Bildverzeichnis unten.






















































































Bildverzeichnis:

Amsel
Augenstreif Goldhähnchen
Baumpieper
Bergfink
Blaukehlchen
Blaumeise
Bluthänfling
Brachpieper
Braunkehliger Wiesenschmätzer
Dorn-Grasmücke
Drossel-Rohrsänger
Edelfink
Erlenzeisig
Feldlerche
Feldsperling
Fitis-Laubvogel
Gartengrasmücke
Garten-Laubvogel
Gartenrotschwanz
Gebirgsbachstelze
Gemeines Goldhähnchen
Getreide Rohrsänger
Gimpel
Girlitz
Goldammer
Grauammer
Grauer Fliegenschnäpper
Grünling
Haubenlerche
Haubenmeise
Hausbaumläufer
Hausrotschwanz
Haussperling
Heckenbraunelle
Heidelerche
Heuschrecken-Rohrsänger
Kernbeißer
Kohlmeise
Kreuzschnabel
Mauer- oder Turmsegler
Mehlschwalbe
Misteldrossel
Mönch-Grasmücke
Nachtigall
Nonnenmeise
Pirol
Raubwürger
Rauchschwalbe
Rohrammer
Rotdrossel
Rotkehlchen
Rotköpfiger Würger
Rotrückiger Würger
Schafstelze
Schwanzmeise
Schwarzkehliger Wiesenschmätzer
Schwarzstirn-Würger
Seggen-Rohrsänger
Seidenschwanz
Seltene Vogelarten
Singdrossel
Spechtmeise
Sperber-Grasmücke
Star
Steinschmätzer
Steinsperling
Stieglitz
Tannenmeise
Teichrohrsänger
Trauerfliegenschnäpper
Ufer Rohrsänger
Uferschwalbe
Vogeleier Abbildungen
Vogeleier
Vogelköpfe
Vogelnestbauten
Wacholderdrossel
Wald Laubvogel
Waldbaumläufer
Wasserschwätzer
Weiden-Laubvogel
Weidenmeise
Weiße Bachstelze
Wiesenpieper
Zaun-Grasmücke
Zaunkönig
Zwerg-Fliegenschnäpper

Einzelne Vogelbeschreibungen:
Die Singvögel der Heimat – Einleitung
Haussperling
Feldsperling
Steinsperling
Heckenbraunelle
Edelfink
Bergfink
Kernbeißer
Grünling
Stieglitz
Erlenzeisig
Bluthänfling
Girlitz
Gimpel
Kreuzschnabel
Goldammer
Grauammer
Rohrammer
Feldlerche
Haubenlerche
Heidelerche
Baumpieper
Wiesenpieper
Brachpieper
Weiße Bachstelze
Gebirgsbachstelze
Schafstelze
Rauchschwalbe
Mehlschwalbe
Uferschwalbe
Mauer- oder Turmsegler
Seidenschwanz
Grauer Fliegenschnäpper
Trauerfliegenschnäpper
Zwerg-Fliegenschnäpper
Raubwürger
Schwarzstirn-Würger
Rotköpfiger Würger
Rotrückiger Würger
Steinschmätzer
Schwarzkehliger Wiesenschmätzer
Braunkehliger Wiesenschmätzer
Hausrotschwanz
Gartenrotschwanz
Blaukehlchen
Rotkehlchen
Nachtigall
Amsel
Wacholderdrossel
Misteldrossel
Rotdrossel
Singdrossel
Pirol
Star
Wasserschwätzer
Zaunkönig
Mönch-Grasmücke
Gartengrasmücke
Dorn-Grasmücke
Zaun-Grasmücke
Sperber-Grasmücke
Drossel-Rohrsänger
Teichrohrsänger
Getreide-Rohrsänger
Ufer-Rohrsänger
Seggen-Rohrsänger
Garten-Laubvogel
Heuschrecken-Rohrsänger
Weiden-Laubvogel
Fitis-Laubvogel
Wald-Laubvogel
Gemeines Goldhähnchen
Augenstreif Goldhähnchen
Kohlmeise
Blaumeise
Nonnenmeise
Weidenmeise
Tannenmeise
Haubenmeise
Schwanzmeise
Spechtmeise
Waldbaumläufer
Hausbaumläufer
Seltenere Arten und Ausnahme-Erscheinungen der deutschen Singvogelwelt.
Vogeleier Abbildungen
Schwebende Nestbauten
Rückblick auf das Singvogelleben in der Gesamtheit

Ein Ausspruch Kants über den ästhetischen Wert der Singvögel.

