen erwartet, wo die Uebergabe an die türkische Regierung erfolgen soll. Der Vorgang wird wieder, gleich der ersten Nachricht vom Verkauf der deutschen Kriegsschiffe an die Türkei, in der Presse der Tripelentente zu zahlreichen Kommentaren Anlaß geben, aus denen unschwer das Mißbehagen über das perfekt gewordene Kaufgeschäft zu erkennen sein wird. Weniger, daß man der deutschen Regierung das günstige Kaufgeschäft etwa mißgönnt; vielmehr betrachtet man es als unerwünscht, daß die Türkei auf diese Weise rasch zu einer ansehnlichen Verstärkung ihrer maritimen Streitkräfte gekommen ist, denn manche „Freunde“ der Türkei sehen es auch heute noch nicht gern, wenn die Türkei ihre Machtmittel vermehrt, sei es daß sie strategisch wichtige Bahnen in Kleinasien und Mesopotamien baut, oder eine Stärkung ihrer Kriegsrüstung erfährt. Selbst in türkischen Blättern findet man nur vereinzelt besondere Aeußerungen der Freude darüber, daß durch die in den Besitz der Türkei übergangenen deutschen Kriegsschiffe die türkische Marine einen für ihre Verhältnisse doch respektablen Machtzuwachs erhalten hat. Die Erklärung hierfür liegt darin, daß die leitenden Organe der türkischen Presse unter jungtürkischer Leitung oder Aufsicht stehen; die Jungtürken sind aber nun einmal von ihrer Vorliebe für alles Englische und Französische nicht abzubringen. Wie würden die türkischen Zeitungen jubeln, wenn es sich um französische oder englische Kriegsschiffe handelte, die jetzt in den Besitz der Türkei übergingen; als Zeichen der „Sympathie“ und „Freundschaft“ würde man den Vorgang gebührend feiern. Da es sich aber um deutsche Schiffe handelt, so verhält man sich kühl und reserviert; kein Zweifel: sympathisch sind die Deutschen den Türken nicht — trotz von der Goltz und Gwinner — und daher betrachtet man auch den Erwerb der deutschen Kriegsschiffe in Konstantinopel als notwendiges Uebel und kann sich darüber so ganz von Herzen nicht recht freuen. Darüber werden auch die unvermeidlichen offiziellen Aeußerungen bei Gelegenheit der Uebergabe der Kriegsschiffe nicht hinwegtäuschen. Wir Deutschen stehen nun einmal in dem Geruch, den Jungtürken nicht recht gewogen zu sein; auch vergißt man es uns immer noch nicht, daß wir zu Zeiten Abdul Hamids manche Erfolge erzielten, um die uns andere beneideten. Leider beachtet man aber daneben viel zu wenig die bekannte Tatsache, daß Deutschland politisch an den Vorgängen in der Türkei gänzlich uninteressiert ist und nur wirtschaftliche Ziele verfolgt, deren Erreichung in erster Linie der Türkei selbst Nutzen bringen würde. Mit dieser Lehre predigt man vorläufig in der Türkei an vielen Orten noch tauben Ohren; noch ist dort „Englisch“ und „Französisch“ Trumpf, so lange, bis vielleicht doch einst sich die Erkenntnis Bahn bricht, daß das Mißtrauen gegen Deutschland völlig unberechtigt gewesen ist.

Die Tatsache, daß die Türkei zwar bemüht war, den Bestand ihrer Kriegsschiffe zu vermehren, dagegen keine Anstalten traf, sich die für den Kriegsfall erforderliche Anzahl von Transportschiffen zu beschaffen, veranlaßte mich, schon im September 1910 die folgende Notiz zu veröffentlichen, deren Ausführungen als sachlich begründet durch den im Februar d. J. erfolgten Ankauf der vom Norddeutschen Lloyd überwiesenen Dampfer bestätigt worden ist.

D. 0. K. 1910, 16. September.

Text aus dem Buch: Bagdad und Teheran : politische Betrachtungen und Berichte, Verfasser: Wiedemann, Max.

Siehe auch:
Bagdad und Teheran : politische Betrachtungen und Berichte – Vorwort
Die Türkei, Deutschland und die Westmächte.
Deutschlands Verhältnis zur Türkei
Der Verkauf deutscher Kriegsschiffe an die Türkei
Die Sorgen der türkischen Marine um ausreichende Transportschiffe
Frankreich — noch immer die „christliche Vormacht“ im Orient
Frankreich als Lehrmeister der neuen Türkei
Eine türkische Studienreise nach Frankreich
Bagdad und Teheran : politische Betrachtungen und Berichte – Überraschungen
Bagdad und Teheran : politische Betrachtungen und Berichte – Nervosität
Bagdad und Teheran : politische Betrachtungen und Berichte – Übertreibungen
Der Streit um die Bagdadbahn
Deutschland und die Bagdadbahn
Die Bahn von Bagdad nach Damaskus
Der Anteil Deutschlands am Handelsverkehr in Bassra und Bagdad
Einiges über Kapitalanlagen in türkischen Eisenbahnbauten und über die Bagdadbahn
England deckt im Streit um die Bagdadbahn seine Karten auf
Kuweit als Endpunkt der Bagdadbahn aufgegeben?
Bagdad und Teheran : politische Betrachtungen und Berichte – Eine Enttäuschung
Bagdad und Teheran : politische Betrachtungen und Berichte – Politische Phantasien
Bagdad und Teheran : politische Betrachtungen und Berichte – Persien
Die Entwicklung des deutschen Handels mit Persien
Rußlands Handel mit Persien
Vom persischen Markt
Der Anteil der einzelnen Staaten am persischen Handel.
Die Zukunft des Eisenbahnbaues in Persien.
Deutschland und Persien
Eisenbahnbauten in Persien
Bagdad und Teheran : politische Betrachtungen und Berichte – Persien II
Der Streit um Persien

Bagdad und Teheran : politische Betrachtungen und Berichte