Schlagwort: Südwestafrika

Abbildungen Dreissig Jahre deutsche Kolonialpolitik im Bild

Von Lüderitzbucht wird den „D. A. N.“ geschrieben: „Hier wurde vor dem Bezirksgericht ein Urteil gefällt, das mit seinem Drum und Dran die grösste Erregung in Lüderitzbucht hervorgerufen hat. — Ein aufsässiger Ovambo wurde von seinem Aufseher mit einem Schlag bestraft. Der Schwarze setzte sich zur Wehr und schlug und bedrohte den Aufseher mit einer Siebstütze. Dieser rief um Hilfe. Drei Diamantensortierer eilten herbei, befreiten den Aufseher und verprügelten den Ovambo. Sie mögen darin etwas weit gegangen sein. Dies selbst zugegeben, erscheint das Urteil ungewöhnlich: Der Aufseher sechs Monate Gefängnis, die Sortierer 600, 400 und 100 Mk. Geldstrafe. Aber dann das Sonderbarste: der Richter, der allerdings erst wenige Monate im Schutzgebiete weilt, liess nach Verkündigung des Urteils den Ovambo hereinrufen und ihm durch einen Dolmetscher das Urteil mitteilen. Dass der Ovambo, der auch geschlagen hat, bestraft wurde, ist bisher nicht bekannt geworden. — Wer’s nicht fühlt, wie durch diese Art der Rechtsprechung die Unbotmässigkeit und Aufsässigkeit der Eingeborenen systematisch gezüchtet wird, der wird es nie begreifen. Wie die Bedeutung und Kraft des deutschen Heeres zum grossen Teil in seiner unnachahmlichen Disziplin begründet ist, so auch die wirtschaftliche und nationale Bedeutung der Kolonien im scharfen Rassenstandpunkte. Wer ihn untergräbt, gräbt den Kolonien das Grab. — Die Richtigkeit der Tatsachen vorausgesetzt, kann man dem nur zustimmen.

Weiteres aus Kolonie und Heimat:

Kolonie und Heimat

weist, wie in den „Hamburger Nachrichten“ mitgeteilt wird, gegen den gleichen Zeitraum des Jahres 1908 eine gewaltige Zunahme auf, wovon der Löwenanteil allerdings auf die Ausfuhr an „mineralischen und fossilen Rohstoffen“ kommt. Der Gesamthandel betrug nämlich 14112428 Mk. gegen 10 164 070 Mark, er hat also um 3 948 358 Mk. zugenommen. Die Einfuhr hatte einen Wert von 8751609 Mk., d. h. gegen dieselbe Zeit des Jahres 1908 eine Zunahme von 1352 971 Mk. An der Spitze stehen in der Einfuhr lebende Tiere, Fleisch und tierische Erzeugnisse aller Art mit 1 512 025 Mk.; nicht viel weniger, nämlich 1372 273 Mk. nehmen Körner und Hülsenfrüchte in Anspruch und an dritter Stelle stehen „Fabrikate“ mit 1019356 Mk. Die Ausfuhr hatte einen Wert von 5 360819 Mk. gegen 2 765 432 Mk., mithin eine Zunahme von nicht weniger als 2595387 Mk. Von der Ausfuhr kommen allein 5157534 Mk. (mehr 2533548 Mk.) auf mineralische und fossile Rohstoffe. An zweiter Stelle stehen merkwürdigerweise: Gewerbliche Erzeugnisse mit 129 059 Mk. (mehr: 86 574 Mk.) und dann — neben 401 Mk. an Erzeugnissen des Landbaues und der Forstwirtschaft — lebende Tiere und tierische Erzeugnisse mit 55 534 Mk., d. h. die letzten haben einen Rückgang um 8204 Mk. aufzuweisen, was aber wohl auf den starken Verbrauch im Lande selbst zuräckzuführen ist. — Im Monat Januar 1910 haben die Zolleinnahmen eine Zunahme von 74 501 Mk. aufzuweisen, doch ist dazu zu bemerken, dass die Diamant Zölle darin nicht eingeschlossen sind.

Weiteres aus der Reihe „Kolonie und Heimat“

Kolonie und Heimat

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