Wallraf-Richartz Museum

Schule Meister Wilhelms

Madonna mit der Bohnen- (oder richtiger Erbsen-) Blüte. Maria in grünem Kleide und rotviolettem Mantel mit blauem Futter hält das Christkind auf dem rechten Arm und in der Linken eine Erbsenblüte. Das Kind greift mit der Rechten an ihr Kinn und hält in der Linken eine Schnur von Goldperlen, die ein goldgesticktes Täschchen trägt und vor der Brust der Jungfrau an einem perlenbesetzten Goldmedaillon mit der Inschrift i h s befestigt ist. Goldgrund.

R. Flügel. S. Katharina in Krone, weissem Brokatkleid und rotem Mantel mit dunkelgrünem Futter, steht auf blumigem Wiesengrund, mit der Linken das Schwert aufstützend, daneben das Rad. Goldgrund.

L. Flügel. S. Barbara in Diadem, feuerrotem Brokatkleid und dunkelgrünem Mantel mit rotem Futter, steht auf blumigem Wiesengrund, auf der Rechten den Turm, in der Linken die Palme. Goldgrund.

Aussenseite der Flügel: Verspottung. Christus sitzt auf hohem Stuhl in braunem Kleid und rotem Mantel, die Hände auf den Knieen, umgeben von acht pöbelhaften Gesellen in kurzen Röcken, hohen Hüten, Stiefeln und nackten Beinen. Die sechs Vorderen verspotten den Heiland, die andern Beiden drücken mit Stäben die Dornenkrone fest. Braun-weisser Fliesenboden.

Nussbaumholz. H. 0,585 m, B. 0,395 m u. 0,2 m.

Stephan Lochner,

geboren zu Mersburg bei Konstanz, etwa seit 1430 in Köln, erwirbt 1442 mit seiner Frau Lysbeth das Haus Roggendorp an der Stessen, in der jetzigen grossen Budengasse, und 1444 die Häuser zum Carbunckel und zum alden Gryne an der Ecke von S. Alban und Höhle, wurde 1447 und 1450 zum Ratsherrn gewählt, gestorben 1451.

