Schlagwort: völkisch


Schwerlich kann die Schwierigkeit der Problematik, auf die jede denkerische Beschäftigung mit der Kultur der primitiven Völkerschaften stößt, schon sprachlich schärfer formuliert werden als mit den Worten dieser Überschrift. Denn der Doppelausdruck: „ästhetische Funktion“ ist das Resultat eines Jahrhunderts kritischer Anspannung, deren ganzer, unablässig regsamer Wille sich darauf richtete, die einzelnen Tendenzen des kulturellen Lebens so voneinander zu scheiden, daß innerhalb der einen Formel, mit der man das Wesen der einen Lebensrichtung bezeichnete, auch nicht der mindeste Hinweis auf die Formel, mit der man das Wesentliche einer anderen Lebensrichtung ergreifen wollte, sich nachweisen ließ. Seitdem von Immanuel Kant der genialste Vorstoß in dieser Hinsicht vollbracht war, ließ es die folgenden Generationen nicht ruhen: immer weiter trieb sich das Bewußtsein von der Reinheit der funktionellen Impulse. Das Ergebnis dieses Absehens voneinander und von etwa möglicher Zusammenarbeit war für den „Fachmann“ immerhin erstaunlich. Noch nie erschienen so reine Typen menschlicher Arbeit auf der Tribüne der Zeit: der reine Künstler des Impressionismus, der reine Ethiker des Kritizismus, der pure Religiöse Tolstois, der Nichts-als-Politiker angelsächsischer Prägung. Aber sie waren und blieben doch, was sie waren: Laboratoriumsprodukte aus zivilisatorischem Willensentschluß. Verdichtungen der Lebenskraft, die aber zugleich Verengungen bedeuteten. Denn die Gesamtheit des Lebens wurde nicht geachtet, — ja: dieser Gedanke der Totalität wurde kraftlos.

Die Kunst der Naturvölker und der Vorzeit

„Die Hauptsache ist, daß die Rasse rein bleibe! Rein und sich selber gleich, wie schon Tacitus sie einst rühmte. So nur werden wir ein Volk! So nur werden wir eine Einheit! So nur werden wir Offenbarungen und Betätigungen der Geisteswelt und fähig, das Grundelement des Urvolkes der Germanen zu erhalten und zu steigern, ohne das Große und Gute aller Zeiten und Völker von uns wegzuweisen.“

Johann Wolfgang Goethe.

Wer ein Kunstwerk verstehen und genießen will, der gehe womöglich ohne Begleitung und kaufe sich einen Stuhl, wenn solcher zu haben ist, setze sich in richtiger Distanz und suche, in Schweigen verharrend, wenigstens für eine Viertelstunde sein verehrliches Ich zu vergessen. Geht ihm nichts auf, dann komme er wieder, und ist ihm nach acht Tagen nichts aufgegangen, dann beruhige er sich mit dem Bewußtsein, das Seinige getan zu haben. Fängt aber innerhalb dieser Frist der magnetische Rapport an zu wirken, wird es ihm warm um das Herz und fühlt er, daß seine Seele anfängt, sich über gewisse Alltagsvorstellungen und gewohnte Gedankenreihen zu erheben, dann ist er auf gutem Wege, begreifen zu lernen, was die Kunst ist, und was sie vermag.

Anselm Feuerbach.



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3. Reich Abbildungen Kunst im 3. Reich Nordisches Blutserbe im süddeutschen Bauerntum