Schlagwort: Zauberkraft

Die gemeingermanische Bezeichnung Guda-„Gott“ hat man zu aind. ghoras = schrecklich, scheuein flößend, ehrfurchtgebietend gestellt und Gott als ein Wesen erklärt, dessen Hilfe der Germane in Ehrfurcht erflehte: so sagt Tacitus „die Germanen bezeichnen mit dem Namen der Götter jenes Geheimnisvolle, das sie allein durch fromme Ehrfurcht schauen“ (Germ. 9). Eine andere Erklärung bringt die ursprünglich neutrale Wortform Gott (idg. ghu-tö-m) mit der idg. Wurzel ghu, skr. hü zusammen = Götter anrufen: das anzurufende Wesen, oder mit skr. hü = opfern: das Wesen, dem geopfert wird (skr. liu-tä), oder mit der Wurzel ghau: das angerufene Wesen, richtiger was man beruft, „das Berufene, Besprechung.“ Ist die letzte Erklärung richtig, so nannte man das anfänglich Gott, was man durch Zauberkraft und insbesondere durch Zauberwort seinem Willen untertänig machte.

Außer gu-da, guda „Gott“ ist auch die Bezeichnung Äsen geineingermanisch. Die Goten nannten ihre Edlen, dei-en GlücJc sie den Sieg verdankten, nicht mehr einfach Menschen, sondern Ansen d. h. Halbgötter (Jord. 13). Als die Westgoten im Jahre 378 in Thracien den Römern schlachtbereit gegenüberstanden, priesen sic in wüstem Geschrei die Taten ihrer Ahnen d. h. der Götter, von denen das Volk und die Könige stammten (Am. Marc. 317,u). Die gotischen ansiz(sing. ans) waren also siegspendende Götter, göttliche Wesen, die in das Geschick der Menschen eingreifen. Im Friesischen begegnet dasselbe Wort als ees, und im an. als äss, plur. aesir. Der deutsche Name lautete ahd. ans, as. ags. ös (ags. pl. ese), wie zahlreiche Eigennamen beweisen: Anshelm, Ansbrant, Ansbert, Anshilt, inschriftlich Asinarius = Ansbald, Ansheri (Gottesheld), Anso, langob. Ansegranus (der mit dem Götterbarte), Ansvald (as. Oswald = der über die Äsen waltet), Ansolf, Ansgar as. Oskar (Götterspeer). Uralt ist Asleikr, ahd. Ansleieus, ags. Oslac = Leich für die Götter. Die Ansivaren, deren Wol in sitze in älterer Zeit nördlich der Sieg lagen, waren die Verehrer des Ans oder Wodan, wie die Ziuwaren «lie Verehrer des Ziu. Die langob. Sage von Alboin bei den Gepiden erwähnt ein Asfeld (Götterfeld), wo die Gebeine der Erschlagenen liegen (D. S. Nr. 394); doch kann der Name auch „Aasfeld“ bedeuten. Aber äs und ös in deutschen Namen ist nicht zusammen zu werfen: die Osenberge, Ochsenberge, Ossensteine sind nach dem Kindvieh, nicht nach den Göttern benannt, man vergleiche die Schaf-, Reh-, Geißberge. Die Bedeutung des Wortes ist noch unklar. Bei Wulfila (Luc. 641, 42). bedeutet „ans“ einen Balken, dieselbe Bedeutung hat auch an. dss: die Götter wären also die Tragbalken, die Träger und Stützer der Weltordnung. Andere vergleichen skr. äsu „Leben“, zend. anliu „Herr“: Gönner und Helfer, oder skr. anas „Hauch“, gr. äve^og „Wind“, got. anan hauchen: großer Geist, Weltgeist; noch andere erinnern an das Beiwort des idg. Himmelsgottes Dicus Asura, lat. eins, esus: Herr oder Höchster.

Gemeingermanisch endlich war die Vosteliung der Götter als der Ratenden. Im an. heißen die Götter regin, got. ragin ist der Ratschluß, ragineis der Ratgeber, raginön regieren. Im Heliand (2594, 3348) ist das Schicksal = Schöpfung der Ratenden (regano giscapu). Dasselbe meint as. metodo giscapu (Hel. 2190, 4827) und ags. meotodsceaft, metodsceaft (Beov. 1077,1180 2815), ags. meotudvang „Schlachtfeld“ erinnert an Idisiaviso. Altgerm. metodus, got. mitodus, an. mi9tudr „das ordnende, messende Wesen“ gehört zu miton ermessen, bedenken (S. 87). Rater und Richter waren also bereits die urgermanisehen Götter.

Seit der ältesten Zeit begegnen die himmlischen Wesen in der Drei zahl, das jüngere Bedürfnis nach verstärkten Mitteln hat die 3×3 erzeugt.

Cäsar kennt als die einzigen göttlichen Mächte, an die die Germanen glaubten, die Dreiheit Sol, Luna, Vulcanus (6*,). Plinius (H. N. 4„„) und Tacitus (Germ. 2) nennen die drei Verbände der Istwäonen, Ingwäonen Erminonen, die auf die drei Beinamen des Himmelsgottes Istwio, Ingwio Innino zurückgehen. Tacitus weiß von der Verehrung des Wodan, Tius und Donar (Germ. 9). Thuner, Woden und Saxnot mußten die heidnischen Sachsen abschwören, als Karl der Große sie zur Taufe zwang. Diese deutsche Trias, Mercurius, Hercules, Mars, wird außerdem für die nächsten Jahrhunderte durch Votivsteine aus einer der Kasernen der Uardereiter am Lateran in Rom aus der Zeit von 132—141 und durch andere Votivsteine aus verschiedenen Gegenden des Reiches bezeugt. Zu dreien treten die Schicksalsfrauen auf (S. 84, 87); in drei Haufen geteilt lassen sich die ldisi des Merseburger Zauberspruches auf dem Schlachtfelde nieder.

Gruppen von neun hohen Gottheiten kannten die alten Germanen nicht.

Aber neun Seeungeheuer erlegt Beowulf (V. 575; S. 139); gegen „neunerlei Elfen“ gibt es eine mecklenburgische Schutzformel. Neun Kräuter gebrauchen die Hexen zu den Zaubermitteln. Gegen die Wichte, gegen die neun Gifte und die nenn anfliegenden Krankheiten schützen nach dem alt-eng). Neunkräutersegen neun Kräuter. In demselben Zauberspruche heißt es auch von Wodan, daß er mit neun heiligen Zweigen die Natter schlug, daß sie in neun Stücke brach. Neun Jahre halten die gefangenen Schwanjungfrauen bei ihren Männern aus, dann treibt sie die Sehnsucht nach dem göttlichen Leben zur Flucht. Neun Tage dauert die dem Totenkulte gewidmete Frist, die am neunten Tage mit einem Opfer abscbließt. Neun Tage währt der Werwolfszauber, am zehnten kommen die Menschen aus der Wolfshaut wieder heraus (S. 25). Neun Klafter tief wird der wilde Schoß (Elbeuschuß) in die Erde beschworen; neun Fuß weit muß bei dem Feuerordal das glühende Eisen getragen werden, oder der Beklagte muß mit bloßen Füßen über neun glühende Pflugscharen schreiten, die je einen Fuß von einander liegen.

Die semitisch-orientalische Sieben drang als herrschende Zahl in die christliche Kirche ein, und in der christlichen Sieben erwuchs der alten deutschen Neun ein sehr gefährlicher Nebenbuhler; aber sie konnte die Neun wohl beschränken, jedoch nicht vernichten.

Text aus dem Buch: Deutsche mythologie in gemeinverständlicher darstellung (1906), Author: Paul Herrmann.

Die einzelnen Kapitel des Buches:
Deutsche Mythologie – Seelenglaube und Naturverehrung
Deutsche Mythologie – Der Seelenglaube
Deutsche Mythologie – Die Seele als Atem, Dunst, Nebel, Schatten, Feuer, Licht und Blut
Deutsche Mythologie – Die Seele in Tiergestalt
Deutsche Mythologie – Die Seele in Menschengestalt
Deutsche Mythologie – Der Aufenthaltsort der Seelen
Deutsche Mythologie – Der Seelenkultus
Deutsche Mythologie – Zauberei und Hexerei
Deutsche Mythologie – Der Maren- oder Alpglaube
Deutsche Mythologie – Schicksalsgeister
Deutsche Mythologie – Der Mütter- und Matronenkultus
Deutsche Mythologie – Naturverehrung
Deutsche Mythologie – Naturerscheinungen in Tiergestalt
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Elfen und Wichte
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Zwerge
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Hausgeister
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Wassergeister
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Waldgeister
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Feldgeister
Deutsche Mythologie – Die Riesen – Name und Art der Riesen
Deutsche Mythologie – Die Riesen – Luftriesen
Deutsche Mythologie – Die Riesen – Berg- und Waldriesen
Deutsche Mythologie – Die Riesen – Wasserriesen
Deutsche Mythologie – Der Götterglaube
Deutsche Mythologie – Name und Zahl der Götter
Deutsche Mythologie – Mythenansätze und Mythenkreise
Deutsche Mythologie – Mythenansätze und Mythenkreise – Der Feuergott
Deutsche Mythologie – Mythenkreise – Licht und Finsternis. Gestirnmythen.
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Tius
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Foseti
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Wodan
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Donar
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Balder
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Deus Requalivahanus
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen
Deutsche Mythologie – Die Mutter Erde
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Nerthus
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Nehalennia
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Tanfana
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Hludana
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Haeva
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Frija
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Ostara
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Baduhenna
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Walküren
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Schwanjungfrauen
Deutsche Mythologie – Der Kultus
Deutsche Mythologie – Der Kultus – Gottesdienst, Gebet und Opfer
Deutsche Mythologie – Der Kultus – Opferspeise
Deutsche Mythologie – Der Kultus – Opferfeuer
Deutsche Mythologie – Der Kultus – Der Götterdienst im Wirtschaftsverbande
Deutsche Mythologie – Der Kultus – Der Götterdienst itn Staatsverbande
Deutsche Mythologie – Der Kultus – Der Götterdienst im Kriege
Deutsche Mythologie – Der Kultus – Der Götterdienst des Einzelnen im täglichen Leben
Deutsche Mythologie – Das Priesterwesen
Deutsche Mythologie – Wahrsagerinnen und Priesterinnen
Deutsche Mythologie – Das Erforschen der Zukunft
Deutsche Mythologie – Ort der Götterverehrung
Deutsche Mythologie – Tempel
Deutsche Mythologie – Tempelfrieden
Deutsche Mythologie – Tempelschatz
Deutsche Mythologie – Götterbilder
Deutsche Mythologie – Vorstellungen vom Anfang und Ende der Welt
Deutsche Mythologie – Vorstellungen vom Anfang und Ende der Welt – Der Anfang der Welt
Deutsche Mythologie – Vorstellungen vom Anfang und Ende der Welt – Die Einrichtung der Welt
Deutsche Mythologie – Vorstellungen vom Anfang und Ende der Welt – Das Ende der Welt

