Schlagwort: Türkentum

In allen islamitischen Ländern ist die Regierung die mittlere Linie zwischen dem demokratischen Sinn der Bevölkerung und der absoluten Vollmacht des Kalifen. Der Koran predigt ja, daß alle Mohammedaner Brüder, alle einander gleich seien. In der Tat ist denn auch der Sohn einer Negerin genau so erbberechtigt, wie der Sohn ihrer begünstigteren hellhäutigen Nebenbuhlerin. Auch sind der Rassenanlage nach die meisten Träger des Islam, namentlich Türken und Araber, demokratisch. Bei den neuesten Vorgängen haben die Ulema ausdrücklich erklärt, und zwar selbst die, die in Konstantinopel bei der Gegenrevolution mitgewirkt hatten, daß der Sultan die Verfassung nicht wieder antasten dürfe, und daß jeder Muslem nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflichtet sei, dem Sultan im Falle einer Übertretung zu widerstehen. Der Sultan ist vor allem den Bestimmungen des Koran unterworfen, sodann den Ordnungen der Multeka, einer Sammlung von Sprüchen und Entscheidungen, die Mohammed und seine ersten Nachfolger getan haben. Dagegen wird das Kanon-Nameh Suleimans des Glorreichen, eine Sammlung von Hatti-Scherifs Suleimans selbst und seiner Vorgänger, zwar sehr geachtet, ist jedoch nicht bindend. Es gibt allerdings gefällige Gesetzesinterpreten, die, z. B. von der Tatsache ausgehend, daß der Prophet nur vier legitime Frauen erlaubt, und selber doch vierzehn besessen habe, die Meinung aufstellen, dem Kalifen sei schlechterdings alles gestattet. In jedem Falle hat sich der Absolutismus so mancher Sultane tatsächlich einfach über die Bestimmungen des Korans hinwegsetzt.

Der Sultan ernennt selbst — auch beim neuesten Regime — die zwei höchsten Reichsbeamten, den Sadrazan (Sdar-azam, persisch) oder Großwesir als oberste weltliche Autorität, und den Scheich ül Islam, das Haupt der Kirche. Bei der Wahl des letztgenannten haben jedoch die Ulema, die man demnach den Kardinälen vergleichen kann, mitzuwirken. Die Ulema stellen aber zugleich die obersten Juristen und besetzen die Theologieprofessuren. Ihnen eng verbunden sind die Mufti, die Ausleger des Korans. Westliche Einflüsse in der Verwaltung enthält zuerst das Hatti-Hamayun von 1856. Dem Großwesir steht ein Kronrat oder Medschlis i Haß zur Seite.

Bekannt genug ist die Einteilung des Reiches in Vilajets, Sandschaks, Kazas und Nahiets, die einem Wali, Mutessarif, Kaimakan und Mudir unterstehen. Wali kommt, was vielleicht weniger bekannt ist, aus dem Arabischen, wo es ursprünglich „oben“ bedeutet. Dieselbe Wurzel steckt im Vilajet, wo es lautgesetzlich ebenso von Wali gebildet ist, wie Kilafyet von Kalif.

Im übrigen ist das Osmanenreich zur größeren Hälfte nur Fortsetzung des byzantinischen. Selbst der Halbmond ist ursprünglich wahrscheinlich byzantinisch.

In der Bevölkerung bildet den Hauptunterschied die Religionsangehörigkeit. Nur die Mohammedaner sind verpflichtet, ja nur sie berechtigt, Waffen zu tragen und in den Krieg zu ziehen. Die Christen oder Rayah sind ohne weiteres die Untergebenen der Mohammedaner. So will es ausdrücklich der Koran. Mithin ist schon dadurch das Gesetz des Korans übertreten worden, daß später die Juli-Revolution Gleichheit aller Konfessionen bestimmte. In einem islamitischen Staate ist eine derartige Gleichheit schlechterdings nicht durchzuführen. Angenommen, das Waffentragen könnte allen Bürgern zugestanden werden, so ist schon allein das Eherecht eine Klippe, an der die Gleichheit vor den Gerichten scheitern muß. Ist doch für die Christen die Einehe gesetzlich, während für die Anhänger des Propheten die Vielehe, wenn nicht geboten, so doch vollkommen legitim ist. Auf der anderen Seite ist aber ebenfalls das Gesetz des Korans von dem absolutistischen Regime und seinen Trabanten außerordentlich oft in der Vergangenheit und vielfach auch in der Gegenwart verletzt worden, insofern der Koran zwar zur Bedrückung der Ungläubigen auffordert, allein ihr Leben unter Schutz stellt. Rein praktisch war ja auch eine Ausrottung der Ungläubigen nicht durchzuführen, aus sehr begreiflichen Gründen war vielmehr deren Erhaltung im Interesse des Staates. Denn die Rayah zahlten eine Kopfsteuer, die, namentlich in den ersten Jahrhunderten der arabischen Eroberung, den Hauptstock der Staatsfinanzen bildete.

Für die islamischen Herren war es dabei stets, auch in Nordafrika und Persien, von der größten Bedeutung, daß die Christen durch ihre konfessionellen Streitigkeiten gespalten waren und noch sind. Noch im Jahre 1881 wollten die römisch-katholischen Albanesen lieber mit den Mohammedanern als mit den griechisch-unierten Montenegrinern Zusammengehen. Im Februar 1909 lehnten sich die arabischen Christen gegen die griechisch-unierten auf, und es kam in Jerusalem zu blutigen Zusammenstößen. Von den Nestorianern und Armeniern haben sich viele der englischen Hochkirche angeschlossen, während 1898 an 15000 Ne-storianer in das Lager der russischen Prawoslavie übergingen. Auf der islamischen Gegenseite freilich fehlt es auch nicht an Spaltungen. Die Wahabiten, deren Sekte seit rund 1720 besteht, haben so manchen Padischah arg zu schaffen gemacht. Noch in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts haben verschiedene Wahabitenfürsten, darunter der berühmte Jahja, die Vilajets Asyr, El Hasa und das Nedschd von der Herrschaft des Kalifen losgerissen. Am fühlbarsten war stets die Kluft zwischen Sunniten und Schiiten. In der jüngsten Zeit soll sich die Zahl der Schiiten in Mesopotamien, besonders in der Nähe von dem schiitischen Wallfahrtsort Kerbela, wesentlich vermehrt haben. Auch einige wenige Kurdenstämme sollen, wie ich bei meiner Reise durch Adherbaitschan hörte, der Schia anhängen. Genaueres ist darüber nicht zu erfahren. Andere Kurdenstämme gehören der pantheistischen Sekte der Kisilbaschi an, die im Grunde mit dem Islam ebensowenig zu tun hat, wie der Sufismus. Auch im Libanon ist eine Sekte, die sich mit den orthodoxen Satzungen des Islams in Widerspruch befindet. Nichtsdestoweniger ist aber doch die religiöse Einheit bei der mohammedanischen Bevölkerung des osmanischen Reiches viel stärker ausgeprägt als bei der christlichen.

