Schlagwort: Theodor Mommsen

Deutschland, der Träger der Welt-Kultur.

Bismarck und Moltke, und seinen hochbedeutenden Historikern: Theodor Mommsen, Leopold von Ranke, Treitschke, Lamprecht und Eduard Meyer; wie mit Gauss, dem glänzendsten Mathematiker der modernen Zeit (seine Logarithmen! — ausserdem Begründer der mathematischen Elektrizitätstheorie usw.) und mit anderen Deutschen von klangvollem literarischen Namen wie die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm und E. T. A. Hoffmann? — Kennen Sie nicht die wunderbaren Haus- und Kindermärchen der Brüder Grimm und das grosse Grimm’sche Wörterbuch , ein literarisches Ewigkeitsdenkmal? Der Umstand, dass eine ganze Anzahl ausländischer Schriftsteller in Deutschland populär sind, spricht das nicht auch zu Gunsten deutscher Kultur?!

Die Deutschen sind in der fremdländischen Literatur so gut zu Hause wie in ihrer eigenen. Sie sagen, Herr Professor Matthews, kein deutscher Schriftsteller sei zu internationalem Ruhme gelangt, wie solchen Cooper und Poe, Walt Whitman und Mark Twain erreicht haben. Tatsache ist, dass Walt Whitman in seinem eigenen Lande recht wenig bekannt ist; man kennt ihn in Deutschland weit besser als in den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika. Er hat nicht einmal einen Platz in der Ruhmeshalle zu New York gefunden, da seine Landsleute hinter ihrer Zeit zurückgeblieben sind. Was den hochbedeutenden Edgar Allan Poe anbetrifft, so ist er gleichfalls von dieser Ehre bis vor kurzer Zeit ausgeschlossen gewesen. Ungewöhnlichen Anstrengungen allein war es zu verdanken, dass sein Name für diese Ehrenbezeugung, die ihm 1915 zuteil geworden, auserkoren wurde.

Mark Twain lesen wir Deutsche höchstens nach dem Essen zur Verdauung, würden ihn aber niemals in der Einsamkeit des Studierzimmers in einer Weihestunde zur Hand nehmen. Indessen auch wir Deutsche haben einen Mark Twain, — unseren Wilhelm Busch, an den jener nicht heranreicht. Wer besitzt wohl mehr Witz und Sarkasmus als dieser Künstler eines göttlichen Humors? Seine Verse werden volkstümlich bleiben, so lange es Deutsche gibt!

Und Fritz Reuter, — wer lacht nicht aus vollem Herzen bei der Lektüre seiner „Reis’ nah Beiligen”, und wer vermag Tränen der Rührung zurückzuhalten, wenn er “Kein Hüsung” liest? — Sie sollten sich einmal über deutsche Literatur zuverlässig unterrichten. Dafür empfehle ich Ihnen die Lektüre der „Geschichte deutscher Literatur” von Ihrem Kollegen Calvin Thomas, ferner Dawsons „Deutschland und die Deutschen” (letzte Ausgabe 1914). In diesem Werke finden Sie die höchste Anerkennung, die den Deutschen jemals von einem Engländer gezollt worden ist.

Vielleicht haben Sie auch von Alexander von Humboldt gehört, über den Robert Ingersoll schrieb:

„Die Welt ist sein Denkmal. Auf dem ewigen Granit ihrer Berge ist sein Name eingemeisselt, und auf ihrem unvergänglichen Stein schrieb sein Genius diese, die erhabenste aller Wahrheiten: ,Das Universum wird durch Gesetze regiert’.”

Friedrich Wilhelm von Frantzius.

Siehe auch:
Das Wort Kultur
Deutsches Alphabet
Um auf die schöngeistigen Künste zu kommen…
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