Deutsche Mythologie

Die Zugehörigkeit der Zwerge zu den Elben geht aus dem Namen Alberich hervor, der als Zwergkönig erscheint. Wie die Lichtelben im Freien wohnen und sich des Sonnen- und Mondenscheins freuen, so ist die Wohnung der Zwerge in den Tiefen der dunkeln Berge gelegen, sie sterben, wenn die Sonne sie bestrahlt. Von ihren aufgehenden Strahlen werden sie zu Stein verwandelt: es sind die zur Nachtzeit an den Berggipfeln haftenden, mit Sonnenaufgang schwindenden und dann die Felsenspitzen erscheinen lassenden Wolken- und Nebelgebilde.

Die Sage erzählt, daß die kleinen Bergzwerge die Felsen bewohnten und in der Zwergenhöhle still ihr Wesen trieben. Als sie einst eine Hochzeit feiern wollten und nach ihrer Kirche auszogen, verwandelte sie ein gewaltiger Geisterbanner in Stein oder vielmehr, da sie unvertilgbare Geister waren, bannte er sie hinein. Noch jetzt sieht man sie in verschiedenen Gestalten auf den Bergspitzen stehen, und in der Mitte zeigt man das Bild eines Zwerges, der während der Flucht der Übrigen zu lange im Gemache verweilte und in Stein verwandelt wurde, als er aus dem Fenster nach Hilfe umherblickte (D. S. Nr. 32). Sie sind besonders des Nachts tätig, die Sonne geht ihnen um Mitternacht auf. Das Zwergreich im mhd. Gedichte von Herzog Ernst und Laurin liegt im Berge und wird von einem sonnenhellen Karfunkel erleuchtet. Auf Rügen wohnen die Zwerge in den neun Bergen unter der Erde, die durchsichtig von Anfang bis Ende sind und eigentlich rings mit Glas bewachsen. Jeder Zwerg wohnt wieder in einem gläsernen Häuschen, und erleuchtet wird die ganze Wohnung durch einen an der Decke hängenden großen Kristall. Die Zwerge im Märchen Sneewittchen gehen am Tage in die Berge, hacken nach Erz und graben, nachts aber lassen sie ihre Arbeit liegen und kommen in ihr Häuschen, wo das gedeckte Tischlein mit Stühlchen, Tellerchen, Löffeichen, Messerchen, Gäbelcben und Becherchen steht (K. H. M. Nr. 53). Ihre unterirdischen Höhlen sind voll kostbarer Edelsteine, Gold und Silber; wunderbares Licht strahlt von der Wölbung der Decke und aus den Seitenwänden. Die Höhle des Zwergkönigs Gibich hat Wände von blitzendem Stufenerz, die Decke ist von einem Stück Schwertspat, weiß wie der Schnee. Mit güldenen Borten, mit Gold und Gestein sind die Rosen in Laurins Garten behängen; sie geben süßen Duft und lichten Schein. Vor des Berges Felsgestein steht eine grüne Linde, und bunte helle Blumen stehen in Blüte von jeder Farbe und Art. Lieblich durcheinander klingt der Vöglein Sang, und mancherlei Getier treibt da friedlich sein Spiel (100 ff., 900 ff.). Berühmt in der Sage ist außer dem Rosengarten in Tirol der zu Worms. Ein seidener Faden umgibt ihn, wie auch die Gerichtsstätte mit Schnüren umzogen ist. Aber überreich an allen Kostbarkeiten der Welt ist das Innere des Berges selbst. Golden waren die Bänke, von Edelstein gaben sie hellen Glanz. Mancherlei Spiel trieben die Zwerge. Auf der einen Seite sangen sie, auf der anderen sprangen sie, andere versuchten sich in Kraftübungen; sie schleuderten den Speer und warfen den Stein. Auch mancher kunstfertige Mann ließ sich hören, Geiger, Harfner und Pfeifer. Zwei wonnigliche Zwerge traten auf, zwei kurze Fiedler; ihr Gewand war reich und schwer. Sie trugen Fiedeln in der Hand, die mehr wert waren als ein Land: sie waren rotgolden, vom Edelstein hatten sie hellen Schein, die Saiten gaben süßen Ton. Dann traten zwei Sänger auf, die waren geschickt im Vortragen von Gedichten; mit ritterlichen Geschichten ergötzten sie ihre Gäste (1010 ff.).

Weil die Zwerge in den Bergen und unter der Erde wohnen, heißen sie in Norddeutschland Unterirdische, in Oldenburg Erdleute, in Thüringen Bergmännlein und Erdmännchen, in Süddeutschland Erdschmiedlein; wegen ihrer friedlichen, stillen Tätigkeit heißen sie das stille Volk (D. S. Nr. 30, 31). Reich an Zwergsagen sind die Alpenländer, Norddeutschland und England.

Aus der Erde dampft der Nebel empor, Nebel lagert über Höhlen und Bergen, daher werden die Zwerge zu Nebelwesen. An nebligen Abenden steigen die Zwerge aus dem Boden hervor, um Hochzeit zu feiern oder beerdigen unter großem Wehklagen eine Leiche. Ein Zwergkönig, der ungastliche Aufnahme gefunden hat, wächst zu riesiger Größe an und schwebt in Nebel aufgelöst am Absturze des Schneeberges hinan zum Zwergenstein. Der aus dem Erdloch aufsteigende Nebelrauch rührt vom Herdfeuer der Zwerge her; wenn sie kochen und backen, steigt aus dem Loche der Berge der Dampf hervor: dann glaubt man, es will regnen (D. S. Nr. 298, 34). Im tirolischen Hochgebirge hausen die Eismännlein, die Fernerzwergl, vom weißen Nebelmantel umwallt, und herrschen über die Eis- und Schneewelt; im Schnee sieht man ihre Füße abgedrückt. Zwerghaft und greis vom Ansehen entlehnen sie die graugrüne oder geibgrüne Farbe ihres Gewandes vom Baummoose des Bergwaldes und von der grünen Gletschernacht, den schattenden Wetterhut von den Nebelhauben ihres Hochgebirges. Gern sitzen sie auf den Fels Vorsprüngen und schauen ernsten Antlitzes auf die sie umgebende unendliche Welt emporstarrender Eisnadeln und Eispyramiden, lassen sich von Nebelgestalten umtanzen, formen Wolken zu festen Ballen, verdichten sie, zerreißen sie, zerblasen sie zu Flocken, weben sie zu Schleiern und Nebeldecken, schicken sie als Höhrauch über alle Fernen hin, brauen Wetter, schleudern Hagel, senden Lawinen in die Gründe nieder, den Hut tief im Gesicht und Wölkchen aus ihren Pfeiflein in die Luft entsendend.

Der Mantel, Hut und die Fähigkeit, sich unsichtbar uz machen, weist gleichfalls auf den Nebel hin (S. 99).

Durch seine Tarnkappe verbirgt sich Laurin vor Dietrich und bringt ihm zahllose Wunden bei. Laurins Vetter, Walberan, versteht es, durch Zauberkraft seine sämtlichen Mannen unsichtbar zu machen. So rücken sie gegen Bern vor, und keiner kann etwas von dem kleinen Volke sehen. Aber Eünhild, Laurins Gefangene, gibt jedem der Helden einen Ring, so daß sie ihre Feinde sofort erkennen können (1555), und die Ringe, die Laurin Dietrich und seinen Gesellen gegeben hat, nehmen den hüllenden Schleier von Walberans unsichtbarer Schar. Auch der Ring, den Ortnit von seiner Mutter hat, gibt ihm die Kraft, Alberich zu sehen. Dieser Ring vergleicht sich dem Flug (Schwan)-ring, der Verwandlung in Vogelgestalt oder Flugkraft verleiht (s. u. Schwanjungfrauen). Noch eiu anderer Ring oder Gürtel verleiht Laurin die Kraft von zwölf Männern (191 ff., 535 ff., 1174 ff.). Alberich hat wohl durch den Ring, nicht durch die Tarnkappe, die Kraft von zwanzig oder zwölf Männern (Biterolf 7838). Der Schevfenberger empfängt von einem Zwerge einen Gürtel, der die Stärke von zwanzig Männern gibt, und einen Ring: solange er den habe, zerrinne sein Gut nimmermehr (D. S. Nr. 29). Im Eckenliede gibt der Zwerg Baidung, Alberichs, des früheren Herrschers, Sohn, Dietrich einen wunderbaren Stein, der seinen Besitzer gegen Hunger und Durst schützt und die Kraft hat, seinem Träger die Würmer eines Schlangenturmes vom Leibe zu halten.

