Schlagwort: Nibelungen

Walküren und Schwanjungfrauen sind Wolkenfrauen. Aber während die Walküren als Boten des Sturm- und Kriegsgottes ausschließlich als Schlachtjungfrauen erscheinen, sind die Schwanenmädchen vor allem der Zukunft kundig. Das Walkürenideal ist in der Zeit entstanden, da die Germanen waffenklirrend in die Weltgeschichte dringen, die Gestalt der Schwanjungfrauen ist mit dem eigentümlichen poetischen Duft umwoben, der den stillen Waldsee mit seinen schattigen, grünen Ufern noch heute umgibt. Diesem lieblichen Bilde entspricht naturgemäß mehr das stille innerliche Wesen des Weibes als ihre im Drang der Zeit großgezogene Amazonennatur. Die Angabe des Tacitus, daß dem ganzen weiblichen Geschlechte nach dem Glauben der Deutschen prophetische Gabe innewohne (Germ. 8), und die ehrfurchtgebietende Gestalt der Veleda zeigen, wie sich die Vorstellung entwickeln konnte, daß den Schwanmädchen besonders der Blick in die Zukunft eigen war.

Wiederum sind die ahd. Frauennamen die wichtigste Quelle. In den Wäldern lassen sich die holden Jungfrauen nieder: Tan bürg, Waldburg; sie tragen ein Schwänhemd: Alpiz, der Schwan, ist ein Frauenname; wenn sie sich baden, legen sie ihr Gewand ab: Suanahilt, Swanburg, Swanegard ist die Schwanjungfrau; Swanaloug ist die Jungfrau, die sich wie ein Schwan badet, Triuloug ist die im Walde badende. An den sandigen Ufern der Flüsse und Bäche werden sie gefunden: Sandhilt, oder auf feuchtem Boden: Wasali ilt, auf Wiesen: Wisagund (S. 136). Daß die Walküren zugleich Schwanjungfrauen sein können, zeigen die kriegerischen Namen der badenden Frauen im N. L. Hadburc und Sigelind (s. u.).

Eins der ältesten Eddalieder, das auf niedersächsische Sage zurückgeht, erzählt:

Von Süden her flogen einmal durch den Schwarzwald drei behelmte Jungfrauen, ihr Handwerk zu üben. Ala sie müde waren, setzten sie sich zur Ruhe am Strande eines Sees nieder, weißes Linnen spannen die Weiber des Südens (d. h. sie wirkten das Schicksalsgewebe). Schwanweiß hieß die eine, Allwiß die andere, Olrun die dritte; sie stammten aus Walland (der mythische Name bedeutet „Land der Schlachtfelder“). Da überraschte sie Wieland mit seinen beiden Brüdern, sie nahmen ihnen die abgestreiften Schwanenhemden weg und führten die Jungfrauen als ihre Weiber heim. Sieben Winter saßen sie daheim bei ihren Gatten, doch im achten waren sie unruhig, im neunten konnte nichts mehr sie halten. Sie schwangen sich auf, zurück nach dem Schwarzwald, die behelmten Mädchen, um in den Dienst ihres göttlichen Gebieters zurückzukehren. Vom Weidwerk kamen die wegmüden Schützen, sie fanden die Häuser öd und verlassen, sie traten hinein und traten hinaus und suchten und spähten — fort waren die Frauen.

Die Handlung des Gedichtes spielt in Deutschland; der Schwarzwald, durch den die Schwanjungfrauen kommen, ist der saltus Hercynius, der ungeheure Urwaldsgürtel, der einst das mittlere Deutschland bis zu den Quellen der Weichsel durchzog. Darum heißen sie auch die südlichen Idisi, und Allwiß, Wielands Geliebte, ist die Tochter eines Königs, der den deutschen Namen Ludwig führt.

Auf einem verloren gegangenen deutschen Wielandsliede oder auf mündlicher Überlieferung beruht das mhd. Gedicht von „Friedrich von Schwaben“ (14. Jhd.).

Es grzählt, daß der Held unter dem Namen Wieland seine Geliebte gesucht habe. Bei einer einsamen Waldburg sieht er drei Tauben zu einer Quelle fliegen, die sich darin baden wollen. Indem sie die Erde berühren, werden sie zu Jungfrauen; eine davon ist die verschwundene Geliebte. Sie werfen ihre Gewänder ab und springen ins Wasser. Wieland, durch Hilfe einer Wurzel unsichtbar, nimmt ihnen die Kleider weg. Darüber erheben die Mädchen großes Geschrei, aber Wieland, sichtbar hervortretend, erklärt sich nur dann zur Zurückgabe der Kleider bereit, wenn eine davon ihn zum Manne nehmen wolle. Sie entschließen sich endlich, und Wieland wählt sein Weib, das mit Freuden in ihm den Friedrich von Schwaben erblickt.

Noch um das Jahr 830 ist dem Dichter des Heliand der Glaube an Walküren im Schwauengewand durchaus vertraut. Hei der Schilderung der Auferstehung Christi erscheint der Kugel im Federgewande vom Himmel fliegend (5799):

Mit Sausen kam des Allwaltenden Engel aus heiterer Höhe
Im Federkleid gefahren, daß das Feld erbebte,
Die Erde ertönte, und die tapfern Wächter
Den Mut verloren.

Es ist der rauschende Flug einer auf den Wolken fahrenden Wolkandrüt, der hier auf den Engel übertragen wird, um den Sachsen das Imposante der Engelserscheinung durch die Erinnerung an ähnliche Erscheinungen aus dem Kreise der ihnen geläufigen Vorstellung nahe zu legen.

Gudrun und Hildeburg sind von der wölfischen Gerlind an den Strand geschickt, damit durch niedrige Mägdedieuste ihr stolzer Sinn gebrochen werde, ln grauer Frühe beim rauben Märzenwinde waschen die Königstöchter in den eiskalten Wogen die Leinwand. Da sehen sie einen Schwan über die Meeresflut heranrudern. „0 weh, schöner Vogel, ruft Gudrun, du tust mich erbarmen, daß du einhevgeschwommen auf der Flut kommst.“ Aber in menschlicher Stimme gibt ihr der hehre Gottesengel Antwort und verkündet den Heimatlosen die nahe Ankunft der Freunde (1166 ff.) Aus der Schwanenjungfrau ist ein Engel geworden, der die Gestalt eines Vogels angenommen hat.

Die Nibelungen sind unangefochten bis an die Donau gekommen. Der Strom ist angeschwollen, kein Fahrmann noch Fahrzeug zu sehen. Während die Scharen sich lagern, macht sich Hagen gewappnet auf, um einen Schifferemann zu suchen. Da hört er Wasser rauschen, zu lauschen hob er an: in einem schönen Brunnen baden Meerweiber. Leise schleicht er ihnen nach; aber als sie den Helden sehen, entrinnen sie ihm schnell und schwimmen wie die Vögel schwebend auf der Flut. Aber wie Wieland hat ihnen Hagen das Gewand geraubt. Da verspricht ihm die eine der weisen Frauen, Hadburg, wenn er ihnen die Gewänder wiedergebe, ihm zu verkünden, was er auf der Reise bei den Hunnen erleben werde. Hagen kennt die geheimnisvolle Gabe der Schwanjungfrauen, und gerne glaubt er Hadburgs doppelsinnigen Worten, daß die Fahrt in Etzels Land hohe Ehren bringen werde. Darum gibt er ihnen ihre Kleider zurück. Als sie aber ihr .wunderbares“ Gewand wieder angelegt haben, sagt die andere Jungfrau, Sigelind, ihre Schwester habe aus List also geweissagt; noch sei es Zeit, wieder umzukehren, ihnen allen sei der Tod bereitet; nur der Kuplan des Königs käme wieder heim in König Günthers Land.

