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The Illustrated Weekly
Deutsch-Amerika

Vol. VIII. No. 37   –   Samstag, 14. Oktober 1922   –   Preis 10 Cents

Schwarze schande, Weisse schmach.

So wird dereinst das Schicksal, richtend über Frankreichs Sünden, unbarmherzig und unerbittlich den Tod des Volkes dekretieren, das auf seiner Schuldliste das schlimmste, brutalste, gemeinste Verbrechen verzeichnet hat — ein Verbrechen, das in seiner Ungeheuerlichkeit unverzeihlich ist: das Verbrechen gegen die eigene Rasse . . . . die Schwarze Schande.

Der deutsche Botschafter, Dr. Wiedfeldt, wies bei seiner Rückkehr darauf, hin, dass die Schandtaten, die die farbigen Franzosen am Rhein begehen, immer noch nicht aufgehört haben. Man wird ihm, wie jedem Deutschen, der seine Stimme gegen die Schwarze Schande erhebt, den Vorwurf der Partei machen. Zugegeben, dass deutsche Herzen die ihnen angetane Schmach heftiger und tiefer empfinden, als die Angehörigen anderer Nationen, das schliesst nicht aus, dass sich unter den Bürgern jener anderen Nationen Ehrliche und Gerechte finden, die Frankreichs Verbrechen an Deutschland als das empfinden, was es unbedingt ist: eine Todsünde am heiligen Geist der weissen Rasse, ein Verbrechen gegen das Leben der weissen Rasse, ein bewusster Mord der Zivilisation und Kultur.

Der Amerikaner Hitchcock, Bundessenator von Nebraska, erklärte vor wenig Wochen im Senat:

„Berichte zurückkehrender Amerikaner und Briefe amerikanischer Touristen melden, dass Frankreich Tausende von schwarzen Truppen unter der deutschen Bevölkerung einquartiert hat und dass abstossende Verbrechen wiederum den Rassenhass entflammen. Wir mögen es ruhig mit ansehen, wie Frankreich in seinem Wahn die deutsche Republik zu verkrüppeln, wenn nicht zu vernichten fortfährt, indem es Gutmachungen verlangt, die, wie die ganze Welt weiss, Deutschland zurzeit unmöglich zahlen kann. Wir mögen es ruhig mit ansehen, wie die deutsche Republik stürzt und das deutsche Volk in seiner Verzweiflung den ränkesüchtigen Monarchisten überliefert oder dem Bolschewismus in die Arme getrieben wird. Aber wir sind als Nation dafür teilweise mitverantwortlich dafür, dass das Rheinland militärisch besetzt ist, und es ist nicht nur unser Recht, sondern auch unsere Pflicht, dagegen zu protestieren, dass halbzivilisierte schwarze Truppen unter weissen Menschen einquartiert werden, wo sie als Sieger auftreten und als Verbrecher handeln.“

Der Italiener Nitti, früherer Ministerpräsident, veröffentlicht im ,,Paese“ folgenden Appell:

„Wenn die Deutschen, um das amerikanische Volk zu erniedrigen, in die Städte der atlantischen Küste Negerregimenter aus Afrika gebracht und verlangt hätten, dass das amerikanische Volk, um die Gelüste der Neger zu befriedigen, diesen amerikanische Frauen zu liefern hätte, so würde ganz Amerika vor Entsetzen aufgeschrien haben. Der Schmerzensschrei der deutschen Frauen trifft unsere Seele. Er ist der furchtbarste Vorwurf, der christlichen Völkern gemacht wird, die angeblich mehrere Jahre für den Triumph der Zivilisation und Gerechtigkeit gekämpft haben. Amerika, das den Sieg entschieden hat, darf diesen Zuständen nicht gleichgültig gegenüberstehen. Seine gewaltige Stimme muss sich gegen die Rückkehr der Barbarei erheben. Amerika muss uns nicht nur seine ökonomische Suprematie, sondern zugleich auch seine Moral auferlegen, da diese in Europa in gegenseitigem Hass verloren gegangen ist. An den Ufern des Rheins sind viele schreckliche Dinge geschehen. Niemals haben sie aber früher die Gesichter von Negern gesehen, die aus Afrika gekommen sind, um den zivilisiertesten Männern der Welt die Rechte des Siegers und den Frauen das Recht der Gewalt aufzuerlegen, Frauen, die überall durch ihre Erziehung und ihre häuslichen Tugenden in der Welt bekannt sind.“

Die Engländerin Frances Evelyn, Countess of Warwick, hat in dem Londoner „Sunday Illustrated“ (vom 18. Juni) einen flammenden Aufruf erlassen:

2. Reich Deutsch-Amerikaner

Die Buchdruckerkunst.

