Schlagwort: Werkstätten

Speicher, Silos, Bunker / Industrieanlagen / Eisenbahnbrücken, Straßenbrücken, Fußgängerbrücken / Industrieanlagen / Hallenbauten / Gasbehälter, Flugzeug- und Luftschiffhallen, Kühltürme / Leuchttürme / Wasserwirtschaft / Eiserne Kräne, Verladebrücken und dergleichen / Alte Krane / Wind- und Wassermühlen / Baukörper /

Speicher, Silos, Bunker




Abbildungen Die Ingenieurbauten in ihrer guten Gestaltung

INDUSTRIEANLAGEN UND ZU IHNEN GEHÖRIGE EINZELHEITEN. Alte Bergwerks-, Hütten-, Salinen- und Fabriksbauten, besonders aus der Zeit um 1800, sind vielfach in der Klarheit ihres Organismus baulich mustergültige Schöpfungen, wenn man die veränderte Lage der modernen Wirtschaft richtig in Betracht zieht. Gesamtplan, Grundriß und Baukörper beispielsweise der formvollendeten württem-bergischen Salinen können den Gestaltern großanzulegender heutiger Industriebauten wertvolle Winke geben.

Der Zweck der Industriebauten besteht darin, „die Waren in einem möglichst wirtschaftlichen Betriebsvorgang herzustellen, der sich vom Heranführen des Rohmaterials bis zum Versand des Fertigfabrikates erstreckt“ (Maier-Leibnitz). Die Anlage eines Industriebaues, im großen betrachtet, muß ein Organismus guter, aufeinander abgestimmterTeile sein. Erst ein solcher bietet die Erweiterungs- und Verbesserungsmöglichkeiten, die sich oft als nötig erweisen und unerwartet schnell eintreten können, ohne die Gefahr einer Minderung der einmal erreichten wirtschaftlichen, praktischen und zugleich schönheit-lichen Vorzüge im Gesamtwert der Anlage. Nur ein solcher ermöglicht die beste Rentabilität des Betriebes.

Der als zweckmäßig erkannte Betriebsvorgang hat die Planung der Gesamtanlage von vornherein entscheidend zu beeinflussen. Wenn die fraglichen Räume zur Verwaltung und Kraftgewinnung, wenn Werkstätten, Lagerhäuser und Arbeits- und Lagerplätze in ihrer notwendigen Größe bestimmt sind, und der Arbeitsvorgang in seinen einzelnen Phasen und deren Aufeinanderfolge geklärt ist, können die Einzelgebäude und -anlagen in ein Verkehrsnetz eingruppiert werden, das aus Verkehrswegen für die Menschen und Werksgleisen und sonstigen Transportanlagen für Rohmaterial, Fertigfabrikate, Abfälle usw. besteht (Maier-Leibnitz). Hier ebenso wie beim Einfügen der ganzen Anlage in Landschaft oder Ort (Wege, Gleise, Fahr- und Hebezeuge, Kraftleitungen, Eisenbahn-, Landstraßen- und Wasserwegeanschluß, Rücksicht auf vorhandene oder geplante andere Baulichkeiten, Baum wuchs, Geländeart usw.) besteht eine enge Verwandtschaft mit grundlegenden und entscheidenden Voraussetzungen der Siedlungskunst, die in wesentlichen Zügen viel eindeutiger und vom Sondergeschmack ihrer Schöpfer weit unabhängiger sind, als bisher im allgemeinen unter den Beteiligten angenommen wird.

Man muß den Industriebauten und den ganzen Werkanlagen auch äußerlich — und zwar nicht so sehr infolge angebrachter Reklameschilder als vielmehr zweckmäßigen und zugleich ausdrucksvollen Gestaltens—ansehen, um was für einen Betrieb es sich handelt, warum er so und so aufgefaßt ist. Eine derartige Wirkung nach außen hin ist das beste Zeichen für wirtschaftlich und baulich gute Lösung.

Es versteht sich von selbst, daß alle Einzelheiten innerhalb der Anlage und ganz besonders Einrichtungen des Transports von Rohmaterialien, Abfällen, Kraft usw., die das Werk mit der städtebaulichen und landschaftlichen Umgebung verbinden, bei voller Rücksicht auf deren Eigenart so gut wie möglich gestaltet werden. Hier wiedergegebene Beispiele zeigen deutlich, daß auch der Gestaltung und Wirkung dieser Dinge in zunehmendem Maße gebührende Aufmerksamkeit seitens der Verantwortlichen zuteil wird.



Die Ingenieurbauten in ihrer guten Gestaltung