Schlagwort: Schiffsunglück

Der dem Brasilianischen Lloyd gehörige Doppelschrauben-Passagier- und Frachtdampfer „Avare“, der etwa acht Tage im Dock 3 der Vulkanwerft in Hamburg lag, sollte im Tau von vier Schleppdampfern aus dem Dock auf den Strom gelegt werden. Als die Schlepper den etwas nach Backbord überliegenden Dampfer anfassten und das Dock bereits so weit gesunken war, dass der Dampfer ins Schwimmen geriet, legte sich das Schiff plötzlich nach Backbord über, bekam dann Neigung nach der entgegengesetzten Seite und schlug nach Steuerbord um. Durch die behördlichen Nachforschungen wurde festgestellt, dass das Kentern des Dampfers 37 Menschenleben forderte. Nach der Bergung von zwölf Toten fehlen somit noch 25 Personen, die grösstenteils der brasilianischen Mannschaft angehören.

Der amtliche Bericht, lautet:

„Freitag morgen (16. Juni) gegen 11 ½ Uhr kenterte der Dampfer „Avare“ vor der Vulkanwerft. Das gekenterte Schiff ist der ehemalige Norddeutsche-Lloyd-Dampfer „Sierra Nevada“ und gehört jetzt dem Lloyd Brazeleiro. Das Schiff hat eine Grösse von 8227 Brutto-Register-Tonnen. Es kam am 7. Juni auf die Vulkanwerft in das Dock 3, um einen neuen Bodenanstrich zu erhalten. Ferner sollten einige kleinere Reparaturen vorgenommen werden. Am 16. Juni wurde das Schiff wieder ausgedockt. Das Schiff verholte mit Hilfe von vier Schleppern nach rückwärts aus dem Dock und zeigte dabei eine Schlagseite nach Backbord. Als beim Verholen des Schiffes in das Fahrwasser die Schlepper nach Steuerbordseite hinüberzogen, legte sich das Schiff nach der anderen Seite hinüber, wobei schon die offenstehenden Bullaugen Wasser übernahmen. Nach kürzerem Wiederaufrichten erfolgte eine neue Krängung (Hinüberlegen eines Schiffes nach einer Seite. Schriftltg.) nach Steuerbord, und nunmehr kam das Schiff zum Kentern.

Deutsch-Amerikaner