Schlagwort: Tsingtau

Abbildungen Dreissig Jahre deutsche Kolonialpolitik im Bild


An einem der schönsten Punkte von Tsingtau, an sanft aufsleigendem grünen Hange, hart an dem felsigen Meeresufer, wo in ewigem Rauschen die Brandung schäumt und wo der Blick weit hinüberschweiit über die prächtige Bucht und die freundlichen Häuser der deutschen Stadt, erheben sich jetzt die einfachen aber schmucken Bauten der Deutsch-chinesischen Hochschule.

Kolonie und Heimat


Der Herbst ist für Tsingtau die günstigste Jahreszeit. Da ist die Hauptstadt des Schutzgebiets Kiautschou ein herrliches Stückchen Erde. Und es ist schnell und bequem zu erreichen. In fünfzehn Tagen kann man über Sibirien von Berlin nach Tsingtau reisen, und zwar in angenehmer, interessanter Fahrt, eben so sicher wie man von Königsberg nach Lindau fährt.

Unsre Kolonie liegt auf einer gebirgigen Halbinsel, die sich von Schantung nach Südosten in den Grossen Ozean erstreckt. Der höchste Berg des Gebirgszuges ist der Lauschan, der in Brockenhöhe aufsteigt. Sein Grat ist scharf und zackig, und da er aus dem Meeresspiegel empor wächst, schein er höher als sein deutscher Vetter. Am Morgen berühren ihn Auroras Strahlen mit Rosenfingern, die Mittagssonne treibt darauf ihr neckisches Spiel mit den Schattenrissen der andern Gipfel, die sich haschen und verstecken, vom Westen her grüsst die Abendsonne mit goldigem Hauch, ehe sie im Meer versinkt. Und während eben noch die Berge im letzten warmen Sonnenstrahl aufleuchteten, sieht man jetzt im Herbst oft den Mond hinter dem Lauschan aufsteigen, gross und rötlich, dass man meint, es sei der Sonne Spiegelbild.

Kolonie und Heimat