Weltgericht. Christus thront im Strahlenschein auf zwei Regenbogen, mit der Rechten segnet er die Seligen, denen er den gnadenvollen Blick zuwendet, mit der Linken wehrt er die Verdammten ab. Sein Mantel, welcher über der Brust von einem prächtigen Monile gehalten wird, lässt den Oberkörper mit der Seitenwunde frei. Weiter unten knieen die heilige Jungfrau und Johannes der Täufer auf den Erdhügeln, zwischen denen die Schar der Verdammten von Teufeln an einer Kette herbeigezogen wird. Sie sind durch Hüte und Turbane zumeist als Juden und Heiden gekennzeichnet, ganz vorne stemmt sich ein dicker Alter mit gefalteten Händen weinend gegen den Vormarsch, neben ihm fleht ein würdiger Greis in orientalischer Mitra, Andere ringen die Hände, die meisten schreien in Verzweiflung; ganz hinten hebt ein Kahlkopf mit festen klugen Zügen den Arm wie beschwörend zum Weltrichter empor Über der Schar blasen zwei kleine Engel unter leichten Wölkchen Posaunen. Ein grosser Mann mit Judenhut wird von einem grinsenden Teufel an den Beinen der Schar vorausgeschleppt. Unter den Auferstandenen wird in der Mitte des Vordergrundes ein feister Alter auf dem Rücken liegend geschleift. Mit der Linken hält er den Geldsack fest, doch dessen Boden ist gerissen und die Goldgulden rollen über die Erde. Der haarige Teufel, der ihn hohnlachend abschleppt, trägt auf der linken Schulter einen hageren Alten mit harten Zügen, der die Hände ringt. Weiter r. trägt ein Anderer einen Trinker und einen Spieler; der eine fasst mit der Linken das Geweih des Teufels, mit der Rechten hält er den Becher, der Andere lässt drei Würfel auf die Erde fallen. Auf der anderen Seite kommen vier Tote aus den Gräbern hervor, eine hübsche jugendliche Frau, deren Schoss das Leichentuch bedeckt, wird von einem scheuss-lichen Teufel an den langen blonden Haaren aus der Erde gezogen. Behaglich grinsend packt dieser mit der anderen Hand das schwarze Haar eines kräftigen mit Lendentuch bekleideten Mannes, als wenn das Paar zusammengehörte. Weiter links strecken zwei Männer, die sich mit halbem Leibe aus dem Rasen erheben, die Arme zum Himmel empor. Ganz . im Vordergründe hat ein junger Mann das eine Knie schon auf die Erde gestemmt, er wendet sich mit ängstlich erhobenem Arm nach einem Scheusal mit fünf Gesichtern um, das die Krallen nach ihm ausstreckt, und greift krampfhaft in das Gewand des Schutzengels, der ihm unter die Achsel, greift und mit der Linken den Teufel zurückscheucht. Über ihnen wird ein bärenartiges Ungetüm durch einen Engel mit zierlichem Schild und Speer von dem Zuge der Seligen abgewehrt. Vor der Himmelsburg empfängt S. Petrus am Tor die Seligen mit einem Engelchor. Auch auf der Galerie des Daches stehen die himmlischen Musikanten. Andere blicken in dem Ecktürmchen aus den Fenstern. Die Seligen steigen mit andächtig geeinten Händen in gedrängtem Zuge die Treppe zum Himmelstor hinan, ganz vorn eine junge Frau von einem Engel umfangen, der ihr zärtlich in die Augen blickt. Daneben wandelt ein jugendliches Ehepaar in entzückter Erwartung. Ganz 1. führt ein freundlicher Engel einen Seligen an der Hand und lehrt ihn mit erhobenem Zeigefinger ; darüber gibt es eine Umarmung. In der Mitte sieht man nur die langen Haare und Zöpfe der zahlreichen Frauen, die Locken der Männer und die kahlen Mönchsschädel, weiterhin durch die Tür neben einer Kaiserkrone kahle Schädel, Papst-, Kardinal- und Bischofsmützen. Die Tür krönt ein Relief: Gott Vater in stilisiertem, von Engeln gehaltenem Wolkenrahmen. R. ist die Hölle, ein Feuerschlund, auf dessen Grund der alte gefesselte Teufel sitzt. Er sperrt den Rachen gegen die Verdammten auf, die ihm von wilden Dämonen mit glühenden Eisen entgegengetrieben werden, ganz vorne steht ein dicker Mönch und neben ihm eine vornehme Dame mit goldgewirkter Haube, dann Papst, König, Kardinal und Bischof. Von oben her wird noch eine Frau in den Haufen geworfen. Auf der ebenen Höhe über dem Abgrund erhebt sich das brennende Höllenhaus. Vor der Mauer liegt ein Mensch von drei Teufeln gehalten, ein Habgieriger, dem ein schwarzes Ungetüm glühendes Gold in den Mund schüttet; dazu spielen zwei Teufel auf der Mauer Pauken und Trompeten. Ein Teufel mit grossen Fledermausflügeln schleppt einen Verdammten herbei. Um einen anderen kämpfen in der Luft zwei Engel mit einem grossen Teufel, dem ein Genosse von der Zinne aus mit einer Forke zu helfen sucht. Ganz oben jagen zwei kleine Engel einen Teufel in den flammenden Turm. Den Himmel füllen sechszehn Engel mit den Passionswerkzeugen, links in der Mitte vor den Andern drei mit dem Kreuz. In den Ecken Wappen. Goldgrund.

Eichenholz. H. 1,22 m, B. 1,71 m. Ehemals in der Kirche des h. Laurentius über dem Eingang.
Die Innenseiten der Flügelbilder in der Gemälde-Galerie des Städelschen Kunstinstituts in Frankfurt a. M. Nr. 62 u. 63, die Aussenseiten in der Pinakothek, zu München Nr. 3 u. 4.

Madonna in der Rosenlaube

Madonna in der Rosenlaube. Die heilige Jungfrau im Himmelsgarten sitzt mit untergeschlagenen Beinen auf einem Kissen vor einer Rasenbank, hinter ihr eine zierliche Laube mit roten und weissen Rosen. Sie trägt eine hohe Krone. Die Agraffe ihres Mantels zeigt das Einhorn im Schosse der Jungfrau. Sie fasst mit beiden Händen das nackte Christkind, das auf ihrem Schosse sitzt und einen Apfel in der Linken hält. Vor ihr auf dem Rasen sitzen zu jeder Seite zwei Engel mit Orgel, Laute, Harfe und Mandoline, hinter der Bank blicken je zwei anbetend auf die Jungfrau, ein dritter 1. pflückt Rosen, ein anderer rechts bietet Äpfel aus einem Körbchen dar. Hinter ihnen spriessen Lilien. In der Höhe erscheint Gott Vater mit der Taube in goldenem stilisiertem Wolkenkranz, von Engelsköpfchen umgeben, in den Ecken ziehen zwei Engel den Vorhang vor der himmlischen Erscheinung weg. Goldgrund.

Eichenholz. H. 0,46 m, B. 0,36 m. Geschenk des Herrn F. J. von Herwegh 1848.

