Naturgegebenheiten

Das Gebiet der UdSSR ist zu 47 v. H., d.h. auf rund 10 Millionen qkm, ständig vereist. Die Südgrenze dieser Zone verläuft nördlich von Mesen über Beresow am Ob bis zur unteren Tunguska und rechts vom Jenissej in die Mongolei, von wo sie bei Blagoweschtschensk am Amur wieder hervortritt und sich in Richtung auf die Nordkamtschatka weiter zieht. In diesen Nordteilen des Sowjetraumes sind lediglich vereinzelte Inseln landwirtschaftlicher Kultur denkbar.

Eine Wüstenzone, die nicht weniger als 10 v. H. des Gesamtgebietes ausmacht, dehnt sich im Südosten der UdSSR, aus. Dort kann die Landwirtschaft in jenen Landstrichen betrieben werden, die eine künstliche Bewässerung aufzuweisen haben.

Somit sind 57 v. H. der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken einer landwirtschaftlichen Nutzung ganz oder teilweise entzogen.

Am stärksten ist die Landwirtschaft im europäischen Teil der UdSSR. — abgesehen vom höchsten Norden — und im südlichen Westsibirien verbreitet. Südlich der Tundren bis zur Linie Schyto-mir—Kiew—Brjansk—Kaluga—Rjasan—Gorki (Nischni Nowgorod) —Kasan erstreckt sich eine Zone armer heller Böden (..Podsol“), die einer Düngung bedürfen und sich je nachdem lür die Landwirtschaft mehr oder weniger eignen, Von Kasan verläuft die Südgrenze dieser Zone bis zur Mündung der Wjatka, dann längs der Kama bis zur Bjelaja-und nördlich von Ufa den Südural entlang. Jenseits des Urals folgt sie ungefähr der Linie Tagil—Irbit—Tjumen und setzt ihren Laul südlich des Ischimflusses fort. Bis auf unbedeutende Bergwiesen und Tundren weist ganz Ostsibirien diese Bodenart auf.

Ein Streifen grauer Waldlehmböden bildet den Uebergang davon zur fruchtbareren Waldsteppe, die in der Hauptsache aus einer ausgelaugten Schwarzerde („Tschernosem“) besteht. Im europäischen Teil der UdSSR, ist sie 150 bis 200 km und in Westsibirien 100 bis 150 km breit. Sie erweitert sich in den Tälern des unteren Ob bis über 400 km.

Die Waldsteppenböden gehen im Süden stufenweise in die fruchtbare Schwarzerdezone über. Hier erreicht die Humusschicht mitunter 80 bis 100 cm bei durchschnittlich 6 bis 10 v. H. (höchstens 15 v. H.) Humusgehalt. Als Nordgrenze dieser Zone kann folgende Linie angenommen werden: vom Oberlauf des Inhul bis Krementschuk, dann südlich von Charkow nach Woronesch und Saratow, die Wolga entlang nach Kuibyschew (Samara) und nördlich an Tschkalow (Orenburg) vorbei über Troizk-Petropawlowsk bis zum Tschanyvorgebirge. Ein Hemmnis für die Landwirtschaft in diesen besonders günstigen Gebieten ist ein gewisser Regenmangel, der nach Osten zu immer stärker in Erscheinung tritt. Beim Kaspischen Meer schließlich beginnt die Halbwüsten- und Wüstenzone.

Wegen der Eigenart ihrer Böden nehmen die Krim, der Kaukasus, Mittelasien und der Ferne Osten einen besonderen Platz ein. Zwar herrscht im nördlichen Steppengebiet der Halbinsel Krim Schwarzerde verschiedenen Grades vor, im südlichen Berggebiet aber ändert sich der Bodenzustand je nach seiner Höhenlage. Ein ähnliches Bild zeigt der Kaukasus, in dessen Niederungen und Küstengegenden Sumpfböden, im Vorgebirge Roterde und höher Steinböden anzutreffen sind. Auf den weiten mittelasiatischen Ebenen betragen die Sandboden etwa 50 v. H., die Wüstensteppen rund 35 v. H. und die Kulturlandstriche annähernd nur 15 v. H. der Gesamtfläche. Für den? Fernen Osten sind ausgedehnte sumpfartige Landstriche eigentümlich, so daß nur der Süden dieses Teiles der UdSSR, landwirtschaftlich genutzt werden kann.

Der Reichtum des Sowjelraumes an Laub- und Nadelbäumen ist zwar sehr groß, doch verteilt sich sein gesamter Waldbestand äußerst ungünstig über einzelne Gebiete. Grundwaldflächen finden sich vor allem im Norden, im Osten von Westsibirien und im Fernostgebiet.

