Verzeichnis der 262 Abbildungen unten.






































































































































































































































































Verzeichnis der Abbildungen:

Admiral Graf Spee
Aufklärungsflugzeug-Wehrmacht
Bettwäsche-Wehrmacht
Ehrung der Fahnen der alten Armee
Fahnenkompanie
Feldküche-Wehrmacht
Flaggensignale-Wehrmacht
Flakartillerie-Wehrmacht
Flakbatterie-Wehrmacht
Fliegerdeckung-Wehrmacht
Gorch Fock
Jagdflugzeuge-Wehrmacht
Jagdflugzeug-Wehrmacht
Jagdgeschwader-Richthofen
Kampfflugzeug-Wehrmacht
Kesselpauker
Lastkraftwagen-Wehrmacht
Maschinengewehr-Wehrmacht
Motorradfahrer-Wehrmacht
Panzerabwehrgeschütz-Wehrmacht
Panzerkampfwagenverband-Wehrmacht
Panzerkampfwagen-Wehrmacht
Panzerschiff-Deutschland
Panzerschiff-Wehrmacht
Panzertruppen-Parade
Pferdereiter-Wehrmacht
Posten am Ehrenmal
Rekruten-Wehrmacht
Richthofen-Grab
Scheinwerfer-Wehrmacht
Schifferklavier
Seeaufklärungsflugzeuge-Wehrmacht
Tarnung-Wehrmacht
Taucher-Wehrmacht
Torpedo-Wehrmacht
U-Boot-Ehrennmal
U-Boot-Kieler Förde
Wachablösung-Brandenburger Tor
Wehrmacht-10-cm-Kanone
Wehrmacht-Äquatortaufe
Wehrmacht-Artillerie
Wehrmacht-Artillerieleitung
Wehrmacht-Artillerieschütze
Wehrmacht-Artilleristen
Wehrmacht-Aufklärung
Wehrmacht-Aufklärungsabteilung
Wehrmacht-Aufklärungsflugzeug
Wehrmacht-Bäckerbetrieb
Wehrmacht-Bahntransport
Wehrmacht-Bär
Wehrmacht-Baumbeobachtung
Wehrmacht-Baumsperre
Wehrmacht-Befehlsstelle
Wehrmacht-Befehlsübermittlung
Wehrmacht-Bekleidungshandwerk
Wehrmacht-Bettenbauen
Wehrmacht-Blinktrupp
Wehrmacht-Bodenfunkstelle
Wehrmacht-Bootsmanöver
Wehrmacht-Bordflugzeug
Wehrmacht-Brieftauben
Wehrmacht-Brieftaubenschlag
Wehrmacht-Brückenbau
Wehrmacht-Brückenkolonne
Wehrmacht-Brückenträger
Wehrmacht-Brückenunterstützung
Wehrmacht-Deckwaschen
Wehrmacht-Ehrenmal
Wehrmacht-Einkleidung
Wehrmacht-Entfernungsmesser
Wehrmacht-Entfernungsmessung
Wehrmacht-Exerzieren
Wehrmacht-Fahneneid
Wehrmacht-Fahnenverleihung
Wehrmacht-Feldhaubitze
Wehrmacht-Fernerkundung
Wehrmacht-Fernsprechkabel
Wehrmacht-Fernsprechleitung
Wehrmacht-Fernsprechleitungen
Wehrmacht-Fernsprechleitungsbau
Wehrmacht-Fernsprechvermittlung
Wehrmacht-Feuer
Wehrmacht-Feuerkampf
Wehrmacht-Feuerstellung
Wehrmacht-Flaggensignal
Wehrmacht-Flakwaffen
Wehrmacht-Fliegersicherung
Wehrmacht-Floß
Wehrmacht-Flottenbegleiter
Wehrmacht-Flottenparade
Wehrmacht-Flugdisziplin
Wehrmacht-Flugschule
Wehrmacht-Flugzeugkanzel
Wehrmacht-Flugzeugkennzeichen
Wehrmacht-Flugzeugkommunikation
Wehrmacht-Flugzeugmaschinengewehr
Wehrmacht-Flugzeugpersonal
Wehrmacht-Flugzeugstaffel
Wehrmacht-Flugzeugträger
Wehrmacht-Flußübergang
Wehrmacht-Friedensbiwak
Wehrmacht-Führerbesuch
Wehrmacht-Funkanlage
Wehrmacht-Funkstation
Wehrmacht-Funkstelle
Wehrmacht-Funkunterricht
Wehrmacht-Funkwagen
Wehrmacht-Gasmaske
Wehrmacht-Gebirgsgeschütz
Wehrmacht-Gebirgsjäger
Wehrmacht-Gefechtsschießen
Wehrmacht-Generaladmiral
Wehrmacht-Geschützreinigen
Wehrmacht-Geschützreinigen II
Wehrmacht-Gespannexerzieren
Wehrmacht-Gewehr
Wehrmacht-Gewehranschlagsarten
Wehrmacht-Gewehrpyramiden
Wehrmacht-Gewehrschütze
Wehrmacht-Gleitschutzkette
Wehrmacht-Gorch Fock
Wehrmacht-Handflaggen
Wehrmacht-Handgranaten
Wehrmacht-Handgranatenkampf
Wehrmacht-Haubitzbatterie
Wehrmacht-Hindernisbahnen
Wehrmacht-Hindernislauf
Wehrmacht-Hochgebirgsjäger
Wehrmacht-Hufbeschlag
Wehrmacht-Infanteriefeuer
Wehrmacht-Infanteriegepäck
Wehrmacht-Infanteriegeschütz
Wehrmacht-Infanteriegeschützkompanie
Wehrmacht-Infanteriespitze
Wehrmacht-Infanterist
Wehrmacht-Jagdflieger
Wehrmacht-Jagdstaffel
Wehrmacht-Kampfflugzeugverband
Wehrmacht-Kampfstaffel
Wehrmacht-Kanoniere
Wehrmacht-Kartoffeln
Wehrmacht-Kaserne
Wehrmacht-Kavallerie
Wehrmacht-Kavallerie MG.
Wehrmacht-Kavallerie II
Wehrmacht-Klarinettensolo
Wehrmacht-Kradschützen
Wehrmacht-Kraftfahrkampftruppe
Wehrmacht-Kraftsäge
Wehrmacht-Kraftwagenkolonne
Wehrmacht-Kreuzer
Wehrmacht-Kriegsbrücken
Wehrmacht-Kriegsschiff
Wehrmacht-Kübelwagen
Wehrmacht-Küche
Wehrmacht-Küstengeschütz
Wehrmacht-Leichte Batterie
Wehrmacht-Leichtes Maschinengewehr
Wehrmacht-LMG
Wehrmacht-Luftkampf
Wehrmacht-Malen
Wehrmacht-Mannschaftstransportwagen
Wehrmacht-Marineluftstreitkräfte
Wehrmacht-Marschpausen
Wehrmacht-Marschübung
Wehrmacht-Maschinengewehrwagen
Wehrmacht-Maschinentelegraph
Wehrmacht-Matrose
Wehrmacht-Matrosen
Wehrmacht-Matroseninfanterieangriff
Wehrmacht-Meldehunde
Wehrmacht-MG
Wehrmacht-Minensuchboot
Wehrmacht-Minensuchflottille
Wehrmacht-Minenwerfer
Wehrmacht-Mittelartillerie
Wehrmacht-Motorbootförderwagen
Wehrmacht-Motorenwartung
Wehrmacht-Motorisierte Artillerie
Wehrmacht-motorisierte Kanone
Wehrmacht-Motorradfahrer
Wehrmacht-Mündungspropfen
Wehrmacht-Munitionswagen
Wehrmacht-Nachtgefecht
Wehrmacht-Nachrichtenleute
Wehrmacht-Nachrichtenmittel
Wehrmacht-Nachtschießen
Wehrmacht-Nebelgeschosse
Wehrmacht-Nürnberg
Wehrmacht-Offiziersnachwuchs
Wehrmacht-Packpferd
Wehrmacht-Panzerabwehrkanone
Wehrmacht-Panzerkampfwagen
Wehrmacht-Panzerspähwagen
Wehrmacht-Parademarsch
Wehrmacht-Peilanlage
Wehrmacht-Pferde
Wehrmacht-Pferde II
Wehrmacht-Pferdeausbildung
Wehrmacht-Pferdemarsch
Wehrmacht-Pferdereiter
Wehrmacht-Pferdeschuß
Wehrmacht-Pferdeübungen
Wehrmacht-Pioniere
Wehrmacht-PKW
Wehrmacht-Ponton
Wehrmacht-Preßlufthammer
Wehrmacht-Radfahrverbände
Wehrmacht-Reifenreparatur
Wehrmacht-Reitübungen
Wehrmacht-Rudern
Wehrmacht-Sanitätsmannschaften
Wehrmacht-Scheibenschlepper
Wehrmacht-Scherenfernrohr
Wehrmacht-Schießübungen
Wehrmacht-Schiffstau
Wehrmacht-Schlauchboot
Wehrmacht-Schulkreuzer
Wehrmacht-Schützengraben
Wehrmacht-Schwere Haubitze
Wehrmacht-Schwimmen
Wehrmacht-Seeflugzeug
Wehrmacht-Signale
Wehrmacht-SMG
Wehrmacht-Soldatenspind
Wehrmacht-Soldatenverpflegung
Wehrmacht-Sportübungen
Wehrmacht-Staffelkeil
Wehrmacht-Startdienst
Wehrmacht-Stechbahn
Wehrmacht-Steg
Wehrmacht-Stiefelappell
Wehrmacht-Tarnung
Wehrmacht-Taucher
Wehrmacht-Technik
Wehrmacht-Tiefangriff
Wehrmacht-Torpedo
Wehrmacht-Torpedoboot
Wehrmacht-Torpedodaten
Wehrmacht-Torpedokampf
Wehrmacht-Torpedorohr
Wehrmacht-Torpedozielapparat
Wehrmacht-Tragetier
Wehrmacht-Treibladungen
Wehrmacht-Treibstoff
Wehrmacht-Turnierreiter
Wehrmacht-U9
Wehrmacht-U-Boot
Wehrmacht-Übung
Wehrmacht-Unterricht
Wehrmacht-Verpflegung
Wehrmacht-Veterinär
Wehrmacht-Voltgieren
Wehrmacht-Waffengattungen
Wehrmacht-Waffenmeisterei
Wehrmacht-Waffentraining
Wehrmacht-Weihnachten
Wehrmacht-Wetterdienst
Wehrmacht-Wettsegeln
Wehrmacht-Winter
Wehrmacht-Wohndeck
Wehrmacht-Zapfenstreich

