Schlagwort: L. Sanne

Vom 17. bis 29. August 1922

Aus guten Gründen war Hamburg bis zum Kriege der grösste Handelsplatz und der führende Exporthafen des deutschen Reiches und natürlich ganz überwiegend auf „Uebersee“ eingestellt. Begünstigt von seiner natürlichen Lage, der Sitz einer weitschauenden, in der Welt geachteten und unternehmungsfreudigen Kaufmannschaft, hatte es seine Stellung zu einer Achtung gebietenden Höhe entwickelt. Man weiss, wie ungeheuer der Krieg und seine Folgen diese früheren Errungenschaften geschädigt haben.

Aber Hamburg arbeitet daran, mit allen Mitteln sich seine frühere Weltgeltung zurückzuerobern. Eine wichtige Aufgabe, Hamburgs Bedeutung wieder zu heben, soll nun durch die Ueberseewoche zum guten Teil erfüllt werden. Ihre Veranstaltung wurde aus der Erwägung heraus beschlossen, dass durch seine einzigartige Stellung als Repräsentantin der deutschen Volkswirtschaft für das Ausland und als beste Kennerin überseeischer Verhältnisse die Stadt Hamburg besonders zu einer solchen ständigen, internationalen, alljährlich wiederkehrenden Einrichtung berufen sei. Der diesjährige August soll sie zum ersten Mal in die Erscheinung treten lassen.

Diese erste Ueberseewoche will, der Eigenart Hamburgs als Mittler zwischen binnendeutschen und ausserdeutschen Beziehungen zur Uebersee entsprechend, die vom Krieg zerrissenen kulturellen und wirtschaftlichen Fäden aufs neue knüpfen und ihnen erhöhte Widerstandsfähigkeit geben. Um das zu erreichen, sollen sich in erster Linie volks- und weltwirtschaftliche Praktiker und führende Wissenschaftler des In-und Auslandes auf dieser Ueberseewoche zu einer weithin vernehmbaren, wirksamen Kundgebung vereinigen, die der Wiedereinschaltung Hamburgs und damit Deutschlands in den Kreislauf ungestörten Weltverkehrs praktisch gangbare Wege weisen.

Deutsch-Amerikaner