Sagen und Märchen bis in die neueste Zeit schildern diese anmutigen Gebilde deutschen Glaubens übereinstimmend: sterbliche Männer rauben ihnen ihr Schwanengewand, nackt in göttlicher Schönheit stehen die Frauen vor ihnen und geben sich ihnen auf einige Jahre zu eigen, bis sie wieder in ihr lichtes Wolkenreich entschweben. Oft hat sich das aus dem Marenglauben bekannte Motiv der verbotenen Frage und Nachforschung an diese Erzählungen angeschlossen.

Eine Braut geht unfern von Donsum mit ihrem Geliebten am Ufer, siebt Schwäne auf dem Wasser, erkennt in ihnen ihre Schwestern und fliegt plötzlich als Schwan mit den andern davon. Ein Knabe zu Wimpfen erblickt auf einem See drei Schwäne, fährt auf einem Brette zu ihnen hinüber, versinkt aber und findet unter dem Wasser ein Schloß mit drei schönen Jungfrauen, bei denen er solange bleibt, bis ihn die Sehnsucht nach der Oberwelt ergreift. Als sie ihm aber die Rückkehr erlauben, stirbt er, wie sie ihm angedroht haben. Die Schwanenhemden kehren im Märchen als weißseidene Hemdchen wieder, die die Stiefmutter den Kindern überwirft; kaum haben sie den Leib berührt, so verwandeln sich die Kinder in Schwäne und fliegen über den Wald hinweg. Als die Sonne untergeht, setzen sie sich auf den Boden, blasen einander an und blasen sich alle Federn ab, und ihre Schwanenhaut streift sich ab wie ein Hemd (K. H. M. Nr. 49: D. S. Nr. 292, 295, 534, 540).

Göttinnen, die nur inschriftlich bezeugt sind.

Die Votivsteine der deutschen Gardereiter teilen jedem der drei germanischen Götter eine Göttin zu, dem Mars-Tius die Victoria, dem Mercurius-Wodan die Felicitas, dem Hercules die Fortuna mit den Atributen Steuerrad und Füllhorn. Bei der Victoria kann man vielleicht an die oberdeutsche, also urprünglich suebische Berhta denken (doch vgl. S. 211), bei der Felicitas am ehesten an die mitteldeutsche Holda, hei der Fortuna an eine Volla.

Am 5. November 1812 wurde in der Nähe von Stuivczand zwischen den Dörfern Hysbergen und Groot-Zundert, in Nordbrabant, ein Altar gefunden, der jetzt im Museum von Leyden steht: Deae Sandraudigae cuUores tenipli. Etwa 30 Jahre später stieß man anderseiben Stelle auf die Überreste eines Gebäudes, auf Steine, Dachziegel, Nägel, Haken, irdenes Geschirr und Münzen von Vespasian und Antoninus. Vermutlich hatte hier ein Tempel der Sandraudiga gestanden. Vor allem förderte man eine große Menge von Zähnen und die Kinnladen von Hindern und Schafen zutage, Überreste von alten Opfern. An der Schmalseite des Altars befindet sich je ein Füllhorn wie bei den Nehalenniasteinen. Sandraudig ist vermutlich ein Beiname der Erdgöttin und bedeutet die wahrhaft und wesentlich reiche und glückliche Göttin, die den Feldern Fruchtbarkeit spendet, wie die Füllhörner zeigen, und die Herden schützt, wie vielleicht die Befunde von Opferresten bestätigen.

Drei Steine bezeugen den Kult einer Göttin Vagdaver-custis. In Geldern, dem ehemaligen Gebiete der germ. Cugemi hat ihr ein Decurio eine Inschrift geweiht. Eine sichere Deutung des Namens ist noch nicht gefunden, man weiß nicht einmal, ob Vagdaver. Custi zu lesen ist oder Vagdavercusti. Custis wird als die (Toten) Wählerin erklärt, Vagdaver als zusammengesetzt aus urgerm. *wagdö die Bewegung und *werö die Hemmerin, man sieht also eine Totengöttin in ihr. Vagdavercustis deuten andere als die Bewirkerin der lebenden Kraft, die Lebenskraft wirkende und faßt den Namen als ein Beiwort der Erdgöttin auf (Wurzel wag bewegen, Vercustis die Bewirkerin).

Auf einer Brunnenschale aus Ernstweiler bei Zweibrücken, also im alten Nemetergau, und auf einer Inschrift aus Bertrich an der Mosel kommt eine Dea Yercana vor. Vercana hängt mit Vercustis zusammen, beidemal kehrt der Stamm „werk“ wieder. Westgerm. *Yercanu entspricht genau dem Beinamen der Athene , der Beschützerin künstlicher Arbeiten. Auch der Umstand, daß sich die Inschrift am Rande einer Brunnenschale befindet, kann in Beziehung zum Geschäfte des Handwerkers stehen, der sie herstellte. Möglich ist aber auch, daß Vercana eine Brunnengöttin ist.

Im Sommer 1893 wurde zu Lanchester, einer Station an der .wichtigen Römerstraße nach Nordengland, ein Altar aus Sandstein gefunden, den ein suebisches Detachement der Göttin Garmangabis um 238—241 errichtet hat. ?Garmanagabi wird als die erwünschte, willkommene Geberin erklärt, als die bereitwillig begabende, oder als die bereit liegenden Reichtum besitzende, aus der immer bereiten Fülle des Reichtums spendende. Der Reichtum der Göttin ist der Erntesegen, das suebische Beiwort käme also der Erdgottheit zu, der ermin. Isis-Xehalennia.

Ein bei Xanten, also auf kugemischem Boden, gefundener Denkstein trägt die Inschrift: Alateiviae und nennt  Stifter einen Arzt Divo. Alateivia ist die Allleuchtende. Vielleicht stimmt Alaiteivia nicht nur dem Namen, sondern auch ihrer Wirksamkeit nach mit dieser überein und ist wie Diana eine Mondgöttin. Beziehung zur Geburtshilfe und zu Heilzauber verschiedenster Art gehört zum Wesen aller Mondgöttinnen; so erklärt sich auch, daß der Stein von einem Arzte gesetzt ist. Nur wissen wir sonst gar nichts von einer deutschen Mondgöttin; an die Luna Caesars zu denken ist nicht statthaft.

Text aus dem Buch: Deutsche mythologie in gemeinverständlicher darstellung (1906), Author: Paul Herrmann.

