Schlagwort: Neger


Bekanntlich kommen die Negerkinder keineswegs schwarz, sondern ziemlich hellfarbig zur Welt, etwa krebsrot, und erst in mehr oder minder langer Zeit nach der Geburt bekommen sie die dunkelbraune Farbe ihrer Rasse. Denn das ist entgegen der landläufigen Annahme zu betonen, dass die Hautfarbe, welche allgemein als die kennzeichnendste der körperlichen Eigenschaften des Negers aufgefasst wird, vorwiegend ein Dunkelbraun ist, das nur bei oberflächlicher Betrachtung für Schwarz genommen werden könnte. Ganz schwarze Neger gibt es überhaupt nur selten und zwar weniger in Afrika, als vielmehr in der Südsee bei den Melanesiern. Der „Kohlpechrabenschwarze Mohr“ ist ein Kindermärchen. Im übrigen ist die dunkle Hautfarbe der Neger doch sehr verschieden und durchläuft alle Schattierungen bis zum schmutzigen Ledergelb.

Die Negerinnen sind durchweg etwas heller als die Männer,was wohl damit zusammenhängt, dass die Negerhaut in Sonne und Luft merklich dunkelt. Daher weist auch die Hautfarbe der neugeborenen Negerkinder innerhalb der verschiedenen Negervölker und selbst innerhalb desselben Stammes nennenswerte Unterschiede auf.

Bei den helleren Negervölkern haben die Neugeborenen ein hellrötliches Braun, und im zweiten Lebensjahre geht die Farbe in Schiefergrau und zuletzt in Braun über. Bei den südlicher wohnenden Völkern haben die Neugeborenen eine sehr lichte Hautfarbe. Das Pigment entwickelt sich aber im Süden viel früher als im Norden von Afrika. Ueber die Frage, was den Neger schwarz färbt, haben die amerikanischen Forscher Abel und Davis eingehende Untersuchungen angestellt. Es ist ihnen gelungen, durch ein besonderes Verfahren aus Haut und Haaren von Negern den Farbstoff zu isolieren und in jeder gewünschten Menge daraus zu gewinnen und löslich zu machen. Nach den Untersuchungen der genannten Gelehrten bestehen die Pigmentkörnchen aus einem farblosen Grundstoffe, dem eigentlichen Farbstoffe, und einer bedeutenden Menge anorganischer Substanz.

Ein Neger von gewöhnlicher Grösse führt in der Haut seines ganzen Körpers nur etwa ein Gramm des eigentlichen Farbstoffes, während die Pigmentkörner, welche den eigentlichen Farbstoff enthalten, etwa 3,3 Gramm wiegen, wobei angenommen wird, dass diese Körner beim lebenden Menschen 65 v. H. Wasser und 5 v. H. mineralische Bestandteile enthalten. Peinlich könnte unserm Selbstbewusstsein die Feststellung sein, dass der Farbstoff in der Haut und den Haaren des Negers wahrscheinlich derselbe ist, wie in den dunklen Haaren der weissen Rasse, so dass in dieser Hinsicht der Unterschied zwischen dem Neger und dem Weissen nur ein quantitativer wäre.

(Nach der „D. Rundschau f. Geogr. und Stat.“)

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Kolonie und Heimat

Ein Schwarzer kommt zum Missionar und will eine Frage stellen. „Nun, was möchtest du wissen?“ — „Warum tragen doch die Wasungu (die Weissen) so viele Kleider?“ — „Weil sie daran gewöhnt sind“, lautet die Antwort. — „Aber ist es wahr“, fragte der Schwarze weiter, „dass eure Leiber durchscheinend sind wie Wasser, und dass man, wenn ihr nicht so dick gekleidet wäret, die Speise könnte in euren Magen hineingehen sehen, wenn ihr am Essen seid?“ Ein andermal hat der Missionar seinem Hausjungen ein altes Paar Beinkleider geschenkt. Der ist darauf ganz stolz. Aber er will im Einfuhren der neuen Mode nicht allein stehen. Darum reisst er das Kleidungsstück mitten durch, trägt das eine Hosenbein selbst und gibt das andere seinem Freunde zum Tragen.