Die Größe der Zwerge wird verschieden angegeben.

Bald erreichen sie das Wachstum eines vierjährigen Kindes, bald erscheinen sie weit kleiner, nach Spannen oder Daumen gemessen. Laurin ist drei Spannen lang, die Erdgeister, die bei Hermann von Rosenberg Hochzeit feiern, sind kaum zwei Spannen lang (D. S. Nr. 42), andere droi-viertel Elle hoch (D. S. Nr. 37). Ihrer neun können in einem Backofen dreschen. Die Zwerge sind meistens alt (S. 114), haben einen eisgrauen Bart, der bis aufs Knie reicht und eiu verrunzeltes Gesicht; Zwergkönig Gibich ist rauh von Haaren wie ein Bär. Ein Höcker oder ein dicker Kopf entstellt oft die kleine Gestalt, .fahl und grau, schwarz und eisgrau ist ihre Farbe (K. H. M. Nr. 92, 165). Sie haben Gänsefüße, und dann trippeln sie leise wie Vögel daher und tragen lange Mäntel, sie zu bedecken (D. S. Nr. 149), oder Geißfüße, dann trappeln sie ziemlich laut. Das Laufen der Zwerge über eine Brücke gleicht dem einer Schafherde (D. S. Nr. 152).

Alberich und Laurin reiten auf Rossen, die so groß sind wie eine Geis, der Zwergkönig Antilois (in Ulrichs Alexander) auf einem Rosse von Rehes Größe, an dessen Zaume Schellen erklingen: er zürnt auf Alexander, der ihm seinen Blumengarten verdorben hat, wie Dietrich den Laurins. Ein Wichtelmännchen reitet geradezu auf einem Reh. Die Kleidung der Zwerge gleicht oft der der Bergleute, sie tragen eine weiße Hauptkappe am Hemd, ein Leder hinten und haben Laterne, Schlägel und Hammer (D. S. Nr. 37): darum heißen sie auch lederne Männle in Schwaben.

Es ist wohl möglich, daß manche Sagen von Zwergen und Riesen mit wirklichen eingeborenen oder feindlichen Stämmen in Zusammenhang stehen. Die Tatsache, daß die Riesen (Hünen) historische Namen wie Hunnen tragen, ist sehr bedeutsam, auch wenn ein gerrn. Wort hunaz (stark, kräftig vgl. xity/og) sich frühzeitig mit dem Namen des wilden Reitervolkes vermischt haben sollte. Die Volkssage hat die Erinnerung an die Riesen als ein uraltes, längst vergangenes Geschlecht bewahrt: vor tausend und mehr Jahren war das Land rings um den Harz von Riesen bewohnt (D. S. Nr. 318, 324); im Elsaß auf der Burg Niedeck waren die Ritter vor Zeiten große Riesen (D. S. Nr. 17). Die Riesen erscheinen als Heiden aus dem Steinzeitalter, die sich scheu vor den erobernden Menscheu zurückzieheu und ihren Ackerbau und die Klänge ihrer Kirchenglocken verwünschen. Die Furcht des rohen Eingeborenen vor dem zivilisierten Eindringlinge wird vortrefflich in der Sage von der Riesentochter geschildert, die den Bauern mit Ochsen und Pflug als Spielzeug in ihrer Schürze nach Hause trägt; aber die Mutter befiehlt ihr, die Sachen wieder hinzutragen; „denn“, sagte sie, „es ist ein Volk, das den Hunnen viel Schaden tun kann“ (D. S. 17, 319, 324).

In den Zwergsagen der Kelten und Germanen lebt die Erinnerung fort an ein kleines Geschlecht, die sogenannten Pfahlbauern, das ältere Rechte hatte als die Eindringenden, aber arm, dürftig, des Brotbackens unkundig, in Sümpfe und Höhlen scheu zurückwich und feige und hinterlistig nur des Nachts sich aus dem Verstecke hervorwagte. In einer Reihe von Sagen sucht der Schwache den Mächtigen zu überwinden, der Kleine den Großen, und da er ihm an Körperkraft unterlegen ist, so greift er zu List und Betrug. Auch das Motiv der Raubehe — am klarsten in der Laurinsage erhalten — enthält verblaßte Erinnerungen an Kämpfe, die von Stämmen kleineren Körperschlages gegen solche von größerem dereinst zur Urzeit in Europa geführt wurden. Alle Zwerge der Heldensage sind Wesen von Fleich und Blut, ganz wie die Menschen; ihre körperliche Existenz wird nirgends in Frage gestellt, und keinem Dichter fällt es ein, in ihneu auch nur im geringsten eigentlich geisterhafte Wesen zu sehen. Die Kobolde, Nixen, Unterirdischen gehören zweifellos zu den Geistern und Naturdämonen, aber die in den Bergen wohnenden ZwTerge des mittleren und südlichen Deutschland besitzen ein weit mehr körperhaftes Wesen und nähern sich so den Zwergen der Heldensage. Ihre Urbilder stammen nicht aus der Luft, noch aus den Wolken, noch aus dem Wasser, sondern von der Erde selbst; es ist für die Ethnologen heute eine feststehende Tatsache, daß in Mitteleuropa in vorgeschichtlicher Zeit Zwerge gewohnt haben. Nur durch die Zurückführung der Zwerge auf jene vorgeschichtliche Bevölkerung erklären sich ihre Beziehungen zum „Menschengeschlecht“, d. h. zu den später ein wandernden und sie bedrängenden größeren Rassen, die vielleicht schon Arier waren. Wer von diesen Zwergen nicht getötet wurde oder sich in die Schlupfwinkel schwer zugänglicher Gebirge retten konnte, wurde unterjocht und dienstbar gemacht, und sie wurden mit der Zeit willige, fleißige, treu ergebene Diener, die gerade durch ihr kleines, aber flinkes Wesen zur Bebauung des Ackers wie zu Handwerksarbeiten geeignet waren, besonders aber als kunstfertige Schmiede scheue Bewunderung erregten; es steht fest, daß die Arier zur Zeit ihrer Einwanderung in Europa in der Steinzeit lebten und keine Kenntnis der Metalle und der Schmiedekunst besaßen (s. u. Feuergott). Der stete Kampf aber mit den um ihr Land und ihre Freiheit ringenden Zwergen, die zuletzt auch aus ihren tiefen Wäldern und verschwiegenen Bergen vertrieben wurden, rief, zumal bei der hinterlistigen Kriegsführung mit all ihren Greueln, zu denen auch der oft erwähnte Frauenraub gehört, Abscheu gemischt mit Furcht hervor. In der Sage und Poesie lebt die seltsame Erscheinung des fremdartigen Zwergvolkes weiter, seine eigenartigen, dem Germanen so ganz widersprechenden Gewohnheiten, Sitten und Handlungsweisen, zumal im Kampfe, die Heimtücke und Rachsucht, aber auch die sklavische Unterwürfigkeit und hündische Treue. So versteht man die Klage der Zwerge über den Verlust des Landes, dessen Herren sie einst waren, über das Vordringen einer ihnen fremden Kultur und Religion, das sie zur Auswanderung zwinge, über die Schlechtigkeit des Menschengeschlechtes, das dafür noch werde zu büßen haben und schon durch Verkürzung des Lebens büße. Nur die Ethnologie erklärt also die wesentlichsten Züge in dem sagenhaften Bilde der Zwerge: ihre Herkunft, ihre Gestalt, ihre Wohnungsart, ihr Verhältnis zu den „Menschen“, ihre Beschäftigung und die ihnen zugeschriebenen übernatürlichen Gaben. Aber mit diesen Gestalten der Gegenwart und Wirklichkeit verschmolzen die Seelen- und Naturgeister, die die Arier mitbrachten; erst so entstand in Süddeutschland das typische Zwergbild, das uns die Sage überliefert, und es erhielt neue Farbe und frisches Leben, als sie die mißgestalteten Hunnen und Avaren kennen lernten. Attila wird ganz wie ein Zwerg geschildert, und das Nibelungenlied spricht von „wilden Zwergen“, die mit den Hunnen verbunden waren. So ist die deutsche Zwergsage nicht aus einer, sondern aus zwei Quellen geflossen: in der Sage des norddeutschen Tieflandes überwiegt die geisterhafte Natur der Zwerge, in den Berggegenden die natürliche, menschliche.