Siehe auch:
Deutsche Mythologie – Seelenglaube und Naturverehrung
Deutsche Mythologie – Der Seelenglaube
Deutsche Mythologie – Die Seele als Atem, Dunst, Nebel, Schatten, Feuer, Licht und Blut
Deutsche Mythologie – Die Seele in Tiergestalt
Deutsche Mythologie – Die Seele in Menschengestalt
Deutsche Mythologie – Der Aufenthaltsort der Seelen
Deutsche Mythologie – Der Seelenkultus
Deutsche Mythologie – Zauberei und Hexerei
Deutsche Mythologie – Der Maren- oder Alpglaube
Deutsche Mythologie – Schicksalsgeister
Deutsche Mythologie – Der Mütter- und Matronenkultus
Deutsche Mythologie – Naturverehrung
Deutsche Mythologie – Naturerscheinungen in Tiergestalt
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Elfen und Wichte
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Zwerge
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Hausgeister
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Wassergeister
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Waldgeister
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Feldgeister
Deutsche Mythologie – Die Riesen – Name und Art der Riesen
Deutsche Mythologie – Die Riesen – Luftriesen
Deutsche Mythologie – Die Riesen – Berg- und Waldriesen
Deutsche Mythologie – Die Riesen – Wasserriesen
Deutsche Mythologie – Der Götterglaube
Deutsche Mythologie – Name und Zahl der Götter
Deutsche Mythologie – Mythenansätze und Mythenkreise
Deutsche Mythologie – Mythenansätze und Mythenkreise – Der Feuergott
Deutsche Mythologie – Mythenkreise – Licht und Finsternis. Gestirnmythen.
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Tius
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Foseti
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Wodan
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Donar
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Balder
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Deus Requalivahanus
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen
Deutsche Mythologie – Die Mutter Erde
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Nerthus
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Nehalennia
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Tanfana
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Hludana
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Haeva
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Frija
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Ostara
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Baduhenna
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Walküren

Auch interessant:
Nordische Göttersage – Sammelkarten
Kunstwerke aus der altnordischen Mythologie
Germanische Schöpfungsgeschichte
Walhall – Germanische Götter- und Heldensagen

Deutsche Mythologie

Name und Begriff der Elbe und Wichte geht in urger-manische Zeit zurück. Ahd. mhd. alp (Plural Elbe oder Elber, vgl. Elberfeld), schwed. elf, dän. elv (ellerkonge = elverkonge Elfenkönig, irrtümlich bei Herder und Goethe Erlkönig) ist der listige, geschickte Truggeist oder der Lichtgeist (skr. rbhu, germ. albh = glänzend, strahlend). Die hochdeutsche Form Elb ist durch das englische Elf verdrängt. Albruna ist die mit der Zauberkraft der Elbe begabte (Germ. 8), Albing ist der von den Elben stammende, Alfred der ihres Rates teilhaftige, Alberich (romanisch Auberic, Auberi, Oberon) der Elfenkönig; außerdem begegnen ahd. Alptrüd, Alpagödis (Pipius Frau), langob. Albisinda, Alphari; Albwin, Alboin ist der Elfenfreund. Sinnig erläutert Gustav Freytag im Ingo den Namen Albwin: Sie sagten, daß ein Hausgeistim Balkendache seines Hofes wohne seit der Väterzeit und in der Nacht die Kinder des Geschlechtes wiege, und daß diese darum nicht zu dem Himmel wüchsen, wie die andern Menschen; denn zierlich und klein waren alle seines Blutes, doch artig von Geberden und guter Worte mächtig.

Wicht (ahd. und mhd. der und das wiht, got. und an. fern, vaihts, vaettr) gehört zu wegen, bewegen uud bedeutet „kleines Ding“, „Ding“ überhaupt: die Wichte der germ. Mythologie sind nichts wie „Dinger“, winzige Elbe.

Im Heliand sind die wihtt unholde, böse Geister. Als der Heiland in der Wüste nichts genoß, fühlten die finstern, gewaltigen Geister nicht Mut ihm zu nahen (1030, 1055). Böser Geister Tücke bat die Tochter des kananäiseben Weibes mit Krankheit geschlagen (2990). Leidige Geister verleiten den Menschen zur Begierde nach fremdem Gute (2503). Zornige, wilde, arge Geister, leidige Unholde reden nach der Anklage der Juden aus dem Erlöser (3931). In Sodomaburg haben die Menge der Feinde, der bösen Wichte, die Leute zu Wehtaten verleitet (as. Genesis 257). Wie der as. Dichter an Stelle der überlieferten Kuppelei das seinen Sachsen verständlichere Verbrechen des Mordes setzt, so stellt er als die Verführer zu diesen Freveln die elbischen Geister hin, die im Dunkel der Nacht Unheil säen und Böses stiften.

Ahd. wihtelin sind „penates“, mhd. wichtir „sirenae“, wichtelin oder elbe „lemures“ (Gespenster) oder „nächtliche Dämonen“. Die Wichtelmänner, Wichtelmännchen und Wichtelweibchen der Sagen und Märchen gleichen völlig den Zwergen, in Schwaben werden sie genauer bezeichnet als Erd wich tele, in Niederdeutsehland als Erdwichter; auch die Zwerge heißen Unterirdische, in Westfalen Trudenmännchen, ln Luft, Sonnen- und Mondenschein und im wallenden Nebel wirken und wohnen die Elbe im engem Sinne, die Lichtelfen. Besondere Arten der elfischen Geister sind die Erdelfen: die Zwerge, die Hauselfen: die Kobolde, die Wasserelfen: die Nixe, die Wald- und Flurelfen: die Holz- und Moosfräulein, die wilden Leute, die Feldgeister.

Die Elbe sind licht und schön; „glänzend wie ein Elb“ ist ein beliebtes Beiwort im Ags. Der gefangene Zwerg im Ruodlieb (Fragm. 18) will dem Helden sein Weib als Geisel geben. Er ruft sie aus der Höhle heraus, und sie erscheint sogleich: sie war klein, aber sehr schön, goldgeschmückt und reich gekleidet. Die Schönheit der Zwergkönigin Heriburg, die Ruodlieb sich gewinnen soll, wird ausdrücklich hervorgehoben. Heinrich von Morungen singt in seinem Liebeszauber (Anfang des 13. Jhds.):

Von der Elbin wird bezaubert mancher Mann,

So ist mir’s durch Liebesmacht geschehn

Von der Besten, die je einer lieb gewann.

