Tibet und die englische Expedition – Verkehrswege und Handel


Bei emem durch die Natur und die Bewohner zugleich so schwer zugänglich gemachten Lande beschränkt sich der Verkehr naturgemäß auf wenige Linien, die aber deshalb für die gegenwärtige wie die künftige Entwicklung des Landes eine um so größere Bedeutung haben, den westuciven Ziemlich zahlreich freilich sind die Pässe über den Himaiaya. |-|jma|aya; aj|ejn sowohl infolge ihrer großen Höhe wie auch der politischen Verhältnisse halber sind für einen Großverkehr bisher nur einige wenige in Frage gekommen.

Im westlichsten Teile der tibetischen Südgrenze stößt Britisch-Indien mit den Landschaften Gharwal und Kumaun unmittelbar an Tibet. Hier führt an der Nanda Devi-Gruppe vorüber der Kiungar-Paß (17300 = 5250 m) als Haupthandelsweg über die Grenze. Die Brüder Adolf und Robert Schlagintweit überschritten ihn im Jahre 1855. Von hier gelangt man über den noch höheren Tschako-Paß nach Gartok, dem wichtigen Messeplatz des Westens. Den Rückweg nahmen die Brüder Schlagintweit über den Paß Ibi Gamin, dessen außerordentliche Höhe sie zu 6235 m bestimmten. Für den Verkehr mit den östlichen Zentren Tibets, insbesondere mit Lhassa, sind diese, von den Tibetern überdies scharf bewachten, Übergänge stark entlegen.

Von Nepal aus gibt es mehrere von den Eingeborenen viel begangene Pässe, die auch zum Teil von den Pandits erkundet sind. So führt der Taklakhar vom westlichen Nepal zu den heiligen Seen Manasaraur und Rakus. Am Fuße des Daulagiri vorbei geht ein Paß über Loh-Mantang in 4600 m Höhe nach Tadum am Sangpo. Eine treffliche Straße soll von Kathmandu aus nach Dschonka-dschong führen, auf der aber nur chinesische Beamte reisen dürfen. Eine andere, von Handelsleuten reich begangene, führt von derselben Hauptstadt über den Kuti-Paß nach Din-gri und Schigatse. Alle diese Pässe sind jedoch als Zugangsstraßen von Indien aus bis heute nicht brauchbar, da hier die Nepalesen sich mit den Tibetern vereinigen, sie für Fremde zu schließen.

Wichtiger als diese und andere Pässe des westlichen Himalaya sind die durch Sikkim führenden Pfade (s. die beigegebene, mit Erlaubnis der R. Geogr. Soc. in London aus Geograpfiical Journal Vol. XXXIII No. 1 entlehnte Karte.)

Hier, im Osten von Nepal, reicht das britische Machtgebiet mit dem kleinen, in der nördlichen Hälfte noch von einheimischen Fürsten regierten, aber doch von einem englischen Residenten gegängelten Himalaya-Staat Sikkim in schmaler Zunge wieder unmittelbar bis an die tibetische Grenze. Und um so leichter ist Tibet von hier zu betreten, als sich zwischen Bhutan und dem nördlichen Sikkim noch ein Zipfel tibetischen Gebiets über den Hauptkamm des Himalaya nach Süden erstreckt, dasTschumbi-Tal, ein schönes, trotz seiner Höhenlage, der Landesnatur nach noch zum südlichen Abhang des Himalaya gehöriges Hochtal, dessen Charakter dem Sikkim-Gebirgslandc sehr ähnlich ist. Die Engländer haben in Sikkim in den letzten Jahren eine gute Heerstraße gebaut, die derTista bis zu der schönen Eisenhängebrücke östlich von Dardschiling aut ihrem rechten Ufer folgt und dann sich ostwärts zu dem 14 400’ (4375 m) hohen Dschelep-Ia (la = tibetisch Paß) wendet. Kurz vor der Grenze erreicht man das englische Fort Gnathong, wohl die höchste ständige Garnison europäischer Truppen in der Welt, kurz dahinter auf tibetanischem Gebiet die tibetische Grenzwache Yatung (3350 m) mit einer malerischen, grauen Sperrmauer, die treppenförmig den Berg hinansteigt2h). Von der Endstation der bengalischen Bahn am Fuß des Himalaya, Siliguri, ist die Heerstraße bis Pedong (östlich von Kalimpong) fahrbar, bis Gnathong dann für Infanterie und Gebirgsartillerie ohne Beschwerde passierbar gemacht. Auch der Dschelep-Paß selbst ist nicht schwierig, überdies ebenfalls von englischen Ingenieuren neuerdings verbessert. Über den Ort Tschumbi (3000 m), der dem Tal den Namen gibt, und den befestigten Marktort Pari-dschong (dschong — Fort) führt die Straße dann zu dem in die Hauptkette eingebetteten Tang-Paß empor, der zwar die gewaltige Höhe von 15700* (47700 m) hat, aber sehr sanft gestaltet ist. Sie folgt, nachdem sie ihn überschritten und die Hochländer des eigentlichen Tibet erreicht hat, dem breiten, flachen, für Truppen außer seiner Höhenlage keine Terrainschwierigkeiten mehr bietenden Talzuge nach Gyangtse und geht, sich teilend, von dieser Stadt nordwestlich nach Schigatse, nordöstlich nach Lhassa. Das ist der Eingangsweg für die gegenwärtige englische Expedition nach Tibet. Die Entfernung von Siliguri bis Gnathong beträgt 83 engl. Meilen, von dort nach Pari-dschong 41, von Pari nach Gyangtse 89 und von hier nach Lhassa 114, insgesamt also 327 Meilen oder 526 km. Man rechnet von Pari bis Lhassa 12 Tagemärsche.