Heute können wir am Rundfunk das große Geschehen der Zeit miterleben. Auch damals war es eine neue Erfindung, die es dem Volk gestattete, an dem beginnenden Geisteskampf teilzunehmen: der Buchdruck. Bis dahin gab es nur wenige, handgeschriebene Bücher, fast nur Geistliche konnten lesen und schreiben. Da kam der Mainzer Meister Johann Gutenberg auf einen 1450 klugen Gedanken. „Man müßte die Buchstaben einzeln in Holz schnitzen. Dann könnte man sie zu Wörtern, Sätzen und Seiten zusammensetzen und abdrucken.“ Gedacht, getan. Der Versuch glückte. Aber wie viele von den schmalen Holzstückchen zerbrachen dabei! Gutenberg griff zum Metall und goß die einzelnen „Lettern“. Nun hielten sie. Aber bei all den Versuchen war das Geld zu Ende gegangen. Ein reicher Mainzer Bürger, Fust, sprang ein und lieh 1600 Gulden, eine ungeheuere Summe. Nun entstand die erste Druckerei mit Presse und Druckerschwärze. Da Gutenberg semen Verpflichtungen gegen Fust nicht nachkommen konnte, trennten sich die beiden Begründer der ersten Druckerei der Welt. Fust richtete eme eigene Druckerei ein. Bald zerstreuten sich die Gesellen und gründeten auch in anderen Orten Druckereien. Die Kunst des Buchdrucks verbreitete sich rasch und half ein neues, freieres Zeitalter herbeiführen. Seitdem ist Deutschland das Land der Bücher geblieben. Noch heute werden bei uns mehr Bücher gedruckt als in der übrigen Welt.

Andere Erfindungen.

Um diese Zeit wurde auch das Schießpulver bekannt. Berthold Schwarz soll es erfunden haben. Es brachte große Veränderungen im Kriegswesen mit sich. Der Kompaß eröflhete der Schiffahrt neue Wege und ermöglichte einen regelmäßigen Schiffsverkehr über die Weltmeere. Der Nürnberger Peter Henlein erfand die Taschenuhren, die man wegen ihrer Form „Nürnberger Eier“ nannte; ein Braunschweiger schuf das Spinnrad und damit eine Arbeitserleichterung für Millionen Frauen, die bis dahin nur die Spindel besaßen.

Die Wiederentdeckung Amerikas.

Die Kunde von der kühnen Fahrt der Normannen nach Nordamerika um 1000 n. Z. war vergessen. Auch die erneute Entdeckerfahrt des Deutschen Pining nach Neufundland wirkte sich nicht aus. Einige Jahre nach Pining, 1492 1492, gelang es dem Genuesen Christoph Kolumbus, Mittelamerika zu finden. Kolumbus sagte sich: „Wenn die Erde eine Kugel ist, wie der deutsche Forscher Nikolaus Kopemikus behauptet, dann brauche ich immer nur nach Westen zu segeln, um Indien zu erreichen!“ Mit drei „Nußschalen“ stieß er von der Küste Spaniens ab. Der eben bekanntgewordene Kompaß gab ihm die Richtung. Kolumbus bekam 34 Tage lang nur noch Himmel und Wasser zu sehen. „Heute“, so schrieb Kolumbus am 9. Oktober im Schiffstagebuch, „klagten die Matrosen über die unerträgliche Dauer der Reise.“ „Da, am 11. Oktober, 2 Uhr nachts, entdeckte ein Matrose im Mondglanz den schimmernden Saum eines Gestades, und unter dem Ruf „Land! Land!“ stürzte er sich an das nächste Geschütz, um den verabredeten Schuß abzufeuern. Kolumbus sprang zuerst an das Ufer. Kupferfarbige, harmlosgutmütige Menschen schauten die Landenden in fassungslosem Staunen an. Kolumbus war der Meinung, eine Inselgruppe Indiens erreicht zu haben. „Westindien“ heißen diese Inseln an der Küste Amerikas noch heute, und „Indianer“ wurden ihre Bewohner genannt. Eine paradiesisch üppige Tropenlandschaft nahm die Entdecker auf. Als sie nach schweren Stürmen endlich wieder in Spanien landeten, wurden sie mit Kanonendonner, Glockengeläute und tausendstimmigem Jubel empfangen.