Die Nixen sitzen gern an der Sonne und kämmen ihr langes Haar; sie sind sehr schön, haben langes, goldenes (auch grünliches) Haar und lange, grünliche Schleppkleider, deren Saum aber immer naß ist. Auf grüner Heide neben einem kühlen Brunnen und unter einer Linde, in deren Zweigen die Vögel in lautem Wettstreite singen, schläft Alberich. Er ist nicht größer als ein Kind von vier Jahren und doch schon fünfhundert Jahre alt. Er trägt an seinem Leibe ein wunderschön Gewand, das mit Gold und Edelsteinen geziert ist. Als Ortnit ihn in Kindes Weise auf-heben will, schlägt der Kleine nach ihm mit seinen Fäusten, und obwohl er die Stärke von zwölf Männern hat, bezwingt er ihn nur mit Mühe (Ortnit 90 ff.). Im Nibelungenliede (462 ff.) ist Alberich ein kühner, wilder starker Zwerg mit einem greisen Barte; seine Hand schwingt eine schwere Geißel von Gold und zersplittert Siegfrieds Schild. Prachtvoll ist die Charakteristik, die die Deutschen Sagen von Kobold Hinzelmann geben (Nr. 75). Das »stille Volk“ wohnt in Felsen, Brunnen, Quellen, Schluchten und Höhlen und hat die Stuben und Gemächer voll Gold und Edelstein. Dieses Bergvolk ist von Fleisch und Blut wie andere Menschen, zeugt Kinder und stirbt; allein es hat die Gabe, sich unsichtbar zu machen (durch die Tarnkappe; S. 99 f.) und durch Fels und Mauer eben so leicht zu gehen, wie wir durch die Luft (D. S. Nr. BO).

Wenn im Mondenscheine die Nixe am Wasser sitzt, den Nebelschleier vor dem Gesichte, dann schlieft der Zwerg aus den Felsklüften und bläst auf der Silberschwegel über Tal und Hügel sein Klagelied, das erst verstummt, wenn der Mond versinkt und die Sterne erblassen; wehmutbleich lehnt dann unten die Nixe, und von ihren schweren Tränen ist der Wasen weich. Mit einer wundervollen Musik ziehen die Zwerge um Stolberg scharenweise über die Stadt weg in der Luft. Die Nixen lieben Tanz, Gesang und Musik und singen schön, hinreißend erschallt ihr Geigenspiel. In Laurins Berg, in Frau Venus Berg rauscht fröhliche, verführerische Musik, Tänze werden darin getreten. Der unwiderstehliche Hang der Elbe zur Musik muß uralt sein; das bezeugt der Name Albleich „elbische Leich, Elbenweise4*‘ und mhd. albleich im Sinne der seelenberückenden, süßesten Melodie, die ein Geiger hervorbringen konnte. „Seiten spil und des wihtels schal“ heißt es im mhd. ganz gleichbedeutend. Oberons (Alberichs) Horn zwingt die Füße, sich wirbelnd im Tanze zu drehen. Durch den Albleich bezauberte ursprünglich der vielbesungene Frauenräuber seine Opfer, der als Ulinger, Blaubart in weitverbreiteten Balladen auftritt; in den Niederlanden heißt er Halewyn „Elfenfreund“ und in England Elfknight „Elfenritter“. Der Tanz der Berggeister auf den Matten zeigt ein gesegnetes Jahr an (D. S. Nr. 298).

Nachts im Mondenscheine sieht man die Elbe auf den Wiesen ihre Reigen führen und erkennt morgens ihre Spuren im Tau. Sie sind bald dadurch sichtbar, daß das Gras niedergedrückt ist, bald dadurch, daß es üppiger wachst. In Thüringen tritt die Elbin im Nebelkleide auf. Zur herbstlichen Zeit, wenn die Haselnüsse reif sind, tanzt um die Büsche eine Jungfer, weiß und wie ein Rauch verschwindend, wenn man sich nähert. Die Saligen Fräulein, die in Eisgrotten und Feniern wohnen, breiten weißes Linnen aus und tanzen „umschleiert mit goldenem Duft“. Aber ein Spielmann verwandelt durch den Klang seiner goldenen Zaubergeige die Tänzerinnen in Stein: Sonnenlicht und Wind lassen an Stelle des unruhigen Nebels plötzlich den leblosen Stein zum Vorscheine kommen. Ein Jüngling sieht den Tanz der Elfen im Mondschein, und seine Augen sind wie festgebannt an den verführerischen Kreis. Sie singen so schön, daß die ganze Natur lauscht, die Tiere des Waldes, die Vögel auf den Bäumen und die Fische im Wasser. Sie bieten ihm Schätze aller Art an, wenn er der Ihre werden wolle, aber er flieht, oder erhält, sich weigernd, einen Stoß aufs Herz, der ihn binnen drei Tagen in den Sarg wirft.

Die Elbe verführen und entführen Männer und Frauen und Kinder. Säugende Frauen ziehen die Zwerge in ihre Höhle, um ihre schwachen Abkömmlinge zu stärken. Hebammen werden in die Berge oder in das Wasserreich geholt, um den Elbinnen beizustehen (D. S. Nr. 65, 66, 68, 69). Sie rauben, die Säuglinge der Menschen und legen dafür einen Wechselbalg in die Wiege (S. 75).

Die Zeit, die der Mensch im Elfenreiche zubringt, erscheint ihm sehr kurz, hat aber in Wahrheit viele Jahre gedauert (D. S. Nr. 151); nach seiner Rückkehr siecht er meistens bald dahin. Frau Venus, hinter der ein deutsches Elfenweib steckt, lockt Tannhäuser in den Berg. Die Burgunderkönige in der Nibelungensage sind an die Stelle eines mythischen Nibelungengeschlechtes getreten: den Dämonen verfällt nach dem Beowulf Siegmund (gemeint ist Siegfried), und die ahd. Glossen „nebulo scrato“, „nebulonis scinlaecean“ beweisen, daß die Nibelungen mythischen Ursprungs sind, „zauberhafte Wesen, Unholde, Gespenster“. — Griemhild (die Verlarvte, die Verhüllte) und Hagen (das Gespenst) sind rein mythische, dämonische Wesen; sie gehören zur Gruppe der nordischen Huldern (der Verhüllten, Unsichtbaren), und der Vergessenheitstrank, den die dämonisch schöne Jungfrau dem Helden reicht, und durch den er Hort, Geliebte und Leben an die Nibelungen, die „Nebelkinder“ oder die „Verstorbenen“ (? vexvs) verliert, drückt sein Verfallen an die dämonischen, dunklen Todesmächte aus. Das ist mit Sicherheit neben Siegfrieds Drachen kampf altes mythisches Hauptmotiv der Nibelungensage.

Ein Zwerg erscheint Dietrich am Abend seines Lebens und führt ihn fort; niemand weiß, ob er noch lebe oder tot sei und wohin er gekommen (Anh. z. Heldb.). Nach anderer Überlieferung (Wartburgkrieg) fordert Zwergkönig Laurin den Berner auf, sich in das Reich seines Bruders Sinneis nach dem fernen Osten zu begeben, da könnte er noch tausend Jahre leben; um die Leute zu täuschen, soll Dietrich einen feuerigen Berg herrichten lassen und durch denselben eine gute Straße in Sinneis Land. So verschwindet der Held, und die Menschen glauben, er sei in einen Vulkan gefahren. Wer nicht willig den Lockungen der Elbe folgt, den trifft ihr Schlag, und der ist verloren.