Noch eine andere, hierher gehörende Sagengruppe läßt sich vielleicht aus denselben ethnologischen Verhältnissen erklären. Gegen die stärkeren Eindringlinge suchte sich die Urbevölkerung durch Anlegen von Hecken und Verhauen zu verteidigen. Aber erbarmungslos zertrat deren Fuß der Blumen bunte Pracht und raubte mit roher Gewalt die schönen Töchter des Landes, wenn ihnen nicht die List ihrer Hüter zuvorkam und ihnen Spott und Schaden bereitete. So dringt im Märchen vom Dornröschen der Prinz durch die Hecke und gewinnt die Braut (K. H. M. Nr. 50; die „natursymbolische“ Deutung s. u. Mythen und Märchen); und aus denselben Schiftzhecken gegen feindliche Überfälle können die durch die ritterliche Dichtung des Mittelalters bekannten Rosengärten stammen, der bei Worms, wo Gibich König ist, und der bei Meran, wo Laurin herrscht: ihre bisherige Deutung als alte Elfen- und Totenreiche hat nie recht befriedigt.

Pytheas von Massilia hat seltsame Kunde erfahren von den Eieressern, den Öonen, von denen noch Caesar hörte von den Pferdefüßlern, den Hippopoden, von den Ganzohren, Panotiern, deren große Ohren den ganzen Körper bedecken und eine andere Bekleidung überflüssig machen. Es ist möglich, daß dieser Bericht eine märchenhafte Entstellung einer Mantel- und Kapuzentracht ist, wie sie Seeanwohnern zum Schutze gegen Regen und Wind nötig sein mochte. Aber bei den Pferdefüßlern ist man versucht, au die ganze oder halbe Roßgestalt des Nixes zu denken (S. 104). Gegen Plattfüßler und Langohren muß Herzog Ernst kämpfen: ihre Ohren reichen bis über die Knöchel herab und sind so breit, daß sie sich ganz darein hüllen können; sie bedürfeu keiner Rüstung, da die Ohrenhaut hieb-und stichfest ist (4824 ff). Vielleicht hat Pytheas Kunde von den deutschen Zwergsagen erhalten. Wenn selbst ein so verständiger Beurteiler wie Tacitus mythische Namen für wirkliche Volksstämme ansieht und sogar deren geographische Lage angibt, um wieviel verzeihlicher wäre ein solcher Irrtum bei dem Entdecker unserer Ahnen! Da noch heute Sage und Märchen vom Nix in Roßgestalt und vom Zwerg Langohr erzählen, könnten wir beide über 2400 Jahre zurück verfolgen und hätten in diesem Berichte des Pytheas die älteste direkte Erwähnung unserer Mythologie.

In der Schweiz glaubt man, das Echo rühre von den Zwergen her. Als Dietrich mit Ecke streitet, geben Berg und Tal Stimme und Antwort von sich, d. h. die in ihnen hausenden Zwerge. Große Schätze von Gold, Silber und Edelsteinen scharren sie in ihren Höhlen zusammen und bewachen sie sorgfältig (D. S. Nr. 30, 36, 160; K. H. M. Nr. 53).

Kuodlieb hat einem Zwerge vor der Höhle eine Falle gelegt; der ist hineingeraten, und die Hände sind ihm festgeschnürt; schreiend springt er hin und her, um fortzukommen, bis er endlich ermüdet und atemlos niedersinkt und wehmütig seinen Besieger um Schonung bittet: ,Schenke mir Armen das Leben, ich melde dir etwas, das dir sicherlich angenehm ist. Wenn du mich nicht tötest und mir die Hände frei machst, zeige ich dir einen Schatz, den zwei Könige haben, Immunch und sein Sohn Hartunch; diese wirst du im Kampfe besiegen und töten. Dann bleibt nur des Königs Tochter, die schöne Heriburg übrig als Herrscherin über das ganze Reich. Es Ist dir beschieden, sie zu gewinnen, aber nur mit großem Blutvergießen, wenn du nicht meinem Ratschlage folgst, den ich dir geben werde, wenn du mich befreit hast“. Auch im N. L. (468) wird Alberich gefesselt, und auch er bittet wie der Zwerg im Ruodlieb um Schonung (467). Wie Ruodlieb ein Schwert erhält (S. 114), so geben Schilbung (der Zitternde, Bebende, an. skjalfa) und Nibelung Siegfried zum Lohne für die Teilung des Nibelungenhortes König Niblungs Schwert (93). Alberich hütet den Schatz wie der Zwerg, den Ruodlieb fangt. Es ist soviel des Gesteines und Goldes, daß hundert Leiterwagen ihn nicht forttragen können, und hätte man die ganze Welt damit erkauft, er wäre dennoch nicht vermindert, denn der Wunsch lag darunter, ein golden Rütelein (1063/4). Auch nach dem Seyfriedsliede hüten Niblings Söhne, Eugels Brüder, ihres Vaters Schatz. Siegfried ladet ihn auf sein Roß und versenkt ihn heimlich im Rheine. Auf dem ersten Abenteuer, das jung Dietrich besteht, sieht er beim Verfolgen einer Hirschkuh einen Zwerg laufen; ehe er noch seine Höhle erreichen konnte, packt ihn Dietrich und schwingt ihn zu sich in den Sattel. Es ist Alberich, der berüchtigte Dieb und der listigste aller Zwerge. Als Lösegeld verspricht er Nagelring, das beste aller Schwerter, und als Dietrich mißtrauisch schwankt, schwört ihm Alberich einen heiligen Eid (Thi-dreks. 16). Einen goldenen Ring und ein Schwert erhält der Graf von Hoia von einem Zwerge, weil er ihm seinen Saal einräumt, in dem die Zwerge Hochzeit halten (D. S. Nr. 35, vgl. Nr. 303). Hochberühmt sind die Zwerge als Waffenschmiede. Alberich ist nicht nur der Dieb, sondern auch der Fertiger des Schwertes, das Ruodlieb zufällt. Er gibt dem Ortnit Schwert, Panzer und Helm, er schmiedet mit drei andern Zwergen zusammen das Schwert Eckesahs und Nagelring (Thidreks. 16). Alberich oder Euglin verschafft Siegfried das Schwert Balmung, sogenannt, weil es aus der Höhle (balma) stammt, oder „Sohn des Glanzes“ (got. balms-Glanz). Wade bringt seinen Sohn Wieland zu dem berühmten Schmiede Mime in Niedersachsen, damit er dort schmieden lerne. Auch Siegfried befindet sich dort und tut den Schmiedgesolien manches Böse, schlägt und prügelt sie. Das Schwert, das Wittich, Wielands Sohn, führt, ist dem Meister zu Ehren Mimung genannt. Nach drei Jahren bringt Wade seinen Sohn zu zwei Zwergen im Berge Ballofa (Balve in Westfalen) und zahlt ihnen dafür, daß sie ihn zwölf Monate lang in die Lehre nähmen, eine Mark Goldes. Aber nach Ablauf des Jahres wünschen sie Wieland zu behalten und geben das Gold zurück: wenn jedoch Wade nach Jahresfrist nicht am bestimmten Tage zurückkäme, sei ihnen Wielands Leben verfallen. Wade läßt sein Schwert im buschigen Moore zurück, damit sein Sohn im Falle der Not sich seines Lebens wehren könne. Als er dann noch vor dem abgemachten Tage wiederkehrt, findet er den Berg verschlossen und legt sich schlafen. Infolge starken Regens und eines Erdbebens löst sich oben von dem Berge eine Klippe, stürzt mit einem Strome von Wasser, Bäumen, Steinen, Schutt und Erde auf Wade herab und tötet ihn. Um don Zwergen zu entgehen, reißt Wieland das Schwert heraus, erschlägt sie, nimmt all’ ihr Schmiedezeug und all’ das Gold und Silber, bepackt sein Roß mit dem Schatze und verläßt Westfalen (Thidreks. 57 ff.). Im Arthusromane des Strickers „Daniel“ besitzt der Zwerg Juran ein wunderbares Schwert, dem keine RQstung widerstehen kann. Seine Waffe, die sogar einmal mit der sagengemäfien Bezeichnung ,sahs‘ benannt wird, schneidet Stein wie Holz: er haut in einen Fels ein solches Loch, daß man da durchreiten kann; wenn sich ein Mann auch in zwölf Halsberge kleidet, so ist er doch nicht dagegen geschützt. Er läßt sich mit Daniel in einen Zweikampf ein, dessen Preis in der Liebe einer Frau bestehen soll, darf aber sein Zauberschwert dabei nicht benutzen. Ein Kreis wird für den Kampf beschrieben, das Schwert wird weit außerhalb desselben niedergelegt, und bald zerbricht dem Zwerge sein Schwert. Daniel setzt dem kleinen Herrn fürchterlich zu, kann ihm aber weder Helm noch Halsberg verschneiden. Da springt Juran nach dem beiseite gelegten Schwerte, Daniel aber überholt ihn mit seinen »langen Beinen und faßt es zuerst. Vergeblich sncht der Zwerg es ihm zn entreißen, mit seiner eigenen Waffe wird ihm der Kopf abgehanen. Wie Daniels versagt auch Dietleibs Schwert vor Laurins in Drachenblut gehärtetem Panzer (185, 1373). Der drollige Wettlauf zwischen Daniel und Juran erinnert an den Alberichs und Siegfrieds, die wie die wilden Leuen an den Berg rennen, bis Siegfried seinem Gegner die Tarnkappe abgewinnt (N. L. 97, 98).

Die Zwerge sind nicht nur geschickt und klug, sondern auch heilkundig.