Eine andere Übergangsstraße durch Sikkim folgt der Tista aufwärts, gabelt sich am Tschungtang-Kloster und leitet von hier entweder auf dem Ostwege über Latschung zu dem 18100 Fuß (5500 m) hohen Donkia-Passe oder auf dem Westwege über Latschen zu dem 16 400* (5000 m) hohen Kongralamo-Paß. Letzterer wird auf der tibetischen Seite durch das aus der Vorgeschichte der gegenwärtigen Wirren bekannte Fort Kamba-dschong gedeckt und führt weiter nach Schigatse. Die beiden Hochtäler, in denen man zu diesen Pässen emporsteigt, werden alljährlich von tibetischen Hirten mit ihren Herden besucht. Im Winter, wenn die nördlichen Hochländer tief verschneit sind, weilen sie in den südlich vom Kamme gelegenen Weidegebieten Nordsikkims, immer tiefer hinabsteigend, je kälter es wird. Mit zunehmender Wärme wandern sie weidend schrittweise wieder aufwärts, bis im Beginn des Sommers die Pässe frei werden und ihnen den Übergang nach Tibet gestatten. Sie ziehen dann bis zum großen Markt nach Kamba-dschong und kehren vor Verschluß der Pässe durch den Herbstschnee wieder über sie nach Sikkim zurück.

Bhutan soll eine ganze Anzahl von Übergängen haben, und sie sollen auch verhältnismäßig leicht sein, doch sind sie infolge der Zugehörigkeit zu dem unabhängigen und spärlich durchforschten Himalaya-Staat Europäern noch kaum bekannt. Nur der westlichste dieser Zugänge, der über Buxa Duar und Paro zunächst in das Tschumbi-Tal führt und dann den Hauptkamm in dem Tang-Passe am Fuß des gewaltigen Tschumalari-Oipfels überschreitet und der den drei berühmten Reisen Bogles, Turners und Mannings als Eintritt nach Tibet gedient hat, ist uns wohlvcrtraut. Er ist in seinem letzten Teil identisch mit dem Weg aus Sikkim durch das Tschumbi-Tal, mit dem er dicht unter dem Tang-Ia zusammentriift.

Im östlichsten Himalaya endlich ist noch ein bei den Eingeborenen beliebter Handelsweg bekannt, der von Assam aus über Tawang und Tschona nach Tschetang am Sangpo führt; derPundit Nain Singh ist auf ihm aus Tibet zurückgekehrt.

All diese Wege über den Himalaya münden ein in die große West-Oststraße, die der Längsrichtung des Sangpo-Tals folgt und die innere Hauptlcbensader Tibets vorstellt.