3. Reich Wehrmacht 300 deutsche Wehrmachtsbilder Abbildungen

Weihnachten fällt in Südwest in die heisse Jahreszeit, und die Krieger auf unterm Bild haben sich dementsprechend billig bekleidet. Abgesehen von der Hitze ist die Illusion des deutschen Weihnachtsfestes umso schwieriger herzustellen, da auch das Hauptwahlzeichen, die deutsche Tanne als Weihnachtsbaum, fehlt. Als Ersatz dient in der Kegel ein Dornbusch, wie oben, wenn man nicht vorzieht, sich ein tannenähnliches Gestell künstlich anzufertigen Trotz dieser Schwierigkeiten hält man zah an untern alten schönen Gebräuchen fest und gedenkt beim Glanz des Lichterbaums und beim Klang unsrer Weihnachtslieder der alten Heimat und der Lieben zu Hause.

Weiteres aus Kolonie und Heimat:
Eine Straussenfarm in Deutschland
Wie der Neger in Togo wohnt
Deutsche Diamanten
Zur Frauenfrage in den deutschen Kolonien und andere Bekanntmachungen
Die Landesvermessung in Südwestafrika
Bilder aus dem Norden von Deutsch-Südwest: Namutoni
Koloniale Neuigkeiten
Deutschland, England und Belgien in Zentralafrika
Das Deutsche Institut für ärztlich Missionen in Tübingen
Bilder von der afrikanischen Schutztruppe
Die Kolonien in der Kunst
Der Handelsagent in Deutsch-Afrika
Bierbrauerei der Eingeborenen in Afrika
Samoanische Dorfjungfrau
Losso-Krieger aus dem Norden von Togo
Allerlei aus dem Leben des Togonegers
Ostafrikanisches Obst
Ostafrikanische Küstenbilder
Tabakbau und Tabakverarbeitung in Havanna
Die französische Fremdenlegion
Kamerun : Totentanz der Küstenneger
Ein Rasseproblem
Blick in eine Wanjamwesi-Siedlung bei Daressalam
Der Botanische Garten zu Berlin als Zentralstelle für koloniale Landwirtschaft
Die Kirchen in Daressalam
Das Meer und seine Bewohner : Seevögel
Sie riss das Gewehr an die Backe, zielte einen Augenblick und schoss . . .
Wie man in Afrika in der Regenzeit reist
Auf den Diamantenfeldern von Lüderitzbucht
Die Diamanten-Regie des südwestafrikanischen Schutzgebiets in Berlin
Bilder aus der ostafrikanischen Vogelwelt
Vom Deutschtum im Ausland (Chile)
Medizintanz der Baias in Kamerun
Hamburg als Hafenstadt
An der Trasse der Bagdadbahn
Die Baumwollfrage
Die Mischehen unter fremden Rassen
Das Haar
Deutsches Leben in Deutsch-Südwest Afrika
Unteroffiziere der Schutztruppe in Südwest-Afrika feiern Weihnachten
Wenn der Buschneger den ersten Weissen sieht …
Berittene Spielleute des Sultans Sanda von Dikoa
Ein Morgenpirschgang in Ostafrika
Die Kilimandjaro-Bahn
Die Aufgaben der deutschen Frau in Deutsch-Südwestafrika
Kolonie und Heimat : Rückblick und Ausblick
Prosit Neujahr!
Wie die Ponapeleute entwaffnet wurden
Goldgewinnung an der Goldküste
Eingeborenen-Bilder aus Kamerun : Die Wute
Wie schafft man sich gesundes Blut?
Bilder aus der Tierwelt Südafrikas
Totengebräuche auf den Salomons-Inseln
Fünfundzwanzig Jahre Deutsch-Ostafrika
Eine Reise durch die deutschen Kolonien
Neues aus dem Innern von Neu-Guinea
Der Nord-Ostsee-Kanal
Bilder aus der Kameruner Vogelwelt
Die landwirtschaftliche Ausstellung in Keetmanshoop
Herero-Mann Deutsch-Südwestafrika
Die Straussenzucht in Südwestafrika
Kolonie und Heimat erscheint von jetzt an wöchentlich.
Die deutsche Frau in der Südsee
Die Ölpalme
Frauenerziehung in China
Seltsame Fleischkost
Mitteilung des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft
Die Herstellung von Rindentuch in Zentralafrika
Südwestafrikanische Früchte in Deutschland
Windhuk
Der Panamakanal
Bilder aus Kiautschou : Unsre Besatzungstruppe
Bilder aus Kiautschou : Chinesische Verkehrsmittel
Ein Besuch in der chinesischen Stadt Kiautschau
Das neugierige Krokodil
Bilder vom Wegebau in Kamerun
Negerkapelle
Verarmte deutsche Ansiedler in Jamaika : Ein Notschrei aus Westindien
Pestgefahr in Kiautschou?
Gastfreundschaft in Deutsch-Ostafrika
Eine leckere Mahlzeit
Südseeinsulaner aus Jap (Westkarolinen)
Kalkutta
Liebesdienst
Die Ausfuhrprodukte Deutsch-Ostafrika
Die Bewohner von Ruanda
Die Heuschreckenplage in Südafrika
Südseeschutzgebiete
Deutsch Ostafrika : Gefangene junge Elefanten in Udjidji am Tanganjikasee
Koloniale Plastik
Wie der Europäer in Südafrika wohnt
Bilder von der ostafrikanischen Nordbahn
Die Tropenhygiene auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung
Kamerun: Ein Haussa-Fleischer in Bamum räuchert Fleisch
Ein afrikanischer Operettenkrieg
Der tote Buschmann
Das neue Südafrika
Auf einer Station im Innern von Südkamerun
Die drahtlose Telegraphie und ihre Bedeutung für unsere Kolonien
Das Museum für Meereskunde in Berlin
Ein Besuch in Bombay
Bilder aus Ceylon
Suahelifrau im Festgewand
Hamburg als Hafenstadt II
Idyll aus Deutsch-Südwest: Fütterung eines jungen Springbocks
Die Bremer Baumwollbörse
Rund um Afrika
Schlangen in Südwest-Afrika
Mädchen von der Karolineninsel Jap
Milchwirtschaft auf einer südafrikanischen Farm
Auf den Lüderitzbuchter Diamantenfelder
Missionspredigt in einem Dorf von Süd-Togo
Altindische Baudenkmäler
Ein neuer Ostafrika-Dampfer
Haartrachten der Eingeborenen in Afrika
Totengebräuche im alten Samoa
Badende Kinder auf Samoa
Eine Fahrt auf der sibirischen Eisenbahn
Äquator Taufe
Buschmänner beim Bogenschiessen
Die Bekämpfung der Pest in Kiautschou
Kamerun: Marktszene aus Banjo
Wei-hai-wei
Jugendbelustigungen in Niederländisch-Indien
Diamantendiebstähle
Der findige Telegraphist
Toto, der erste aus Ostafrika nach Deutschland gebrachte Elefant
Fischerboot an der ostafrikanischen Küste
Vom Deutschtum im Stillen Ozean : Deutsche Arbeit auf Hawaii
Die Post im Innern Afrika
Hamburg als Handelsstadt : Aus Hamburgs Vergangenheit
Vom Deutschtum im Ausland
Wieviel Menschen sprechen Deutsch?
Echtheitsbestimmungen der Diamanten
Allerlei vom ostafrikanischen Neger
Tanzmasken der Graslandbewohner im nordwestlichen Teile von Kamerun
Die Fürsorge für die Mischlingskinder in Südwest-Afrika
Die Wohnstätten der ostafrikanischen Eingeborenen : Die Temben
Das Aquarium in Neapel
Bilder aus Marokko
Explosion in Karibib
Elefant in Afrika
Eine Reise durch die deutschen Kolonien : Kamerun
Ein unfreiwilliger Weltrekord auf der Elefantenjagd
Der Gorilla
Von Roosevelts Jagdfahrt in Afrika
Die Trommelsprache der Waldlandneger Kameruns
Kultur-Kolonien : Ein Wort für die Esperanto-Sprache
Bilder vom Telegraphenbau in Kamerun
Zanzibar
Robert Koch
Die erste Tagung des südwestafrikanischen Landesrats
Der Dauerkäse
Die deutsche Kolonialschule in Witzenhausen
Das deutsche Kolonialmuseum in Berlin
Ein Idyll aus Nordkamerun : Kaffestündchen auf der Veranda der Station Garua
Dampfa kudja! — der Dampfer ist da
Die Marienburg
Herbstbilder aus Tsingtau
Die Wirkung des elektrischen Stromes auf einen Neger
Suahelifrauen bei der Toilette
Die Verkehrsmittel von Südwestafrika
Das Deutschtum in den baltischen Provinzen Russlands
Im chinesischen Theater zu Tsingtau
Die dankbare Schlange (Chinesisches Märchen)
Die Völker Togos
Hongkong
Afrikanische Pfahlbauten
Haifischfang im Korallenmeer
Mekkapilger
Frauenmangel in Deutsch-Neuguinea
Eine Reise durch die deutschen Kolonien : Deutsch-Südwestafrika
Malaria
Arbeiter-Rekrutierung in Neu-Guinea
Seekuhjagd in Kamerun
Kapitalanlagen : Marktbericht
Im Lande der Pharaonen : Bilder aus Kairo
Des deutschen Kronprinzen Reise nach Ostasien
Veddamänner (Jäger) aus dem Innern von Ceylon
Der Kakao, Seine Kultur und Verarbeitung
Die Kulturfähigkeit der Mikronesier : Ernste Gedanken zum Aufstand in Ponape
Die Feuerzeuge der Naturvölker
Zur Inder-Frage in Deutsch-Ostafrika
Über die Chinesen-Frage
Küstenneger von Togo beim „Fufu“-Stampfen
Die neue Marineschule in Flensburg
Fünfzig Jahre einer deutschen Siedelung in Brasilien
Die Pest in China
Der Aufstand auf Ponape ist gesühnt
Schweinefleisch
Haschischraucher in Südkamerun
Nabus, der Hottentottenjunge
Wie lernt der Kapitän über den Ozean steuern?
Die Dankbarkeit beim Neger
Südwestafrikanische Landschaftsbilder : Die Namib