Die „Natur, die keinem Zwange künstlicher Regeln unterworfen ist,“ kann dem „Geschmacke für beständig Nahrung geben“. — „Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des letztem, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird. Allein hier vertauschen wir vermutlich unsere Teilnehmung an der Lustigkeit eines kleinen beliebten Tierchens mit der Schönheit seines Gesanges, der, wenn er vom Menschen (wie es mit dem Schlagen der Nachtigall bisweilen geschieht) ganz genau nachgeahmt wird, unserem Ohre ganz geschmacklos zu sein dünkt“

Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.

Abbildungen Die Singvögel der Heimat


Von den Nestbauten der Singvögel sind einige besonders kunstvolle hier abgebildet. An wenigen senkrechten Schilfhalmen schwebt die Wiege der jungen Rohrsänger. Sie schaukelt hin und her, wenn in heftigem Wind die Halme schwanken. Aber der Napf, der die Brut birgt, ist tief, und er kippt nicht um, denn der Nestrand wird an der Seite der Neigung gehoben. Das Wasser unterm Neste ist der beste Schutz vor vierfüßigem Raubzeug. Das Herabrutschen des Nestes wird schon dadurch gehindert, daß es an einem Halme stärker befestigt ist und sich so festklemmt.

Das Nest des Goldhähnchens ist ein ähnlicher Wiegenbau, nur daß hier statt der von unten nach oben die Nestwand durchbohrenden Halme die hängenden Fichtenzweige von oben nach unten durch die Nestwand ragen und in diese eingeflochten bzw. eingewebt sind. Der kleine Vogel muß sein Kunstwerk in der Luft flatternd beginnen.

Das abgebildete Nest, der gewöhnlichen Art angehörend, besichtigte ich kürzlich in Ingelheim. Es war ausnahmsweise niedrig angelegt Ich ließ es mir — die Jungen waren schon ausgeflogen — senden und bildete es erst ab, als die meisten Nadeln abgefallen waren. Im frischen Zustande war es so in den grünen Zweigen versteckt, daß ich daran vorbei gegangen wäre, hätte mein freundlicher Führer (Herr Hilgert) es mir nicht gezeigt. Auf einer Naturaufnahme würde der Beschauer ein Goldhähnchennest kaum entdecken, so versteckt ist es angelegt.

Man beachte die relativ bedeutende Größe des Goldhähnchennestes. Der dichte, mit Federn reichlich ausgefütterte Bau hilft dem Vögelchen, sein bißchen Brutwärme zusammenzuhalten.

Die verschiedene äußere Größe der Rohrsängernester — beide gehören derselben Art an — entsteht dadurch, daß weniger geeignetes Material (Moos) mehr nach unten rutscht, ehe der Vogel festen Halt für die Grundlage des Nestes gewinnt.

Siehe auch:
Die Singvögel der Heimat – Einleitung
Haussperling
Feldsperling
Steinsperling
Heckenbraunelle
Edelfink
Bergfink
Kernbeißer
Grünling
Stieglitz
Erlenzeisig
Bluthänfling
Girlitz
Gimpel
Kreuzschnabel
Goldammer
Grauammer
Rohrammer
Feldlerche
Haubenlerche
Heidelerche
Baumpieper
Wiesenpieper
Brachpieper
Weiße Bachstelze
Gebirgsbachstelze
Schafstelze
Rauchschwalbe
Mehlschwalbe
Uferschwalbe
Mauer- oder Turmsegler
Seidenschwanz
Grauer Fliegenschnäpper
Trauerfliegenschnäpper
Zwerg-Fliegenschnäpper
Raubwürger
Schwarzstirn-Würger
Rotköpfiger Würger
Rotrückiger Würger
Steinschmätzer
Schwarzkehliger Wiesenschmätzer
Braunkehliger Wiesenschmätzer
Hausrotschwanz
Gartenrotschwanz
Blaukehlchen
Rotkehlchen
Nachtigall
Amsel
Wacholderdrossel
Misteldrossel
Rotdrossel
Singdrossel
Pirol
Star
Wasserschwätzer
Zaunkönig
Mönch-Grasmücke
Gartengrasmücke
Dorn-Grasmücke
Zaun-Grasmücke
Sperber-Grasmücke
Drossel-Rohrsänger
Teichrohrsänger
Getreide-Rohrsänger
Ufer-Rohrsänger
Seggen-Rohrsänger
Garten-Laubvogel
Heuschrecken-Rohrsänger
Weiden-Laubvogel
Fitis-Laubvogel
Wald-Laubvogel
Gemeines Goldhähnchen
Augenstreif Goldhähnchen
Kohlmeise
Blaumeise
Nonnenmeise
Weidenmeise
Tannenmeise
Haubenmeise
Schwanzmeise
Spechtmeise
Waldbaumläufer
Hausbaumläufer
Seltenere Arten und Ausnahme-Erscheinungen der deutschen Singvogelwelt.
Vogeleier Abbildungen