Diese Straße beginnt als Fortsetzung der über Ru-dok aus Ladak kommenden Wege in Gartok am Indus. Sie leitet von dort vorüber an den heiligen Seen und gelangt dann in sehr sanfterSteigung über die Talschwelle des Mariam-la (4720 m) aus dem Satledsch-Bereich in das Quellgebiet des Sangpo. Sie folgt diesem Fluße auf dem linken Ufer bis zur ersten größeren Stadt, Tadum. Von hier verläßt sie den Strom, um in einem nördlicheren Tale ihm parallel zu wandern, bis sie ihn bei Dschanglatsche wieder erreicht. Hier überschreitet man den Sangpo in Fähren, und die Straße folgt ihm jetzt auf dem rechten Ufer bis in die Gegend von Schigatse. Unterhalb dieser Stadt entfernt sie sich weiter südlich von dem Flusse und macht, mehrere hohe Pässe, den Kharo-la (4500 m) und den Khamba-Ia (4050 m), überschreitend — die aber vermutlich doch immer noch bequemer sein müssen, als derTalweg des Flusses selbst — einen Bogen über das Nordufer des Yamdok-tso oder See Palte, bis sie den Sangpo bei Tschuschul in 3440 m Höhe wieder gewinnt und nun den Kitschu aufwärts zur Hauptstadt Lhassa geht (s. Abb. 2). Ein anderer Zweig folgt dem Sangpo weiter abwärts. An ihm liegt Tschetang, die letzte unter den größeren Städten im Sangpo-Tale.

Die ganze Erstreckung von Gartok nach Lhassa ist ca. 980 km lang, entspricht also ungefähr der Luftlinie von Köln nach Königsberg. Die Straße wird von der Regierung in gutem Stand gehalten, durch Obos, Steinhaufen mit hineingesteckten Gebetsfähnchen, gekennzeichnet und mit 22 offiziellen Stationen aus ein oder mehreren Unterkunftshäusern besetzt. Die größeren unter ihnen können 150—200 Menschen, die kleineren etwa ein Dutzend beherbergen. An diesen ist dann durch Zelte für weitere Bedürfnisse gesorgt. Für amtliche Boten, die diese Straße passieren, müssen von den Stationsvorstehern Pferde, Yakochsen und Kulis als Relais bereitgehalten werden. Die expressen Boten müssen den Weg von Lhassa nach Gartok in 20—30 Tagen zurücklegen. Ihnen werden auf der Brust die Kleider versiegelt; sie dürfen sie Tag und Nacht nicht ablegen, da sie ununterbrochen reiten und nur zur notwendigsten Speisung absteigen sollen. Sie pflegen dann völlig erschöpft an ihrem Ziel an-zukommen. Die Dauer einer gewöhnlichen Handels- oder Pilgerreise beträgt etwa 60 Tage. Trotz dieser Fürsorge der Regierung sind die Strapazen auf dieser großen Heerstraße immer noch außerordentlich. In ihrem westlichen Teile, zwischen Gartok und Tadum bleibt sie durchschnittlich nicht viel hinter der Höhe des Montblanc zurück und auch später hält sie sich in den Höhen der höheren Alpengipfel. Erfrischungen und Bequemlichkeiten sind auf weiten Strecken sehr spärlich zu haben; in den höheren Teilen ist auch hier der Argol das einzige Feuerungsmaterial für die kalten Zeiten.

Vom Zentrum Lhassa strahlen dann endlich noch einige andere Straßenzüge nach Nordwesten, Nordosten und Osten aus.

Die Wege freilich nach Westnordwest, von Lhassa nach Leh und Ladak über die südlichen, mit einer Kette abflußloser Seen überstreuten Gegenden von Tschangtang, die vom Pundit Nain-Singh bekannt gemacht wurden, sind so furchtbar der „Schmerzensweg“ Sven Hedins, der auf seiner letzten Reise ungefähr die gleichen Pfade zurücklegte, hat das von neuem bekräftigt — daß sie als wirkliche Verkehrsstraßen kaum zu nennen sind.

Ähnlich muß es mit einem Straßenzuge sein, der diagonal über das Hochland in nordwestlicher Richtung hinwegführt, von Lhassa nach dem Keria-Paß in Ostturkestan, und den wir bisher nur aus der chinesischen Reichskarte und einigen kurzen Notizen der chinesischen Geographie kennen. Noch ist ihn bis heute kein Forschungsreisender nachgewandertn). Kaiser Kienlung soll ihn im 18. Jahrhundert in der Machtblüte des Mandschu-Reichs angelegt haben, zur Verbindung von Lhassa mit dem damals ebenfalls chinesisch gewordenen Khotan und Yarkand. Er muß aber, da er das unwirtliche Hochland in seiner ganzen Länge überschreitet, so ungeheuere Schwierigkeiten bieten, daß er wohl nur dem Pilger- und offiziellen Botenverkehr gedient hat und vielleicht heute, zurZeit des Verfalls der Mandschu-Herrschaft, wieder eingegangen ist.