Um so größer sind sowohl bei den Mohammedanern als auch bei den Christen die Unterschiede und Spaltungen der Volkheiten und Rassen. Im ganzen Reiche gibt es zum mindesten ein Dutzend verschiedener Rassen, als da sind: Türken, Slaven, Griechen, Albanesen, Wlachen, Armenier, Tscherkessen, Lasen und Georgier, Jyrücken, Kurden, Syrer und Araber; Juden, Zigeuner und Levantiner nicht einmal mitgerechnet. Im allgemeinen gehören die einzelnen Rassen ausschließlich ganz bestimmten Religionen, an, eine Ausnahme machen jedoch Albanesen und Araber, die sich in Islam und Christentum teilen. Von den Georgiern bemerke ich, daß im Gegensatz zu ihren christlichen Volksgenossen im Kaukasus die Engeloj Mohammedaner sind. Natürlich gibt es noch eine große Menge von Konvertiten, die teils ganz in das Türkentum aufgehen, wie einst die Janitscharen, wie noch in der Neuzeit der Magdeburger Osman Pascha und der polnische Graf Tschaikowsky, der um 1880 Wali des Libanon wurde.

Um in der Erscheinungen Flucht einigermaßen festen Boden zu gewinnen, wird ein Überblick über die Kopfzahl der einzelnen Nationen von Nutzen sein. Allerdings muß man eine Unsicherheit in der Statistik mit in Kauf nehmen, an der außer Japan alle orientalischen Staaten kranken. Sie erklärt sich durch den Chauvinismus der Bewohner, die gern ihre Kopfzahl viel zu hoch angeben, so daß bei Schätzungen zwischen ihnen und ihren Gegnern Unterschiede von ungefähr 1000% Vorkommen; so schätzensich dieSerben von Mazedonienselbstauf zwei Millionen ein, während die Bulgaren sie nur auf zweihunderttausend berechnen. Da würde die Wahrheit nicht einmal in der Mitte liegen, sondern man muß eine weit geringere Zahl als richtig erkennen. Zu diesen Schwierigkeiten allen gesellt sich noch für die Statistik die sehr beträchtliche Einwanderung, die seit 1855, und stärker seit 1877 stattfand. Im Jahre 1902 haben sich die Mohammedaner Anatoliens laut einer Schätzung des Obersten von Diest seit dem russisch-türkischen Kriege fast verdoppelt, und von der Goltz Pascha erzählt uns von ganzen osmanischen Dörfern, die er zu seinem Erstaunen im Östlichen Mazedonien vorfand, ohne daß sie auf den Karten irgendwo verzeichnet gewesen wären. Die Geometer, meist christlichen Glaubens, hatten es eben nicht für nötig gefunden, die große Zahl der Mohammedaner noch besonders hervorzuheben. Der Zensus aber hängt, wie überall, mit dem Steuersystem zusammen, und so erklärt es sich, warum sich viele der Statistik entziehen. Auf Grund dieser vielen Mißstände ist es ziemlich schwierig, auch nur annähernd zuverlässige Zahlen anzugeben. Doch sei folgende Aufstellung versucht.

Hübner-Juraschek nimmt nur 24 Millionen an. Ebenso das Statesmans Yearbook. Beide nach den offiziellen Schätzungen. Nicht nur in der Hauptzahl, auch in den Zugehörigkeiten der Einzelzahlen herrscht, wie schon angedeutet, viel Unstimmigkeit. So beanspruchen namentlich die Hellenen die griechisch redenden Albanesen und Wlachen für sich, was deren jüngst erwachter Nationalismus aber nicht bestätigen will.

Ein Hauptproblem türkischer Politik bildet der Nationalitätenkampf. Araber undTürken hassen sich gegenseitig, wie jüngst wieder zwei vortreffliche Kenner, Hartmann und der Graf Mülinen, betont haben. Der Türke sieht mit Verachtung auf die ungeleckten Kurden herab. Der Albanese geht oft mit dem Türken, aber er fühlt sich doch sehr deutlich und sehr bestimmt als ein ganz anderer Mensch. Daß weder Kurden und Armenier noch Bulgaren und Serben und Griechen an einem Strange ziehen, ist bekannt genug. Der beständige Wechsel der Gruppierungen der Volks- und Bandenbündnisse, der in den letzten zehn Jahren Platz gegriffen hat, könnte einem Spezialisten der Variations und Permutationsrechnung ein gutes Material abgeben. Die Griechen waren vor allem und seit Jahrhunderten gegen die Slaven. Dann beehrten sie, besonders seit den Albanisierungs-bestrebungen des großen Ali Pascha Tepelenli die Albanesen mit ihrer Feindschaft; im Anfang des 20. Jahrhunderts entflammten sie plötzlich in heller Wut gegen die Rumänen und Wlachen, sie gingen sogar, trotz 1897, wieder mit den Türken. Dieses Paradigma kann man ähnlich auf Albanesen und Kurden und ütti quanti anwenden.

Am wichtigsten ist die Arabische und die Albanische Frage. Es war schon von den Bestrebungen arabischer Kreise die Rede, kraft deren das Kalifat auf einen Araber übertragen werden sollte. Die Anschauungen und Bemühungen der Senussi und verwandter Orden gehen denen der jetzigen Reformer, der verächtlich Pariser oder Ferengy-Türken genannten, entgegen. Andererseits haben jene eifrigen Verteidigerder koranischen Weltanschauung doch auch westliche Gedanken aufgenommen. In Ägypten haben sich mohammedanische Freimaurerorden aufgetan, und stehen mit englischen, politisch stark gefärbten Freimaurern in reger Verbindung. Der scheinbare Widerspruch solcher Bestrebungen spiegelt sich in dem Widerspruche englischer Politik. Denn die Liberalen haben sich seit der Zeit Gladstones, wenigstens theoretisch, stets für die unterdrückten und nach Emanzipation ringenden Völker erwärmt, während sie doch gleichzeitig die britischen Interessen wahrnahmen und sich daher manchmal gerade gegen jene Emanzipationsgelüste stellten. Das hat man in den Tagen Cannings und Palmerstons wie auch 1882 bei der Beschießung Alexandrias gesehen. Und wollten die Liberalen nicht, so wurden sie eben von den Konservativen, den Unionists, abgelöst, die sich nicht an etwaige Abmachungen ihrer Vorgänger im Amte hielten. Die Arabische Frage greift selbst bis nach Persien und nach Marokko hinüber. Eine persische Provinz, Chuzistan, ist zur größeren Hälfte von Beduinen bewohnt, und wie sehr die arabisch-panislamitische Agitation in Nordafrika den Franzosen zu schaffen machte, ist ja genugsam bekannt.

Zwar nur auf ein kleines Gebiet beschränkt, aber in ihren inneren Gegensätzen und ihren äußeren Ausstrahlungen nicht minder verwickelt, ist die Albanische Frage. Lediglich um ihre Nationalität zu retten, sind einstens viele Albanesen zum Islam übergegangen. Ihr Volkstum stand ihnen höher als die Religion. In der Gegenwart hat dies Gefühl einen weiteren Schritt gezeitigt. Christen und Mohammedaner haben sich zusammengeschlossen. Das geschah schon 1879. Dann griffen wieder Stammesfehden Platz. Neuerdings aber wurde ein allalbanischer Kongreß abgehalten, der im November 1908 zu Monastir zusammentrat. Die Albanesen wollen weder ein Vorrücken der Griechen noch ein Übergewicht italienischen Einflusses. Sie bekämpfen offen eine Vormacht der Türken und halten sich sehr reserviert gegenüber dem Gedanken einer Annäherung an Österreich. Am liebsten möchten sie die Autonomie. Da sie sehr wohl wissen, daß sie sich mit ihrer geringen Zahl im Wechselspiel der Großmächte nicht allein behaupten können, so erkennen sie die Notwendigkeit eines Schutzes an. Als Suzerän wäre ihnen der Herrscher am liebsten, der ihnen am meisten Freiheit im Innern gewährte.