Ein Ausspruch Kants über den ästhetischen Wert der Singvögel.

Die „Natur, die keinem Zwange künstlicher Regeln unterworfen ist,“ kann dem „Geschmacke für beständig Nahrung geben“. — „Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des letztem, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird. Allein hier vertauschen wir vermutlich unsere Teilnehmung an der Lustigkeit eines kleinen beliebten Tierchens mit der Schönheit seines Gesanges, der, wenn er vom Menschen (wie es mit dem Schlagen der Nachtigall bisweilen geschieht) ganz genau nachgeahmt wird, unserem Ohre ganz geschmacklos zu sein dünkt“

Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.

Die Singvögel der Heimat


Die hier auf zwei Tafeln abgebildeten Eier sollen einen Überblick geben. Wollte man alle Verschiedenheiten der Färbung abbilden, so würde für manche Art allein, z. B. für den Baumpieper eine Tafel kaum ausreichen. Aber wie die Färbung auch schwankt, das Ei behält in den meisten Fällen seinen Charakter, an dem man die Art erkennt, etwa wie das Gesicht eines bekannten Menschen, mag es sich unter dem Einfluß von Mode, Alter, Krankheit u. dgl. noch so sehr verändern.

Zum Charakter der Sperlinge gehört es, daß im selben Gelege die Eier verschieden sind. So folgte das abgebildete helle Ei*) des Feldsperlings auf drei dunkle. Auch das zuerst gelegte Ei ist zuweilen blasser.

Im Gegensatz zu dieser Verschiedenheit im selben Nest sind öfters Eier verschiedener Arten so ähnlich, daß man ohne sehr genaue Besichtigung des brütenden oder vom Nest abfliegenden Weibchens sich in der Art irren kann. So ist z. B. der Hänflingstypus vielen Körnerfressern eigen.

Sehr charakteristisch sind dieSchnörkel und Haarlinien der Ammerei er. Das Ei der Grauammer ist größer, das der Rohrammer kleiner als das der Goldammer, und beide sind brauner.

Beim rotrückigen Würger sind die Extreme der grünlichen und rötlichen Varietät abgebildet, zwischen denen es eine Stufenreihe von weißlichen und gelblichen Färbungen gibt. Man findet die Eier in demselben Nest und bei verschiedenen Bruten desselben Weibchens übereinstimmend.

Die Eier des Hausrotschwanzes sind, von seltenen Ausnahmen abgesehen, rein weiß. Da sie eine sehr zarte Schale haben, schimmert der Dotter durch, so daß das frische Ei eine angenehm gelbrötliche Färbung aufweist. Dabei können wir deutlich erkennen, wie die Luftblase am stumpfen Ende sich von dem Inhalt des zerbrechlichen Gefäßes abgrenzt.

*) Es ist in der Abbildung etwas zu grell gestreift ausgefallen infolge nachträglicher Auflichtung des Klischees. Diese hellen Sperlingseier zeigen aber eine Variation von außerordentlich weitem Spielraum.

Vorweg ist hier ein Kuckucksei mit abgebildet. Man findet es in den Nestern der Rotkehlchen, Zaunkönige, Bachstelzen, rotrücki-gen Würger, Rohrsänger und andrer Arten, vor allem aber oft in den Nestern der Grasmücken. Obschon es einem Singvogelei ähnelt und zuweilen den Eiern dieser oder jener Art überaus ähnlich sieht, ist es doch als eine zufällige Ausnahme anzusehen, wenn es mit den Eiern des Pflegewirts völlig in der Färbung übereinstimmt. Bei kleineren Arten fällt es durch seine Größe auf. Das Gewicht seiner dicken Schale bildet das sicherste Kennzeichen. Interessanter als das Kuckucksei ist das, was es an einem vom Kuckuck belegten Neste nach dem Ausbrüten zu beobachten gibt.