Eine alte, vielbenutzte Straße nach der chinesischen Provinz Kansu führt von Lhassa nordnordöstlich über das Tangla-Gebirge, und dann, streckenweis geteilt, über die Quellflüsse des Yangtsekiang und den Kukunoor nach Hsi-ningfu und Lantschou. Dies ist der Weg, auf dem schon Gruber und Dorville und später Huc und Gäbet nach Lhassa gewandert sind; da er über die Steppen von Kukunoorien und den Osten des Hochlandes Tschangtang führt, ebenfalls ein recht beschwerlicher Pfad. Ein anderer, etwas weiter östlich verlaufender Weg zweigt sich von dem vorhergehenden nach rechts ab und führt über die Quellseen des Hwang-ho ebenfalls nach Hsiningfu.

Endlich haben wir direkt nach Osten, als Hauptverbindung mit dem Schutzherrschaftslande China, mehrere wichtige Heerstraßen, die von Lhassa über die wildgefurchte Gebirgs-welt von Kham nach Tschöngtufu, der Kapitale der chinesischen Provinz Szetschwan, gehen. Die eine verläuft unmittelbar ostwärts von Lhassa über Lhari, Tschiamdo, Batang und Litang nach Tatsienlu; dies ist der offizielle Weg der chinesischen Kuriere. Die andere macht einen größeren Nordbogen über Kegudo ebendahin. Eine dritte Zwischenstrecke über Riwuische verbindet beide. Große Einöden sind hier zu durchwandern, tiefeingerissene Flüsse auf verwegenen Brücken zu überschreiten, aber sie sind die Ader, durch die der reiche Handelsverkehr zwischen dem Reiche der Mitte und seinem Tributärstaat Tibet pulsiert.

Wagen werden für den Großverkehr nicht gebraucht, Flüsse zur Schiffahrt nur auf kürzere Strecken benutzt; in der Hauptsache findet der Transport auf den Rücken von Tieren, insbesondere von Yakochsen, Pferden, Maultieren oder auch Schafen statt.

Der Handel, der sich auf diesen Straßen bewegt, ist trotz der ungewöhnlichen natürlichen Schwierigkeiten ein ziemlich lebhafter, denn die Tibeter sind nach übereinstimmendem Urteil begabte Kaufleute und der Klerus betreibt den Handel in großem Stil. Jedes Kloster hat seinen Handelschef, seine Warenniederlage, seine Lasttier-Herden. Die Hauptmärkte des Landes sind Lhassa und Schigatse; kleinere Gartok, Gyangtse, Tschetang und die übrigen größeren Städte. Alljährlich finden Messen statt, zu denen, wie besonders in den beiden erstgenannten Orten, die Karawanen weit her aus den Tibet umgrenzenden Ländern Asiens kommen. Hedin begegnete unweit des Tengrinoor einer Karawane mit dreihundert Yaks, die nur Ziegeltee von Nordwestchina nach Schigatse führten.

Tibets wichtigste Ausfuhrartikel sind vor allem Erzeugnisse seiner Viehzucht. An erster Stelle steht die Schafwolle, vorzugsweise in roher Form, dann aber auch in Gestalt von dicken, weichen Kleiderstoffen, die besonders in Gyangtse hergestellt werden. Dazu Felle, Yakschwänze, die schon im Altertum als Zeichen besonderer Würde als „Roßschweife“, bis weit in die mittelmeerische Welt gebracht worden sind, von indischen Prinzessinnen als Fliegenwedel benutzt, von verschiedenen Religionen als Kultgegenstände verwertet werden. Ferner der Moschus des Moschustiers. Auch lebendes Vieh wird exportiert. Daneben Salz von den Salzseen, Borax von ebendaher und die Erzeugnisse des Bergbaus, insbesondere das Gold.