Die Wiederentdeckung Amerikas brachte eine gewaltige Veränderung des Wirtschaftslebens Europas. Die Kreuzzüge hatten das Mittelmeer zum großen Handelsweg gemacht und auch den deutschen Binnenhandel belebt.

Nun verlagerte sich der Handel auf die Seewege nach Amerika. Afrika und Indien, die alle nacheinander eröffnet wurden. Die Küstenstaaten Portugal, Spanien, Frankreich, Holland und England stiegen auf und wurden Weltreiche.

Deutschland war an alledem fast unbeteiligt. Während die Welt verteilt wurde, lag es uneinig und zersplittert am Boden. Selbst die erste deutsche Kaufmannskolonie Venezuela konnte sich nur einige Jahre halten. Über ein kraftloses Volk geht die Geschichte hinweg, nur dem Starken reicht sie die Hand.

Siehe auch:
Deutsche Geschichte-Zeittafel
Germanen kämpfen um Europa
Die Wikinger, eine neue germanische Welle.
Das Reich der Deutschen beginnt
Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben
Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten
Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland.
Deutsche Städte — deutsche Kunst.
Großtaten des deutschen Volkes-Die deutsche Hanse.
Der deutsche Bauer und sein Schicksal

Deutsche Geschichte

Alle, die Frankreichs Geistesleben sympathisch gegenüberstehen und an seine moralische Kraft glauben, werden seit Beginn des großen Krieges durch die Frage verfolgt: wie kommt es,  daß eine Nation, deren Stolz, es von jeher war, klares Denken und Erkennen mit Maß und Würde zu vereinen, seit dem Augenblick, da das Schicksal sie in einen furchtbaren Kampf warf, in ihren Äußerungen so ganz die ihr von der übrigen Welt zugeglaubte Natur verleugnet. Es ist höchst erstaunlich, daß ein intelligentes Volk, wie das französische, dessen Stärke grade psychologische Durchdringung, kühles Prüfen aller Erscheinungen ist, bei der Darstellung der Tatsachen dieses Krieges und seiner Nebenerscheinungen alles Licht – Unschuld, Friedfertigkeit, Tapferkeit, Ritterlichkeit, freie Vaterlandsliebe, Barmherzigkeit auf die eine Seite bringt, der anderen Seite nichts als heimtückischen Kriegswillen, Eroberungsgelüste, unlautere Kampfart, Spionage- und Knechtssinn, Grausamkeit, Mordlust, Raub- und Diebesbenehmen zuschreibt, ein Verfahren, das jeder historischen Erfahrung and jeder Logik widerspricht. Es ist auch nicht anzunehmen, daß ein intelligenter und kultivierter Franzose sich nicht genau bewußt ist, wie gleichmäßig in den europäischen, vom Gesichtspunkt der Zivilisation ungefähr gleichaltrigen Völkern Gutes und Böses verteilt ist, wie überall heroische Taten und Niedrigkeiten zu verzeichnen sind, überall Kriegsparteien und Friedensparteien wirken, überall Grausamkeiten und Werke aufopfernder Nächstenliebe vollbracht werden.

Noch viel erstaunlicher aber berühren den Außenstehenden die Formen, in denen sich diese Anschauungen dokumentieren, die mag es sich um Pressestimmen oder Theateraufführungen, um Broschüren oder wissenschaftliche Aufsätze anerkannter Gelehrter, um Films oder Illustrationen, Witzblätter oder Kunstblätter handeln einen Tiefstand des Kulturniveaus bewiesen, wie er sich zur Zeit in keinem anderen Lande, auch in Frankreich wohl noch nie gefunden hat, selbst in früheren, großen geistigen Krisen und seelischen Epidemien nicht, mag man auch bis zum Mittelalter hinabsteigen.

Frankreichs Kriegsvorbereitungen in Bild und Wort