Text aus dem Buch: Männer, Völker und Zeiten, eine Weltgeschichte in einem Bande, Verfasser: Wirth, Albrecht.

Siehe auch:
Männer, Völker und Zeiten – Anfänge
Der alte Orient und Griechenland
Arier und Chinesen
Juden und Phönizier
Feudalherrschaften in China, Indien, Vorderasien und Hellas
Homer
Assyrer und Perser
Religionsstifter und Philosophen
Perserkriege
Peloponnesischer Krieg
Anfänge Roms
Politischer Niedergang Athens
Alexander der Große
China und Rom
Punische Kriege
Der Staatsbegriff im Altertum
Kelten und Romanen
Hellenismus
Wuti und Cäsar
Römischer Imperialismus
Germanen
Christentum
Die Cäsaren und die späteren Han
Römische Spätzeit – Anfänge Japans
Völkerwanderung – Weltstellung des Christentums
Die Reiche der Völkerwanderung
Der Islam
Karl der Große
Anfänge der modernen Völker
Papsttum und Kaisertum – Aufstieg des Papstes
Die Kreuzzüge
Westöstliche Kulturvermittlung
Der Kampf der Weltreligionen
Der Staatsbegriff im Mittelalter
Mongolensturm
Aufschwung der Seestädte
Die Geburt heutiger Volkstümer und Sprachen
Die Zünfte
Die Condottieri
Entdeckungen und Erfindungen : Renaissance und Reformation
Entdeckungen und Erfindungen : Europäer in Afrika, Asien und Amerika
Entdeckungen und Erfindungen : Südeuropa gegen Nordeuropa
Aufstieg der Nordvölker : Holländer und Engländer
Aufstieg der Nordvölker : Kämpfe in Ostasien
Aufstieg der Nordvölker : Abschließung Ostasiens
Aufstieg der Nordvölker : Peter der Große
Aufstieg der Nordvölker : Das Wachstum Preußens
Aufstieg der Nordvölker : England und Frankreich werden Weltmächte
Aufstieg der Nordvölker : Friedrich der Große
Aufstieg der Nordvölker : Die Vereinigten Staaten von Amerika
Zeitalter der Revolutionen : Napoleon
Zeitalter der Revolutionen : Wachstum Englands
Zeitalter der Revolutionen : Lateinisch-Amerika unabhängig
Zeitalter der Revolutionen : Heilige Allianz und Romantik
Zeitalter der Revolutionen : Die Woge des Liberalismus
Zeitalter der Revolutionen : Englands Hand über Asien und Afrika
Zeitalter der Revolutionen : 1848
Zeitalter der Revolutionen : Krimkrieg
Zeitalter der Revolutionen : Erschließung Ostasiens
Zeitalter der Revolutionen : Bürgerkrieg in Nordamerika
Zeitalter der Revolutionen : Einigung Italiens und Deutschlands
Zeitalter der Revolutionen : Der Mikado stürzt den Shogun
Zeitalter der Revolutionen : Erschließung Afrikas
Zeitalter der Revolutionen : 1870/71
Zeitalter des Nationalismus : Der Staatsbegriff in der Neuzeit
Zeitalter des Nationalismus : Disraeli
Zeitalter des Nationalismus : Russisch-türkischer Krieg
Zeitalter des Nationalismus : Der Berliner Kongreß
Zeitalter des Nationalismus : Dreibund
Zeitalter des Nationalismus : Afrikanische Wirren
Zeitalter des Nationalismus : Deutsche Kolonien
Zeitalter des Nationalismus : Bismarcks Ausgang
Zeitalter des Nationalismus : Goldausbeute und Industrie
Zeitalter des Nationalismus : Wachstum der Bevölkerungen
Zeitalter des Nationalismus : Japanisch-chinesischer Krieg
Zeitalter des Nationalismus : Der Jamesons-Raid
Zeitalter des Nationalismus : Der Streit um die Goldfelder in Venezuela
Zeitalter des Nationalismus : Kämpfe in vier Erdteilen
Zeitalter des Nationalismus : Spanisch-amerikanischer Krieg
Zeitalter des Nationalismus : Nationalitätenhader in Österreich
Deutschtum und Türkei : Südmarsch der Deutschen
Deutschtum und Türkei : Kommerzieller Imperialismus
Deutschtum und Türkei : Der Sultan
Deutschtum und Türkei : Westöstliches

Männer; Völker und Zeiten

Während die Kontinentalstaaten von revolutionären Zuckungen zerwühlt wurden, schritt England auf dem Wege zur Weltherrschaft weiter. Auch England blieb von den Zuckungen nicht ganz verschont. Es erlebte heftige Stürme im Hause der Gemeinen, und erlebte eine Arbeiterrevolte, die Chartistenbewegung (1840). Allein der politische Sinn, der aus Erfahrungen von Jahrhunderten schöpfte, hat es in England stets verstanden, derartige Bewegungen, meist durch Konzessionen und Kompromisse, unschädlich zu machen. Ein jeglicher Uberschuß an Tatendurst kann sich seit vier Jahrhunderten bei den Engländern nach außen hin austoben. So kommt es, daß England mehr als irgendein anderer Staat der Erde von gefährlichen inneren Umwälzungen verschont geblieben ist. Die Briten hatten zwei große Aufgaben der äußeren Politik zu lösen: die Regelung der türkischen Verhältnisse, und die Gewinnung der Buren.

In der Türkei hatte sich ein Dualismus ausgebildet. Der Süden stand gegen den Norden, das Arabertum gegen das Türkentum. An der Peripherie zeigten sich autonome Neigungen: in Mesopotamien, wo Jussuf Pascha allmächtig waltete, in Albanien, wo Ali Tepelenli unumschränkt herrschte(1822auf einer Insel des Sees von Janina getötet),ferner in Kurdistan und Arabien, endlich inÄgypten. Der Khedive von Ägypten, dessen (möglicherweise albanische) Vorfahren aus der Gegend westlich von Saloniki auswanderten, Mehemed Ali, errang in Ägypten, Nubien, Arabien, Syrien und Mesopotamien eine äußerst starke Stellung. Die Türken aber, durch zwei Kriege mit den Russen (1812 und 1826/27), ferner durch den Aufstand der Griechen geschwächt, der durch die Einmischung der Großmächte und die Niederlage des Kapudan Pascha (Admiral, wörtlich Kapitän) bei Navarino 1827 entschieden wurde, waren in der übelsten Verfassung. Die Reformen von Mahmud dem Zweiten, der sich der Janitscharen durch ein Blutbad entledigte, und der westlichen Geist in Heer und Verwaltung einführen wollte, hatten zunächst nur das Ergebnis gehabt, daß die Auflösung und Verwirrung im Osmanischen Reiche noch größer wurde. Im Jahre 1833 zog der Khedive gegen die Türken, in deren Lager sich Moltke befand, durchzog Kleinasien, und erreichte fast den Bosporus. In seltsamer Eintracht rafften sich da aber die Mächte, die noch kurz zuvor bei Navarino die Kraft der Türkei gebrochen hatten, zum Schutze derselben Türkei auf und zwangen durch Gewalt den Khedive zur Umkehr. Die Russen legten Truppen an den Bosporus, die Engländer schickten Admiral Napier nach Syrien. Die ängstliche Sorgfalt für das Wohlergehen des Sultans — jetzt war Abdul Medjid am Ruder — war lediglich eine Frucht der Eifersucht. Keine Macht gönnte der anderen den Besitz von Konstantinopel. Die Engländer hatten weiters ein großes Interesse daran, sich nicht den Weg nach Indien über die Länder des östlichen Mittelmeeres versperren zu lassen; sie wünschten daher nicht, daß ein zu starker.Mann sich in dem strategisch wichtigsten Lande der Erde, in Ägypten, festsetzte.

