Schlagwort: Telephone operators

Die chinesische Telephonzentrale in San Francisco. (Aussen- und Innenansicht.)

In den Vereinigten Staaten leben derzeit 61,000 Chinesen und 111,000 Japaner, davon entfallen auf den Staat Californien 28,000 Chinesen und 72,000 Japaner. Bemerkenswert ist hierbei, dass die chinesische Bevölkerung des Landes in den letzten zehn Jahren um 15 Prozent abgenommen und die japanische um 55 Prozent zugenommen hat.

San Francisco ist der Hauptsammelpunkt der Gelben, dort haben sie noch ihre eigene „Stadt“, ihre eigenen Viertel, in denen sie abgesondert von den Weissen ihr Leben nach ihren heimatlichen Bräuchen und Gepflogenheiten leben. Das bedeutet indessen nicht, dass sie sich allen modernen Einflüssen und den amerikanischen Neuerungen verschliessen. Ganz im Gegenteil: in ihrer scheinbaren Teilnahmslosigkeit sind sie scharfe Beobachter und mit dem ihnen eigenen raschen Auffassungsvermögen nehmen sie von ihren weissen Mitmenschen alles an, was ihnen gut und wertvoll erscheint, um es später nach ihrer Heimat zu verpflanzen. Sie, die Jahrhunderte und Jahrtausende in selbstzufriedenem Nichtstun stillgestanden hatten und von Fortschritt nichts wussten, nichts wissen wollten, sind ausserordentlich gelehrige Schüler — sie lernen rasch und gründlich. Es ist als ob die lange Ruhe ihren Geist geschärft und ihren Fleiss gestärkt habe.

Deutsch-Amerikaner


Der Telephonbetrieb beschäftigt heute tausende und abertausende von Frauen und Mädchen, die unter dem Namen ‘Telephone operators“ bekannt sind. Der Zudrang zu diesem Erwerbszweig ist wohl einerseits auf die günstige Arbeitseinteilung, die dort vorherrscht, zurückzuführen; andererseits jedenfalls auch auf die Tatsache, dass die Telephonbeamtinnen gut behandelt und gut bezahlt werden.

Der Beruf der Telephongehilfin wird von vielen eine „ideale Beschäftigung für das weibliche Geschlecht“ genannt. Und nicht mit Unrecht. Zunächst wird, wie bereits eingangs erwähnt wurde, die Telephonbeamtin gut bezahlt und ihr Avancement steht ausser Zweifel. Obzwar sie eine besondere Lehrzeit für ihre Berufsarbeit durchzumachen hat, erhält sie diesen Unterricht gratis, und ausserdem wird ihr während der Lehrperiode ein gutes Salär bezahlt. Der Unterricht wird ihr von kompetenten und rücksichtsvollen Personen erteilt, die ihr die ersten Schritte auf dem neuen Lebenswege anziehend und interessant zu gestalten verstehen.

Nachdem das junge Fräulein ihre kurze Lehrperiode beendet, wird ihr Salär von Fall zu Fall erhöht, wenn Arbeitsleistung und Benehmen befriedigen, und innerhalb einer verhältnismässig kurzen Zeit erhält sie eine mehr als anständige Entlohnung, die für ihren Lebensunterhalt ausreicht.

Deutsch-Amerikaner