Alberich bezwingt Ortnits, ein anderer Hägens und Merovechs Mutter (vgl. was D. S. Nr. 75 dem Kobold Hinzelmann erzählt wird). KUnhild, die Schwester Dietleibs von Steier, war zum Tanz unter der grünen Linde gegangen. Da kam Zwergkönig Laurin herzugeritten, aber niemand sah ihn, niemand rief ihm ein Wort zu. Laurin setzte ihr seine Tarnkappe auf, hob sie auf sein Pferd und verschwand mit ihr in einem Berge. Aber ihr Bruder und Dietrich von Bern befreiten sie. Als Künhild von Laurin Abschied nahm, begann er bitterlich zu schreien, und die Stunde seiner Geburt zu verfluchen: er hätte sich die holde Jungfrau zum Trost erwählt, nun seien die Tage seiner Freude gezählt; alle seine Schatze wollt er gern vermissen, könnte er die Maid jemals genießen! Ähnlich ist die Entführung der Liebgart durch den Zwerg Billunc und ihre Befreiung durch ihren Gatten Wolfdietrich (Wolfd. B. 795 ff.). Dietrich von Bern findet im Walde einen Berg, der von Zwergen bewohnt ist. Unter ihnen bemerkt er ein schönes junges Mädchen, das schnell von den Zwergen versteckt wird, als sie den fremden Mann gewahren. Goldemar, der König des kleinen Volkes, hat sie geraubt und will sie zum Weibe haben, doch sie weigert sich standhaft. Ihrer Mutter ist vor Gram das Herz gebrochen. Dietrich gewinnt sie nach hartem Streite dem Zwerge ab und nimmt sie selbst zur Gemahlin. — Der grimme Zwerg Juran wirbt um die Königin vom Trüben Berge (in Strickers Daniel), und die Königin Virginal hat aus diesem Grunde den Zwerg Elegant verbannt, der sich rachsüchtig zu ihren Feinden begibt.

Wie die Elbe des Rates und Beistandes der Menschen bedürfen, so erweisen sie ihnen wieder Dienste durch Schmieden, Weben und Backen.

Oft teilen sie den Menschen von ihrem neugebackenen Brote oder Kuchen mit, immer aber belohnen sie durch geschenkte Kleinode, die dem Hause und, den Nachkommen Glück bringen. Ein kleines Männlein bittet den Grafen von Hoia, ihm den Saal und die Küche für die folgende Nacht zu leihen und den Dienern zu befehlen, sich schlafen zu legen, und reicht ihm neben Danksagung ein Schwert und einen goldenen Ring: solange die Stücke wohl verwahrt würden, würde es einig und wohl in der Grafschaft stehen (D. S. Nr. 35, 70, 31). Alberich beschenkt seinen Sohn mit einer strahlenden Rüstung, begleitet ihn unsichtbar auf der Seefahrt, hilft ihm im Kampfe, bringt die Werbung Ortnits bei Liebgart an und führt sie aus der Burg. Alberich im Nibelungenliede bewacht treu das Land seines Herrn während Siegfrieds Abwesenheit und muß seine Treue fast mit dem Leben büßen. Der Zwerg Eugel führt Siegfried auf den Drachenstein, belehrt ihn über seine Abkunft, teilt ihm mit, daß Kriemhild vom Drachen gefangen gehalten werde, und schützt ihn durch seine Tarnkappe vor Kuperan.

Als Schicksalsgeister treten Elbe in englischer Dichtung auf:

Als Artus zur Welt kam, empfingen ihn Elbe. Sie sangen über ihn mit starkem Zauber. Sie gaben ihm Gewalt, der beste aller Ritter zu sein; sie gaben ihm ein Zweites: ein mächtiger König zu werden; sie gaben ihm das Dritte: ein langes Leben zu führen; sie gaben dem Königskinde gar treffliche Tugenden, so daß er freigebig war vor allen anderen lebenden Männern. Dies gaben ihm die Elbe, und so gedieh das Kind. Als später König Artus sich zum Kampfe rüstet, fertigt ihm ein elbischer Schmied mit seiner köstlichen Kunst eine Brünne an; er hieß Wygar, der kluge Werkmann (Layamons Brut).

So wird auch die Beschwörung eines Wichtleins verständlich, die im 16. Jhd. aufgezeichnet ist: „Ich bitte dich, lieber Herr Jesus Christ, daß du mir wolltest senden das allerbeste Wichtelein, das zwischen Himmel und Erde mag sein. Ich lade dich, Wichtelein, daß du zu mir kommest in dieser Stund in der Gestalt eines Menschen, eines vernünftigen und mutigen Jünglings, und tuest alles, das ich von dir begehre.

. . . Ich gebiete dir, Wichtelein, daß du wieder hinfahrest in deiner Majestät, von wo du gekommen bist, bis ich dich wieder lade, und daß du keiner Kreatur schadest, die Gott geschaffen hat. Im Namen . . .“

Dennoch wird den Elben wiederholt der Vorwurf der Untreue gemacht.

Als Laarin Dietrich und seine Gesellen auffordert, sich die Herrlichkeiten seines Reiches anzusehen, ruft Wittich aus: Ihn soll der Teufel holen, daß er uns mit Lügen betrügen will(Laurin 873)! Wenn den andern sein Rat gefiele, könnte der Kleine sie niemals hintergehen; denn er wäre voll Hinterlist, und ihm sei nimmer zu trauen (940 ff.). Ruodlieb sagt zu dem überlisteten Zwerge: „Du hast den Tod nicht zu fürchten, und ich würde dich sogleich lösen, wenn ich dir trauen könnte; wenn du mich nicht hintergehst, sollst du ohne Schaden davonkommen. Aber du wirst mir nachher nichts sagen, wenn du frei bist“. Da wies der gefangene Zwerg allen Vorwurf der Hinterlist mit folgender Rede zurück: .Fern sei, daß zwischen uns irgend Betrug herrsche; sonst würden wir Zwerge nicht so langlebig und gesund sein. Unter euch Menschen spricht niemand aus redlichem Herzen. Deshalb kommt ihr auch nicht zu hohen Jahren; die Dauer des Lebens richtet sich nach der Größe der Treue. Wir sprechen nicht anders, wie wir denken, und wir essen nicht allerlei krankheitzeugende Speisen; deshalb können wir länger in Gesundheit leben als ihr. Mißtraue mir nicht, ich werde es dahin bringen, daß du mir Vertrauen schenkest Wenn du mir nicht traust, so will ich dir mein Weib als Geisel geben.“ Vielleicht derselbe Zwerg ist es, den die niederdeutsche Überlieferung Alfrikr (Alberich) nennt (Thidreks. 98). Sein Vater hatte Ruodliebs Schwert gestohlen und im Berge verwahrt Aber der Sohn entwendet es ihm wieder und gibt es Ruodlieb. Wegen der Untreue der Menschen vielmehr müssen die Zwerge sie meiden. Im Haslitale gesellten sich die Zwerge hilfreich oder doch zuschauend den arbeitenden Menschen. Da setzten sie sich denn wohl vergnügt auf den langen, dicken Ast eines Ahorns ins schattige Laub. Boshafte Leute aber sägten bei Nacht den Ast durch, daß er bloß noch schwach am Stamme hielt, und als die arglosen Geschöpfe sich am Morgen darauf niederließen, krachte der Ast vollends entzwei, die Zwerge stürzten auf den Grund, wurden ausgelacht, erzürnten sich heftig und schrieen: 0 wie ist der Himmel so hoch und die Untreue so groß! heut hierher und nimmermehr! Sie hielten Wort und ließen sich zu Lande niemals wieder sehen (D. S. Nr. 147, 148).