Triptychon – Kreuzabnahme

Triptychon. Mittelstück: Kreuzabnahme. In der Mitte des Bildes sitzt die heilige Jungfrau am Fuss des Kreuzes. Sie wird von Johannes gehalten und hebt die gefalteten Hände vor die Brust. Vor ihr tragen Nikodemus und Joseph von Arimathia den Leichnam des Herrn. Dessen herabfallenden rechts Arm ergreift zur Linken der Stifter Professor Gerhard Tersteegen (de Monte). Er wird vom h. Andreas empfohlen, gegenüber steht der h. Thomas mit Lanze. Hintergrund bergige Landschaft mit grosser Stadt auf Goldgrund.

Auf dem Rahmen unten: Anno domini Mcccc octuagesimo nona die mensis nouembris venerabilis dominus magister gerardus de monte artium magister ac «acrae theologiae eximius professor (animam suam) creatori reddidit. Ipse annis quadraginta duobus rexit in facultate theologica insignis universitatis coloniensis Sit anima eius eommendata piis transeuntium orationibus. amen.

Flügelbilder: S. Andreas und S. Thomas empfehlen die Neffen Gerhards, Lambertus und Johannes de Monte. (Arbeiten der Werkstatt.)

Anno domini M cccc XCIX XVII die mensis aprilis obiit honestus dominus magister lambertus de monte artium magister ac sacrae theologiae professor canonicus huius ecclesiae cuius anima requiescat in pace et sit commendata devotis orationibus transeuntium.

Auf dem linken Flügel:

Anno domini 1508 die 25 mensis marti obiit venerandus magister Joh an n e s de Monte huius ecclesiae canonicus hic ad latus sui charissimi fratris magistri Lamberti de Monte theologi dignissimi uersus aquilonem sub eadem petra tumbatus, cuius animae propitietur misericors deus. amen.

Eichenholz. H. 1,44 m, B. 0,99 m und 0,44 m.

Triptychon – Christus erscheint dem heiligen Thomas

Triptychon. Mittelstück: Christus erscheint dem heiligen Thomas. Der Heilige kniet vor dem Auferstandenen, der ihm die Hand führt, wie er zwei Finger in die Seiten wunde legt. Christus steht mit der Kreuzesfahne auf einem Marmorsockel, der mit Frühlingsblumen bestreut ist. Auf dem Rasen davor knieen zwei musizierende Engel. Auf leichten Wolken knieen und sitzen seitwärts von der Mittelgruppe S. Helena mit Kreuz, S. Hieronymus als Kardinal mit Büchern, Löwen und Kreuzesstab, S. Ambrosius als Erzbischof mit Stab und Geissei, S. Magdalena mit Salbenbüchse. Ganz oben erscheint Gott Vater segnend, vor seiner Brust die Taube, unter ihm drei kleine Engel aus einem Buche singend, zu beiden Seiten Cherubim mit Rauchfässern und Kerzen. Seitlich braungoldene Bogen, auf denen ein graubrauner Rahmen und graues Rankenwerk mit Perlen und Edelsteinen liegt. Am Sockel die von dem Adler, dem Wappentier des Stifters, des Juristen Peter Rinck (f 1501), an einem Ring getragene Hausmarke der Familie.

L. Flügel: S. Hippolytus als Ritter mit der Keule in der Linken und S. A f r a, die ihn schwärmerisch anblickt. Auf der Erde liegen vor dem Ritter die Marterwerkzeuge, Hacke und Schlinge, vor der Heiligen brennende Scheite. Ober dem Brokatteppich im Hintergründe S. Ägidius mit seinem Reh, vom Pfeil getroffen im Waldgebirge. Von der Höhe 1. blickt eine Klosterkirche über die Wipfel, r. im Grunde geht ein Mühlrad.

R. Flügel: Die h. Jungfrau mit dem Kinde auf dem Arm und der Evangelist Johannes mit dem Schlangenkelch. Über dem Brokatteppich im Hintergrund S. Maria Egyptiaca mit ihren drei Broten nackt an der Felsenküste.

Aussenseite: Als graue Statuen in Nischen stehen rechts. S. Symphorosa mit ihren Söhnen Crescens, Julianus, Nemesius, Primitivus, Justinus, Stacteus, Eugenius, links S. Felicitas mit Januarius, Felix, Philippus, Silvanus, Alexander, Vitalis, Martialis.

Eichenholz.‘ H. 1,44 m und 1,45 m, B. 1,06 und 0,47 m. Vom Thomasaltar des Karthä“serklosters. Vermächtnis des Hern Carl Stein (gestorben 1868).

