Die Völkergruppe zwischen Wolga (tatarisch: Idel) und Ural, die 1939 insgesamt 6 310 800 zählte, gliedert sich in der Hauptsache in Tataren (4 100000), Tschuwaschen (1367 900) und Baschkiren mit Mischären und Tiptären (842 900),

Etwa um die Zeitwende dürften die Bolgaren aus Asien an die Wolga gekommen sein, deren Staatswesen im 11./12. Jahrhundert seine größte Blüte erreichte, im 13. Jahrhundert dem Mongolensturm zum Opfer fiel, dann im Chanat von Kasan fortlebte und schließlich von Moskau erobert wurde.

In den Wolgatataren und in den Tschuwaschen, deren Sprache wahrscheinlich auf das Urbolgarische zurückgeht, hat man es wohl mit den Nachkommen des Bolgarenvolkes zu tun, das sich in seinem Machtbereich mit dem Fianenlum vermischt haben soll. Nur die Baschkiren, die vor etwa einem Jahrtausend am Ural erschienen, verraten starke rassische Anklänge an die Turkestaner.

Der ständige Kampf gegen das Moskowitertum trug zu einer frühen und bedeutsamen Entwicklung der Volkstumskräfte unter den Idel-Uralern bei. Eine der wesentlichsten Aeußerungen ihrer nationalen Besinnung war der Versuch, eine gemeinsame Literatursprache zu bilden, die sich wohl mangels einer eigenen Staatsmacht nicht durchsetzen konnte.

Einen stärkeren Aufschwung erfuhr die idel-uralische Bewegung nach der Revolution von 1905, als eigene Schulen, Glaubensfreiheit und Agrarreform gefordert wurden. Nennenswerte Erfolge konnten allerdings bis 1917 allein auf kulturellem Gebiet erzielt werden. Daß der Selbständigkeitskampf der Idel-Uraler auch nach dem Zusammenbruch des Zarismus mißlang, ist u. a. wohl auch auf das Fehlen einer organisierten Waffenmacht zurückzuführen.

Der Bolschewismus, der sich vor allem gegen die Völker ohne eigenes Proletariat im marxistischen Sinne wandte, traf besonders hart die Idel-Uraler, die fast ausschließlich tiefgläubige mohammedanische Bauern waren.

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