Das eigentliche Siedlungsgebiet des armenischen Volkes, das ein Volk von alter Kultur mit starken Bindungen an Sitte und Kirche ist, bildet in der UdSSR, das Südkaukasische Hochland mit Eriwangebiet und einigen Nachbarbezirken. Ein großer Teil der Armenier, die auf dem Sowjetboden 2 150 000 (1939) zählten, lebt außerdem über ganz Kaukasien verstreut und vor allem in seinen Großstädten (Tiflis, Baku u. a.).

Unter westeuropäischem Einfluß vermochte der armenische Volksgedanke im Laufe der Zeit sich zum neuzeitlichen Nationalismus der stark gegen das Türkentum gerichteten Kampforganisalionen der Armenier zu entwickeln. Das russische Armenien, das von der Zarenregierung aus begreiflichen Gründen gefördert wurde, war Ausgangspunkt und Rückzugsfeld der armenischen Bewegung in der Türkei.

Trotz ihrer loyalen Haltung konnten auch, die Armenier der Russifizierung nicht entgehen. Armenische Schulen wurden in russische umgewandelt, und auf Grund eines Regierungsbeschlusses gingen auch armenische Kirchengüter in russische Verwaltung über. Gleichzeitig setzte eine strenge Zensur gegen das armenische Schrifttum ein. All das zwang nationalbewußte Armenier, Anschluß an russische revolutionäre Kreise zu suchen. Bereits im Jahre 1907 wurde denn auch von armenischer Seite die Umgestaltung Rußlands in eine sozialistische Bundesrepublik gefordert.

Die Lage änderte sich jedoch von neuem, als die großarmenische Frage kurz vor dem Weltkrieg von Petersburg wieder aufgeworfen wurde. Deshalb zögerten die Armenier 1917 eine Zeitlang mit ihrem Abfall von Rußland, sie schlossen sich allerdings dem Staatenbund von Transkaukasien an und erklärten ihrerseits Ende Mai 1918 die Unabhängigkeit, der Moskau im Dezember 1920 ein blutiges Ende bereitete.

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Sowjetunion-Schlußwort
Die Ukraine als Arbeitsfeld für Deutsche und Deutsches Kapital

Die Sowjet-Union

Die Aserbeidschaner— 2 270 000 an der Zahl (1939) — gehen teilweise auf die allen Albaner zurück, die zur Römerzeit vom 3. bis 7. Jahrhundert im Südosten von Kaukasien einen einflußreichen Staat hatten. Seit dem Einbruch der Araber, die dem Lande seinen Namen (,,Das Land der Feuer“) gaben, wurden die Albaner im 8. Jahrhundert durch Turkstämme verdrängt oder überschichtet. Dieser Vorgang war etwa zur Seldschukenzeit abgeschlossen. Durch den Islam wurden die Aserbeidschaner dem mohammedanischen Kulturkreis, und zwar seinem iranisch bestimmten Teil, zugeführt. Sie sind auch heute noch größtenteils schiitische, Mohammedaner,

Das in eine Reihe meist von Persien abhängiger Chanate zerfallene Aserbaidschan kam erst zu Beginn des vorigen Jahrhunderts unter die Zarenherrschaft, aus der es sich mit der Ausrufung eines transkaukasischen Staalenbundes mit Georgien und Armenien am 9. April 1918 nur vorübergehend zu befreien vermochte. Die Gegensätze zu Georgien und Armenien, die durch imperialistische Zweckpolilik der Petersburger Regierung absichtlich gesteigert wurden, führten zwar Ende Mai desselben Jahres zur Unabhängigkeit von Aserbaidschan, doch währte diese Zeit nur kurz, und das kleine aserbaidschanische Volk mußte sich in das rote Joch begeben.

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Das georgische Volk, das den Südwesten von Kaukasien bewohnt und 2 250 000 Menschen zählt (1939), ist ein Volk alter christlicher Kultur, dessen Machtentfaltung nicht unwesentlich von Byzanz her bestimmt und von den Mohammedanern auf seinen heutigen völkischen Kern zurückgeworfen wurde.

Um die Wende des 12. Jahrhunderts stand Georgien auf der Höhe seiner politischen Geschichte und seiner kulturellen Leistung. Dieses Zeitalter ist an den Namen der großen Königin Thamar (1184—1212) und des Nationaldichters Schota Rustawelli geknüpft, der das Epos „Der Mann im Pantherfell“ schuf.

Den Auftakt zur völligen Einverleibung des georgischen Königreichs in den russischen Zarenstaat (1801) bildete der zwischen Georgien und Rußland im Jahre 1783 geschlossene Beistandspakt.

Das georgische Volk hat sich in wesentlichen Teilen mit seinem Los nie ganz abgefunden, aber seine Kräfte haben zu einer Erringung der Selbständigkeit doch nicht ausgereicht. Auch der Traum staatlichen Eigenlebens, der mit der Unabhängigkeitserklärung des Jahres 1918 begann, mußte nach kurzer, heftiger, aber erfolgloser Gegenwehr gegen die jüdisch-moskowitische Fremdherrschaft 1921 wieder aufgegeben werden.

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Im Kaukasusgebirge selbst und nördlich davon lebt eine Reihe kleiner bodenständiger Bergvölker, die zum Teil Reste ehemaliger größerer Steppenvölker sind. Zusammen mit noch unbedeutenderen Turkstämmen bilden sie die nordkaukasische Völkerfamilie.

Die wichtigsten Völker in Nordkaukasien sind: Tschetschenen (407 600), Osseten (354 500), Tscherkessen (252 000), Awaren (158 800), Lesgier (134 500) und Darginen (108 9001)

Wenn diese und zahlreiche kleinere Volksgruppen auch keine nationalpolilische Einheit darbieten, so besitzen sie doch viele gemeinsame Merkmale, die sie als Ganzes gegen das Moskowitertum abheben. Ihre Zusammengehörigkeit wird unterstrichen durch ihre jahrzehntelangen Kämpfe gegen den zaristischen Imperialismus und durch den Islam, dem sie zum großen Teil angehören, und in dessen Zeichen der heldenhafte Widerstand im 19. Jahrhundert geleistet wurde.

Aus dieser gegen den Zarenstaat gerichteten Schicksalsgemeinschaft erwuchs schließlich im Jahre 1918 für eine kurze Zeit das unabhängige Nordkaukasien, dem aber die Weiße Armee unter General Denikin bald ein Ende bereitete.

Da der nordkaukasische Zusammenhang nur zu einem Kampf gegen das Zarentum gelangt hatte, aber nicht genug Kräfte für ein kulturelles oder gar politisches Eigenleben vorhanden waren, war es den Sowjets leicht möglich, sie in eine Anzahl Bestandteile der RSFSR. zu verwandeln.

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