Import-Artikel sind vor allem Industrieerzeugnisse, Seide-und Seidenstoffe, Leder und Sättel, dann auch Reis, Tabak, Korallen, Perlen, Indigo, Gewürze und in großen Mengen Tee, der dem Tibeter zur Bereitung seines Nationalgetränks der „Tsamba“ unentbehrlich ist und selbst noch über die Himalaya-Pässe nach Süden geht.

China monopolisiert durch seine bewußte Grenzverschließung gegen den Süden den Handel mit Tibet fast völlig. Der Austausch mit Indien, über den wir allein eine genauere Statistik besitzen (s. darüber näheres im Kapitel „Tibet und England“), ist verhältnismäßig geringfügig, der mit dem Reich der Mitte dagegen, systematisch von den ebenfalls als ausgezeichnete Kaufleute bekannten Chinesen begünstigt, seit Jahrhunderten sehr lebhaft. Fast alle Bedürfnisse an den Manufaktur-Erzeugnissen einer höheren Zivilisation deckt das Land aus China. Die Hauptrolle aber spielt der grobe, in Ziegelform gepreßte chinesische Tee, den es vorzugsweise aus der Provinz Szetschwan bezieht. Man hat gesagt, daß China mehr mit Hilfe dieses Tees als durch Waffengewalt Tibet erobert hat und in Abhängigkeit erhält. Nach Berechnungen von Rockhill gehen allein über Tatsienlu jährlich 6115000 kg Teeziegel nach China. Nach einer anderen Schätzung ist den Gesamtwert der jährlichen Teeeinfuhr von China nahezu vier Millionen Mark.

Es ist also nicht zu verkennen, daß seit alter Zeit und ganz besonders in den letzten Jahrhunderten Tibets Verkehr vorwiegend nach Osten und Norden, nicht nach Süden gravitiert. Ebensowenig aber, daß dies vielmehr eine Folge der religiösen und politischen, als der natürlichen Verhältnisse ist. Denn an sich dürften die langen und furchtbaren Wege nach Ost- und Innerasien dem Verkehr noch größere Schwierigkeiten bieten, als die über die rauhen aber kurzen Pässe nach dem unmittelbar vor den Toren Tibets liegenden britischen Indien. Von den Tiefländern im Nordwesten, Norden, Nordosten und Osten braucht eine friedliche Karawane im besten Falle einige Monate, um nach Lhassa zu gelangen; von Bengalen aus kaum ebenso viele Wochen. Der modernen Technik wird es hier schwerlich unmöglich bleiben, selbst eine Eisenbahn-Linie auf diese Höhen hinaufzuführen. Soweit sich heut überschauen läßt, dürfte ihr wahrscheinlicher Weg längs des Ammo zum Tschumbi-Tal aufsteigen und über den Tang-Ia zunächst nach Gyangtse und Schigatse gehen.

Sicherlich wird sich nach Aufhebung der Suzeränität Chinas, Beseitigung der Grenzschwierigkeiten und Verbesserung des Zugangs ein großer Teil des Handels dem näheren Indien zuwenden.

Text aus dem Buch: Tibet und die englische Expedition (1904), Author: Wegener, Georg.

Die einzelnen Buchkapitel:
Tibet und die englische Expedition – Einleitung
Tibet und die englische Expedition – Größe des tibetischen Reiches
Tibet und die englische Expedition – Die Entwicklung der Kenntnis von Tibet
Tibet und die englische Expedition – Die Landschaft
Tibet und die englische Expedition – Klima und Erzeugnisse
Tibet und die englische Expedition – Die Tibeter
Tibet und die englische Expedition – Verkehrswege und Handel
Tibet und die englische Expedition – Lhassa
Tibet und die englische Expedition – Die politische Geschichte Tibets bis zur Gegenwart
Tibet und die englische Expedition – Tibet und England
Tibet und die englische Expedition – Nachwort

4 Comments

  1. […] Siehe auch: Tibet und die englische Expedition – Einleitung Tibet und die englische Expedition – Größe des tibetischen Reiches Tibet und die englische Expedition – Die Entwicklung der Kenntnis von Tibet Tibet und die englische Expedition – Die Landschaft Tibet und die englische Expedition – Klima und Erzeugnisse Tibet und die englische Expedition – Die Tibeter Tibet und die englische Expedition – Verkehrswege und Handel […]

    7. Januar 2016
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