Die andere Aufgabe der Briten lag in Südafrika. Teils durch Rassenhaß, teils durch die gewaltsame Beraubung ihrer Selbständigkeit erbittert, wurden die Buren neuerdings durch die Aufhebung der Sklaverei gereizt. Die Engländer wollten überall die Sklaverei abschaffen. Die erste Anregung dazu gab die philanthropische Agitation des Bischofs Wilberforce; bei der Durchführung spielte wohl die Hoffnung mit, die spanischen und portugiesischen Nebenbuhler zu ruinieren. Denn ohne Sklavenarbeit konnten die Pflanzungen in den tropischen Kolonien nicht mit dem Nutzen betrieben werden wie bisher. Daher richtete sich die Maßregel auch gegen die Vereinigten Staaten von Amerika, in deren südlichen Gebieten die Sklaven die Hauptträger der Wirtschaft waren. Die Engländer selbst hatten damals noch wenig mit tropischen Pflanzungen zu tun; höchstens in Westindien und Mauritius. Im übrigen dachten die Engländer durch ein schmiegsames Verwaltungssystem die Vorteile der Sklaven Wirtschaft zu retten, ohne deren Gehässigkeit auf sich zu laden. Sie führten einfach eine hohe Steuer für Farbige ein; um diese zu bezahlen, mußten die Eingeborenen monatelang arbeiten. So hatten die weißen Herren doch die Arbeit umsonst, und brauchten die freien Arbeiter noch nicht einmal zu ernähren. In Kanada, am Kap und in Australien glaubte man vollends der farbigen Hilfe ganz entraten zu können. So war die Aufhebung der Sklaverei ein Schachzug gegen die anderen Kolonialmächte. Der Schlag traf auch die Buren hart. In ihrer wirtschaftlichen Gebarung und ganzen Lebensführung waren und sind die Buren noch heute auf schwarze Hilfskräfte angewiesen. Nun wurden ihnen mit einem Male die Xosa, Fingo, Tembu, Griqua und Basuto entzogen, die für sie gefrondet hatten. Zwar wurden viele Millionen von England ausgezahlt, um die Leibeigenschaft abzulösen, aber von den großen Summen gelangte nur ein Viertel bis ein Fünftel in die Hände der Buren. Den wirtschaftlichen Ruin vor Augen entschlossen sich die Buren 1835 zu dem großen Treck über den Oranjefluß. Sie trafen es schlecht, denn die Zulu waren, durch ihren Ober Induna Tschakka militärisch organisiert, mit ihren Impi (Regimentern) auf dem Kriegspfad, und überschwemmten „das ganze nichtbritische Südafrika. Gegen eine hundertfache Übermacht wehrten sich die Buren am Vechtkopp (16. Dezember 1836), dann fielen sie in Natal ein. Dort wurden sie bei Weenen (vom Weinen, das sich erhob) von den Zulu überrascht, aber schlugen sie bei Colenso. Natal ist immer für die Buren das blühende Land der Sehnsucht gewesen, ungefähr das, was Italien für die Deutschen ist. Hierauf säuberten die Buren das Gebiet jenseits des Vaalflusses von den Matabele, einem Stamme der Zulu. In den neu gewonnenen Gebieten gründeten sie drei unabhängige Staatswesen: den Oranjefreistaat, die Transvaalrepublik und die Niederlassung in Natal. Jetzt stellten die Engländer, denen der Treck durchaus unerwünscht war, eine überraschende Lehre auf. Wie es in der römischen Kirche heißt: einmal ein Priester, immer ein Priester, so behaupteten die Kapbehörden: einmal ein Engländer, immer ein Engländer. Nirgends also auf dem ganzen Erdenrund sollte man sich der Habsucht der Briten entziehen können! Die Engländer machten Ernst, zogen Truppen zusammen und unterwarfen Natal und den Oranjefreistaat. Lediglich weil das Oranjegebiet mehr zu kosten als einzubringen drohte, gaben es später die Engländer an die Buren zurück.

Die dritte Aufgabe Großbritanniens war in Südasien zu lösen. Noch war bei weitem nicht ganz Indien unterworfen, und schon strebten die Angelsachsen über die Grenzen Indiens hinaus. Sie mischten sich 1837 in Persien ein und besetzten Buschir, den Haupthafen am Persischen Golf. Sie führten 1838—1840 Krieg mit Afghanistan. Zum Teil war diese fast krankhafte Ausdehnungssucht durch die Sorge vor russischem Vordringen veranlaßt. Durch zwei große Kriege, den einen um die Jahrhundertwende, den anderen 1827—1828, beendet durch den Frieden von Turkmantschai (zwischen Rescht und Teheran), hatten die Russen große Stücke von Persien losgerissen. Allmählich nisteten sich die Russen in den mittelasiatischen Gebieten Südsibiriens ein, und im Jahre 1839 stellte Perowski eine Riesenkarawane zusammen, um Khiwa zu überrumpeln. Die Eroberung scheiterte völlig, mehr durch Sandstürme als durch Angriffe der Turkmenen; aber ebenso mißglückte der gleichzeitige Zug der Engländer, die in Afghanistan bis auf den letzten Mann aufgerieben wurden.

