Schlagwort: Museum

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Der Gedanke der Gründung ethnographischer Museen ist im ganzen noch nicht sehr alt. Wohl gab es schon lange einige Museen, in denen die Erzeugnisse fremder „wilder“ Völkerschaften ein würdiges Heim und eine wissenschaftliche Beachtung fanden, wir gedenken besonders der Sammlungen in Jesuitenklöstern, z. B. des Museo Kirchneriano in Rom und des Museums des Hauses Godeffroy mit seinen Südseeschätzen, allein die offizielle Anerkennung ethnographischer Sammlungen als ein wichtiges Hilfsmittel zum Studium der Naturvölker, ihre Emporhebung über den Wert einer Kuriositätensammlung ist doch erst auf den Berliner Ethnographen Bastian zurückzuführen. Gewaltig wuchs das Interesse und das Verständnis für völkerkundliche Sammlungen mit dem Aufschwung unserer kolonialen Bestrebungen. Nicht überall aber hatte der Staat Mittel zur Gründung ethnographischer Museen; wo man Bastians Ruf verstanden, zu wirken und zu sammeln, solange es noch Zeit sei, da griffen hochherzig denkende Männer ein; durch ihre Initiative entstanden an verschiedenen Orten Deutschlands ethnographische Sammlungen, so das Grassi-Museum in Leipzig, das Joest-Rautenstrauch-Museum in Köln. Ihnen reiht sich nun das Linden-Museum in Stuttgart an, ebenbürtig eintretend in den Kreis seiner Schwestern.

Kolonie und Heimat