Aber so sehr sich die Elbe gegen den Vorwurf der Hinterlist sträuben, etwas Wahres ist doch daran. Die Elbe sind nicht nur licht und schön, dienstfertig und treu, sondern auch häßlich, diebisch, boshaft und untreu. Ihre Lust am Spotten und Necken ist allerdings harmlos und wird von der Sage humorvoll wiedergegeben.

Bei der Brautfahrt Ortnits läßt Alberich alle Waffen der Feinde vor ihren Augen verschwinden, hebt die Götzenschreine auf, zerschmettert sie an der Mauer und wirft sie in den Graben. Hinzelmann sperrt eine Magd eine ganze Nacht in einen Keller ein, weil sie ihn vor einigen Tagen gescholten und geschmäht hatte. Überhaupt neckt er gern, bringt die Knechte in Streit, wenn sie abends beim Tranke sitzen und sieht ihnen dann mit Lust zu; bückte sich einer, so gab er ihm rückwärts eine gute Ohrfeige, seinen Nachbar aber zwickte er ins Bein. Doch wußte er es immer so einzurichten, daß niemand am Leben oder an der Gesundheit Schaden litt (D. S. Nr. 75). Die Wichtlein oder Bergmännlein schweifen in den Gruben und Schachten umher und scheinen gar gewaltig zu arbeiten, aber in Wahrheit tun sie nichts. Bald ists, als durchgrdben sie einen Gang oder eine Ader, bald, als faßten sie das Gegrabene in Eimer, als arbeiteten sie an der Rolle und wollten etwas hinaufziehen, aber sie necken nur die Bergleute damit und machen sie irre. Bisweilen rufen sie; wenn man hinkommt, ist niemand da, oder sie werfen mit kleinen Steinen (D. S. Nr. 37).

Sie stehlen nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst und begnügen sich nicht nur mit Feldfrüchten, Brot und Erbsen (D. S. Nr. 152, 153, 155; S. 99). Elbegast, „aller Diebe Meister“ holt den Kaiser Karl in Ingelheim zum nächtlichen Stehlen ab und stiebitzt die Eier aus den Nestern, ohne daß die brütenden Vögel es merken.

So berückend schön ihr Wuchs und Antlitz ist, so verderblich ist ihr Blick: von der elbe wirt entsen vil manic man, singt der Morunger (S. 109). Wie der bloße Blick der Elbe bezaubernde Kraft hat (mhd. entsehen), so bringt ihr Anhauch Tod und Krankheit, Lähmung, Beulen und Geschwüre. Blaserie ist der Name eines Hausgeistes. Wem der Elb ins Auge speit, der muß erblinden. Lh’alter Glaube war es, daß von den Elben gefährliche Pfeile aus der Luft herabgeschossen würden (ags. ylfagescot). Wie der Alp bringen auch die Elbe Fieber. „Wider Elbe“ ist ein Segen des 15. Jhd. gerichtet: der Kranke soll vollständig nackt sein; schmeckt sein Schweiß salzig, „so sint es dy elbe“, ein anderes Zeichen ist, daß ihm seine Augen zwinckern und seine Adern zittern. Also soll man beschwören: „Im Namen … beschwöre ich euch, Alp und Elbynnen, mit allen euern Nachkommen, ihr seid weiß oder rot, braun, schwarz, gelb, oder wie ihr auch seid, daß ihr alle müßt sein tot am dritten Tage, das gebietet euch Gott und der liebe Herr St. Hiob. Weiter gebiete ich euch, daß ihr sollt übergehen auf eine Weide (S. 70), die sollt ihr schütteln und reiten, solange ^wie der Mensch uach euch verlangt (d. h. immer); dann dürft ihr wiederkommen, wenn ihr das Kreuz des Herrn in euern Händen bringt (d. h. niemals, denn das können die Geister nicht) . . . Entweicht also, ihr Elbe und Elbynnen, mit allen euern Nachkommen! Amen!“ Ein ags. Beschwörungslied gegen Hexenschuß und Rheumatismus zeigt die Elbe als streithafte Walküren, die sausende, selbstgeschmiedete Speere auf die Menschen senden; mit dem Schilde schützte sich der Mann gegen ihre gellenden Gere, Zaubersalbe und Zauberspruch wird die Eisen wieder heraustreiben (s. u. Walküren). „Fliegende Elbe“ heißen Krankheiten ‚an Händen und Füßen, die hartnäckig und schwer zu heilen sind, ags. aelf- oder lystädl „Elfen-“ oder „Luftkrankheit“. Struppige, nestartige Gewächse heißen Alpruten, die daraus fallenden Tropfen ziehen dem darunter Vorübergehenden Alpdrücken oder schlimmen Kopf zu, die verwirrten Haare der Menschen und Pferde nennt man Alpzopf, Wichtelzopf, engl, elflock. Auch den Geist verwirren die Elbe. Elbeutrötsch bezeichnet einen, dem die Elbe es angetan haben, aber auch den Elb oder Kobold selbst. Wem es gelingt, der Haft der Elbe zu entkommen, stirbt bald, oder er kehrt blödsinnig und wahnsinnig, „elbisch“ zurück. Elbisches äs, elbisches getwäs (S. 59), elbisches ungehiure sind daher alte Schimpfnamen.

Text aus dem Buch: Deutsche mythologie in gemeinverständlicher darstellung (1906), Author: Paul Herrmann.

Siehe auch:
Deutsche Mythologie – Seelenglaube und Naturverehrung
Deutsche Mythologie – Der Seelenglaube
Deutsche Mythologie – Die Seele als Atem, Dunst, Nebel, Schatten, Feuer, Licht und Blut
Deutsche Mythologie – Die Seele in Tiergestalt
Deutsche Mythologie – Die Seele in Menschengestalt
Deutsche Mythologie – Der Aufenthaltsort der Seelen
Deutsche Mythologie – Der Seelenkultus
Deutsche Mythologie – Zauberei und Hexerei
Deutsche Mythologie – Der Maren- oder Alpglaube
Deutsche Mythologie – Schicksalsgeister
Deutsche Mythologie – Der Mütter- und Matronenkultus
Deutsche Mythologie – Naturverehrung
Deutsche Mythologie – Naturerscheinungen in Tiergestalt

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Deutsche Mythologie

Auf dem Untergründe des Seelenglaubens und des Zauberwesens erhebt sich die Welt der Naturgeister und der Götter, der in den großen Naturerscheinungen waltenden Mächte, und des reineren, feierlicheren Kultus. Der Versuch, sich das Unverständliche, Geheimnisvolle zu erklären, fand in den dürftigen, ärmlichen Vorstellungen des Seelenglaubens seine Schranken. Aus dem Menschen selbst, nicht aus der ihn umgebenden Natur sind die mythischen Anschauungen des Seelenglaubens hervorgegangen; die Natur kommt nur insoweit in Betracht, wie sie der Aufenthaltsort des abgeschiedenen Ahnherrn des Hauses ist. Für Nomaden, vor allem aber für Ackerbau treibende Völker, deren ganzes wirtschaftliches Leben vom Stande der himmlischen Gestirne abhängt, mußte die Verehrung der großen Naturkräfte hinzutreten. Vom einfachen Beobachten der Witterungserscheinungen verklärte sich diese Betrachtung immer mehr zu einer idealen Auffassung. Die Verehrung der himmlischen Erscheinungen und ihre dichterische Verwertung setzt eine schon fortgeschrittene Gesittung voraus. Aber auch diese Vorstellungen waren noch beschränkt, so lange das Leben eines Volkes sich mehr in einzelnen landschaftlichen Kreisen vollzog. Erst mit dem Eintreten des Volkes in die Geschichte erhält der Götterglaube seine ideale Ausprägung, entsteht eine nationale Mythologie. Darum sind die Gestalten des Seelenglaubens über die ganze Erde verbreitet, die Naturgeister zeigen die charakteristischen Züge der Rasse und des Volkes und finden ihre Erklärung in der Gegend, wo sie entstanden sind; die Götter spiegeln die Eigenart des Volkes im allgemeinen, und die Stamm- und Hauptgötter die des Stammes im besonderen wieder.