Zebra, im Norden von Südwestafrika erlegt
Chinesische Hausierer in Berlin
Reitertod
Bienenzucht in Afrika
Gerüchte über einen neuen Aufstand in Südkamerun
Zur Krisis im südwestafrikanischen Farmerbund
Marokko und die Marokkaner
Der Islam in Afrika : Seine Verbreitung und politische Bedeutung
Aus dem Leben deutscher Goldsucher in Panama
Eingeborenebilder aus Ostafrika: Die Bakulia
Konkombakrieger aus Nord-Togo
Verzicht auf Diamantenfelder?
Der Ausbau der sibirischen Eisenbahn
Die Feuerwehr in China
Überallen
Die Tagung der Kolonialgesellschaft und des kolonialen Frauenbundes in Stuttgart
Das Lindenmuseum in Stuttgart
Eingeborenebilder aus Ostafrika: Die Wagogo
Die Eisenbahnen in unseren Kolonien
Ein deutsches Kriegsschiff in Marokko
Feuergefährlichkeit der Holzhäuser in den Tropen
Die Kolonialwirtschaftliche Ausstellung in Kassel
Vom Deutschtum im Ausland: Berlin und Potsdam im Kaffernland Nordkamerun: Ein Würdenträger des Sultans Sanda von Dikoa
Die Zukunft der Bagdadbahnländer
Die Südsee-Insulaner als Zeitungsliebhaber
Ein historischer Beitrag zur Frauenfrage in den Kolonien
Der gestrandete Dampfer
Mondfinsternis: Ein Erlebnis aus Zansibar
Die Auswanderung nach überseeischen Ländern
Der „König“ von Bimbila (Togo) beim Palaver mit einem deutschen Beamten
Landwirtschaft und Ackerbau in Persien
Kribi, der Hauphandelsplatz von Südkamerun
Die Rickschas
Drahtlose Telegraphie für unsre Kolonien
Das Afrikahaus in Hamburg
Neues aus dem Caprivizipfel
Vom Eisenbahnbau in Kamerun
Das Jubiläum einer deutschen Siedlung in Südbrasilien
Kasuarjagd in Deutsch-Neu-Guinea
Die deutschen Diamanten am Weltmarkt
Der Deutsche Kolonialkongress
Deutsches Frauenleben in Südwest-Afrika: Die Hauswirtschaft
Der angehende Farmer in Afrika
Koranschulen in Deutsch-Ostafrika
Eine Mahnung an deutsche Eltern und Erzieher
Die Schlafkrankheit in Deutsch-Ostafrika
Kolonialkriegerdank
Marmorvorkommen in Südwest-Afrika
Ein Wollschafzuchtunternehmen für Deutsch-Südwestafrika
Gesundheitsverhältnisse und Körperpflege in Südwest-Afrika
Afrika-Reisende
Die Wohnstätten der Eingeborenen Deutsch-Ostafrikas
Die 25jährige Jubelfeier der Südsee-Kolonien
Deutsche Kolonisation: Die innere Kolonisation in den deutschen Ostmarken
Panzerreiter aus Dikoa im Tschadseegebiet (Nordkamerun)
Die einträchtigen Hilfsvölker
Üb´ Aug´ und Hand fürs Vaterland
Vom Markte der Kolonialwerte
Die deutsche Flagge Übersee
Plantagenwirtschaft in Deutsch-Ostafrika
Aden und Port Said
Schlangenbeschwörer in Port Said
Nutzpflanzen der Eingeborenen in Ostafrika
Amerika zuerst von Chinesen entdeckt?
Schwarze Musik-Kapellen in Deutsch-Ostafrika
Kasi uleia
Wie kleiden wir uns in Südwest-Afrika?
Die Karolinen-Inseln
Deutsche Farmen in Deutsch-Südwestafrika
Über die Grenzregelung zwischen Deutsch- und Niederländisch-Neu-Guinea
Die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kolonien
Der Telegraph und die Tierwelt in Afrika
Die schwarzen, die weissen und die roten Menschen
Der Kronprinz reist nach Ostasien
Vom Charakter der Suaheli
Robert Koch und der Tropenhelm
Der Mann mit den 365 Krankheiten
Die Kolonialfrauenschule in Witzenhausen
Vom Schauplatz der Eingeborenen-Unruhen in Südkamerun
Ostpatagonien und die deutsche Schiffahrt
Landwirtschaftlicher Unterricht am Hamburgischen Kolonialinstitut
Zur Frage des Hafenbaus von Tanga
Marmorlagerstätten in Adamaua
Deutsche Kriegsschiffe vor Samoa
Die Deutsche Grenzexpedition im Kaiser-Wilhelms-Land
Geflügelzucht auf einer südwestafrikanischen Farm
Ostpatagonien und die deutsche Schiffahrt II
Der Kameruner Götterberg
Über die Tropenfähigkeit
Kohlen in Südwestafrika
Zur Ermordung des Kaufmanns Bretschneider
Die neue wissenschaftliche Expedition des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg
Gründung eines Kindergartens in Lüderitzbucht
Botanische Zentralstellen für die Kolonien
Jagd- und Wandertage am Rowuma in Afrika
Bekenntnisse eines Raubtier-Dompteurs
Über neue Diamantenfunde wird in den „Hamburger Nachrichten“ aus Windhuk gemeldet
Bernhard Dernburg als Staatssekretär des Reichskolonialamts
Verdurstet!
Bernhard Dernburgs Rücktritt
Blick in eine Hottentottenwerft
Aus der deutschen Kolonialgeschichte: Gustav Nachtigal
Festtage in Lome
Aus der Nordwestecke Deutsch-Ostafrikas
Die Bäckerei auf einer Farm in Südwest-Afrika: Brot und Semmeln
Die Fortschritte des Baumwollbaus in unsern Kolonien
Ein fideles Gefängnis
Über die drahtlose Telegraphie mit unseren Kolonien
Über die Verwertung der Farmerzeugnisse in Afrika
Fleischbeschau in Deutsch-Südwestafrika
Der Handel Südwestafrikas im dritten Vierteljahr 1909
Über die Arbeiterverhältniss beim Bahnbau in Kamerun
Ein koloniales Nationaldenkmal
Zehn Jahre Kolonialarbeit auf Samoa
Karawanenleben in Kamerun
Sammlungen kolonialer Produkte für Volksschulen
Über die Siedelungen am Meruberge
Der Abschluss der Diamantenregie ergibt einen Reingewinn
Die Diamantenförderung auf den Lüderitzbuchter Feldern
Die Kameruner Neger als Elefantenjäger
Lustiges vom Neger
Mäuse-Fleisch
Die Hautfarbe des Negers
Afrikanische Erziehungskunst
Probut, Longot, Lugut – Hinsetzen, Betelnusskauen und Rauchen
Todesfall
Die Plantagenwirtschaft auf der Insel Java
Musik, Tanz und Spiel bei den Eingeborenen Togos
Der Togo-Neger als Handwerker
Masai Krieger
Aus dem Leben der Papuas
Ostafrikanische Neger beim Feuermachen
Eisengewinnung in Ostafrika
Hinterwäldler-Gastfreundschaft
Eine Diebesgeschichte aus Java
Die Vorgeschichte der deutschen Kolonialbestrebungen
Chinesische Delikatessen
Löwenjagd: Eine Erzählung aus Deutsch-Ostafrika
Deutscher Handel im Orient
Der Kannibalismus in seinen Ursachen und Zuständen
Eine Bantengjagd auf Java
Etwas aus der chinesischen Spruchweisheit
Die Forstwirtschaft in Ostafrika
Kamerun: Der Sultan von Ngaumdere mit seinem Gefolge
Wir Demonstrieren!
Ein lehrreicher Beitrag zur Eingeborenenfrage
Bergung eines gestrandeten Dampfers vor Lüderitzbucht
Zum Grenzstreit am Kiwusee
Die Entwürfe für die Windhuker Feldzugs-Denkmäler
Von der Fabrik der bekannten automatischen Browning-Pistolen
Das Kokosnussfest auf Ruo
Die Gifte der afrikanischen Zauberer
Waschtag auf einer südwestafrikanischen Farm
Herbertshöhe
Ess- und Kochkünste in der Südsee
Jagd und Jägerheim in Ostafrika
Negermärchen
Der Kaufmann und die Affen
Negerschlauheit
Der sprechende Gott
Seemanshäuser
Eine Bergfahrt im Kiautschougebiet
Die Deutsch-chinesische Hochschule in Tsingtau
Das Bombardement von Zanzibar im Jahre 1896
Der Geschmack des Löwen
Deutschland, England und Belgien in Zentralafrika: Die Kongoakte
Heldentat einer deutschen Farmersfrau
Wilhelmstal: Die erfolgreiche Siedlung in West-Usambara
Hausbau in Nordwest-Kamerun
Junger Watussi aus Ruanda
Ein Tag bei Msinga, dem Sultan von Ruanda
Die Handelstadt Tanga in Deutsch-Ostafrika
An der Bagdadbahn
Die wirtschaftliche Entwicklung unser Kolonien im Jahr 1908/1909
Anzapfen eines Kautschuk Baumes
Negermärchen II
Die schönen Frauen
Die christliche Mission in Deutsch-Ostafrika
Neues vom Tabakbau in Südwestafrika
Vom Deutschtum im Ausland: Die Brandkatastrophe von Valdivia
Über die gesundheitlichen Zustände in Nord-Kamerun
Der Bau der Kilimandjaro-Bahn macht gute Fortschritte
Zwanzig Jahre im Besitz des Deutschen Reiches war am Neujahrstage Deutsch-Ostafrika
Der Baumwollbau in unseren Kolonien
Die Rechtspflege bei den alten Samoanern
Preiserhöhungen am Diamantenmarkte
Eine Höhensternwarte für die Kolonien
Der alte Konflikt zwischen Gouverneur und Ansiedlern
Die Schiffstypen der deutschen Flotte
Ostafrikanische Küstenbilder: Korallenriffe vor Daressalam
Deutschland auf der Internationalen Kautschuk=Ausstellung in London
Elefant im Kameruner Urwald
Zur Erleichterung der Eheschliessung zwischen deutschen Kolonialbeamten und deutschen Frauen
Rassenstandpunkt
Die Wasserversorgung der Stadt Daressalam