Grasmücken-, Rohrsänger-, Laubvogel- und Meiseneier mögen zeigen, wie jede Gruppe ihren deutlichen Charakter besitzt, und wiederum innerhalb jeder Gruppe die einzelnen Arten ihr bestimmtes Gepräge aufweisen, wobei freilich manche sich sehr nähern und z. B. dieselbe Abbildung sowohl für das Ei der Gartengrasmücke wie der Mönchgrasmücke gelten könnte. Kann man auch in solchen Fällen nach dem Ei und selbst nach dem Nest die Art nicht bestimmen, so sind doch immer noch extreme Varietäten da, welche die Eigenart des im Ei schlummernden, auf Leben harrenden Inhalts andeuten.

So mannigfach die Zeichnung der Eier ist, immer hat sie ein gefälliges Aussehen. Gern häufen sich die Flecken am stumpfen Ende zu einem Kranz, oder sie ordnen sich zu spiraligen Reihen, bald sind sie zu Wolken zerrissen, bald wie große und kleine Sterne ausgestreut, immer in der reizend zwanglos natürlichen Form. Zuweilen entgleist auch ein Pünktchen und dann wird analog den Sternschnuppen eine Haarlinie daraus.

Die Frage „Zufall oder Ordnung?“ kehrt in den kleinsten wie in den größten Gebilden der Natur wieder. Aber hier ist diese Frage nur eine ästhetische, und schließlich betrifft sie nur die Außenseite und die einer winzig kleinen Welt.

Siehe auch:
Die Singvögel der Heimat – Einleitung
Haussperling
Feldsperling
Steinsperling
Heckenbraunelle
Edelfink
Bergfink
Kernbeißer
Grünling
Stieglitz
Erlenzeisig
Bluthänfling
Girlitz
Gimpel
Kreuzschnabel
Goldammer
Grauammer
Rohrammer
Feldlerche
Haubenlerche
Heidelerche
Baumpieper
Wiesenpieper
Brachpieper
Weiße Bachstelze
Gebirgsbachstelze
Schafstelze
Rauchschwalbe
Mehlschwalbe
Uferschwalbe
Mauer- oder Turmsegler
Seidenschwanz
Grauer Fliegenschnäpper
Trauerfliegenschnäpper
Zwerg-Fliegenschnäpper
Raubwürger
Schwarzstirn-Würger
Rotköpfiger Würger
Rotrückiger Würger
Steinschmätzer
Schwarzkehliger Wiesenschmätzer
Braunkehliger Wiesenschmätzer
Hausrotschwanz
Gartenrotschwanz
Blaukehlchen
Rotkehlchen
Nachtigall
Amsel
Wacholderdrossel
Misteldrossel
Rotdrossel
Singdrossel
Pirol
Star
Wasserschwätzer
Zaunkönig
Mönch-Grasmücke
Gartengrasmücke
Dorn-Grasmücke
Zaun-Grasmücke
Sperber-Grasmücke
Drossel-Rohrsänger
Teichrohrsänger
Getreide-Rohrsänger
Ufer-Rohrsänger
Seggen-Rohrsänger
Garten-Laubvogel
Heuschrecken-Rohrsänger
Weiden-Laubvogel
Fitis-Laubvogel
Wald-Laubvogel
Gemeines Goldhähnchen
Augenstreif Goldhähnchen
Kohlmeise
Blaumeise
Nonnenmeise
Weidenmeise
Tannenmeise
Haubenmeise
Schwanzmeise
Spechtmeise
Waldbaumläufer
Hausbaumläufer
Seltenere Arten und Ausnahme-Erscheinungen der deutschen Singvogelwelt.

Ein Ausspruch Kants über den ästhetischen Wert der Singvögel.

Die „Natur, die keinem Zwange künstlicher Regeln unterworfen ist,“ kann dem „Geschmacke für beständig Nahrung geben“. — „Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des letztem, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird. Allein hier vertauschen wir vermutlich unsere Teilnehmung an der Lustigkeit eines kleinen beliebten Tierchens mit der Schönheit seines Gesanges, der, wenn er vom Menschen (wie es mit dem Schlagen der Nachtigall bisweilen geschieht) ganz genau nachgeahmt wird, unserem Ohre ganz geschmacklos zu sein dünkt“

Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.

