Ukrainer

Der Name „Ukraine“ (Krajina — Land, u — in) soll nach den neuesten Forschungsergebnissen noch auf die Antenzeit (4. bis 7: Jahrhundert) zurückgehen, wird aber in den Chroniken erst im 12, Jahrhundert erwähnt, ln völkischer Hinsicht sind die Ukrainer aus den Urslawen in Verbindung mit ostbaltischen Volksstämmen hervorgegangen. Bei ihrem langsamen Einströmen in den Raum Weichsel— Sjan—Dnjestr kamen sie mit den Karpatenvölkern in Berührung, von denen sie nicht unbeträchtliche Mengen dinarischen Blutes aufnahmen, das als ein rassisches Merkmal des heutigen Ukrainertums angesehen werden darf. Durch das ständige Hin- und Herfluten der verschiedensten Völkerstämme kamen dann ostische und andere Bestandteile hinzu.

Die ukrainische Frühgeschichte ist mit der des Warägerstaates unmittelbar verbunden. Unter dem Schutz der germanischen Oberschicht konnte die eingesessene Bevölkerung ihre Eigenart entwickeln. Der Mongoleneinfall machte dieser Epoche ein Ende. Danach fand das Ukrainertum seine Zuflucht im Fürstentum Halytsch, das aber 1340 durch Erbschaft an Polen-Litauen fiel. Damit endete die freie Entfaltung der Ukraine, die nunmehr nur zu einem eroberten, der Willkür des Polentums preisgegebenen Land geworden war. Große Teile des ukrainischen Adels unterlagen der Polonisierung, das Bürgertum wurde entrechtet und die Bauernschaft leibeigen gemacht.

Doch hatten sich die Ukrainer unter dem immer stärker werdenden Druck der Steppenvölker im 16. Jahrhundert im Kosakentum wieder zusammengeschlossen, dessen Mittelpunkt auf der befestigten Dnjeprinsel Chortyzja unterhalb der Stromschnellen „Saporoher Silsch“ hieß. Auf diesem vorgeschobenen Posten erfüllten die ukrainischen Kämpfer die Aufgabe, ihr Land gegen das mongolische Vordringen zu beschirmen.

Im 17. Jahrhundert erhob sich dann die Ukraine mit dem Kosakenhetman Bohdan Chmelnyzkyj gegen ihre polnischen Unterdrücker. Es kam aber infolge der außenpolitischen Lage im Jahre 1654 zu einem Vertrag mit Moskau, das jedoch dieses freiwillige Abkommen zu einer Rechtlosmachung auszunutzen verstand. Der Kampf des Schwedenkönigs Karls XII. gegen Peter I. von Rußland schien dem ukrainischen Hetman Iwan Masepa eine günstige Gelegenheit, sein Volk wieder unabhängig zu machen. Diesen Traum zerstörte die Niederlage der schwedisch-ukrainischen Heere bei Poltawa (1709). Abermals war die Ukraine dem moskowitischen Zugriff ausgeliefert. Als ihr letztes Bollwerk fiel die Saporoher Sitsch (1775).

Frei war das Ukrainertum dennoch in der Entwicklung seiner eigenen Sprache geblieben, die von russischer Seite fälschlich als Bauerndialekt hingestellt wurde. Die Zarenregierung suchte durch das Verbot der ukrainischen Sprache (1876) und durch die Zwecktheorie einer russisch-ukrainischen Volkseinheit das ukrainische Selbslbewufjtsein restlos auszutilgen.

Nach dem Zerfall des alten Rußlands (1917) kämpfte die Ukraine gegen die Russen — Kerenski-Regierung, Bolschewisten, Denikmarmee — und die Polen. Das Deutsche Reich und seine Verbündeten schlossen mit dem ukrainischen Staat den Friedensvertrag von Brest-Litowsk (1918), und es kam dann zum gemeinsamen Feldzug gegen die Sowjets. Die ukrainische Volksrepublik suchte auch nach dem Abzug der Deutschen dem erneuten Sowjetüberfall standzuhalten, doch endet der wechselvolle, bis in den Herbst 1920 währende Kampf mit dem Sieg Moskaus, das durch den Friedensvertrag mit Polen in Riga (1921) den größten Teil des ukrainischen Bodens für sich sicherte.

So geriet die Ukraine für mehr als zwei Jahrzehnte unter die Macht des Bolschewismus, der jeglichen ukrainischen Befreiungsversuch mit blutigem Terror bis zur Ausmerzung fast der gesamten Intelligenz beantwortete. Von Europa hermetisch abgeschlossen, unter schärfster moskowitisch-jüdischer Kontrolle, war das ukrainische Volk dem Roten Imperialismus schonungslos preisgegeben.

Siehe auch:
Teilrepubliken-Sowjetunion
Sowjetunion-Staatsorgane
Sowjetunion-Wirtschaft
Sowjetunion-Technisierung
Sowjetunion-Landwirtschaft
Sowjetunion-Das Land
Goten-Waräger-Deutsche
Sowjetunion-Russen
Ukrainer
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Krimtataren
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Weißruthenen-Weißrußland
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Ostfinnen
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Sowjetunion-Schlußwort
Die Ukraine als Arbeitsfeld für Deutsche und Deutsches Kapital

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