Kriemhild ist auf dem Drachenstein durch die dem Ungeheuer entströmende Glut ohnmächtig geworden, auch Siegfried ist die Farbe entwichen und kohlschwarz sein Mund. Da gibt Kugel Kriemhild eine Wurzel in den Mund, und sogleich ist sie genesen. Ein anderer Zwerg heilt Helfrichs Wunden, die er von Dietrich empfangen hat, mit einer Wurzel (Eckenl.). Baidung, Alberichs Sohn, gibt dem Berner eine Wnrzel, die den Zauber aufhebt, durch den Dietrichs Gegner, ein wilder Mann, unverwundbar ist. Er erzählt ihm, daß der wilde Mann den hohlen Berg in Besitz nehmen wolle, darinnen tausend Zwerge wohnten, und daß er jeden Zwerg tote, der vor den Berg käme. Sneewittchen wird durch die Zwerge vor Krauk-heit und Tod gerettet (K. H. M. Nr. 53).

Die Gestalt des Zwergkönigs, der dem kleinen Volke vorsteht, braucht nicht erst aus der Zeit der Völkerwanderung zu stammen, sondern kann sehr wohl auf Erinnerungen an die vor den eimvandernden Deutschen ansässige Zwergbevölkerung beruhen, die natürlich gleichfalls ein Oberhaupt gehabt haben muß.

Der jungfräulichen Königin Virginal, die im Tiroler Hochgebirge thront, dienen viele edle Jungfrauen und Zwerge; sie benutzt den Zwerg Bibung als eiligen, zuverlässigen Boten. Dietrichs Gesellen Wolfhart zeigt ein Zwerg einen hohlen Berg, wo viele Zwerge hausen, die alle der Virginal untertänig sind. Der Zwerg, den Dietrich vor dem wilden Manne rettet, nennt sich Baidung, Alberichs Sohn. Vor seinem Kampfe mit Vasolt kehrt Dietrich bei einem Zwergkönig Albrian ein und übernachtet in dessen Burg. Dem Alberich gehorchen im Ortuit viele Berge und Täler, im N. L. ist er ein Dienstraann der Könige Schilbung und Nibelung. Im Ruodlieb begegnen als Zwergkönige Immunch und Hartung, in Ulrichs Alexander Antiloi8, in dem Artusromane des Pleiers Gare), Albewin, im Tandarois desselben Verfassers eine Zwergkönigin Albiun, im Seyfriedsliede Eugel und seine beiden Brüder, die Söhne Königs Nibling. Laurin ist König in Tirol, nach seiner Besiegung durch Dietrich schickt der Zwerg Sintram Botschaft zu König Alberich, und dieser sendet sie weiter in andrer Zwerge Land, fernhin über das Meer zu einem großen Herrn, der gewaltig über alle Zwerge war, die jenseits des Meeres in den Bergen hausen. Walberan heißt dieser Zwergkönig und ist Laurins Oheim. Mit einem gewaltigen unsichtbaren Heere fährt er von Asien nach Italien und bekriegt Dietrich; wenn nicht Laurin und Hildebrand vermittelt hätten, wäre es dem Berner Übel ergangen. Sinneis ist Laurins Bruder, sein Land und Berg liegt bei dem Lebenneer, aber er genießt wenig Freuden; denn wilde Würmer verzehren ihm sein Heer, und in seiner Not bittet er Laurin um Hilfe (Wartburgkrieg; S. 112). Dem Zwergkönig Goldemar entreißt Dietrich eine geraubte Jungfrau. Auf Schloß Hardenberg an der Ruhr hält sich König Goldemar als Hausgeist auf, spielt wunderschön Harfe, ist des Brettspieles kundig und teilt mit dem Grafen das Bett. Sein dreijähriger Aufenthalt auf dem Schlosse gilt eigentlich der schönen Schwester des Grafen, der den Zwergkönig Schwager nennt. Die Volkssage nennt ihn vielleicht König Volmar; als ein neugieriger Küchenjunge ihm einmal Erbsen und Asche streute, damit er beim Fallen seine Gestalt in der Asche abdrückte, fand man den Küchenjungen am andern Morgen am Bratspieße stecken. Der Zwergenherzog Eggerich rettet durch seine List Dietrich aus der Wurmhöhle, in die ihn Sigenot geworfen hat. Daß die Zwergkönige nach schönen Mädchen trachten und sie in den Berg entführen, ist durchaus mythisch; umgekehrt locken die Nibelungen, Kriemkild, Hagen und Günther, dessen räuberischer und doch feiger Charakter nur im Mythus seine Erklärung findet, Siegfried in ihr Nebel- und Totenreich. Reich ist auch die Volkssage an Zwergkönigen. Die Gemsen und Steinböcke gehören einem mächtigen Zwerge, der nicht duldet, daß seine Herde von den Menschen gelichtet wird. Als trotz seines Versprechens ein Gemsjäger auf einen stolzen Leitbock anlegen will, reißt ihn der Zwerg am Knöchel des Fußes nieder, daß er zerschmettert in den Abgrund sinkt (D. S. Nr. 300, 301). Gibick (der Freigebige, Gütige) ist König der Zwerge im Harz, gebietet über Regen und herrscht in einem unterirdischen Reiche, das nicht minder glänzend ausgestattet ist als das Laurins; Gibiclieustein bei Halle und llübichenstein im Harz sind nach ihm benannt. Zwischen Walkenried und Neuhof hatten einst die Zwerge zwei Königreiche (D. S. Nr. 152). Der Zwerg, der dem Scherfenberger erscheint, hat eine goldene Krone auf dem Häuptlein, und seine Geberden sind die eines Königs; er teilt ihm mit, daß ein gewaltiger König sein Genosse sei um eid großes Land: darum führten sie Krieg, und sein Nebenbuhler wolle es ihm mit List abgewinnen (D. S. Nr. 29). Tn einem roten scharlachfarbenen Mantel wird der König der Bergmilnnlein einem Manne sichtbar, der die Kunst verstand, Geister zu beschwören (D. S. Nr. 38). Ein alter Mann, des Namens Heiling (Nebelsohn?), herrscht als Fürst über die kleinen Zwerglein in Deutschböhmen (D. S. Nr. 151, 328). Eine Reihe deutscher Sagen erzählt von dem Tode des Zwergkönigs, der den Genossen durch eine Botschaft mitgeteilt wird und sie zum Aufbrucho ruft: König Knoblauch ist tot! König Pingel ist tot! die alte Mutter Pumpe ist tot! Fehmöhme ist tot! (S. 78).

Wie die gefangene Mährte die Frau des Hauses wird oder als Magd und Haushälterin Dienste leistet, bis sie den Weg durchs Schlüsselloch wieder frei findet und entflieht, so stellt sich um Mitternacht ein Schwarm Zwerge ein und macht sich eifrig an die unvollendet gebliebene Arbeit. Kommt mau aber plötzlich mit Licht oder streut Asche, um ihre Spur zu entdecken, so ziehen sie ab und kehren nimmer wieder. Sie verschwinden auch mit herzzerreißendem Weinen und Wehklagen, wenn man ihnen statt der alten abgetragenen Kleider neue hinlegt. In norddeutschen Sagen pflegen die Zwerge beim Abzug zu klagen: Ausgelohnt! Selten nur singen sie tanzend und hüpfend:

Sind wir nicht Knaben glatt und fein,

Was sollen wir länger Schuster sein?

(K. H. M. Nr. 39).

Nicht weil er ausgelohnt wird, sondern weil er sich entdeckt weiß, zieht der Zwerg und Hausgeist ab: in den Alpsagen kehrt dasselbe Motiv unzählige Male wieder (vgl. D. S. Nr. 76).

In der Volkssage haben die Zwerge ein vollkommenes Familienleben und geordneten Hausstand. Sie haben Frauen und Kinder, aber sie müssen auch sterben.

Bei der Geburt ihrer Kinder bedürfen sie menschlicher Hilfe (D. S. Nr. 41, 68), bitten die Menschen zu Gevattern; sie feiern Hochzeiten, besuchen auch menschliche Hochzeiten (D. S. 39), verleihen und leihen Kessel, Töpfe, Teller und Schüsseln (D. S. 33, 36, 154, 302), auch Brot (34), backen Brot und Kuchen (298) und trinken Bier (43). Aber das stille Volk wird durch die Errichtung der Hämmer und Pochwerke vertrieben; wenn die Hämmer abgingen, wollten sie wiederkommen (36). Auch das Schwören und Fluchen der Menschen, sowie deren Treulosigkeit beunruhigt sie und verjagt sie aus den geliebten Sitzen (34). Noch mehr als das Pochen der Hämmer und Mühlen, das Getöse der Trommeln, das Knallen der Peitschen und das laute Schreien ist ihnen das Glockengeläut verhaßt. Bei dem Abzüge müssen sie oft Geld erlegen (D. S. Nr. 153), unsichtbar wie Walberans Schar überschreiten sie die Brücke (152), lassen sich vom Fährmann gegen gute Belohnung übersetzen und lassen sieb nie wieder sehen, oft haben sie auch Wohlstand und Gedeihen der Gegend mitgenommen.

Aber neben den erwähnten Mitteln, die Zwerge abzuwehren, kennt die Volkssage auch eine Elben pflege.