Die Singvögel der Heimat

Wenn der Leser ganz besonderes Glück hat, oder wenn er an den Grenzen unseres Vaterlandes wohnt, begegnet er vielleicht zufällig einer jener seltenen Arten, nach denen selbst der Ornithologe von Fach oft jahrzehntelang vergeblich Umschau hält, solange er nicht die beschränkten Gebiete ihres Vorkommens aufsucht Wie schon eingangs bemerkt, habe ich diese Arten hier weggelassen, um den Überblick nicht zu erschweren, will sie aber der Vollständigkeit wegen kurz anführen, um im Falle ihres Vorkommens ihre Bestimmung zu erleichtern.

Die Alpenbraunelle oder der Flühvogel, Prunella collaris (Scop.), Abb. 1, ist größer als die Heckenbraunelle. Sie brütet auf dem Riesengebirge, den Alpen und in verwandten Formen weit nach Asien hinein. Der den Kreuzschnäbeln ähnliche, aber größere Hakengimpel, Pini-cola enudeator (L), Abb. 2, erscheint als nordischer Wintergast in Ostpreußen, während ebendaselbst der etwa sperlinggroße Karmingimpel, Carpodacus erythrinus (Pall.), Abb. 3, als Sommervogel auftritt.

Der gelbschnäblige Berghänfling, Acanthis flavirostris (L), Abb. 4, wird im Winter oft an der Nordsee, sonst selten bemerkt. Der Zitronenzeisig, Chrysomitris citrinella (L), Abb. 5, ähnelt dem Grünling in der Färbung, dem Zeisig in der Größe. Sein Brutgebiet reicht von den Alpen nach Südwestdeutschland (dem Schwarzwald) herein. Der einst als Leckerbissen berühmte Ortolan, Emberiza hortulana L., Abb. 6, ist zwar in manchen Gegenden nicht selten, aber meist nur durch seinen Ruf auffindbar. Zwei andre Ammern, der Zippammer, Emberiza cia L, Abb. 7, und der Zaunammer. Emberiza cirlus L., Abb. 8, kommen in den milden Rheingegenden vor. Als Wintergast besucht uns noch aus dem Norden der weißliche Schneeammer, Emberiza nivalis L, Abb. 9. Er zeigt sich aber ebenso wie die hübsche, mit zwei Federhörnchen gezierte Alpenlerche, Eremophila striata (Brm.), Abb. 10, mehr an den Küsten als im Binnenlande. Weitere fremde Ammer- und Lerchenarten wurden nur so vereinzelt bei uns gefunden, daß ihnen kaum ein dauerndes Gastrecht zukommt

Der durch seine Größe ausgezeichnete Wasserpieper, Anthus spinoletta (L), Abb. 11, bewohnt die Gebirge von Mittel- und Südeuropa und steigt im Winter in die Ebenen herab. Er trägt dann ein den andern Piepern ähnliches Kleid mit gefleckter Kehle. Seine etwas dunklere nordische Form (littoralis Brm.) besucht die deutschen Seeküsten. Sie ist keine besondere Art. Von dem hochnordischen rothalsigen Pieper, Anthus cervinus (Pall.), Abb. 12, dagegen läßt sich eher vermuten, daß er von dem Wiesenpieper, dem er sehr ähnelt, artverschieden ist. Der weißliche Steinschmätzer, Saxicola hispanica (L), Abb. 13, ein merkwürdiger Südeuropäer, der in einem schwarzkehligen und einem weißkehligen Kleide vorkommt, mag als Beispiel einer echten Ausnahmeerscheinung, eines sog. Irrgastes, gelten. Er ist so grell schwarzweiß gefärbt, daß er sofort auffallen muß. Die Jungen und Weibchen lassen sich dagegen vom grauen Steinschmätzer fast nur an den rußigschwarzen Unterflügeln unterscheiden. Andere Irrgäste, wie sibirische Drosseln und Laubvögel habe ich weggelassen, da sie vom Beobachter kaum erkannt werden können. Recht beachtenswert ist dagegen die Steindrossel, Monticola saxatilis (L), Abb. 14, die jedoch keine echte Drossel ist, sondern den Steinschmätzern näher steht. Sie ist früher an vielen Stellen Deutschlands brütend gefunden worden. Auch kürzlich wieder auf Helgoland vorgekommen. Die Ringamsel, Turdus torquatus L, Abb. 15, ist ein ziemlich unbemerkt durchziehender Wanderer, der in einer etwas lichteren Form (alpestris Brehm) auf deutschen Gebirgen brütet. Der schmucke Rosenstar, Pastor roseus (L), Abb. 16, findet sich zuweilen in versprengten Stücken unter gewöhnlichen Staren. Er liebt noch mehr als diese die Nähe der Viehherden und ist ein eifriger Vertilger der schädlichen Heuschrecken. Der Berglaubvogel, Phylloscopus bonelli (Vieill.), Abb. 17, reicht mit seinem Brutgebiet nur in die südlichsten Teile Deutschlands. Er ähnelt dem Waldlaubvogel in Färbung des Gefieders und des Eies, ist aber kleiner und nur an den Flügeln so grün wie dieser, auf Kopf und Rücken bleich graubräunlich. Von den beiden größeren Schwirrern kommt der Nachtigallschwirl, Lo-custella lusciniodes (Savi.), Abb. 18, ein Schilfbewohner, an der holländischen Grenze und in der Mark, der Flußschwirl, Locustella fluviatilis (Wolf.), Abb. 19, ein Buschbewohner, im östlichen Deutschland vor. Die beiden so anmutig gefärbten, in Deutschland leider sehr selten gewordenen Schilfmeisen erinnern etwas an die Schwanzmeise, die Bartmeise, Parus biarmicus L, Abb. 20, durch ihren langen Schwanz, die Beutelmeise, Parus pendulinus (L), Abb., 21, durch ihren kunstreichen Nestbau.

Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.

Siehe auch:
Die Singvögel der Heimat – Einleitung
Haussperling
Feldsperling
Steinsperling
Heckenbraunelle
Edelfink
Bergfink
Kernbeißer
Grünling
Stieglitz
Erlenzeisig
Bluthänfling
Girlitz
Gimpel
Kreuzschnabel
Goldammer
Grauammer
Rohrammer
Feldlerche
Haubenlerche
Heidelerche
Baumpieper
Wiesenpieper
Brachpieper
Weiße Bachstelze
Gebirgsbachstelze
Schafstelze
Rauchschwalbe
Mehlschwalbe
Uferschwalbe
Mauer- oder Turmsegler
Seidenschwanz
Grauer Fliegenschnäpper
Trauerfliegenschnäpper
Zwerg-Fliegenschnäpper
Raubwürger
Schwarzstirn-Würger
Rotköpfiger Würger
Rotrückiger Würger
Steinschmätzer
Schwarzkehliger Wiesenschmätzer
Braunkehliger Wiesenschmätzer
Hausrotschwanz
Gartenrotschwanz
Blaukehlchen
Rotkehlchen
Nachtigall
Amsel
Wacholderdrossel
Misteldrossel
Rotdrossel
Singdrossel
Pirol
Star
Wasserschwätzer
Zaunkönig
Mönch-Grasmücke
Gartengrasmücke
Dorn-Grasmücke
Zaun-Grasmücke
Sperber-Grasmücke
Drossel-Rohrsänger
Teichrohrsänger
Getreide-Rohrsänger
Ufer-Rohrsänger
Seggen-Rohrsänger
Garten-Laubvogel
Heuschrecken-Rohrsänger
Weiden-Laubvogel
Fitis-Laubvogel
Wald-Laubvogel
Gemeines Goldhähnchen
Augenstreif Goldhähnchen
Kohlmeise
Blaumeise
Nonnenmeise
Weidenmeise
Tannenmeise
Haubenmeise
Schwanzmeise
Spechtmeise
Waldbaumläufer
Hausbaumläufer

Ein Ausspruch Kants über den ästhetischen Wert der Singvögel.

Die „Natur, die keinem Zwange künstlicher Regeln unterworfen ist,“ kann dem „Geschmacke für beständig Nahrung geben“. — „Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des letztem, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird. Allein hier vertauschen wir vermutlich unsere Teilnehmung an der Lustigkeit eines kleinen beliebten Tierchens mit der Schönheit seines Gesanges, der, wenn er vom Menschen (wie es mit dem Schlagen der Nachtigall bisweilen geschieht) ganz genau nachgeahmt wird, unserem Ohre ganz geschmacklos zu sein dünkt“

Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.

Die Singvögel der Heimat