Den Mißerfolg machten die Engländer weiter im Osten wett, nämlich in China, Sie machten sich ans Werk, um das bisher fast hermetisch verschlossene Ostasien dem Weltverkehr und der europäischen Bildung zu eröffnen. Im Grunde war das nicht sehr schlau von den Europäern, denn aus den gelehrigen Schülern erweckten sie sich Feinde; sie lieferten Armstrongs und Krupps den Ostasiaten, um damit Weiße niederzuschießen; sie brachten ihnen eine Kenntnis von Fabriken bei, die sie dann zum Nachteil des Westens verwerteten. Der Antrieb zu der Erschließung Chinas war gerade wiebei der Aufhebung der Sklaverei, doppelter Art, sittlich und wirtschaftlich. Die Missionare, die schon einige Jahrzehnte am Platze waren, hofften, China und Korea, wie auch die Liu Kiu für das Christentum zu gewinnen, die Kaufleute trachteten nach einer Erweiterung ihrer Kundenzahl und ihres Absatzmarktes. Für die Staatskunst Großbritanniens kam lediglich der materielle Punkt in Betracht. Es war ungefähr das Gegenteil von christlicher Menschenliebe, das die Engländer zur Einmischung in Kanton veranlaßte. Die Chinesen wollten sich nicht mehr vom Opium vergiften lassen, das von Indien kam; für die Engländer aber war der Ertrag des Opiums und der Opiumsteuer, die in manchem Jahre auf sechshundert Millionen Mark stieg-, zu wichtig, als daß sie auf sie hätten verzichten mögen. So brach denn der Opiumkrieg 1839 aus. Mit leichter Mühe vernichtete eine englische Flotte die schlechten chinesischen Schiffe und bombardierte Kanton. China wurde gezwungen, mehrere seiner Häfen für den regelmäßigen Handel mit Kaufleuten der Westmächte zu eröffnen.

Während die erdumspannende Politik der Engländer — auch in Amerika waren sie nicht müßig und kamen über die Oregongrenze beinahe mit der Union in Streit— eifrig damit beschäftigt war, die Weltkarte rot zu färben, waren die Franzosen in Algerien und Westafrika an der Arbeit. Vorläufig berührten sich die Einflußkreise nur wenig, außer in Syrien, wohin 1840 ein französisches Heer abging. Da zugleich sich die beiden Westmächte durch die gemeinsame liberale Strömung verbunden fühlten, so entstand zwischen ihnen die Entente Cordiale, die allerdings erst ein Jahrzehnt später Früchte tragen sollte.

Text aus dem Buch: Männer, Völker und Zeiten, eine Weltgeschichte in einem Bande, Verfasser: Wirth, Albrecht.

Siehe auch:
Männer, Völker und Zeiten – Anfänge
Der alte Orient und Griechenland
Arier und Chinesen
Juden und Phönizier
Feudalherrschaften in China, Indien, Vorderasien und Hellas
Homer
Assyrer und Perser
Religionsstifter und Philosophen
Perserkriege
Peloponnesischer Krieg
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Politischer Niedergang Athens
Alexander der Große
China und Rom
Punische Kriege
Der Staatsbegriff im Altertum
Kelten und Romanen
Hellenismus
Wuti und Cäsar
Römischer Imperialismus
Germanen
Christentum
Die Cäsaren und die späteren Han
Römische Spätzeit – Anfänge Japans
Völkerwanderung – Weltstellung des Christentums
Die Reiche der Völkerwanderung
Der Islam
Karl der Große
Anfänge der modernen Völker
Papsttum und Kaisertum – Aufstieg des Papstes
Die Kreuzzüge
Westöstliche Kulturvermittlung
Der Kampf der Weltreligionen
Der Staatsbegriff im Mittelalter
Mongolensturm
Aufschwung der Seestädte
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Die Zünfte
Die Condottieri
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Entdeckungen und Erfindungen : Europäer in Afrika, Asien und Amerika
Entdeckungen und Erfindungen : Südeuropa gegen Nordeuropa
Aufstieg der Nordvölker : Holländer und Engländer
Aufstieg der Nordvölker : Kämpfe in Ostasien
Aufstieg der Nordvölker : Abschließung Ostasiens
Aufstieg der Nordvölker : Peter der Große
Aufstieg der Nordvölker : Das Wachstum Preußens
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Aufstieg der Nordvölker : Die Vereinigten Staaten von Amerika
Zeitalter der Revolutionen : Napoleon
Zeitalter der Revolutionen : Wachstum Englands
Zeitalter der Revolutionen : Lateinisch-Amerika unabhängig
Zeitalter der Revolutionen : Heilige Allianz und Romantik
Zeitalter der Revolutionen : Die Woge des Liberalismus

Männer; Völker und Zeiten

Wiederum, wie zur Zeit der großen Staufer, als der Mongolensturm an die germanische Ritterschaft anprallte, waren beide, Morgenland wie Abendland, auf der höchsten Höhe der Macht. Dem zwar ausgedehnteren, aber innerlich weniger festzusammenhängenden Reiche Karls V. war das Reich Soleimans des Prächtigen mehr als gewachsen. Wenn der Kaiser Algier eroberte und Tunis bombardierte, so setzten die Flotten des Sultans nach Otranto in Italien über und vereinigten sich mit der französichen Flotte vor Korsika. Wenn König Ferdinand, der Sohn des Kaisers, die Türken von Wien zurückschlug, so eroberten und behielten diese doch Ungarn, seit der Schlacht von Mohacz 1526.

Wodurch aber das christliche Europa über die Türken hinauswuchs, das war durch die überseeischen Kolonien. Freilich war es nicht das mächtige Spanien, sondern das kleine Portugal, das hier das größte Werk leistete. Die Portugiesen umgingen die Stellung der Türken von Süden her und setzten sich am Ausgang des Roten und Persischen Meeres sowie in Ceylon und Indien fest. Portugiesische Admiräle siegten über die Schiffe der Mamelukken und im Jahre 1537 über ein vereinigtes osmanisch-mogulisches Geschwader, das vor der Insel Diu (nördlich von Bombay) den Kampf anbot. Ganz aber ließen sich die Türken vom indischen Ozean nicht verdrängen. Ein Seeräuber, der um 1560 Mombasa nahm und die Gewässer von Sansibar unsicher machte, stellte sich unter den Schutz des Padischah. Auch hatte ein türkischer Admiral kurz vorher alle Häfen Südasiens besucht und in einer eigenen Schrift beschrieben. In einer anderen Schrift, dem Katai Nameh, wurde damals der Sultan zur Eroberung Chinas aufgefordert. Daraus wurde nichts. Erst in der Gegenwart ist der Gedanke einer türkisch – chinesischen Vereinigung wieder aufgetaucht, insofern panasiatische Kreise ein gemeinsames Zusammengehen gegenüber der christlichen Welt empfehlen. Um sich die Rolle so recht zu vergegenwärtigen, die das Türkentum auf der Erde spielt, muß man sich daran erinnern, daß schon im sechsten nachchristlichen Jahrhundert erobernde Türkenscharen bis nach Schantung gelangten, daß die türkischen Jakuten, die wahrscheinlich im dreizehnten Jahrhundert von den Ufern des Baikalsees auswanderten, sich bis zum Eismeer und bis zum Behringsmeer erstrecken. Eine Eroberung Chinas unternahm außerdem der türkische Beherrscher Hindostans, Mohammed Tughlak um 1350. Jedoch sein gewaltiges Heer ging schon in den Himalajapässen zugrunde.

Man muß sich ferner klar machen, daß die Mogule, die seit 1526 Indien beherrschen, nur dem Namen nach Mongolen, tatsächlich aber Türken sind. Nun war Indien und ist noch bis zum heutigen Tage das Hauptland europäischer Ausdehnung über See. Indien hat, wenn man die hinterindischen Länder und Ceylon mitrechnet, noch heute so viel Einwohner (315 Millionen), als ganz Amerika und Afrika zusammengenommen. Hieraus ergibt sich, daß sowohl in Europa als auch in Südasien die Türken die Hauptmacht darstellten, mit der sich die Westarier herum schlagen mußten. Ja, auch in Sibirien, denn dorthin waren schon längst Türken gedrungen, der Islam aber war ihnen seit dem sechzehnten Jahrhundert nachgefolgt.