Abbildungen Kolonie und Heimat

Am 22. Dezember passieren wir Kap Rova,die Einfahrt von Lissabon. Das Wetter ist nach wie vor prächtig. Mit Freund Gburek, dem Geophysiker, sitze ich auf dem obersten Deck, und wir lassen uns die heiße Sonne auf die nackte Haut scheinen. Wir kennen uns seit langem, doch spaßigerweise haben wir uns noch nie in Deutschland getroffen, aber mehrfach auf — Spitzbergen.

Tag vor Weihnachten! Wenn es auf diesem Schiff noch nicht halb so geschäftig zugeht wie auf dem Kurfürstendamm, so lassen doch gewisse Vorbereitungen auf außergewöhnliche Tage schließen. Da steht der Koch in der Kombüse und schneidet von einem Riesenschinken unendlich viele Scheiben ab. Dazu murmelt er unverständliche Worte in seinen erst nach 6 Wochen einigermaßen anständigen Polarbart. Zaubersprüche ? Heilsame ? Vitaminhaltige ? Keine Spur! Zahlen sind es. 239, 240. Bei 246 macht er Schluß. Selbst ein nur mittelmäßig talentierter Mathematiker kann leicht ausrechnen, daß bei 82 Mann 3 Scheiben auf den Kopf kommen. Die Küchenjungen schälen Berge von Kartoffeln.

Schon vor Tagen war am Schwarzen Brett ein Anschlag zu lesen, daß alle Musiker — im besonderen die mit der Spezialität: Weihnachtslieder — sich beim 3. Offizier melden möchten. Der Aufruf scheint mächtigen Anklang gefunden zu haben, denn von überall dudelt es einem ins Ohr: Stille Nacht! Hat sich was mit der stillen Nacht! Ganz taub wird man davon! Die Zimmerleute bauen Böcke und Sitzbänke, andere pieken unseren einzigen Wandschmuck an die Wände unseres Gemeinschaftsraums: Fahnen aller Größe; besonders die gelbe Quarantäneflagge macht sich sehr dekorativ.

Der Expeditionsleiter ist unser „Ältester“. Diese Würde hindert ihn aber gar nicht, zu Mittag freudestrahlend zu erklären: „Man“ — ein bißchen geniert er sich zu sagen „er“ — gucke schon immer heimlich das große von „zu Hause“ mit vielen Verboten aufgedrängte Weihnachtspaket an, aber ohne es natürlich aufzumachen, ja auch nur anzufassen–„man“ sei doch eben wie ein Kind!“

„Ach, watt!“ sagt Schirmacher, „wir haben schon alles aufgefressen, Mir spekulieren zu Weihnachten uff die andern!“

Um 5.46 Uhr ist Abendessen, eine Stunde später beginnt die Weihnachtsfeier. Sie ist ¦würdig und lustig zugleich.

Nach einem Weihnachtslied hält der Expeditionsleiter eine kurze Ansprache, sie bildet nur den Auftakt zur Feier. Einem weiteren gemeinsamen Lied folgt jetzt die Geschenkverteilung. Dazu muß ich vorausschicken, daß jeder beim Eintritt in den Gemeinschaftsraum eine Losnummer zog, die gleichzeitig Platznummer und Geschenknummer ist. Auf jedem Platz stehen mindestens 3 Flaschen Bier und eine Tüte mit Obst und Nüssen.

Die Geschenkverteilung besorgen Barkley und Paulsen. Sie halten ein Geschenk hoch, rufen die daraufstehende Nummer auf, der Inhaber der Losnummer schreit erfreut „hier“, und das Geschenk wird ihm aus-gehändigt.

Die Geschenke sind das, was man immer guten Bekannten zu Weihnachten schenkt: Messer, Drehbleistifte, Aschbecher, Kämme, Feuerzeuge, Bücher neutralen Inhalts. Aber selbst wenn man Dinge bekommt, die man überhaupt nicht brauchen kann, freut man sich. Es ist eben Weihnachten und irgendwer hat hebevoll an einen gedacht. Inzwischen wird dann und wann zugeprostet, und aufgeknackte Nußschalen häufen sich auf jedem Platz.

Unsere Elektriker haben eine Lautsprecheranlage gelegt, und die Weihnachtsrede von Reichsminister Heß trifft uns auch hier unter den Kanarischen Inseln. Leider sind so viele atmosphärische Strömungen vorhanden, daß wir die Sendung vorzeitig abbrechen müssen. Der 2. Offizier, Röbke, bringt als politischer Leiter der „Schwabenland“ diesen Teil unserer Feier mit einem Sieg Heil auf den Führer und das Reich zum Abschluß.

Jetzt folgt nochmals Kapitän Ritscher mit einer Weihnachtsgeschichte, und zwar mit einer eigenen. Er hat vor 26 Jahren eine „Weihnachtsfeier“ erlebt oder erleben müssen, die er niemals vergessen wird, und denen, die einmal davon gehört haben, wird es genau so gehen. Da sie außerdem in Schnee und Eis spielt, schien sie als Einführung in unsere Antarktisfahrt besonders geeignet.