In Idria stellten ihnen die Bergleute täglich ein Tüpflein mit Speise an einen besonderen Ort. Auch kauften sie jährlich zu gewissen Zeiten ein rotes Röcklein, der Länge nach einem Knaben gerecht, und machten ihnen ein Geschenk damit. Unterließen sie es, so wurden die Kleinen zornig und ungnädig (D. S. Nr. 38). Will man den Bergmännlein Fragen vorlegen, so muß man ihnen ein neues Tischlein hinsetzen, ein weißes * Tuch daraufdecken und Schüsseln mit Milch und Honig, sowie Teilerchen und Messerchen vorlegen (D. S. Nr. 38). Eine Beichtfrage bei Burchard von Worms lautet; „Hast du kleine kindliche Bogen und Kinderstiefelchen gemacht und sie in deine Kammer oder Scheune gelegt, damit die Zwerge, Kobolde oder Schrate mit ihnen spielen, dafür Hab und Gut von andern dorthin tragen und du dadurch reicher werdest?* Der wohlbekannte Brauch, den Wichtelmännchen Spielzeug hinzulegen (z. B. Kugeln zum Hollen oder auch kleine Schuhe) oder Milch und Essen vorzusetzen, war also im 10. Jhd. ebenso lebendig wie noch heute und muß in das höchste Altertum zurückreichen (vgl. K. II. M. Nr. 39). Der Mönch von St. Gallen erzählt im Leben Karls des Großen von einem Schrat, der das Haus eines Schmiedes besuchte und sich nachts mit Hammer und Amboß erlustigte (130).

Text aus dem Buch: Deutsche mythologie in gemeinverständlicher darstellung (1906), Author: Paul Herrmann.

Siehe auch:
Deutsche Mythologie – Seelenglaube und Naturverehrung
Deutsche Mythologie – Der Seelenglaube
Deutsche Mythologie – Die Seele als Atem, Dunst, Nebel, Schatten, Feuer, Licht und Blut
Deutsche Mythologie – Die Seele in Tiergestalt
Deutsche Mythologie – Die Seele in Menschengestalt
Deutsche Mythologie – Der Aufenthaltsort der Seelen
Deutsche Mythologie – Der Seelenkultus
Deutsche Mythologie – Zauberei und Hexerei
Deutsche Mythologie – Der Maren- oder Alpglaube
Deutsche Mythologie – Schicksalsgeister
Deutsche Mythologie – Der Mütter- und Matronenkultus
Deutsche Mythologie – Naturverehrung
Deutsche Mythologie – Naturerscheinungen in Tiergestalt
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Elfen und Wichte

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Kunstwerke aus der altnordischen Mythologie
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Walhall – Germanische Götter- und Heldensagen

Deutsche Mythologie

Name und Begriff der Elbe und Wichte geht in urger-manische Zeit zurück. Ahd. mhd. alp (Plural Elbe oder Elber, vgl. Elberfeld), schwed. elf, dän. elv (ellerkonge = elverkonge Elfenkönig, irrtümlich bei Herder und Goethe Erlkönig) ist der listige, geschickte Truggeist oder der Lichtgeist (skr. rbhu, germ. albh = glänzend, strahlend). Die hochdeutsche Form Elb ist durch das englische Elf verdrängt. Albruna ist die mit der Zauberkraft der Elbe begabte (Germ. 8), Albing ist der von den Elben stammende, Alfred der ihres Rates teilhaftige, Alberich (romanisch Auberic, Auberi, Oberon) der Elfenkönig; außerdem begegnen ahd. Alptrüd, Alpagödis (Pipius Frau), langob. Albisinda, Alphari; Albwin, Alboin ist der Elfenfreund. Sinnig erläutert Gustav Freytag im Ingo den Namen Albwin: Sie sagten, daß ein Hausgeistim Balkendache seines Hofes wohne seit der Väterzeit und in der Nacht die Kinder des Geschlechtes wiege, und daß diese darum nicht zu dem Himmel wüchsen, wie die andern Menschen; denn zierlich und klein waren alle seines Blutes, doch artig von Geberden und guter Worte mächtig.

Wicht (ahd. und mhd. der und das wiht, got. und an. fern, vaihts, vaettr) gehört zu wegen, bewegen uud bedeutet „kleines Ding“, „Ding“ überhaupt: die Wichte der germ. Mythologie sind nichts wie „Dinger“, winzige Elbe.

Im Heliand sind die wihtt unholde, böse Geister. Als der Heiland in der Wüste nichts genoß, fühlten die finstern, gewaltigen Geister nicht Mut ihm zu nahen (1030, 1055). Böser Geister Tücke bat die Tochter des kananäiseben Weibes mit Krankheit geschlagen (2990). Leidige Geister verleiten den Menschen zur Begierde nach fremdem Gute (2503). Zornige, wilde, arge Geister, leidige Unholde reden nach der Anklage der Juden aus dem Erlöser (3931). In Sodomaburg haben die Menge der Feinde, der bösen Wichte, die Leute zu Wehtaten verleitet (as. Genesis 257). Wie der as. Dichter an Stelle der überlieferten Kuppelei das seinen Sachsen verständlichere Verbrechen des Mordes setzt, so stellt er als die Verführer zu diesen Freveln die elbischen Geister hin, die im Dunkel der Nacht Unheil säen und Böses stiften.

Ahd. wihtelin sind „penates“, mhd. wichtir „sirenae“, wichtelin oder elbe „lemures“ (Gespenster) oder „nächtliche Dämonen“. Die Wichtelmänner, Wichtelmännchen und Wichtelweibchen der Sagen und Märchen gleichen völlig den Zwergen, in Schwaben werden sie genauer bezeichnet als Erd wich tele, in Niederdeutsehland als Erdwichter; auch die Zwerge heißen Unterirdische, in Westfalen Trudenmännchen, ln Luft, Sonnen- und Mondenschein und im wallenden Nebel wirken und wohnen die Elbe im engem Sinne, die Lichtelfen. Besondere Arten der elfischen Geister sind die Erdelfen: die Zwerge, die Hauselfen: die Kobolde, die Wasserelfen: die Nixe, die Wald- und Flurelfen: die Holz- und Moosfräulein, die wilden Leute, die Feldgeister.

Die Elbe sind licht und schön; „glänzend wie ein Elb“ ist ein beliebtes Beiwort im Ags. Der gefangene Zwerg im Ruodlieb (Fragm. 18) will dem Helden sein Weib als Geisel geben. Er ruft sie aus der Höhle heraus, und sie erscheint sogleich: sie war klein, aber sehr schön, goldgeschmückt und reich gekleidet. Die Schönheit der Zwergkönigin Heriburg, die Ruodlieb sich gewinnen soll, wird ausdrücklich hervorgehoben. Heinrich von Morungen singt in seinem Liebeszauber (Anfang des 13. Jhds.):

Von der Elbin wird bezaubert mancher Mann,

So ist mir’s durch Liebesmacht geschehn

Von der Besten, die je einer lieb gewann.

Die Nixen sitzen gern an der Sonne und kämmen ihr langes Haar; sie sind sehr schön, haben langes, goldenes (auch grünliches) Haar und lange, grünliche Schleppkleider, deren Saum aber immer naß ist. Auf grüner Heide neben einem kühlen Brunnen und unter einer Linde, in deren Zweigen die Vögel in lautem Wettstreite singen, schläft Alberich. Er ist nicht größer als ein Kind von vier Jahren und doch schon fünfhundert Jahre alt. Er trägt an seinem Leibe ein wunderschön Gewand, das mit Gold und Edelsteinen geziert ist. Als Ortnit ihn in Kindes Weise auf-heben will, schlägt der Kleine nach ihm mit seinen Fäusten, und obwohl er die Stärke von zwölf Männern hat, bezwingt er ihn nur mit Mühe (Ortnit 90 ff.). Im Nibelungenliede (462 ff.) ist Alberich ein kühner, wilder starker Zwerg mit einem greisen Barte; seine Hand schwingt eine schwere Geißel von Gold und zersplittert Siegfrieds Schild. Prachtvoll ist die Charakteristik, die die Deutschen Sagen von Kobold Hinzelmann geben (Nr. 75). Das »stille Volk“ wohnt in Felsen, Brunnen, Quellen, Schluchten und Höhlen und hat die Stuben und Gemächer voll Gold und Edelstein. Dieses Bergvolk ist von Fleisch und Blut wie andere Menschen, zeugt Kinder und stirbt; allein es hat die Gabe, sich unsichtbar zu machen (durch die Tarnkappe; S. 99 f.) und durch Fels und Mauer eben so leicht zu gehen, wie wir durch die Luft (D. S. Nr. BO).

Wenn im Mondenscheine die Nixe am Wasser sitzt, den Nebelschleier vor dem Gesichte, dann schlieft der Zwerg aus den Felsklüften und bläst auf der Silberschwegel über Tal und Hügel sein Klagelied, das erst verstummt, wenn der Mond versinkt und die Sterne erblassen; wehmutbleich lehnt dann unten die Nixe, und von ihren schweren Tränen ist der Wasen weich. Mit einer wundervollen Musik ziehen die Zwerge um Stolberg scharenweise über die Stadt weg in der Luft. Die Nixen lieben Tanz, Gesang und Musik und singen schön, hinreißend erschallt ihr Geigenspiel. In Laurins Berg, in Frau Venus Berg rauscht fröhliche, verführerische Musik, Tänze werden darin getreten. Der unwiderstehliche Hang der Elbe zur Musik muß uralt sein; das bezeugt der Name Albleich „elbische Leich, Elbenweise4*‘ und mhd. albleich im Sinne der seelenberückenden, süßesten Melodie, die ein Geiger hervorbringen konnte. „Seiten spil und des wihtels schal“ heißt es im mhd. ganz gleichbedeutend. Oberons (Alberichs) Horn zwingt die Füße, sich wirbelnd im Tanze zu drehen. Durch den Albleich bezauberte ursprünglich der vielbesungene Frauenräuber seine Opfer, der als Ulinger, Blaubart in weitverbreiteten Balladen auftritt; in den Niederlanden heißt er Halewyn „Elfenfreund“ und in England Elfknight „Elfenritter“. Der Tanz der Berggeister auf den Matten zeigt ein gesegnetes Jahr an (D. S. Nr. 298).