Sehr merkwürdig ist, daß noch vor den Russen die Engländer in Sibirien erschienen. Allerdings ist die Reise von den britischen Inseln nach Sibirien kaum länger als von Westrußland, und zur See vor sich gehend ist sie auch bedeutend leichter gewesen, wofern nicht Treibeis den Schiffern den Weg verlegte. Alles was östlich der Kama, geschweige denn des Urals liegt, war den Russen, die jetzt von Iwan dem Schrecklichen regiert wurden, unbekannte Einöde. Von Zeit zu Zeit scheinen freilich Pioniere von Nowgorod nach Jugorien gelangt zu sein, aber es ist nicht sicher, ob dies Land diesseits oder jenseits des Urals lag. Im Jahre 1550 wird ein Vorgänger Iwans des Schrecklichen von seinem englischen Standesgenossen, Eduard dem Sechsten, als Zar of all Siberia begrüßt. Vermutlich beruhte dieser Titel aber nur auf einer Huldigungsgesandtschaft sibirischer Horden. So schickte ein Emir Darfors einen Abgeordneten mit zweitausend Negersklaven als Geschenk an den in Ägypten weilenden Bonaparte und entboten früher die Karthager ihre Unterwerfung den Persern. Der erste Europäer in Nordasien, von dem wir unzweifelhafte Kunde haben, war, wie schon berührt, ein Münchener, der 1406. nach Sibirien kam; es folgten vielleicht Portugiesen, wenigstens finden wir in den Erinnerungen von Mendez Pinto Nachrichten über die Gegend am Amur. (Marco Polo war über Mittelasien nicht hinausgekommen.) Und jetzt, 1553, landete Willoughby an der Mündung des Jenissei. Zwei Jahre darauf kam ein anderer Engländer, Jenkinson, in Archangelsk an. Von da reiste er nach Moskau und Persien. Hierauf machten sogar die Isländer einen Versuch, um die nordöstliche Durchfahrt nach China zu finden; sie kamen 1564 bis in die Straße von Waigatsch. Wiederum drei Jahre später regten sich endlich die Russen, aber sie übertrafen sofort ihre Nebenbuhler. Zwei Kosaken-Atamane legten den weiten Weg bis Peking glücklich zurück, jedoch ohne etwas zu erreichen. Ein Handelsvertrag wurde ihnen abgeschlagen.

Inzwischen machten Portugiesen und Spanier noch weitere Entdeckungen in den Tropen. Cortez hatte Mexiko, Pizzaro Peru erobert. Nun drangen einzelne Spanier von Mexiko bis zum Coloradofluß nach Norden. Südamerika wurde durchquert. Im Jahre 1560 unternahmen die Portugiesen einen Zug nach Ma-schonaland, 1576 besiedelten sie Angola von Brasilien aus, und 1578 wollten sie sogar Marokko erobern, aber ihr König Sebastian, dem Tausende von deutschen Rittern und Soldaten halfen, unterlag bei Ksar el Kebir, zwischen Tanger und Fes.

Text aus dem Buch: Männer, Völker und Zeiten, eine Weltgeschichte in einem Bande, Verfasser: Wirth, Albrecht.

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Feudalherrschaften in China, Indien, Vorderasien und Hellas
Homer
Assyrer und Perser
Religionsstifter und Philosophen
Perserkriege
Peloponnesischer Krieg
Anfänge Roms
Politischer Niedergang Athens
Alexander der Große
China und Rom
Punische Kriege
Der Staatsbegriff im Altertum
Kelten und Romanen
Hellenismus
Wuti und Cäsar
Römischer Imperialismus
Germanen
Christentum
Die Cäsaren und die späteren Han
Römische Spätzeit – Anfänge Japans
Völkerwanderung – Weltstellung des Christentums
Die Reiche der Völkerwanderung
Der Islam
Karl der Große
Anfänge der modernen Völker
Papsttum und Kaisertum – Aufstieg des Papstes
Die Kreuzzüge
Westöstliche Kulturvermittlung
Der Kampf der Weltreligionen
Der Staatsbegriff im Mittelalter
Mongolensturm
Aufschwung der Seestädte
Die Geburt heutiger Volkstümer und Sprachen
Die Zünfte
Die Condottieri
Entdeckungen und Erfindungen : Renaissance und Reformation

Männer; Völker und Zeiten

Eine Weltgeschichte in einem Bande.

Seit dem zwölften Jahrhundert ist ein volklicher Zusammenschluß zwischen Siegern und Besiegten bemerkbar. In Japan spielen die Ainu keine ansehnliche Rolle mehr. Auf dem Festland sind, wie früher die Katai, so jetzt die Niutsche chinesiert. Indien saugt das Türkentum auf, Iran ist auf dem Wege dazu. Die Waräger sind in Rußland schon längst verrußt. In Deutschland sind wenigstens bis zur Elbe die Slawen so ziemlich eingedeutscht, wenn auch im Lüneburgischen, auf Rügen und sonst noch kleine slawische Inseln fortbestehen. Ebenso darf man annehmen, daß die Rätier in der Hauptsache jetzt ihr Volkstum verloren haben. Nur in der Gegend zwischen oberer Isar und dem Inn bei Innsbruck ist es noch bezeugt; vielfach freilich, wie im Stubai, im Inntal oberhalb Zirls, bei Klausen, haben die Rätier einstweilen romanische Sprache angenommen, um erst Jahrhunderte später deutsche dafür einzutauschen. Auch an der westlichen Grenze, gegen Burgund und den Ardennen zu, hat sich eine säuberliche Scheidung vollzogen, die in der Hauptsache bis heute dauert, und eine Eindeutschung der Fremden diesseits der Grenze. Italien hat inzwischen die Langobarden und auch bereits die Normannen verdaut. Nur in England, das hundert Jahre mit Frankreich (1330—1430) und außerdem beständig mit Schotten, Iren und Welshmen zu kämpfen hat, und Spanien, das sich der Basken und Araber zu erwehren hat, tobt noch der Nationalitätenkampf.

Eine neue Kultur hebt an. Die umgeschmolzenen, umgeschmiedeten Volkstümer sind nicht mehr mit Überkommenem, Entlehntem zufrieden; sie wollen Eigenes schaffen. Auf allen Gebieten regt es sich: in der Dichtung, in der Philosophie, in der Baukunst. Nicht zum mindesten auch im Gewerbe. Die frisch erstandenen Städte beginnen mit Fabrikation besonders von Tuchen; sie treiben ausgedehnten Handel. Die Naturalwirtschaft geht seit 1200 in die Geldwirtschaft über. Entscheidend war hierfür, neben der Notwendigkeit der inneren Entwicklung, der Anstoß durch die Kreuzzüge. Er wurde am stärksten in Südeuropa verspürt, das denn auch die Mutter der Weltwirtschaft wurde. Die Templer, die über 200 Millionen Mark Kapital verfügten, eröffneten den regelrechten Bankbetrieb. Sie führten Versicherungen ein. Sie stellten Konsuln an, um die Interessen überSee zu vertreten, verschieden von den gleichzeitigen Konsuln in Pisa und Florenz, die als Vorsteher einer Gilde und Inhaber einer Gerichtsbarkeit auftraten. Sie waren selbst Großhändler, Großreeder und Großbankiers.