Es war 1912, Kapitän Ritscher hatte die seemännische Leitung des „Herzog Ernst“, des Schiffes, das die „Deutsche Arktis-Expedition“ unter Schröder-Stranz an die Nordküste von Spitzbergen brachte. Eine Reihe unglückseliger Zufälle, Geldschwierigkeiten usw. hatten sehr spätes Aufbrechen der Expedition verursacht. Der Sommer war zu schnell zu Ende, der Herbst dauert in diesen Breiten nur wenige Tage, der Winter kam überraschend schnell, das Schiff fror ein. Da ich hier nur die Erzählung von Kapitän Ritscher wiedergeben will, übergehe ich die ganze folgende Zeit mit der Angst um das Schiff, mit der Aufteilung der Expedition in verschiedene Gruppen, mit dem Todesmarsch von Schröder-Stranz und seinen 3 Begleitern im unwirtlichsten Teil von Spitzbergen, im Nord-Ostland. Eine Gruppe von 3 Mann, zu der auch Kapitän Ritscher gehört, bleibt von September bis Dezember in leerstehenden Fanghütten von Pelztierjägern am Westufer der Wijdebucht. Die Not ist aufs äußerste gestiegen. Munition wird knapp. Und nur gelegentlich kann ein Vogel oder ein Rentier geschossen werden. Der eine von den dreien, Rüdiger, hat schwere Erfrierungen an den Füßen, ein anderer, Rawe, muß unbedingt bei ihm bleiben, aber der dritte muß jetzt versuchen, Hilfe zu schaffen. Dieser Dritte ist Ritscher. Es sind etwa 140 km von der Hütte am Kap Petermann bis zur nächsten Siedlung Longyearbyen. Er weiß auch nicht, wann er da sein kann, er kann nur laufen, laufen Tag und Nacht. Er läuft unbeschwert, er hat weder Zelt noch Karte. Er hat auch weder Kocher noch Kochtopf, er hat noch nicht einmal eine Brotkrume bei sich. So läuft er, läuft . . . um sein Leben, um das Leben der andern. Seine Hündin Bella läuft mit ihm. Sie ist ihm Trost und Kamerad. Manchmal ist sie einen Tag lang fort, hat irgendwo einen Fuchs gewittert . . . dann kommt sie wieder, sie ist viel zu schwach, irgendein Wild zu fangen. Dazu sind 30 Grad Kälte, Tag und Nacht, d. h. es ist immer Nacht. Der Mond steht auch am Tage am Himmel. An den Sternen sieht Ritscher, wann Mitternacht ist, an den Sternen sieht er, wann Mittag ist. Der Polarstern ist der ruhende Punkt, um ihn dreht sich alles, der Mond, die Sterne, die ganze Erde, er selbst. Ihm verdankt Ritscher, daß er nicht im Kreise läuft. Er läuft und läuft … 9 Tage und 9 Nächte . . . ohne einen Bissen. Er darf nicht schlafen, 9 Tage und 9 Nächte. Immer nur laufen. Da läuft gar kein Mensch mehr, da läuft eine Maschine, trab, trab, trab.

Und die Hündin Bella läuft mit, trab, trab, trab, trab. — Er kann nicht mehr laufen, der Körper will den Wahnsinn nicht mehr mit-machen, die Maschine droht zu versagen. Aber er reißt sie immer wieder hoch, findet hier noch eine Reserve und dort noch eine, er will, will, will — — Lächerlich, dieser Körper, er muß einfach! Und er läuft weiter, läuft einfach weiter. Und die Hündin Bella läuft mit. Vielleicht will er ausprobieren, wer von beiden es besser kann, die Hündin Bella oder er. Es fehlt nicht mehr viel zum Wahnsinn, nur noch ein ganz kleines Stück. Aber keine Angst! Vorläufig läuft er noch, läuft immer weiter, immer nach Süden, genau nach Süden, genau weg von dem Polarstern da oben … Der sitzt im Kalten, mitten über dem Nordpol, aber er läuft nach Süden, in die Wärme . . . wenn er noch ein bißchen weiterläuft, muß er bald in die Tropen kommen. 0, er fängt sogar an, seine Kräfte einzuteilen, er läuft nicht mehr die ganzen 24 Stunden in demselben Tempo, nein, nein. Er wird sparsam! Ab und zu läuft er langsamer. Ja, er geht sogar im Schritt, im ganz einfachen Schritt, setzt ruhig ein Bein vors andere. Das Herz arbeitet wie toll.

„Was willst du denn, dummes Herz, du siehst doch, daß ich langsamer gehe, so beruhige dich doch.“

Und das Herz glaubt es, läßt sich übertölpeln, und er freut sich seiner List, und läuft weiter, und die Hündin Bella läuft mit.

Und dann wird er noch sparsamer! Er legt Ruhepausen ein, zum richtigen Ausruhen. Ja, er legt sich sogar auf das Eis. Es ist wundervoll, einmal liegen und sich ausstrecken zu dürfen. Aber sofort springt er wieder hoch. Bloß nicht erfrieren!

Und dann macht er eine Erfindung. Er‘ legt sich wieder hin, ganz ruhig, und er schläft sogar . . . bitte, hei 30° Kälte . . . Keine Angst, er bleibt ganz ruhig . . . Das ist ja sein Trick … er hat den Kopf auf die Hand gelegt, und in der Hand tickt sein Taschenwecker . . . ticke tacke ticke tacke. Und nach genau 15 Minuten rasselt der Wecker. Da springt er wieder hoch. „Komm, Bella, weiter, weiter!“ Und dann lacht er, lacht über seine Erfindung. Patent Ritscher! Phänomenal! Mit genauer Gebrauchsanweisung! Anzuwenden hei Sechstagerennen über Eis hei 30° Kälte! Großartig! Und er ist wirklich ausgeruht. Nach ein paar Stunden die nächste Rast. Wieder 15 Minuten! Und wieder fühlt er sich frischer, kann weiterlaufen. Und die Hündin Bella läuft mit.

Endlich Kap Thordsen! Der Eisfjord, und drüben auf der andern Seite ist die Siedlung. Aber der Fjord ist 25 Kilometer breit, und die Strömung hat in der Mitte das Eis aufgerissen. Er muß warten, bis das Wasser ‚wieder zufriert. Und heute ist Weihnachtsabend. Er hat schon lange keinen Hunger mehr. Aber jetzt sieht er Weihnachtskuchen vor sich, und Kaffee, und Braten, Unmengen von Braten. Und dann läuft er weiter, immer an der Wasserrinne entlang, will sie umgehen.

Da kommt günstiger Wind . . . Die Rinne friert zu … er läuft wieder nach Süden. Das Eis ist noch dünn, er springt von Scholle zu Scholle. Irgendwann bricht er ein. Er kann sich herausarbeiten, aber er ist triefend naß. Und im Augenblick ist alles gefroren, Kleider, Stiefel, Handschuhe. Und war bis jetzt sein Laufen noch Spaß, jetzt wird es bitterster Ernst. Jede Sekunde Ruhe kann ihn erfrieren lassen. Und er läuft in wahnsinniger Angst weiter, läuft, stolpert, schlägt hin, rutscht auf den Knien weiter . . . und erreicht die Siedlung. Am 27. Dezember. Und die Hündin Bella ist auch dabei.

Die Erfrierungen sind schwer, es kostet mehrere Zehen- und Fingerglieder, aber schon nach einigen Tagen kann Kapitän Ritscher eine Rettungsexpedition auf den Weg schicken. Die Hündin Bella geht mit, kommt aber unterwegs um. Mit Ausnahme der Schröder-Stranz-Gruppe auf Nord-Ostland konnten später alle übrigen Teilnehmer gerettet werden. Auch das Schiff wurde wieder flott gemacht, und Kapitän Ritscher hatte selber die Freude, es im nächsten Sommer in guter Verfassung nach Hause bringen zu können.

Schröder-Stranz ist bis heute verschollen, im Sommer 1937 und 1938 wurde in der Dovebucht im Nord-Ostland von Spitzbergen ein Zeltlager gefunden. Für mich persönlich bedeutet es ein merkwürdiges Zusammentreffen, daß ich gerade derjenige sein durfte, der im vergangenen Sommer auf Spitzbergen die Reste dieses Lagers in die Hand bekam und sie nach Deutschland befördern konnte.

Ich habe aus dem Weihnachtsbericht von Kapitän Ritscher einige Szenen etwas eingehender wiedergegeben, denn dieser Bericht sollte im Mittelpunkt unseres Abends stehen. Es war sicher gut so, daß jeder Teilnehmer unserer Expedition noch einmal feststellen konnte, daß sein Expeditionsleiter wirklich kein Neuling in Eis und Schnee sei, daß er aus dessen eigenem Munde nochmals die Erfahrungen hörte, die dieser in bitterster Weise an sich selbst erproben mußte.