Nachts im Mondenscheine sieht man die Elbe auf den Wiesen ihre Reigen führen und erkennt morgens ihre Spuren im Tau. Sie sind bald dadurch sichtbar, daß das Gras niedergedrückt ist, bald dadurch, daß es üppiger wachst. In Thüringen tritt die Elbin im Nebelkleide auf. Zur herbstlichen Zeit, wenn die Haselnüsse reif sind, tanzt um die Büsche eine Jungfer, weiß und wie ein Rauch verschwindend, wenn man sich nähert. Die Saligen Fräulein, die in Eisgrotten und Feniern wohnen, breiten weißes Linnen aus und tanzen „umschleiert mit goldenem Duft“. Aber ein Spielmann verwandelt durch den Klang seiner goldenen Zaubergeige die Tänzerinnen in Stein: Sonnenlicht und Wind lassen an Stelle des unruhigen Nebels plötzlich den leblosen Stein zum Vorscheine kommen. Ein Jüngling sieht den Tanz der Elfen im Mondschein, und seine Augen sind wie festgebannt an den verführerischen Kreis. Sie singen so schön, daß die ganze Natur lauscht, die Tiere des Waldes, die Vögel auf den Bäumen und die Fische im Wasser. Sie bieten ihm Schätze aller Art an, wenn er der Ihre werden wolle, aber er flieht, oder erhält, sich weigernd, einen Stoß aufs Herz, der ihn binnen drei Tagen in den Sarg wirft.

Die Elbe verführen und entführen Männer und Frauen und Kinder. Säugende Frauen ziehen die Zwerge in ihre Höhle, um ihre schwachen Abkömmlinge zu stärken. Hebammen werden in die Berge oder in das Wasserreich geholt, um den Elbinnen beizustehen (D. S. Nr. 65, 66, 68, 69). Sie rauben, die Säuglinge der Menschen und legen dafür einen Wechselbalg in die Wiege (S. 75).

Die Zeit, die der Mensch im Elfenreiche zubringt, erscheint ihm sehr kurz, hat aber in Wahrheit viele Jahre gedauert (D. S. Nr. 151); nach seiner Rückkehr siecht er meistens bald dahin. Frau Venus, hinter der ein deutsches Elfenweib steckt, lockt Tannhäuser in den Berg. Die Burgunderkönige in der Nibelungensage sind an die Stelle eines mythischen Nibelungengeschlechtes getreten: den Dämonen verfällt nach dem Beowulf Siegmund (gemeint ist Siegfried), und die ahd. Glossen „nebulo scrato“, „nebulonis scinlaecean“ beweisen, daß die Nibelungen mythischen Ursprungs sind, „zauberhafte Wesen, Unholde, Gespenster“. — Griemhild (die Verlarvte, die Verhüllte) und Hagen (das Gespenst) sind rein mythische, dämonische Wesen; sie gehören zur Gruppe der nordischen Huldern (der Verhüllten, Unsichtbaren), und der Vergessenheitstrank, den die dämonisch schöne Jungfrau dem Helden reicht, und durch den er Hort, Geliebte und Leben an die Nibelungen, die „Nebelkinder“ oder die „Verstorbenen“ (? vexvs) verliert, drückt sein Verfallen an die dämonischen, dunklen Todesmächte aus. Das ist mit Sicherheit neben Siegfrieds Drachen kampf altes mythisches Hauptmotiv der Nibelungensage.

Ein Zwerg erscheint Dietrich am Abend seines Lebens und führt ihn fort; niemand weiß, ob er noch lebe oder tot sei und wohin er gekommen (Anh. z. Heldb.). Nach anderer Überlieferung (Wartburgkrieg) fordert Zwergkönig Laurin den Berner auf, sich in das Reich seines Bruders Sinneis nach dem fernen Osten zu begeben, da könnte er noch tausend Jahre leben; um die Leute zu täuschen, soll Dietrich einen feuerigen Berg herrichten lassen und durch denselben eine gute Straße in Sinneis Land. So verschwindet der Held, und die Menschen glauben, er sei in einen Vulkan gefahren. Wer nicht willig den Lockungen der Elbe folgt, den trifft ihr Schlag, und der ist verloren.

Alberich bezwingt Ortnits, ein anderer Hägens und Merovechs Mutter (vgl. was D. S. Nr. 75 dem Kobold Hinzelmann erzählt wird). KUnhild, die Schwester Dietleibs von Steier, war zum Tanz unter der grünen Linde gegangen. Da kam Zwergkönig Laurin herzugeritten, aber niemand sah ihn, niemand rief ihm ein Wort zu. Laurin setzte ihr seine Tarnkappe auf, hob sie auf sein Pferd und verschwand mit ihr in einem Berge. Aber ihr Bruder und Dietrich von Bern befreiten sie. Als Künhild von Laurin Abschied nahm, begann er bitterlich zu schreien, und die Stunde seiner Geburt zu verfluchen: er hätte sich die holde Jungfrau zum Trost erwählt, nun seien die Tage seiner Freude gezählt; alle seine Schatze wollt er gern vermissen, könnte er die Maid jemals genießen! Ähnlich ist die Entführung der Liebgart durch den Zwerg Billunc und ihre Befreiung durch ihren Gatten Wolfdietrich (Wolfd. B. 795 ff.). Dietrich von Bern findet im Walde einen Berg, der von Zwergen bewohnt ist. Unter ihnen bemerkt er ein schönes junges Mädchen, das schnell von den Zwergen versteckt wird, als sie den fremden Mann gewahren. Goldemar, der König des kleinen Volkes, hat sie geraubt und will sie zum Weibe haben, doch sie weigert sich standhaft. Ihrer Mutter ist vor Gram das Herz gebrochen. Dietrich gewinnt sie nach hartem Streite dem Zwerge ab und nimmt sie selbst zur Gemahlin. — Der grimme Zwerg Juran wirbt um die Königin vom Trüben Berge (in Strickers Daniel), und die Königin Virginal hat aus diesem Grunde den Zwerg Elegant verbannt, der sich rachsüchtig zu ihren Feinden begibt.

Wie die Elbe des Rates und Beistandes der Menschen bedürfen, so erweisen sie ihnen wieder Dienste durch Schmieden, Weben und Backen.

Oft teilen sie den Menschen von ihrem neugebackenen Brote oder Kuchen mit, immer aber belohnen sie durch geschenkte Kleinode, die dem Hause und, den Nachkommen Glück bringen. Ein kleines Männlein bittet den Grafen von Hoia, ihm den Saal und die Küche für die folgende Nacht zu leihen und den Dienern zu befehlen, sich schlafen zu legen, und reicht ihm neben Danksagung ein Schwert und einen goldenen Ring: solange die Stücke wohl verwahrt würden, würde es einig und wohl in der Grafschaft stehen (D. S. Nr. 35, 70, 31). Alberich beschenkt seinen Sohn mit einer strahlenden Rüstung, begleitet ihn unsichtbar auf der Seefahrt, hilft ihm im Kampfe, bringt die Werbung Ortnits bei Liebgart an und führt sie aus der Burg. Alberich im Nibelungenliede bewacht treu das Land seines Herrn während Siegfrieds Abwesenheit und muß seine Treue fast mit dem Leben büßen. Der Zwerg Eugel führt Siegfried auf den Drachenstein, belehrt ihn über seine Abkunft, teilt ihm mit, daß Kriemhild vom Drachen gefangen gehalten werde, und schützt ihn durch seine Tarnkappe vor Kuperan.

Als Schicksalsgeister treten Elbe in englischer Dichtung auf:

Als Artus zur Welt kam, empfingen ihn Elbe. Sie sangen über ihn mit starkem Zauber. Sie gaben ihm Gewalt, der beste aller Ritter zu sein; sie gaben ihm ein Zweites: ein mächtiger König zu werden; sie gaben ihm das Dritte: ein langes Leben zu führen; sie gaben dem Königskinde gar treffliche Tugenden, so daß er freigebig war vor allen anderen lebenden Männern. Dies gaben ihm die Elbe, und so gedieh das Kind. Als später König Artus sich zum Kampfe rüstet, fertigt ihm ein elbischer Schmied mit seiner köstlichen Kunst eine Brünne an; er hieß Wygar, der kluge Werkmann (Layamons Brut).

So wird auch die Beschwörung eines Wichtleins verständlich, die im 16. Jhd. aufgezeichnet ist: „Ich bitte dich, lieber Herr Jesus Christ, daß du mir wolltest senden das allerbeste Wichtelein, das zwischen Himmel und Erde mag sein. Ich lade dich, Wichtelein, daß du zu mir kommest in dieser Stund in der Gestalt eines Menschen, eines vernünftigen und mutigen Jünglings, und tuest alles, das ich von dir begehre.