Der erstaunliche Aufschwung- des Verkehrs erinnert an den unter den Achämeniden. Ihrer straffen Herrschaft mit dem folgerichtigen Steuersystem ist der sizilisch-unteritalische Musterstaat des Staufers Friedrich II. zu vergleichen. In seiner politischen wie religiösen Auffassung war Friedrich der erste moderne Mensch.

Die Germanen haben das Überkommene originell umgebildet. Für den romanischen Stil setzten sie die Gotik, für das Evangelium den Heliant. Dazu hatten sie ganz Eigenes, an Stelle des Hexameters die Nibelungenstrophe. Nie haben sie, trotz der eifrigen Versuche der Staufer, das absolute Cäsarentum angenommen. Auch das römische Christentum, das sie wohl als Fremdkörper empfanden, haben sie umgebildet, wie die Muschel den Fremdstoff zur schimmernden Perle umschafft. Stets sträubten sie sich gegen das römische Recht. Endlich war, nach langen Stürmen, die innere Volkseinheit wieder entstanden.

Ihre Erfindungen gestalteten die Technik und infolgedessen das ganze materielle Leben um. So auch das Kriegswesen. Durch das Pulver wurde die Taktik revolutioniert, durch die Städte die soziale Schichtung, das Dichten und Trachten der Gesellschaft.

Der Kampf zwischen dem alten Universalismus, der noch in Dante, in dem Mongolenreiche, in der Huldigung der Ashikaga an die Ming eine Wiedergeburt feierte, und dem aufstrebenden Nationalismus erzeugte die gewaltigstenErschütterungen und die großartigsten Helden, weckte kühnste Kraft auch in der Kultur. Moderne Geister, wie der Kanitz Ostasiens, der Staatssozialist Wangan-tschi (1060), wie der Staufer Friedrich II. inmitten mittelalterlicher Gebundenheit; titanischer Individualismus, der die ganze Welt in die Schranken fordert, bei Firdusi, bei Erwin von Steinbach, bei den Minamoto Japans und den Plantagenets —

„wir kommen vom Teufel“1,

sagte Richard Löwenherz,

„und müssen zum Teufel zurückkehren“ —

bei den Cangrande und den Malatesta.

Die Überspannung des Individualismus erzeugte um 1300 die Blüte der Sufi, deren Anfänge allerdings weiter, bis zu denen der Assassinen, zurückliegen, und den radikalen Pantheismus des Japaners Nichiren, des Deutschen Heribert von Aura. Das Übereinstimmende der verschiedenen Lehren liegt darin, daß jeder einzelne gleich Gott werden kann. Daraus zogen sie, mit Ausnahme von Nichiren, den Schluß, daß solchen Gottgeeinten alles erlaubt, daß ferner alles, auch die Frauen, ihnen gemeinsam seien. Orgiastische Feste sollten geradezu die Wonnetrunkenheit der mystischen Gotteinheit ausdrücken.

1 Eine Ahnin der Plantagenets, die Gemahlin Geoffroys von Anjou, soll der Sage nach satanischen Ursprungs gewesen sein.

In dieser Überspannung führte der Individualismus zum völligen Gegenteil, zur Aufhebung und Vernichtung des Nationalismus.

Im Osten behaupteten sich jedoch derartige Lehren, während Heribert, infolge kirchlicher Anklage, verbrannt wurde. Aber auch politisch war das übertriebene Selbstgefühl der einzelnen unheilvoll. Es führte in Italien, durch den unbezähmbaren Ehrgeiz und Tatendrang der Kondottieri, zu lauter partiku-laristischen Bildungen, zu einer Zersplitterung Nord- und Mittelitaliens in kleine Fürsten- und Herzogtümer, in Japan aber geradezu zu einem Krieg aller gegen alle. Und doch dienten diese Wehen nur dazu, um einer gewaltigen Zeit, um der Renaissance zur Geburt zu verhelfen. Ein Blitz, der aus dem Zusammenstoß zweier Welten, der zerfließenden mittelalterlichen und der übermächtig andrängenden modernen, hervorzuckt!

Diese gewaltige Epoche ist die Wiege heutiger Sprachen. Bei fast allen Sprachen der Welt sind drei Stufen zu beobachten: eine, die unserem Althochdeutsch, eine, die dem Mittelhochdeutsch, eine, die dem jetzt überall verstandenen Neuhochdeutsch entspricht.

Das Neuhochdeutsch beginnt nach der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts. Schon lange vorher war jedoch ein Nationalgefühl unter den Deutschen im Wachsen. Seit Heinrich IV. ist der Gegensatz zwischen Deutschen und Fremden schon recht fühlbar. Noch lebhafter wird das Gefühl durch das Interregnum. Das Volk ist durch die Wahl von Ausländern zum römischen Kaiser gereizt. Die Reichsverfassung spricht dem Böhmenkönig, obwohl er Erzschenk, das Wahlrecht ab, weil er kein Deutscher sei. Wie einerseits Mittelhochdeutsch die Würde der allgemeinen Schriftsprache errang, so ist doch andererseits dem Anschein nach auch Platt, wenigstens in der Zeit der Salier, von allen Gebildeten verstanden. Das Wachstum des deutschen Nationalgefühles ist jedoch nicht stetig gewesen; es wurde oft durch Rückschläge, Eingriffe von außen und Rezeptionen fremder, besonders romanischer Elemente unterbrochen. Einen Markstein bildet der Beschluß der Kurfürsten zu Rense 1338, aber die Tätigkeit Friedrichs III. (seit1453) und der folgenden Habsburger hat die Uhr der Zeiten wieder zurückgestellt, und die reine Fortbildung des nationalen Bewußtseins bis auf die Gegenwart getrübt und gehemmt. Selbst der so rühmliche Erfolg der Hansa war im Grunde nur zu geeignet, die Arbeit am nationalen Bau zu stören. Die Gefahr, der die mächtige Faust Karls des Großen vorgebeugt, die Gefahr einer Verschmelzung Norddeutschlands mit Skandinavien, lebte wieder auf und wurde erst durch Gustav Wasa beseitigt. Der Zusammenbruch der Hansa hat dem nationalen Aufstieg ebensoviel genützt, wie den Engländern ihr Fehlschlag in Frankreich.

In Italien beginnt ganz deutlich eine vollkommen neue Entwicklung mit Dante. In seinem Vorstellungs- und Ideenkreis ist er zwar der Abschluß, der Gipfel einer alten Welt, in seiner Sprache aber der Schöpfer einer neuen. Die „Göttliche Komödie“ kann, abgesehen natürlich von den schwierigen Anspielungen auf Zeitverhältnisse und Personen, noch heute jeder Italiener ohne weiteres verstehen. Etwas später offenbart sich die neue Zeit in der Malerei. Giotto steht noch ganz auf byzantinischem Grund, aber seine Nachfolger Verrocchio, Ghirlandajo, Boticelli zeigen einen durchaus neuen Stil.