„In die Wildnis hinaus sind des Waldes Faunen verstoßen,

Aber die Andacht leiht höheres Leben dem Stein.“

Der Mensch sucht sich die Naturerscheinungen zu erklären. Wenn der Donner rollt, vernimmt er Toben und Krachen über sich in der Luft; Geschrei und Lärm kennt er selbst aus seinen eigenen Kämpfen; der Schluß liegt für ihn nahe: auch da droben wird gekämpft, der Donner ist der Lärm, den unsichtbare Gewalten machen. Er dichtet eine Schlacht, und aus dem Kreise des ihm Bekannten und von ihm Verstandenen dichtet er diesen Kampf weiter: es ist ein Streit um ein wertvolles Gerät, eine nützliche Waffe, um gestohlene Rinderherden, um geraubte Frauen. So wird das Gewitter mythisch erklärt. In dem Eindrücke, den Sonnenaufgang und Untergang auf den Menschen ausüben, den die Wiederkehr des Tages und der Nacht, der Kampf zwischen Licht und Finsternis, das ganze Sonnendrama mit allen seinen Einzelheiten hervorrufen, das jeden Tag, jeden Monat, jedes Jahr, im Himmel und auf Erden abgespielt wird, liegt der dunkle Same eines Glaubens an ein übermenschliches Wesen. Eine von Geschlecht zu Geschlecht aufsteigende und sich mehrende Naturbetrachtung entdeckt immer mehr Ordnung und Regelmäßigkeit in der Natur und wird sich bewußt, wie sehr der Mensch unter ihrem Einflüsse steht, ohne selbst auch nur im geringsten auf sie einwirken zu können. Die Naturkräfte werden personifiziert, es tritt eine Vermenschlichung der gesamten Natur durch Personifikation ein; der Mensch faßt z. B. die wandelnde Sonne als wandelndes, menschenähnliches Wesen auf. Aber dieses Wesen wandelt da oben, wo hinauf kein Mensch zu steigen vermag, es leuchtet und erwärmt, es strahlt und funkelt; eine andere Naturperson stürmt, blitzt und donnert, kurz, sie besitzt Eigenschaften, die dem Menschen versagt sind; das Firmament, an dem die Wolken dahinschweben, vom Winde getrieben, ist sinnlich wahrnehmbar, es scheint vom hohen Berge aus so nahe zu sein und ist doch unerreichbar: überkräftig, übermenschlich muß also das Wesen sein, das diese Naturbegebenheiten vollbringt. Diese gewaltigen Naturkräfte sind von unermeßlicher Macht, sie trotzen der Begierde des Menschen, sie können schaden und nützen, darum sucht man sie durch Gebet, Hymnen und Anrufungen gnädig zu stimmen. Der Mythus beschreibt, was das höhere Wesen getan hat, der Ritus soll es bewegen, die gleiche Tat für seine Verehrer zu wiederholen. Darum lobt und preist man es nicht nur, sondern.speist, tränkt und erfreut es durch Spiele. Einige Gebräuche suchen den himmlischen Vorgang nachzuahmen, umgekehrt wird der himmlische Vorgang nach irdischem Muster ausgemalt. Der Dichtkunst kommt also ein hoher Anteil an der Ausbildung des Mythus zu, und diese religiös-poetischen oder poetisch-religiösen Anschauungen von der umgebenden Natur und den in ihr wirkenden Kräften riefen die vornehmste Gattung der alten Poesie ins Leben, die hymnischen Lieder, und diese wurden bei den Indogermanen von der versammelten Menge im Chore zum feierlichen Opferreigen gesungen.

Zwischen Seelenglaube und Naturverehrung befindet sich also ein gewaltiger Abstand. Nicht mehr der Mensch ist Gott, sondern die Natur ist das Göttliche. Die Naturerscheinungen sind nicht mehr Äusserungen des Wohlwollens oder des Zornes der Abgeschiedenen, sondern alles Sein ist einer an Gesetze gebundenen Naturnotwendigkeit unterworfen. Der Naturmythus ist an ein Volk mit Ackerbau und Viehzucht geknüpft. Himmel und Erde, Tag und Nacht, Gewitter, Sturm, Wolkenzug und Nebelflor, Luft im Laub und Wind im Rohr, das Zwielicht und das Feuer, des Menschen freundlicher Hausgenosse, werden zu überirdischen Wesen. Wohnungs- und Klimawechsel, besonders der Wandel der geistigen Kultur und Lebensweise, die Entstehung eines Staates, die Bildung fester Stände, sowie die geschichtlichen Schicksale geben dem Mythus ein eigenartiges, von andern Völkern unterscheidendes Gepräge. Alle Völker der Erde haben den Seelenkultus geübt, gerade hier müssen die Überlieferungen aller Indogermanen wie aller Germanen, südlich oder nördlich der Ostsee, am genauesten übereinstimmen. Bei fast allen Völkern sind Ansätze zur Naturvergötterung vorhanden, aber nur bei den Indogermanen ist diese Naturverehrung zur vollen Blüte gekommen. Bei den Griechen und den Germanen, den Trägern des Idealismus, erlangt der Naturmythus seine höchste Weihe und durchdringt veredelnd Poesie und Kunst, häusliches und staatliches Leben.

Naturerscheinungen als leblose Gegenstände aufgefaßt.

Die den Menschen umgebende Natur rief die Vorstellung von Wesen hervor, die mächtiger waren als er selbst, aber sie schwankten noch zwischen übertierischen und übermenschlichen Wesen. Auch mit unbelebten Gegenständen konnte sie verglichen werden, wie die Sonne mit einem Rade, ihre Strahlen mit einem Schwerte, der Blitz mit einer Waffe, einer Keule oder einem Hammer, Wolkengebilde mit einem Baume, einem Berge (vgl. ags. clüd „Berg“, engl, cloud „Wolke“), mit Burgen, Türmen, Wällen und Mauern. Über ganz Deutschland verbreitet ist die Vorstellung von einer im Wasser versunkenen Stadt, Burg oder einem Kloster. Noch jetzt nennt man eiue sich auftürmende Wolkenburg einen weißen Turm oder Grummelturm.^ Wind und Sturm werden in der volkstümlichen Auffassung alter und neuerer Zeiten vielfach als Musik dargestellt.

