Abbildungen Weltgeschichte

Darstellung einer am 24. Juli 1554 zu Schloß Waldeck bei Kemnath beobachteten, als Kampfszene gedeuteten Himmelserscheinung – als Kugelblitz oder Nordlicht oder Meteor erklärbar.

Der Inhalt der vorliegenden Studie findet sich bereits in ihrem Titel allgemein umrandet, ihr Zweck und Umfang aber in dem ersten Abschnitte der Untersuchungen selbst näher beschrieben, so daß es kaum notwendig erscheint, mehr denn noch ein die äußere Seite des Unternehmens berührendes Wort vorherzuschicken.

Bei der eingehenden Würdigung, die man gerade in unseren Tagen den geschichtlichen Zeugen einer verstorbenen Denk- und Empfindungsweise zuteil werden läßt, nimmt die Befragung eines der bemerkenswertesten unter ihnen, des mittelalterlichen und neuzeitlichen Einblattdruckes, auch Einblatt oder Fliegendes Blatt genannt, einen ziemlich breiten Raum ein: und zwar insoferne mit vollem Rechte, als seine Aussage für die verschiedenartigsten Interessenten, für den Kultur- und Naturforscher ebenso wie für den Literatur-, Kunst- und Kirchenhistoriker, gleich wichtig lautet. Die Erkenntnis der bedeutsamen Rolle, welche diese „Zeitungen“ unserer Voreltern in deren Leben spielten, und das hieraus erflossene Bestreben, sich ihrer in möglichst großer Anzahl zu versichern, haben jedoch zu einem eigenartigen Ergebnisse geführt. Das deutsche Einblatt, vor nicht allzuferner Zeit noch Gegenstand eines lebhaften buchhändlerischen Vertriebes, hat sich allmählich auf geschlossene Bereiche zurückgezogen und erscheint nur ganz selten mehr auf dem Markte. Ein erster größerer Bestand von ihm ruht in unseren öffentlichen Büchereien, Museen und Archiven. Ein zweiter ist in die Hände von Sammlern und Liebhabern übergegangen und befindet sich, nicht minder wohlverwahrt, im heimatlichen Privatbesitze. Ein dritter Teil aber ist, ausländischen Bibliothekskatalogen und Literalienverzeichnissen nach zu urteilen, in die Fremde gewandert — vornehmlich nach Amerika, England und Frankreich, nach Ländern, deren frühere geschichtliche Epochen ähnliche Früchte der vervielfältigenden Künste entweder gar nicht oder in einer Anzahl und Art aufzuweisen haben, welche mit der Menge sowie mit der Mannigfaltigkeit und Reichhaltigkeit der dem deutschen Boden entsprossenen Erzeugnisse in keiner Weise in Vergleich treten können: so daß die letzteren geradezu berufen erscheinen, in ihrer neuen Heimat eine kultur- und literaturgeschichtliche Lücke auszufüllen. Diese Flüchtlinge sind natürlich — abgesehen von dem einen oder anderen, dem das Rückverkaufsangebot einer Londoner oder Pariser Buchhandlung die Möglichkeit einer Wiederkehr eröffnet — für den größeren Kreis unseres Volkes verloren. Um so dringender dürfte sich daher das Verlangen rechtfertigen, der allgemeinen Nutzung wenigstens die im Lande verbliebenen Reste jener untergegangenen Erscheinungswelt zugänglich zu machen, einer Welt, deren Äußerungen im guten wie im schlimmen jedenfalls die hervorstechende Eigenschaft besessen haben, deutsches Fühlen und deutsche Sitte im Wechsel der Zeiten getreuestens widerzuspiegeln.

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Himmels- und Naturerscheinungen