Schlagwort: Suaheli

erzählte mir einer meiner Boys, Jdi mit Namen, folgendes: Die Suaheli sind sehr neidisch. Wenn ein Boy mit seinem Herrn gut steht, die Weissen gern hat, viel Geld verdient, so lassen die Schwarzen Zauberei machen, damit er stirbt. So ist der Koch von B. gestorben, der deutsch konnte und viel Geld verdiente. Asmani war neulich sehr krank; man sagt, er habe durch Zauberei oder Gift getötet werden sollen. Da kamen andere Aerzte und gaben ihm Brechmittel, da wurde es wieder besser. Der Freund des verstorbenen Koch von B. weiss, von wem er getötet wurde, er sammelt jetzt ständig Geld zusammen, bis er 20 Rupie hat, dann lässt er sich vom Fundi Arzenei geben, um wiederum den Mörder seines Freundes umzubringen.

Einer, der solche Arzenei verkauft, ist der M. A., aber einem Weissen gibt er natürlich keine Arzenei zu verkaufen, das ist zu gefährlich. Derselbe stand kürzlich unschuldig vor Gericht. Er hatte einem kranken Mnyamwezi Arzenei gegeben. Dieser starb und der Freund ging vors Gericht und sagte, der M. A. hat meinen Freund vergiftet. Die Leichenöffnung habe eine Vergiftung nicht erwiesen, und so wurde der Freund, weil er gelogen habe, eingesperrt.

Herr G. sagte neulich zu seinen Maurern: Seht, so wie Mzee hier, so müsst ihr mauern! Am Abend kam Mzee heimlich zu Herrn G.: Herr, sage nie wieder so etwas, sonst werden mich die andern vergiften.

Dr. Krauss.

Weiteres aus der Reihe „Kolonie und Heimat“

Kolonie und Heimat

Die Suaheli bilden den Hauptteil der Küstenbevölkerung unsrer ostafrikanischen Kolonie. Sie sind ein Negervolk, das aber ein gut Teil fremden Blutes in sich aufgenommen hat, namentlich arabisches, aber in früheren Zeiten auch wohl indisches und persisches. Ihre Sprache, das Kisuaheli, ist zurzeit die Landessprache von Deutsch-Ostafrika, sie wird aber auch weit hinein nach Zentralafrika bis zum oberen Kongo verstanden. Die Suaheli sind Mohammedaner und dünken sich demnach über die andern Neger erhaben. Sie sind ja auch recht gewandte Leute und halten viel auf ihr Aeusseres. Namentlich gilt dies für die Frauen. So einr Suaheli-Modedame verwendet viel Zeit auf ihre Toilette, vielleicht manchmal ebenso viel wie unsre Damen. Sehr wichtig ist dabei die kunstvolle Frisur, auf deren Herstellung grosse Sorgfalt verwendet wird.

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Kolonie und Heimat


Man soll nicht glauben, dass die Naturvölker keinen Wert auf die Pflege und Ausschmückung ihres äusseren Menschen legen, sie verwenden im Gegenteil in der Regel viel mehr Zeit darauf als bei uns der Durchschnittsmensch. Freilich ist ihr Streben dabei in der Regel nicht so sehr auf Reinlichkeit gerichtet — darauf legen sie meist gar keinen Wert —, als auf einen möglichst abenteuerlichen Aufputz. Und zwar tut sich nicht nur das schwache Geschlecht in dieser Hinsicht hervor, sondern vielfach im Gegenteil der Mann. Dies gilt namentlich auch für die Haartrachten. Freilich tragen viele Negerstämme lediglich ihren natürlichen wollhaarigen Krauskopf zur Schau und verzichten auf jede weitere Frisur, es gibt aber anderseits ebensoviele Stämme, denen der Aufputz ihres Kopfes sehr wichtig ist.

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