. . . Ich gebiete dir, Wichtelein, daß du wieder hinfahrest in deiner Majestät, von wo du gekommen bist, bis ich dich wieder lade, und daß du keiner Kreatur schadest, die Gott geschaffen hat. Im Namen . . .“

Dennoch wird den Elben wiederholt der Vorwurf der Untreue gemacht.

Als Laarin Dietrich und seine Gesellen auffordert, sich die Herrlichkeiten seines Reiches anzusehen, ruft Wittich aus: Ihn soll der Teufel holen, daß er uns mit Lügen betrügen will(Laurin 873)! Wenn den andern sein Rat gefiele, könnte der Kleine sie niemals hintergehen; denn er wäre voll Hinterlist, und ihm sei nimmer zu trauen (940 ff.). Ruodlieb sagt zu dem überlisteten Zwerge: „Du hast den Tod nicht zu fürchten, und ich würde dich sogleich lösen, wenn ich dir trauen könnte; wenn du mich nicht hintergehst, sollst du ohne Schaden davonkommen. Aber du wirst mir nachher nichts sagen, wenn du frei bist“. Da wies der gefangene Zwerg allen Vorwurf der Hinterlist mit folgender Rede zurück: .Fern sei, daß zwischen uns irgend Betrug herrsche; sonst würden wir Zwerge nicht so langlebig und gesund sein. Unter euch Menschen spricht niemand aus redlichem Herzen. Deshalb kommt ihr auch nicht zu hohen Jahren; die Dauer des Lebens richtet sich nach der Größe der Treue. Wir sprechen nicht anders, wie wir denken, und wir essen nicht allerlei krankheitzeugende Speisen; deshalb können wir länger in Gesundheit leben als ihr. Mißtraue mir nicht, ich werde es dahin bringen, daß du mir Vertrauen schenkest Wenn du mir nicht traust, so will ich dir mein Weib als Geisel geben.“ Vielleicht derselbe Zwerg ist es, den die niederdeutsche Überlieferung Alfrikr (Alberich) nennt (Thidreks. 98). Sein Vater hatte Ruodliebs Schwert gestohlen und im Berge verwahrt Aber der Sohn entwendet es ihm wieder und gibt es Ruodlieb. Wegen der Untreue der Menschen vielmehr müssen die Zwerge sie meiden. Im Haslitale gesellten sich die Zwerge hilfreich oder doch zuschauend den arbeitenden Menschen. Da setzten sie sich denn wohl vergnügt auf den langen, dicken Ast eines Ahorns ins schattige Laub. Boshafte Leute aber sägten bei Nacht den Ast durch, daß er bloß noch schwach am Stamme hielt, und als die arglosen Geschöpfe sich am Morgen darauf niederließen, krachte der Ast vollends entzwei, die Zwerge stürzten auf den Grund, wurden ausgelacht, erzürnten sich heftig und schrieen: 0 wie ist der Himmel so hoch und die Untreue so groß! heut hierher und nimmermehr! Sie hielten Wort und ließen sich zu Lande niemals wieder sehen (D. S. Nr. 147, 148).

Aber so sehr sich die Elbe gegen den Vorwurf der Hinterlist sträuben, etwas Wahres ist doch daran. Die Elbe sind nicht nur licht und schön, dienstfertig und treu, sondern auch häßlich, diebisch, boshaft und untreu. Ihre Lust am Spotten und Necken ist allerdings harmlos und wird von der Sage humorvoll wiedergegeben.

Bei der Brautfahrt Ortnits läßt Alberich alle Waffen der Feinde vor ihren Augen verschwinden, hebt die Götzenschreine auf, zerschmettert sie an der Mauer und wirft sie in den Graben. Hinzelmann sperrt eine Magd eine ganze Nacht in einen Keller ein, weil sie ihn vor einigen Tagen gescholten und geschmäht hatte. Überhaupt neckt er gern, bringt die Knechte in Streit, wenn sie abends beim Tranke sitzen und sieht ihnen dann mit Lust zu; bückte sich einer, so gab er ihm rückwärts eine gute Ohrfeige, seinen Nachbar aber zwickte er ins Bein. Doch wußte er es immer so einzurichten, daß niemand am Leben oder an der Gesundheit Schaden litt (D. S. Nr. 75). Die Wichtlein oder Bergmännlein schweifen in den Gruben und Schachten umher und scheinen gar gewaltig zu arbeiten, aber in Wahrheit tun sie nichts. Bald ists, als durchgrdben sie einen Gang oder eine Ader, bald, als faßten sie das Gegrabene in Eimer, als arbeiteten sie an der Rolle und wollten etwas hinaufziehen, aber sie necken nur die Bergleute damit und machen sie irre. Bisweilen rufen sie; wenn man hinkommt, ist niemand da, oder sie werfen mit kleinen Steinen (D. S. Nr. 37).

Sie stehlen nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst und begnügen sich nicht nur mit Feldfrüchten, Brot und Erbsen (D. S. Nr. 152, 153, 155; S. 99). Elbegast, „aller Diebe Meister“ holt den Kaiser Karl in Ingelheim zum nächtlichen Stehlen ab und stiebitzt die Eier aus den Nestern, ohne daß die brütenden Vögel es merken.

So berückend schön ihr Wuchs und Antlitz ist, so verderblich ist ihr Blick: von der elbe wirt entsen vil manic man, singt der Morunger (S. 109). Wie der bloße Blick der Elbe bezaubernde Kraft hat (mhd. entsehen), so bringt ihr Anhauch Tod und Krankheit, Lähmung, Beulen und Geschwüre. Blaserie ist der Name eines Hausgeistes. Wem der Elb ins Auge speit, der muß erblinden. Lh’alter Glaube war es, daß von den Elben gefährliche Pfeile aus der Luft herabgeschossen würden (ags. ylfagescot). Wie der Alp bringen auch die Elbe Fieber. „Wider Elbe“ ist ein Segen des 15. Jhd. gerichtet: der Kranke soll vollständig nackt sein; schmeckt sein Schweiß salzig, „so sint es dy elbe“, ein anderes Zeichen ist, daß ihm seine Augen zwinckern und seine Adern zittern. Also soll man beschwören: „Im Namen … beschwöre ich euch, Alp und Elbynnen, mit allen euern Nachkommen, ihr seid weiß oder rot, braun, schwarz, gelb, oder wie ihr auch seid, daß ihr alle müßt sein tot am dritten Tage, das gebietet euch Gott und der liebe Herr St. Hiob. Weiter gebiete ich euch, daß ihr sollt übergehen auf eine Weide (S. 70), die sollt ihr schütteln und reiten, solange ^wie der Mensch uach euch verlangt (d. h. immer); dann dürft ihr wiederkommen, wenn ihr das Kreuz des Herrn in euern Händen bringt (d. h. niemals, denn das können die Geister nicht) . . . Entweicht also, ihr Elbe und Elbynnen, mit allen euern Nachkommen! Amen!“ Ein ags. Beschwörungslied gegen Hexenschuß und Rheumatismus zeigt die Elbe als streithafte Walküren, die sausende, selbstgeschmiedete Speere auf die Menschen senden; mit dem Schilde schützte sich der Mann gegen ihre gellenden Gere, Zaubersalbe und Zauberspruch wird die Eisen wieder heraustreiben (s. u. Walküren). „Fliegende Elbe“ heißen Krankheiten ‚an Händen und Füßen, die hartnäckig und schwer zu heilen sind, ags. aelf- oder lystädl „Elfen-“ oder „Luftkrankheit“. Struppige, nestartige Gewächse heißen Alpruten, die daraus fallenden Tropfen ziehen dem darunter Vorübergehenden Alpdrücken oder schlimmen Kopf zu, die verwirrten Haare der Menschen und Pferde nennt man Alpzopf, Wichtelzopf, engl, elflock. Auch den Geist verwirren die Elbe. Elbeutrötsch bezeichnet einen, dem die Elbe es angetan haben, aber auch den Elb oder Kobold selbst. Wem es gelingt, der Haft der Elbe zu entkommen, stirbt bald, oder er kehrt blödsinnig und wahnsinnig, „elbisch“ zurück. Elbisches äs, elbisches getwäs (S. 59), elbisches ungehiure sind daher alte Schimpfnamen.

Text aus dem Buch: Deutsche mythologie in gemeinverständlicher darstellung (1906), Author: Paul Herrmann.

Siehe auch:
Deutsche Mythologie – Seelenglaube und Naturverehrung
Deutsche Mythologie – Der Seelenglaube
Deutsche Mythologie – Die Seele als Atem, Dunst, Nebel, Schatten, Feuer, Licht und Blut
Deutsche Mythologie – Die Seele in Tiergestalt
Deutsche Mythologie – Die Seele in Menschengestalt
Deutsche Mythologie – Der Aufenthaltsort der Seelen
Deutsche Mythologie – Der Seelenkultus
Deutsche Mythologie – Zauberei und Hexerei
Deutsche Mythologie – Der Maren- oder Alpglaube
Deutsche Mythologie – Schicksalsgeister
Deutsche Mythologie – Der Mütter- und Matronenkultus
Deutsche Mythologie – Naturverehrung
Deutsche Mythologie – Naturerscheinungen in Tiergestalt

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