Die Verwendung des Explosionsmotors für Feldbahnen ist bekannt, doch macht sich in neuester Zeit auch hier das Bestreben bemerkbar, den Schnellläufer wegen seines geringeren Eigengewichtes zu verwenden. Vergleicht man die Abmessungen verschiedener Motorentypen miteinander, dann fällt uns am meisten der kleine Motor „Gnom“ der Motorenfabrik Oberursel auf. Dieser Motor ist bekanntlich sehr verbreitet in der Landwirtschaft und hat seine Leistungsfähigkeit schon oft beweisen können.

Die Fabrik, welche anfänglich nur Lokomobilen, die durch Zugtiere gezogen werden, sowie stationäre Motoren baute, ist ebenfalls dazu übergegangen, selbstfahrende Motorenanlagen zu bauen. Ihre Motorenkonstruktion ist beistehend als Durchschnitt dargestellt. Dieser Motor erinnert in seinem ganzen Aufbau an einen Automobilmotor. Oben der kurze Zylinder und unten das geschlossene Kurbelgehäuse. Ferner das hängende Säugventil und die Magnetabreißzündung, alles dieses sind die Merkmale der neuesten Automobilmotoren, mit dem Unterschiede, daß das Saugventil gesteuert wird. Bemerkt soll hierzu aber werden, daß der Motor Gnom schon 1891 konstruiert wurde.

Die Fabrik ist aber auch teilweise zu dem Bau von liegenden Motoren übergegangen, und einen solchen sehen wir als selbstfahrende Universallokomobile. Eine selbstfahrende Bandsäge, das Bild zeigt uns die Vorführung auf Cadinen, dient hauptsächlich dazu, um Brennholz schnell zu zerkleinern. Meistens sind solche Maschinen noch mit einem Holzspalter versehen. Der Antrieb erfolgt durch einen Spiritusmotor von 5 PS.

Die große Anwendung, die der fahrbare Explosionsmotor als Antrieb für Schienenfahrzeuge, sogenannte Feldbahnen, gefunden hat, ist namentlich auf die schnelle Betriebsmöglichkeit des Motors und seine leichte Bedienung zurückzuführen. Wenn man auch bisher den ganz leichten Automobilmotor noch nicht für solche Zwecke benutzte, da die Antriebsräder der Lokomotive ohnehin stark belastet werden müssen, um die nötige Reibung auf den Schienen zu finden, so stellen doch die für solche Zwecke benutzten Motoren ein Mittelding zwischen Automobilmotor und stationärem Motor vor. Vor wenigen Jahren waren noch die Lokomotiven mit den großen stationären Motoren versehen, wodurch ein recht plumper Eindruck erweckt wurde. Betrachten wir uns aber die folgenden Abbildungen, welche die neuesten Typen der Gasmotorenfabrik Deutz zeigen, dann fällt uns sofort die kleine elegante Bauart auf.

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Automobilmotor und Landwirtschaft

Die Energie ist der Urzustand der Kraft und der Arbeit. Sie ist in der Natur in verschiedener Gestalt vorhanden, z. B. in der Kohle, dem Spiritus, Benzin, Petroleum sowie überhaupt in allen brennbaren Körpern. Sie kann aufgespeichert werden in einem Sammler, einem Akkumulator usw., ebenso wie durch geschickte Verbindung verschiedener Chemikalien, welche bei der Entzündung große Mengen von Gasen entwickeln, wie z. B. bei dem Schießpulver.

Für den Automobilbetrieb hat sich bis jetzt immer noch die gefüllte Benzinkanne als der leichteste und billigste Akkumulator erwiesen. Wohl sind schon mit Erfolg auch Automobilmotoren für den Betrieb mit Spiritus gebaut worden, für die Bedienung durch Laien hat sich dieser Betrieb aber nicht bewahrt, weil er zu viele Wartung verlangt, außerdem ist es leider noch nicht möglich gewesen, den Spiritus zu einem konkurrenzfähigen Preise herzustellen. Dem Maschinenbauer ist es bereits gelungen, die Ausnutzung der Wärme, welche im Spiritus enthalten ist, bedeutend höher zu gestalten, als es bei anderen Brennstoffen möglich ist; die weitere Ausgestaltung scheint aber nunmehr die Sache der Chemiker zu sein, denn es bilden sich bei der Verbrennung Säuren, die eine sehr schädliche Wirkung auf die Ventile ausüben. Durch Beimischungen von Benzol usw. hat man die Säurebildung nicht verhindern können. Wir müssen uns daher zunächst nur mit dem Benzinmotor beschäftigen.

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