Schlagwort: Robert Koch

„Ist eigentlich das Tragen des Tropenhelms für Afrika in der Tat unerlässlich?“ wurde Robert Koch bei seiner letzten Rückkehr aus Afrika gefragt.

„Unerlässlich? Das glaube ich nicht!“, antwortete der Forscher. „Es ist wohl mehr eine Art Modesache, wenn man in trägt, ln Buluwayo hat, abgesehen von einem auch sonst etwas merkwürdigen Missionar kein Mensch ihn aufgehabt und auch in Kimberley habe ich keinen gesehen. Auf den Ssesse-lnseln haben mein Assistent Prof. Kleine und ich immer nur einen gewöhnlichen Hut getragen. Im allgemeinen aber sind die Leute gerade in Ostafrika, dem englischen wie dem deutschen, rein närrisch auf den Korkhelm; sie rennen einem ja auf der Strasse nach, wenn man, sei es auch nur einen Augenblick, ohne ihn in der Sonne geht und warnen einen vor deren Gefahren. Da kapituliert man schliesslich und setzt sich das Ding auf, wenn man unter Menschen kommt, um seine Ruhe zu haben An seine Unentbehrlichkeit indessen glaube ich nicht, glaube ich insbesondere nicht seit Hannemann.“

Kolonie und Heimat

Wieder ist einer der grossen deutschen Forscher dahingegangen, die den Weltruhm der deutschen Wissenschaft begründet haben. Robert Koch, der nie ruhende Gelehrte, der rastlos und furchtlos die gefährlichsten und verderblichsten Seuchen der Erde in ihren Heimatsländern aufgesucht und durchforscht hat, ist nun zur Ruhe gegangen. Er war einer jener führenden deutschen Männer, die klar erkannten, welchen Wert die Kolonien für das Mutterland haben, deshalb setzte er die Kraft der letzten Spanne seines Lebens fast voll für unsere Schutzgebiete ein. Dazu kam, dass ihm als Arzt die gewaltige Fülle der neuen Krankheitsformen, die eigenartigen Anregungen auch für die heimische Wissenschaft, und die fruchtbringende, auf grosse, praktische Ziele gerichtete Arbeit der Tropen ans Herz wuchsen. Was R. Koch für die Tropenforschung und für die deutschen Kolonien gearbeitet hat, das lehrt eine kurze Betrachtung seiner Reisen.

Kolonie und Heimat


Man verfolgt heule in der Heimat nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung der Kolonien mit Interesse, sondern man verlangt allmählich auch mehr darüber zu wissen, auf welche Weise der Europäer sich in den Tropen gesund erhalten kann. Namentlich dadurch, dass auch immer mehr deutsche Frauen in die Kolonien kommen, ist das Interesse für Tropenhygiene wesentlich vertieft worden.

Die Dresdner Internationale Hygiene-Ausstellung hat daher auch der Tropenhygiene einen breiten Raum gegönnt. Die bewährtesten Kräfte, die auf diesem Gebieie zur Verfügung stehen, haben sich um das Zustandekommen der Ausstellung bemüht. Dir Vorsitzende der Gruppe „Tropenhygiene“ ist Medizinalrat Professor Dr. Nocht, Direktor des Instituts für Schiffs- und Tropenkrankheiten in Hamburg. Die Aufstellung der Gegenstände wurde von Professor Dr. Fülleborn, Dr. Giemsa, Dr. Mayer und Professor Mühlens und Sanitätsrat Dr. Cahnheim geleitet.

Den Löwenanteil an den Ausstellungsgegenständen hat das Institut für Schilfs- und Tropenkrankheiten zu Hamburg. Man hat sich, um die an sich schon so grosse Ausstellung nicht noch weiter auszudehnen, auf die Krankheiten beschränkt, die in den Tropen von besonderer Bedeutung sind. Von den Infektionskrankheiten sind das vor allem solche, die durch stechende Insekten übertragen werden, wie Malaria, Schlafkrankheit, Gelbfieber, Denguefieber, Zeckenlieber, Texasfieber und Küstenfieber der Rinder.

Neben den Infektionskrankheiten im engeren Sinne spielen die durch Eingeweidewürmer erzeugten Krankheiten eine sehr grosse Rolle (Ankylostomiasis, Bilharzia-Krankheit,Leberegel-Krankheit, Filarien usw.) und sind daher auch in dieser Abteilung berücksichtigt.

Kolonie und Heimat