In Deutsch-Südwestafrika hatte ein Schwarzer einen Frack geschenkt bekommen. Er wusste aber damit nichts Besseres zu tun, als ihn auf den Kopf zu stellen, seine Beine in die Aermel zu zwängen und die Schosszipfel in die Höhe zu ziehen und mit einer um den Hals gelegten Schnur festzubinden.

(Missionskinderfreund)

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Kolonie und Heimat

Zur Erlegung des Elefanten bedienen sich die Wüte, ein Sudannegerstamm im mittleren Kamerun, eines scharfen, pflanzlichen Giftes. In früherer Zeit, als man noch keine Feuerwaffen im Lande hatte, wurden Speer- und Pfeilspitzen in den Saft der „Mada“ getaucht und diese Waffen mit der Hand, bezw. mit der Kraft der Bogensehne gegen die Weichteile des Elefanten geschleudert. Seitdem die ersten Feuersteingewehre ins Wuteland gelangt sind, werden diese zur Jagd genommen, jedoch bedient man sich ihrer in Verbindung mit anderen Waffen Ein Speerschaft wird soweit verkürzt, dass er, als Geschoss auf die Pulverladung in den Gewehrlauf gesetzt, gerade mit der Spitze aus der Mündung hervorragt Speerspitze und der zunächst folgende Teil des Schaftes sind dick bestrichen mit dem aus der Mada gewonnenen Saft; die Pulverladung ist so kräftig, dass die Speerspitze, falls sie sich nicht krumm biegt, die Haut durchbohrt und in das Fleisch des Elefanten dringt. Die Wirkung des Giftes ist dann eine so schnelle, dass man, wie Ngila, der Häuptling der Wüte, sich äusserte, nur Zeit hat, fünfmal einen Zweig zu zerbrechen, bis der Elefant stürzt. Die Wundstelle wird alsdann herausgeschnitten, das übrige Fleisch in gekochtem, gebratenem oder gedörrtem Zustande genossen.

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Kolonie und Heimat

Dass wirklich tiefempfundene Dankbarkeit unter den Gefühlsregungen der afrikanischen Negerseele, und zumal bei den Bantu-Völkern, vom Schöpfer keinen bevorzugten Platz eingeräumt erhalten hat, wird von allen guten Kennern des Neger-Charakters mit vollem Recht immer wieder von neuem betont und hervorgehoben. Um so bemerkenswerter ist darum ein mir passierter Fall, durch den diese Regel eine doppelt rühmliche Ausnahme erführt.

In der grossen Regenzeit des Jahres 1900 befand ich mich in Gemeinschaft mit dem Distrikt-Kommissar M. auf einer längeren Dienstreise nach dem Inneren Deutsch-Ostafrikas. Wir führten eine ziemlich grosse Regierungskarawane mit zahlreichen Dienst- und Privatlasten nach einer neuerdings der Zivilverwaltung überantworteten Regierungsstation. Es war die denkbar schlechteste Zeit für eine Ueberlandreise. In der Nähe der Rasthaus – Station Msenga, etwa vier Tagesmärsche von Daressalam, hatten die ungeheuerlichen Regengüsse der letzten Tage den sonst wenig Wasser führenden Kitomondo-Bach zu einem aus zwei getrennten Läufen bestehenden tiefen und reissenden Strome anschwellen lassen. Den ersten der parallel laufenden Wasserarme hatten wir in mühsamer, vielstündiger Arbeit durch Herstellung einer mehr als primitiven Baumbrücke passierbar gemacht; die Eingeborenen der Landschaft mit ihrem Häuptling Punduguru hatten uns hilfreich Beistand geleistet.

Kolonie und Heimat