Auch bei unsern braunen Landsleuten in der Südsee, speziell hier in Jap, erfreut sich — schreibt uns ein Leser — die „Kolonie und Heimat“ einer grossen Beliebtheit, wie das nebenstehende Bild zeigt. Das Japvölkchen ist sehr intelligent und interessiert sich sehr für Abbildungen in den verschiedenen Zeitschriften; ob auf dem Titelblatt ein Afrikaneger zu sehen ist oder im Inseratenteil Steckenpferd-Lilienmilchseife, die Freude ist gleich gross. Der Hauptwert der Zeitschriften für den Eingeborenen liegt aber darin, dass er diese als Zigarettenpapier verwendet, und der Genuss beim Rauchen ist für ihn um so höher, je mehr Druckerschwärze das Papier aufweist. So kommt es auch heute noch vor, dass der Eingeborene beim Europäer erscheint, in der Hand einige Eier oder einen Korb mit Bananen oder Apfelsinen und murmelt „babier“. Dann weiss der Europäer, dass er ihm die Sachen für einige alte Zeitungen abkaufen kann. Schmunzelnd zieht der Japmann von dannen, wenn er eine besonders beliebte Sorte Zeitung bekommen, denn das Rauchen ist für Mann und Frau ein Bedürfnis, und die Kinder drehen sich ihre Zigaretten schon im vierten Lebensjahre. Wenig Tabak, viel Papier. Den Tabak können sie gegen ihre Produkte beim Europäer erstehen, teilweise pflanzen sie ihn selbst. Je schwerer desto besser. Unsere Zigarren und Zigaretten sind ihnen zu leicht. Da sie ausser dem Rauchen die scharfen Betelnüsse mit Korallenkalk gemischt und in ein Pfefferblatt eingewickelt kauen, sind die Schleimhäute für leichte Genüsse, wie europäische Zigaretten, nicht mehr empfindlich genug.

Ferd. Ullrich.

Weiteres aus der Reihe „Kolonie und Heimat“

Read More Die Südsee-Insulaner als Zeitungsliebhaber

Kolonie und Heimat

Ganz nahe am Hamburger und Lehrter Bahnhof, nicht weit vom Reichstagsgebäude, steht der hier abgebildete einfache Rundbau, der schon seit einer Reihe von Jahren den Berlinern und vielen Fremden Gelegenheit bietet, sich einigermassen ein Bild über die Natur und Wirtschaft unsrer Kolonien zu machen. Allerdings wird diese Gelegenheit — das müssen wir von vornherein mit Bedauern feststellen — verhältnismässig viel zu wenig benutzt. Eine gewisse Kenntnis kolonialer Dinge gehört heutzutage notwendig zur allgemeinen Bildung, es ist daher umsomehr zu verwundern, dass das Kolonialmuseum nicht ebenso stark besucht wird, wie viele andre Bildungsstätten. Ein paar Rundgänge durch die hier aufgestapelten oder vielmehr übersichtlich und anschaulich geordneten Sammlungen kolonialer Gegenstände aller Art vermitteln die elementaren Kenntnisse auf diesem Gebiet schneller und gründlicher als das Studium kolonialer Bücher, zu dem der Grossstadtbewohner ja doch in den seltensten Fällen kommt.

Read More Das deutsche Kolonialmuseum in Berlin

Kolonie und Heimat


Wie oft hört man jetzt Reisende die Schönheiten der Inseln Madeira und Teneriffa preisen. Doch wie unendlich arm kommen dem Seefahrer diese gepriesenen Gestade vor im Vergleich mit denen des Stillen Ozeans, namentlich der Hawaiischen Inseln mit ihren feuerspeienden Bergen, ihrer üppigen Natur, dem strahlenden azurblauen Himmel. Gerade wir Deutschen sollten ein besonderes Interesse an jenen Inseln haben, liegt doch ein grosser Teil des dortigen Grosshandels in deutschen Händen, hören wir doch hier nach langer Reise wieder deutsche Laute. Wir finden auf Honolulu eine deutsche Kirche, eine deutsche Schule, und ein Stück Heimat entwickelt sich vor unseren Blicken mit deutscher Art und deutschem Fleiss!

Read More Vom Deutschtum im Stillen Ozean : Deutsche Arbeit auf Hawaii

Kolonie und Heimat

Nach den letzten Mitteilungen unsres ermordeten Mitarbeiters W. C. Dammköhler.

Soeben ist aus Neu- Guinea die Trauerkunde eingetroffen, dass unser Mitarbeiter W.C. Daminköhler von Eingeborenen ermordet worden ist.

Wenige Tage vorher hatten wir noch von ihm den nachstehend abgedruckten Brief erhalten, nach dessen Inhalt man auf einen derart traurigen Abschluss seiner langjährigen erfolgreichen Pioniertätigkeit in der Südsee nicht gefasst sein konnte. Die Ermordung Dammköhlers ist umso unbegreiflicher, als er als der beste Kenner des Innern Neu-Guineas galt und ausgezeichnet mit den Eingeborenen umzugehen verstand.

Dammköhler ist am 29. Dezember 1858 in Wriezen a. d. Oder geboren. Nach zwanzigjähriger wechselvoller Tätigkeit in Australien und in der Südsee, namentlich in Holländisch-Neu-Guinca, wandte er sich den deutschen Kolonien zu, namentlich dem deutschen Teil von Neu-Guinca, dem Kaiser-Wilhelmsland. —

Read More Neues aus dem Innern von Neu-Guinea

Kolonie und Heimat