Aber unser Weihnachtsabend soll sich nicht in allzu ernsten Erlebnissen erschöpfen, wir hätten gern noch etwas freudigere Erzählungen gehört. Und dazu wird Kapitän Kraul gebeten. Es dürfen keine einfachen Schnurren sein, beileibe nicht, es muß ausgesprochen weihnachtlich sein. Da Kraul aber von 30 Weihnachten nur 3 im trauten Familienkreise verlebt hat, wird manches dabei sein, was heute für uns paßt. Er schildert uns eine weihnachtliche Flucht mit Kind und Kegel aus Wladiwostock durch ganz Sibirien über Moskau nach Hamburg, daß uns vor Lachen die Tränen in die Augen kommen. Und die schöne Geschichte von dem blasierten Norweger mit seiner Shagpfeife, der immer erklärte: „Wir in Amerika tun das so und so“ ist später immer wieder mal zitiert worden.

Nun noch ein gemeinsames Weihnachtslied, dann werden die Lichter an dem Tannenbaum gelöscht, und man bleibt noch einige Zeit gemütlich beisammen. Ab und zu verschwindet einer auf ein Stündchen, dann schleicht er sich in seine Bude und packt die mitgegebenen Weihnachtspakete aus. Weihnachten ist nun mal das Fest der Kinder! Der kleinen und der großen!

Las Palmas in Sicht. Aber wir fahren mit 12 Seemeilen dran vorbei. Strömung und Wind helfen.

Trotz des Feiertags arbeiten unsere Meteorologen. Lange läßt sogar zwei Ballons aufsteigen.

Am 2. Feiertag nachmittags kommt die afrikanische Küste in Sicht.

Der helle Strich am Horizont ist der dunkle Erdteil! Wir steuern Kap Blanco an.

Mein Weihnachtspaket enthält ein paar kleine hölzerne Pinguine. Ich klebe sie mit Pelikanol — warum heißt das Zeug eigentlich nicht Pinguinol? — auf mein Fensterbrett. Ich kann vorwegnehmen, daß diese „Pikkelwinchen“ auch lange Zeit in der Antarktis die einzigen Pinguine waren, die wir zu Gesicht bekamen, aber davon später!

Der Mond ist im ersten Viertel, steht nicht aufrecht wie bei uns, sondern liegt auf dem Rücken. Komische Himmelskunde! Auch Großer Bär und Polarstern sind schon tief am Horizont.

Große Passagierdampfer begegnen uns, von und nach Kapstadt. Tausend Lichter an Bord.

Ich habe mir ’mal auf Sizilien einen riesigen Strohhut gekauft, der einen Schatten von einem Meter Durchmesser gibt. Den setze ich auf, denn der Arzt warnt vor der Tropensonne.

Kap Verde! Also richtiges Afrika und ganz nahe. Wenn dort Palmen Stünden, würden wir die Blätter zählen können. Aber es scheint eine trostlose Gegend zu sein.

Regula ladet ein zu den „Wundern der Tropennacht“. Wir sitzen vor seiner Meteorologenbude und trinken reinen Gin. Das Sodawasser dazu ist alle. Sein Amtsbruder Lange sieht die „Wunder der Tropennacht“ früher als die andern, er hat von vornherein jegliche Sodaeinmischung abgelehnt. Aus Herzensgüte, die ihm erst am nächsten Nachmittag im vollen Umfange zum Bewußtsein kommt, spendiert er seinen Weihnachtskuchen. Es bleiben nur Krümel übrig, die man ihm wieder in den Gin tut, damit sie nicht umkommen. Dazu läßt Regula sein Grammophon spielen. Zu den „Wundern der Tropennacht“ gehören Original-Hawai-Lieder. Kraul meint, so könnten es die Pinguine auch. Er muß es wissen, er hat sie jahrelang beobachtet. Er kann sich fast mit ihnen verständigen. Da Untätigkeit die gefährlichste und ansteckendste Krankheit ist, werden Vortragsabende eingerichtet, erstens, um wenigstens einen Menschen arbeiten zu lassen, zum andern, um etwas zu lernen, drittens, und das ist doch das Wichtigste, um immer wieder die gemeinsame Idee zu betonen, die uns 82 Expeditionsleute nun einmal zusammengeführt hat. Es ist keine Kleinigkeit für einen Expeditionsleiter, 82 verschiedene Geister unter einen Hut zu bringen. Der gemeinsame riesige Zylinderhut ist unsere Aufgabe in der Antarktis. 82 Mann helfen daran, sie zu lösen. Jeder einzelne muß an der Stelle, die ihm nun einmal zugewiesen ist, sein Bestes tun. Das Zusammenspiel der 82 ergibt das ganze Werk. Eigentlich ganz einfach!

Unser Arzt Dr. Bludau hält den ersten Vortrag. Viele von uns sind zum erstenmal in den Tropen, die meisten werden zum erstenmal in ihrem Leben Eis sehen. Der Körper muß sich also erheblich umstellen, es sind weder Sonnenstich noch Erfrieren schön.

Auf einen medizinischen Vortrag paßt am besten ein biologischer. So redet also noch Barkley von seinen kleinen und großen Tierchen. Die Überschrift könnte lauten: Vom Plankton zum Blauwal! Oder besser umgekehrt, wenn man ans Fressen denkt. Tatsächlich frißt immer einer den andern. Aber der, der sie alle frißt, das ist der Mensch. Über den kommt keiner!

Wissen Sie übrigens, wieviel ein ausgewachsener Blauwal wiegt ? Soviel wie 25 Elefanten! Ja, danke schön!

Der nächste Tag, der Silvester, bringt gleichzeitig die Äquatortaufe für 26 ausgesprochene Landratten. Schon gestern abend waren Triton und ein paar niedere Meergeister unter gleichzeitigem Abschuß einer Leuchtrakete an Bord gekommen, hatten sich dem Kapitän des Schiffes vorgestellt, die Liste der Täuflinge verlangt, dicke Zigarren geraucht und größere Mengen Bier vereinnahmt. Komisch, ein rauchender Meergreis! Aber offenbar hat Neptun da unten das Rauchen verboten oder die Streichhölzer sind ihm naß geworden. Wenigstens scheinen diese Abgesandten aus der Meerestiefe jahrelange Entbehrungen nachholen zu wollen. Aber es sei ihnen vergönnt! Und das Bier auch! Prost Triton!

Zur Äquatortaufe selber erscheint natürlich Neptun mit Frau Thetis, samt Pfarrer, Arzt, Friseur, Astronomen, Historiker, den beiden Negern, Schutzmann und anderen Trabanten und Helfern.

Die Taufe vollzieht sich nach uraltem Seemannsritual und ist wohl im Prinzip immer’ dieselbe. Natürlich schmecken die freundlichst gereichten Kekse nach Terpentin, ist dem kredenzten Glas roter Flüssigkeit neben Himbeersaft bestimmt ein Schuß Petroleum beigemixt, der Arzt taucht sein Hörrohr stets in blaue Ölfarbe, und die Rasierseife ist reines Stauffer-Fett. Die Neger sind nur deswegen schwarz, damit bei der Balgerei im Wasser der Täufling selber nachher nicht viel anders aussieht, und selbstverständlich wird er kopfüber ins Wasser geworfen und von den Negern vorschriftsmäßig dreimal getauft.

Leute, die sich vorher irgendeines Vergehens schuldig gemacht haben, werden selbstverständlich öfter getauft.

Armer Gockel! Er ist eine Seele von Mensch. Die Ruhe selbst. Aber der Unglückselige Heß sich — vielleicht listigerweise hervorgelockt — vor zwei Tagen zu irgendeiner abfälligen Bemerkung über Wert oder Unwert der heiligen Taufhandlung hinreißen, . . . und er hat schwer büßen müssen. Zwei Kekse muß er schlucken, zweimal muß er Himbeersaft trinken, sechsmal wird er getauft!

Jetzt auf der Rückreise fragt Gockel den seebefahrenen Lange: „Sagen Sie mal, findet eigentlich wieder ’ne Taufe statt, wenn wir über’n Äquator kommen?“

Diese mit recht viel Humor und nettem Spaß durchgeführteÄquator-taufe ist ein hübscher Auftakt für die abendliche Silvesterfeier, die wieder im Gemeinschaftsraum stattfindet. Unsere Elektriker haben eine imposante Lautsprecheranlage gelegt, einen Senderaum gebaut, und nun kommen Schallplatten und eigene „Sendungen“ in buntester und lustigster Reihenfolge zu Gehör. Hartmann und Ruhnke sind unerschöpflich. Ihr Repertoir hätte sicher bis zum nächsten Silvester gereicht. Eine der Glanznummern Hartmanns ist der Hörbericht über das letzte Autorennen auf der Avus. „Achtung, Achtung! Wir befinden uns jetzt an der Nordkurve, die ersten Wagen kommen: uiiiih! uiiiih!“

Der Neujahrstag bringt uns die ersten fliegenden Fische. Wie Pfeile schießen die heringsgroßen Tierchen über das Wasser. Neujahrstelegramme laufen ein und werden beantwortet. Das Geschäft blüht in der Funkbude.