Ramon Muntanes, der 1330 starb, schreibt seine katalanische Chronik; in dieselbe Zeit fallen die Anfänge des Kastilianischen. Das sprachlich begründete Neuspanien erhält seine staatliche Unterlage 1340 durch den großen Sieg über die Mauren am Rio Salado. Im gleichen Jahre setzte das englische Parlament durch, daß die Untertanen des Königs (der damals auch halb Frankreich besaß) ihm nur als englischem Könige Gehorsam schuldeten. Wiederum in dem gleichen Jahre ward Chaucer geboren, der Vater der englischen Schriftsprache. Wie jedoch in Deutschland die Kanzleisprache der Schöpfung Luthers voraufging, so auch in Großbritannien. Englisch wurde 1362 als Gerichtssprache festgesetzt, während sich Französisch als Hofsprache noch lange behauptete. Gegen 1300 vereinigt sich die langue d’oc mit der langue d’oil, gegen 1400 schrieb Froissart seine Geschichte. Um 1390 verfaßt der tschechische Ritter Emil von Pardubic die satirische Zierdichtung „Neuer Rat“. Der Ausgangspunkt der neuen finnischen Entwicklung scheint der Göteborger Friede von 1323, des Neurussischen der Sieg über die Tataren bei Kulikowo am Don 1380, des Neubulgarischen die Niederlage durch die Türken, des Neupolnischen das Aufsteigen Jagellos 1399 zu sein; die sprachliche Neubildung ist allerdings erst ein Menschenalter später als die staatliche, in dem einen Fall hat ein Sieg das Volksbewußtsein gestärkt, in einem anderen das Unglück den zerknirschten Sinn zur Einkehr, und dadurch ebenfalls zu fruchtbarer Umwandlung gebracht. So haben bei uns Jena und Sedan in gleicherweise Epoche gemacht.

In der Kanzlei Karls IV. ist das Deutsch, dessen sich Luther bediente, ist das Deutsch der Gegenwart entstanden. Karl IV. war ein halber Franzose. Er hatte nicht das Bedürfnis, Böhmen zu germanisieren, er hat vielmehr die tschechische Entwicklung gefördert. Er löste Prag von Mainz und gründete dort ein eigenes Erzbistum. So bereitete er den Boden für die Hussitenbewegung vor. Gerade aber dieser fremde Boden hat uns die deutsche Verkehrssprache geschenkt. Ähnlich hat die Fremdherrschaft der Mongolen und der Mandschu den zwiespältigen Chinesen die Einheit gegeben. Bei einem großen Bau, scheint es, muß stets ein Fremdelement als Kitt hinzukommen, um die sonst auseinanderfallenden Steine zusammenzuhalten, und ein abseits gelegener neutraler Boden ist der geeignetste, um Einheitsbestrebungen, die im Hader der heimischen Stämme und Parteien nicht gedeihen, als förderliche Grundlage zu dienen. So sind auch die Stammes- und Sprachenunterschiede der Griechen, die zwei Jahrtausende hindurch in ungeschwächter Kraft sich erhalten hatten, erst durch den Anstoß von außen, durch die Osmanen, zum Ausgleich gezwungen worden.

Das zwölfte Jahrhundert und der Beginn des dreizehnten, in dem zuerst sich die Keime heutiger Nationen selbständig regten, war die Zeit persönlicher Größe, der Schöpferkraft auf allen Gebieten, der Genialität in Staatskunst und Kirche. Es war die Zeit der aufsteigenden Gotik und der Troubadoure. Allmählich aber ebbte und versiegte das reiche Lied eines Bertrand de Born, und der Meistersang braver Biedermeier trat an die Stelle wildsprudelnder Titanenklänge. Die Epoche, in der die Grundlagen heutiger Sprachen zuerst sichtbar werden, hat zwar keinen Mangel an ragenden Einzelpersönlichkeiten, zeigt aber trotzdem literarisch einen Durchschnitt mittelmäßiger Konvention. Damit steht im Einklänge, daß, mit Ausnahme von Dante, kein einziger Autor, der an der Schwelle neuzeitlicher Sprachenentwicklung steht, zu den Großen gerechnet werden kann; mitunter kann man sogar nicht einmal einen einzelnen Schriftsteller als Bahnbrecher namhaft machen, sondern muß sich damit begnügen, volkstümliche Erzählungen, Märchen, Chroniken, anonyme Bänkelsänger als die ersten einleitenden Erscheinungen heutigen Schrifttums zu bezeichnen.

Gewaltig waren die Zeiten, in denen die Wiege der Nationen der Gegenwart stand, aber unpersönlich war der Niederschlag der großen Taten in Wort und Schrift. Haben wir es doch auch in unseren Tagen erlebt, daß nach 1870 kein Shakespeare, kein Schiller aufstand, und daß trotzdem das deutsche Schrifttum von Grund aus ein anderes ward. Man hat es längst eingesehen, daß nicht Moses die hebräische Schriftsprache, nicht Homer das griechische Kunstepos schuf: Homer war nur die Spitze einer längst begonnenen Entwicklung. Auch Dante hatte bereits Vorgänger, und bediente sich nur solcher Waffen, die schon von anderen geschliffen waren. Ähnlich ist es mit den anderen romanischen Sprachen, mit dem Deutschen und mit den Sprachen des Ostens gegangen. Die Sprache, das Gemeingut aller, geht nicht auf einen Einzelschöpfer zurück. Viel haben die deutschen Mystiker getan: Seuse (Suso), Suchensin und Tauler; aber gewiß nicht alles. Auch Luther hat nur gefeilt, feiner geschliffen, gefestigt, verbreitet, aber der eigentliche Urheber des Neuhochdeutschen ist er nicht gewesen. Dem ganzen deutschen Volke, als es noch einig war, als es sich noch nicht in Katholiken und Protestanten gespalten hatte, muß die Urheberschaft zugeschrieben werden.

Text aus dem Buch: Männer, Völker und Zeiten, eine Weltgeschichte in einem Bande, Verfasser: Wirth, Albrecht.

Siehe auch:
Männer, Völker und Zeiten – Anfänge
Der alte Orient und Griechenland
Arier und Chinesen
Juden und Phönizier
Feudalherrschaften in China, Indien, Vorderasien und Hellas
Homer
Assyrer und Perser
Religionsstifter und Philosophen
Perserkriege
Peloponnesischer Krieg
Anfänge Roms
Politischer Niedergang Athens
Alexander der Große
China und Rom
Punische Kriege
Der Staatsbegriff im Altertum
Kelten und Romanen
Hellenismus
Wuti und Cäsar
Römischer Imperialismus
Germanen
Christentum
Die Cäsaren und die späteren Han
Römische Spätzeit – Anfänge Japans
Völkerwanderung – Weltstellung des Christentums
Die Reiche der Völkerwanderung
Der Islam
Karl der Große
Anfänge der modernen Völker
Papsttum und Kaisertum – Aufstieg des Papstes
Die Kreuzzüge
Westöstliche Kulturvermittlung
Der Kampf der Weltreligionen
Der Staatsbegriff im Mittelalter
Mongolensturm
Aufschwung der Seestädte

Männer; Völker und Zeiten