Die Wolke wird gern als Schuh aufgefaßt, und weil das Gewölk schnell dabinjagt, sind es Zauberschuhe, Siebenmeilenstiefel. Meistens erscheinen sie mit anderen Gegenständen zusammen, sogenannten Wunschdingen. In dem Märchen „Der König vom goldenen Berg“ (K. H. M. Nr. 92) erwirbt der Held von drei Riesen einen Degen, der bei den Worten „Köpf alle runter, nur meiner nicht“ alles köpft, einen unsichtbar machenden Mantel und ein Paar Stiefel; weun man die angezogen hatte und sich wohin wüuschte, so war man im Augenblick da. In dem Märphen „Der Rabe“ (K. H. M. Nr. 93) sind die drei von Riesen gefundenen Wuuschdinge ein Stock, vor dem jede Tür aufspringt, ein unsichtbar machender Mantel und ein Roß, auf dem man überall hinreiten kann, auch auf den gläsernen Berg. Die Hexe, die den entflohenen Kindern nachsetzt, benützt, wie der Menschenfresser im Däumlingsmärchen, Meilenstiefel (K. H. M. Nr. 56). Diese Wunschdinge sind ursprünglich Wolken* und Gewittersymbole. Der Mantel bezeichnet die allverhüllende, die Schuhe die eilig dahinschwebende Wolke. Der unerschöpfliche Beutel und das Tischlein-deck-dich sind das Symbol der Segen und Reichtum spendenden Wolke (K. H. M. Nr. 36). Der Degen, der alles köpft, der Stock, vor dem jede Tür aufspringt, weisen auf den Blitz. Die Wunschdinge erscheinen fast stets zusammen, weil sie zusammen den Gewittervorgang versinnbildlichen.

An die Stelle des unsichtbar machenden Mantels tritt häufig eine Tarn- oder Nebelkappe mit derselben Eigenschaft (ahd. tarni heimlich, mittelniederl. dären sich verbergen).

Das Milrehen „Sechse kommen durch die ganze Welt“ (K. H. Nr. 71) erzählt von einem Manne, der durch Schief- und Geradesetzen seines Hutes das Wetter lenken kann, ein anderes (Nr. 54) von einem Hut, aus dem unwiderstehliches Geschütz donnert, wenn er gedreht wird. Wodan trägt den Wolkenhut tief in die Stirn gedrückt; den Muet mit dem Breithut nennt ihn der Einderspruch. Vom Kyffhäuser wie vom Pilatus sagt man: „hat er einen Hut, so wird das Wetter gut*. Es wird regnen, sagt man im Harz, denn der Brocken bat eine Nebelkappe. Wie der an Bergen und auf Fluren lagernde Nebel vor dem Winde und den Sonnenstrahlen weichen muß, so kann man den Besitzer einer Tarnkappe ergreifen, wenn man ihm seine Kopfbedeckung entreißt. Einem Bäcker fehlten immer einige seiner Brote, doch gelang es nicht, den Dieb zu entdecken. Da kam er auf den Verdacht, die Zwerge könnten an seinem Unheile schuld sein. Er schlug also mit einem Geflechte von schwanken Reisern so lange um sich her, bis er die Nebelkappen einiger Zwerge traf, die sich nun nicht länger verbergen konnten (D. S. Nr. 153). Auf dieselbe Weise werden Zwergen, die des Nachts die Feldfrüchte raubten, die unsichtbar machenden Nebelkappen abgeschlagen (D. S. Nr. 152, 153, 155). Zwergkönig Laurin zieht ein Tarnkäppiein hervor, bedeckt sich damit und verschwindet vor Dietrichs Augen; so unsichtbar geworden schlägt er dem Berner manche tiefe Wunde, daß ihm das Blut durch die Panzerringe rinnt (495 ff.). Hagen weiß, daß Siegfried an einem Berge dem Alberich die Tarnkappe abgewonnen hat und dadurch Herr des Hortes geworden ist (N. L. 98). Die Nibelungen selbst sind Nebel- und Dunkelgeister, denen die Tarnkappe von vornherein zukommt. Im Seyfriedsliede gelangt der Held durch dichte Finsternis dort-hiu, wo er nachher den Schatz der Söhne Niblings findet. Im Walberan ist Nibelung der Führer einer Schar, die, von keinem Menschen gesehen, Schiffe entführt (139 ff.). Der Nibelung Kugel reitet im Seyfriedsliede auf einem kohlschwarzen Pferde und ist mit einer Nebelkappe ausgestattet wie Alberich; er wirft sie über Siegfried und rettet ihn dadurch vor dem hinterlistigen Riesen Kuperan. Mit Hilfe des Zwergkönigs Albewin, der die Tarnkappe benützt, erschlügt der Held einer Arthusdichtung Garei das Meerwunder, das ein alles tötendes Haupt im Schilde führt (s. u. S. 104). Alberich gelobt Ortnit Treue und Dienstbarkeit, wenn er den Ring von des Helden Hand bekäme. Doch Ortnit verweigert ihn, weil er ihn von seiner Mutter hat. Da begehrt der Kleine nur, ihn näher zu besehen, und als der König ihm arglos die Hand hinreicht, verschwindet der Ring von seinem Finger und der Zwerg vor seinen Augen: denn der Ring gab ihm die Kraft, den Zwerg zu sehen (141 ff.). Auf der Stutzalp zu Graubünden spukt das Nebelmflnnlein. Wenn regenschauernde, frostig graue Wolken niederhangen, gleitet es leisen Trittes auf der Alp einher, mitten am Tage bei der Herde, im späten Abenddunkel und in schneeiger Nacht bei den Hütten, mit breitrandigem Hute, Holzschuhen und nebelweißer Jacke.

Unsichtbar, in der Tarnkappe, dem deckenden Helme, (Heliand 5454) erscheint Satan der Gattin des Pilatus und bestimmt sie durch teuflischen Spuk, sich für Christus zu verwenden. Noch bei Hans Sachs heißt es in dem Schwanke „Der Teufel läßt keinen Landsknecht mehr in die Hölle fahren:

Zuhandt der Teuffel Beltzebock zog an sein unsichtigen Rock.

Text aus dem Buch: Deutsche mythologie in gemeinverständlicher darstellung (1906), Author: Paul Herrmann.

Siehe auch:
Deutsche Mythologie – Seelenglaube und Naturverehrung
Deutsche Mythologie – Der Seelenglaube
Deutsche Mythologie – Die Seele als Atem, Dunst, Nebel, Schatten, Feuer, Licht und Blut
Deutsche Mythologie – Die Seele in Tiergestalt
Deutsche Mythologie – Die Seele in Menschengestalt
Deutsche Mythologie – Der Aufenthaltsort der Seelen
Deutsche Mythologie – Der Seelenkultus
Deutsche Mythologie – Zauberei und Hexerei
Deutsche Mythologie – Der Maren- oder Alpglaube
Deutsche Mythologie – Schicksalsgeister
Deutsche Mythologie – Der Mütter- und Matronenkultus

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