Am 2. Januar erreichen wir Ascension, eine kleine Vulkaninsel mitten im Südatlantik. Auf der Nordwestecke der Insel eine englische Garnison mit den einzigen menschlichen Bewohnern. Im übrigen soll es viele Schildkröten hier geben. Preuschoff hat eine phantastische Harpune zurechtgehämmert und guckt 4 Stunden lang ins blaue Wasser, bis ihm die Augen tränen. Doch dafür gibt es prachtvolle Vulkankegel, Musterbeispiele wie aus dem Bilderbuch. Alle schön in Reih und Glied aufgebaut.

Von Ascension an wird ein regelmäßiger Lotdienst eingerichtet mit Protokollen usw. Paulsen, Gburek, Barkley, Bruns und ich. Später kommen noch Mayr und Schirmacher dazu. Jede Lotwache dauert 4 Stunden, und alle halbe Stunde wird auf den Knopf gedrückt. Bei interessanten Stellen öfter. So tasten wir von Ascension bis zum Eisrand und wieder zurück bis zum Äquator über 12000 Seemeilen Meeresboden ab. Alle 5 Seemeilen eine Lotung.

Das Essen ist so gut an Bord, daß plötzlich das Bedürfnis auftaucht: Wir wollen uns wiegen lassen, damit wir wissen, wie gesund wir sind und durch die morgendlichen „Eier nach Wahl“ später werden. Der Arzt führt Protokoll. Die Wage stammt aus der Küche. Der Schlachter wiegt sonst nur halbe Ochsen damit. Böse Zungen behaupten, jetzt hängen endlich mal ganze dran.

Es wird jeder gewogen, jeder. Käpt’n Kraul hält mit Lebendgewicht 119 kg den Rekord, aber gleich dahinter kommt Amelang. Beide zusammen wiegen soviel wie eine normale sechsköpfige Familie.

Keiner von uns weiß richtig, wieviel er eigentlich wiegt oder wiegen muß. Nur der Arzt weiß das. Aus Berufsgründen. Und gerade ihm zieht man unmerklich so ein bißchen das Gewicht herunter.

„Was! Neun Kilo mehr als mein übliches Gewicht? Da muß ich eine neue Entfettungskur einlegen!“

Bludau ist ein sonniges, unbescholtenes Gemüt. Er ahnt weder Lug noch Trug. Sein Tischnachbar Paulsen ißt von jetzt ab grinsend zwei Portionen Nachtisch und zwei Portionen Sonntagsnachmittagskuchen. Erschwerend kommt hinzu, daß von alters her auch Donnerstag Seemannssonntag ist. Also auch donnerstags ißt Paulsen zweimal Rosinenkuchen.

Es herrscht überhaupt durchweg eine vergnügte Stimmung. Mayr will sich unbedingt auf Bouvet aussetzen lassen und Seeleoparden schießen. Kraul soll auf Südgeorgien König werden. König Kraul der Erste! Nicht übel!

Heute am 6. Januar mittags eine Sonnenhöhe von 90 Grad. Das heißt, man wirft keinen Schatten mehr, man läuft auf seinem eigenen Kopf spazieren.

Der nächste Tag bringt als einzige Abwechslung — außer der täglichen Radiosonde — Bootsmanöver an den Rettungsbooten in voller Kriegsbemalung, d. h. mit angezogener Schwimmweste. Es fällt aber niemand ins Wasser, und alles läuft programmgemäß. So etwas muß sein, damit jeder tatsächlich im Ernstfälle weiß, wo er hingehört.

Der 8. Januar ist Sonntag, Eintopfsonntag. Auch auf der „Schwabenland“ gibt es „Eintopf“, obgleich wir mitten auf dem Südatlantik schwimmen auf 31,5° Süd. Ein rührendes Bekenntnis zur Heimat.

Wieder eine Sensation! Diesmal mit der Radiosonde. Lange stürzt in den „Salon“: „Die Pulle Sekt ist fällig! Die 30-km-Grenze ist überschritten! Wir haben den Sender länger als 1% Stunde gebört!“ Nach Langes Rechnung mußte der Ballon fast den Mond erreicht haben. Alles Schwindel! Die anderthalb Stunden stimmen, bloß war der Ballon längst vorher geplatzt, und die Sonde hatte beim Abstieg weitergefunkt. Der Umkehrpunkt und damit die größte Höhe ist nachher aus dem Diagramm leicht festzustellen. Und — zum Ruhme Langes sei es gesagt — er berichtigt sich zum Abendessen und verzichtet auf die Pulle.

Die Sensationen häufen sich! Am 9. abends Tristan da Cunha in Sicht. Eine recht kleine Vulkaninsel. Die meisten Inseln des südatlantischen Ozeans sind von den tüchtigen portugiesischen Seefahrern Anfang des 16. Jahrhunderts entdeckt worden, Ascension, Fernando Noronha (von Vespucci), Trinidad, Martin Vaz, St. Helena, Gough und auch Tristan da Cunha. Mit wenigen Ausnahmen (z. B. Trinidad brasilianisch) sind diese Inseln jetzt alle in englischem Besitz. Die kahlen Basaltfelsen bieten weder viel Bodenschätze noch allzu üppiges Pflanzenleben, aber im Kriegsfälle sind sie wichtige Flottenstützpunkte. Jetzt bleibt höchstens mal eine Walkocherei im Lee der Insel 3 Stunden hegen, um im Windschutz in Ruhe bunkern zu können.

Die 128 lebenden Einwohner von Tristan da Cunha haben ein sensationsarmes Dasein. Es passiert nicht viel. Und wenn ein Schiff in die Nähe kommt, sind sie aus dem Häuschen. Im Abstand von 2 Seemeilen fahren wir dran vorbei. Man merkt, wie unsertwegen Lampen in den Häusern angesteckt werden. Ein Licht geht häufiger an und aus. Da scheint jemand zu morsen. Unsere Funker sind auf der Höhe. Sie versuchen zu antworten. Sie funken auf allen möglichen Wellen, und als keinerlei Antwort kommt, morsen sie mit Taschenlampen. Sie morsen auf englisch, portugiesisch, deutsch, französisch. Aber es erfolgt nichts. Wenn das Licht da drüben wirklich morst, dann ist es entweder ein Spaß von einem 14jährigen Jungen, oder die Sprache ist chinesisch. Es tut uns ehrlich leid, die guten Leute enttäuschen zu müssen, aber wir haben wenig Zeit und fahren weiter. Wenn man uns auf gefordert hätte, an Land zu kommen, um vielleicht ärztliche Hilfe oder dergleichen in Anspruch zu nehmen, hätten wir selbstverständlich Folge geleistet. Der Seemann ist stets hilfsbereit. Aber ein solcher Sonderfall war anscheinend nicht vorhanden. So verlieren wir bald die Insel wieder aus den Augen.

Aber toll sieht sie aus, die Tristan-da-Cunha-Insel. Sie hat einen Beinamen: die einsamste Insel der Welt. Der Name sagt genug. 1506 soll sie von dem portugiesischen Admiral Tristan da Cunha entdeckt worden sein, dann fanden die Holländer sie 1643 von neuem auf, denn die Kenntnis ihres Vorhandenseins war längst verlorengegangen. 1767 kamen die Franzosen und 1790 amerikanische Pelztierjäger. Nach so vielen Besuchen so vieler Nationen hielt es England für notwendig, die Insel 1806 kurzerhand zu annektieren. Eine Garnison von 50 Europäern und 50 Hottentotten wurde hier abgesetzt. Bis auf einen Schotten, William Glaß, wurde die Garnison wieder aufgelöst. Dieser blieb dort, ließ seine Frau nachkommen, setzte 16 Kinder in die Welt und wurde der Stammvater der heutigen Bevölkerung. Mehr oder weniger gescheiterte Seefahrer siedelten sich an, und die Frauen holte man sich von der nächsten bewohnten Insel St. Helena. Nicht so romantisch, wie sich die Römer seinerzeit ihre Sabinerinnen holten . . . ein befreundeter Walfänger sollte ein halbes Schock für sie anheuern. Als er nach Tristan zurückkam, konnte er glücklich fünf Damen abliefern. Er stellte sie am Strande auf, die Junggesellen knobelten — und dann waren sie sozusagen unter die Haube gekommen. Die alten Berichte sprechen nicht sehr hebenswürdig von diesen Damen und bezeichnen einige von ihnen als schlechthin lasterhaft. Wie dem auch gewesen sein mag, jetzt wohnen auf Tristan etwa 200 Menschen, Männlein und Weiblein, im vernünftigen Verhältnis von annähernd 1:1. Die Rasse soll ein bißchen kompliziert sein, denn die schiffbrüchigen Seefahrer und die halbschwarzen Dämchen von Helena waren doch recht verschiedene Leute. Merkwürdigerweise zieht die Inzucht dort keinerlei schädliche Folgen nach sich, die meisten Menschen werden 80 Jahre alt und haben angeblich die besten Zähne der Welt.