Trifft man auf Tanne und Fichte in allen Teilen der UdSSR., so weist Sibirien eine Reihe von besonderen Baumarten auf, wie z, B. Zeder, Daueredel- und Ajansktanne. Eine Zone breitblättriger Laubbäume und gemischter Wälder erstreckt sich zum Teil über das Amurgebiet. Im europäischen Teil der Sowjetunion schließt sich an die nördlichen Waldmassen ein Gebiet undichter, zerstreut liegender Mischwälder von geringer örtlicher Bedeutung an.

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Die Sowjet-Union

Die DDR ist ein hochindustrialisiertes Land. Ihre Volkswirtschaft beruht auf volkseigenem und genossenschaftlichem Eigentum. Volkseigentum sind Bodenschätze, Banken, Versicherungen, Betriebe, Verkehrswesen. Gesundheitswesen. Bildungswesen, Kultureinrichtungen, große Teile des Wohnungsfonds und fast alle Handelseinrichtungen. Genossenschaftliches Eigentum gibt es vorwiegend in der Landwirtschaft, im Handwerk und auch im Handel. Im Dienstleistungsbereich bestehen private Einzelhandelsgeschäfte, Gaststätten und Handwerksbetriebe.

Die Wirtschaft des Landes wird auf der Grundlage einheitlicher Pläne geleitet. Sie sind Gesetz. In Fünfjahresplänen wird die Entwicklung der Wirtschaft und aller gesellschaftlichen Bereiche festgelegt und in den jährlichen Volkswirtschaftsplänen konkretisiert. Auf der Grundlage dieser Pläne arbeiten die Leiter der Kombinate und Betriebe ihre Produktionspläne aus.

Hauptindustriezweige sind die Energie- und Brennstoffindustrie, die Chemieindustrie, der Maschinen- und Fahrzeugbau, die elektronische und elektrotechnische Industrie. Die Elektroenergie der DDR wird zu 83 Prozent auf der Basis der einheimischen Braunkohlevorkommen und zu 11 Prozent über Kernkraftwerke gewonnen. Die Braunkohle ist der wichtigste einheimische Rohstoff (die DDR fördert mehr als ein Drittel der jährlichen Weltförderung). In großen Lagerstätten sind außerdem Kalisalz, Steinsalz, Schwerspat, Kalk, Kreide, Ton, Flußspat und Kies vorhanden. Andere Rohstoffe müssen zum größten Teil bzw. vollständig importiert werden.

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DDR Heute

weist, wie in den „Hamburger Nachrichten“ mitgeteilt wird, gegen den gleichen Zeitraum des Jahres 1908 eine gewaltige Zunahme auf, wovon der Löwenanteil allerdings auf die Ausfuhr an „mineralischen und fossilen Rohstoffen“ kommt. Der Gesamthandel betrug nämlich 14112428 Mk. gegen 10 164 070 Mark, er hat also um 3 948 358 Mk. zugenommen. Die Einfuhr hatte einen Wert von 8751609 Mk., d. h. gegen dieselbe Zeit des Jahres 1908 eine Zunahme von 1352 971 Mk. An der Spitze stehen in der Einfuhr lebende Tiere, Fleisch und tierische Erzeugnisse aller Art mit 1 512 025 Mk.; nicht viel weniger, nämlich 1372 273 Mk. nehmen Körner und Hülsenfrüchte in Anspruch und an dritter Stelle stehen „Fabrikate“ mit 1019356 Mk. Die Ausfuhr hatte einen Wert von 5 360819 Mk. gegen 2 765 432 Mk., mithin eine Zunahme von nicht weniger als 2595387 Mk. Von der Ausfuhr kommen allein 5157534 Mk. (mehr 2533548 Mk.) auf mineralische und fossile Rohstoffe. An zweiter Stelle stehen merkwürdigerweise: Gewerbliche Erzeugnisse mit 129 059 Mk. (mehr: 86 574 Mk.) und dann — neben 401 Mk. an Erzeugnissen des Landbaues und der Forstwirtschaft — lebende Tiere und tierische Erzeugnisse mit 55 534 Mk., d. h. die letzten haben einen Rückgang um 8204 Mk. aufzuweisen, was aber wohl auf den starken Verbrauch im Lande selbst zuräckzuführen ist. — Im Monat Januar 1910 haben die Zolleinnahmen eine Zunahme von 74 501 Mk. aufzuweisen, doch ist dazu zu bemerken, dass die Diamant Zölle darin nicht eingeschlossen sind.

Weiteres aus der Reihe „Kolonie und Heimat“

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Kolonie und Heimat