Schlagwort: Würzburg

Abbildungen Deutsche Geschichte Stadtansichten

Fürstbischofliche Residenz


Mittelbau der Residenz mit Frankoniabrunnen

Hofgarten mit Seitenflügel der Residenz

Tor mit Gitterkrönnung an der Residenz

Die Domstraße mit Rathaus und Dom

Die Osttürme des Domes St. Kilian

Das Mittelschiff des Domes St. Kilian

Bild von der alten Mainbrücke zur Marienburg

Marienkapelle und Haus zum Falken

Ludwigsbrücke mit Marienburg

Kranenturm gegen die Marienburg

Wallfahrtskapelle auf dem Nikolausberg

Deutsche Bilder

In grauer Urzeit hatten unsere Ahnen weder Buch noch Bild, sie schmückten höchstens ihre Waffen, Gürtelschließen, Gefäße und andere Gebrauchsgegenstände mit einfachen linearen Ornamenten, schnitzten zur Verzierung vielleicht in Holz ein Kerbmuster oder kritzelten primitiv Tiere in groben Umrissen.

Erst als irische Mönche das Christentum im 7. Jahrhundert brachten, lernten auch die Germanen heilige Bücher auf Pergament schreiben und ausschmücken. Diesen Handschriftenschmuck nennt man nach der roten Farbe (miniuni, Mennig d. i. zinnoberartiger Farbstoff), mit welcher vorerst die Anfangsbuchstaben (Initialen) zur Einteilung des Textes gegeben wurden, Miniaturen, die Verfertiger heißt man Miniatoren, auch Illuminatoren. Die Sitte, Handschriften zu verzieren, geht bis auf die Ägypter zurück und wurde im Orient, besonders in Byzanz und in der altchristlichen Antike eitrigst geübt. —

Im Anschluß an frühchristliche und wohl auch orientalische Motive, aber auch durch selbständiges, auf dem natürlichen Kunstdrange beruhendes Streben hatte sich bei den Iren aus der Kalligraphie heraus der Buchschmuck entwickelt. Sie zeichneten lineare Ornamente, wie Bandverschlingungen und Spiralenmotive, sie liebtenTierornamente,besondersDrachen, Schlangen, Fische und Vögel, ja selbst den Menschen preßten sie flächenhaft in lineare kalligraphische Schnörkelformen. Durch sichere Technik, harmonischen Rhythmus, geschmackvolle Raumverteilung und zarte Farbengebung erreichten sie oft eine bewunderungswerte Höhe. Doch die entwickelte irische Dekorationsweise wurde in den germanischen Klosteransiedlungen wie St.Gallen, Fulda, Würzburg, Freising u. a. weder direkt kopiert, noch inhaltlich wahllos aufgenommen, sondern der germanischen Eigenart entsprechend umgeformt, wobei man nicht im geringsten die Absicht hatte, die Natur nachzuahmen, sondern nur ein Erinnerungsbild und einen Schmuck für die I landschrift schaffen wollte. Diese ersten germanischen Initialen sind natürlich viel primitiver und roher, zeigen jedoch trotz ihrer Urwüchsigkeit oft schon ziemliches Leben. Sie unterscheiden sich von den irischen Initialen hauptsächlich dadurch, daß sie Band- und Tierornament nicht so scharf trennen, sondern an die Enden der auslaufenden ornamentalen Bänder groteske Tierköpfe mit weit aufgerissenen Augen und gestutzten Ohren setzen oder sie in langen, schwanzartigen Bändern auslaufen lassen. Ichthyo-morphe und ornithoidische Motive, d.h. Fisch-und Yogelmotive, werden aufs kühnste zu phantastischen Buchstabenreihen verknüpft. Auch Menschengestalten finden sich schon, aber nicht in so schablonenhaftem Gerinsel wie bei den Iren, sondern in naiver Natürlichkeit. Schließlich sind noch das Einlügen von Blattmotiven und die spärliche Verwendung von Gold, was beides bei den Iren noch gänzlich fehlt, ganz charakteristische Hauptunterschiede.

Diese primitive Kunstart hatte lange Zeit nachgeklungen, wie uns z. B. die Initialen in den aus der Dombibliothek zu Freising stammenden, im 8. Jahrhundert geschriebenen „Predigten des heiligen Augustinus“ zeigen, wäre aber ohne das tatkräftige Eingreifen Karls des Großen dem sicheren Verfall entgegengegangen.

Aus dem Buch: Die deutsche Buchmalerei in ihren stilistischen Entwicklungsphasen; mit 6 Farbentafeln und 64 Abbildungen, nebst einer Bibliographie (1923), Author: Jacobi, Franz.

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