Tristan da Cunha und ein paar Inseln in der Nähe, z. B. Nightingale, sind übrigens, soweit bekannt, die einzigen Brutplätze mehrerer Vogelarten, die man im Atlantik von Neufundland bis zur Antarktis antrifft (Petrelle), und beherbergt Vögel ohne Flügel, die größten Albatrosse und tausend andre Merkwürdigkeiten.

Das Kartenbild zeigt Grundriß und Aufriß eines geradezu idealen Vulkans. Die höchste Spitze (Mt. Olav) hegt 2028 m über dem Meere. Die Vorbereitungen für die Arbeiten in der Antarktis schreiten fort. Kapitän Ritscher stellt einen genauen Organisationsplan auf, wir besprechen alle Einzelheiten. Schwierig sind nicht die Flüge, die gelingen, sondern gerade die, die nicht gelingen. Und eine etwaige Notlandung auf dem antarktischen Inlandeis ? Aber man muß gerade daran denken und alle, einfach alle vorkommenden Möglichkeiten in Betracht ziehen. Auf keinen Fall wird irgendeine Gruppe im Stich gelassen. Natürlich haben wir alle nur den einen brennenden Wunsch, daß unser Programm sich ohne Zwischenfälle abwickeln möge. Der schwierigste Faktor ist ja stets das Wetter. Und das scheint nach den vorhegenden Berichten in der Antarktis wechselnder als anderswo zu sein, außerdem stets um einige Grade kälter, stürmischer. Und wo wird das Packeis hegen? Wie weit kommen wir mit der „Schwabenland“? Tausend Fragen, die wir im Grunde doch der Zukunft und unserm guten Stern überlassen müssen. Aber alle Möglichkeiten müssen durchgesprochen werden.

Mayr und Schirmacher, die beiden Fheger, spielen seit Tagen Kaufmannsladen. Der Notproviant wird zusammengestellt, ausgewählt, abgewogen, in Beutel verpackt. Die Schlitten gehen nicht in die Flugzeuge hinein, auch nicht zusammengelcgt. Sie müssen etwas umkonstruiert werden. Ich zeichne Karten von den in Frage kommenden Abschnitten in verschiedenen Maßstäben und Projektionen. Eine Merkatorprojektion in einem Maßstab, bei dem 1 mm etwa 1 km in der Natur entspricht, scheint sich für die Flüge am besten zu eignen.

Die ersten Vorboten aus der Antarktis kommen! Ein Telephongespräch mit der Walkocherei „Wikinger“, die dicht am Polarkreis und von uns noch etwa 3000 km entfernt liegt. Ein Hoch auf die Technik! Und Kraul hat sofort einige Meter Walwurst und Walfischfleisch bestellt, d. h. auf europäische Verhältnisse umgerechnet: eine Hausfrau in Venedig bestellt telephonisch ein paar Knobländer beim Schlächter am Nordkap. Von Berlin aus müßte sie sich schon bis nach Spitzbergen bemühen oder nach der andern Seite etwa bis Kairo. Das sind ziemlich genau die gleichen Entfernungen.

Am 10. Januar gleich nach dem Frühstück die erste große Besprechung des Organisationsplans. Schiffsleitung, Wissenschaftler, Flugbesatzungen und Katapultführer werden zugezogen. Kapitän Ritscher liest den vollständigen Organisationsplan vor. Er enthält das gesamte Arbeitsprogramm an der Eiskante. Wenn sich nur ein Teil davon verwirklichen läßt, dann bringen wir beachtliche Resultate mit nach Hause. Es gibt unter den 25 Mann, die liier um den großen Tisch herumsitzen, Gesichter, die nur schlecht verbergen können, daß sie froh wären, wenn sie die Geschichte hinter sich hätten. Aber es wird bei allen Unternehmungen „so’ne und solche“ geben! Solche, auf die’s wirklich ankommt, und so’ne, die zunächst nur mitgehen. Das ist nun mal nicht anders! Ich sehe verstohlen von einem zum andern, und mit Befriedigung und Stolz kann ich feststellen, daß nur verschwindend wenige noch etwas zurückhaltend sind, daß aber den Leuten, auf die es im Ernstfall ankommen wird, die ungeheure Freude anzumerken ist, dabei sein zu dürfen. Kapitän Ritscher wird von dieser Spannung miterfaßt, seine Worte werden noch fester und bestimmter. Er ist ein Draufgänger, kaum weniger als der Jüngste unter uns. Aber jedes Wort ist genau bedacht, jeder Vorschlag einer fliegerischen oder sonstigen Erkundung fußt auf eingehendster Für- und Widerbesprechung mit den entsprechenden Facharbeitern, und im ganzen gesehen kommt ein wundervoller „Husarenritt“ heraus, der schon einen ganzen Kerl erfordert.

Man nehme mir nicht übel, daß ich ehrlich sein möchte. Der Geschichtsschreiber braucht nicht zum bloßen Geschichtenschreiben herabsinken. Ich will mit Freuden so viele lustige Geschichten aufzählen, wie Tagebuch und Erinnerung hergeben, aber ich finde es falsch, die Seiten auszulassen, die nicht nur eitel Freudiges aufzuweisen haben. Man tut niemand einen Gefallen damit. Die Beteiligten würden nur lächeln, und derjenige, der diesen Expeditionsbericht aus sonstigen Gründen braucht, bekommt ein gefälschtes Bild.

Die Mitglieder einer Expedition bilden einen Staat für sich, und er hat seine eigenen Gesetze, die vom Landesüblichen beliebig abweichen können. Die Expedition hat eine bestimmte Aufgabe, ein Ziel. Und die Erreichung dieses Ziels ist oberstes Gesetz. Die Wege, um die Aufgabe in ihren einzelnen Teilen zu bewältigen, gibt der Expeditionsleiter an. Er ist absoluter Herrscher. Es ist wie bei einer Sinfonie. Es hat nur einer den Taktstock in der Hand, und auch das Solo der ersten Geige oder der Flöte wird vom Dirigenten an den richtigen Platz gestellt und muß sich seinem Rhythmus anpassen. Bei uns machten sich einmal Posaunenbläser und Blechmusikanten selbständig. Es war schrecklich. Vorübergehend lag die Stimmung des Orchesters um drei Töne zu hoch. Die tropische Hitze hatte damals an einigen Instrumenten Beulen und Blasen aufgetrieben. Die größten Blasen konnten noch rechtzeitig mit dem Taktstock aufgepiekt werden. Hauptschuld trug übrigens der Umstand, daß die Blechbläser für sich allein geprobt hatten. Die Mundstücke waren schon ausgefranst.

Aber Verzeihung! Wohin verliere ich mich? Es ist selbstverständlich, daß die größte Gefahr für eine Expedition die Cliquenbildung ist. Sie ist stets ein Zeichen von Schwäche. Der einzelne fühlt sich irgendeiner Situation nicht mehr gewachsen und sucht Gleichgesinnte. Der Expeditionsleiter braucht einen sechsten Sinn, eine derartige Unterströmung im kleinen zu fühlen und muß sie rücksichtslos sofort nieder-schlagen. Sie tritt sich leider nicht von allein fest, und zu große Vornehmheit ist ihr gegenüber wohl nicht angebracht.

Es geht nur dann alles gut, wenn jedes Expeditionsmitglied, vom Leiter herab bis zum letzten Schiffsjungen, sich in jedem Augenblick für die ganze Expedition verantwortlich fühlt. Dazu gehört viel Einsatzbereitschaft und die Fähigkeit, auch mal von seiner „eigenen Tüchtigkeit“ absehen zu können. Jetzt wird man auch verstehen können, warum die paar Leute, die unsere neuliche Weihnachtsfeier zu betreiben hatten, Kapitän Ritscher gerade um den Bericht über seine Eiswanderung gebeten haben. Es gibt in der ganzen Expeditionsliteratur kaum ein Beispiel für eine noch größere Einsatzbereitschaft. Ich wüßte nur noch Scott auf seinem Rückwege vom Südpol und Wegener auf seinem Marsch nach Eismitte 1930 auf Grönland. Das Wort Kameradschaft ist von Kapitän Ritscher selten in den Mund genommen worden, aber — und hiermit komme ich auf den Anfang dieses Zwischenkapitels, auf die Besprechung über die beabsichtigten Flüge zurück — als bei Erörterung der notwendigen Flugsicherheit gefragt wurde, was dann geschähe, wenn ein Flugzeug 500 km vom Eisrand entfernt notlanden müßte, da sagte Ritscher bloß: „Seien Sie ruhig, ich hole Sie dann ab!“ Und die Worte waren in einem Tonfall gesagt, daß der letzte Zweifel beseitigt war, daß überhaupt nicht mehr gefragt w’urde, daß aber jeder das unbedingte Zutrauen hatte, im Falle eines Unglücks wird der Expeditionsleiter selber alles nur Menschenmögliche aufbieten, um seine Kameraden aus dem Eis herauszuholen. Ich darf hier ruhig bekennen, daß ich noch niemals ein Wort gehört habe, das mehr Vertrauen einßößte wie diese Antwort von Kapitän Ritscher.

Deutsche Antarktische Expedition