Arnold von Brauweiler

Arnold von Brauweiler, Bürgermeister von Köln, in schwarzroter Amtstracht und schwarzem Barett, den weissen Amtsstab in der mit einem Türkis gezierten Rechten, in der Linken ein Papier, am Zeigefinger einen Siegelring mit Initialen und Wappen, Brustbild hinter einer grauen Brüstung vor dem Fenster, durch welches man in eine grüne Landschaft sieht. Auf dem Rahmen unten: Her Arnolt von Browiller, Burgemeister zo Coellen aetatis 62. Ao. 1535.

Alter Rahmen oben abgerundet. Eichenholz. H. 0,57 m, B. 0,38 m.

Pfeifer und Trommler

Pfeifer und Trommler von einer Darstellung des leidenden Hiob, den seine Frau mit Wasser begiesst. L. unten sieht man den Zipfel ihres roten Kleides. Sie stehen auf braunem Erdboden, der Pfeifer ist unbärtig und trägt gelblichen Hut, blaues geschlitztes Wams mit lila Bändern, grüne Jacke mit lila Litzen; gelbbraune Hosen und schwarze Schuhe. Der Trommler mit langen blonden Locken und Vollbart hat die Züge des jugendlichen Dürer; er pausiert, indem er aufhorchend nach dem Pfeifer blickt und trägt roten Mantel mit Goldborten, schwarze Hosen und Schuhe. Im Hintergründe Wald und Berge, davor im Thal auf der HeerstrasseJwerden Hiobs Kamele von Räubern überfallen.

Aussenseite vom Flügel eines Altarbildes in der Hauskapelle rder_Familie Jabach.

Eichenholz H. 0,93 m, B. 0,51 m.

Die Aussenseite des anderen Flügels mit Hiob und seiner Frau ist im Städelschen Institut zu Frankfurt (Nr. 83), die Innenseiten der Flügel mit den hh. Simeon, Lazarus, Joachim und Joseph sind mit der Sammlung Boisseree in die Münchener Pinakothek aufgenommen. Das Mittelbild ist verschollen.

Meister des Todes Mariä
wahrscheinlich Joos van Cleef
geb. zu Antwerpen, 1511 in die Malerzunft aufgenommen,
gest. 1540.

Tod Mariä. Maria in blauem, pelzgefüttertem Kleide und weissem Kopftuch liegt sterbend auf einem prächtigen Himmelbett. S. Johannes hält das Licht in ihrer Linken. Am Küssende des Bettes reden drei Apostel mit einander über eine Stelle des Buches, das auf der Decke liegt, ein Anderer kommt mit dem Kessel und Wedel für Weihwasser herbeigelaufen. S. Petrus im Bischofsornat liest vor dem Bette die Sterbegebete. L. hält Einer das Weihrauchfass, in das ein Anderer auf dem Boden knieend hineinbläst. In der offenen Thür 1. reden Zwei miteinander, ganz r. tritt der Zwölfte als Pilger ins Zimmer ein. Der ganze Raum ist reich ausgestattet, die Thüre von einem Marmorrahmen in Renaissanceformen umgeben. Daneben ist die Nische für Wasserkessel und Becken. Am Handtuchhalter das Antwerpener Malerwappen: 3 weisse Schilder auf blauem Grunde. Auf einem Schemel vor dem Bette steht ein Weihrauchschiffchen neben einem Rosenkranz. Über der Thüre 1. ein Wandleuchter vor einem Messingbecken. An der Wand in der Mitte hangt ein Gemälde, dessen Mittelbild die Erschaffung Evas, die Flügel Moses und Aron zeigen. Im Fenster ein gemaltes gelbes Wappen mit einem Namenszug.

R. Flügel: S. Nicasius mit Hirnschale und Bischofsmütze in der Linken und S. Georg mit Kreuzesfahne und Drachen empfehlen die Stifter Nicasius Hackeney (Rechenmeister Kaiser Maximilians und Hofmeister Philipp des Schönen, f 1518) und Georg Hackeney; vor ihnen die Wappen.

R. Flügel: S. Christina mit Mühlrad und S. Gudula mit Laterne empfehlen die Gattinnen der Stifter, Christina, geh. Hardenrath, Witwe des Bürgermeisters Johann von Merle und ihre Tochter aus erster Ehe Sibylla. Den Hintergrund bildet auf beiden Flügeln eine reiche Landschaft über einem Flusse.

Aussenseiten der Flügel: Steinfarben, S. Maria und Christophorus, S. Sebastian und S. Rochus. Auf dem neuen Rahmen, auf den ein Stück des Teppichs von jedem Flügel hinübergemalt ist, ist die Zahl 1515 eingeschnitten.

Eichenholz. H. 0,63 m, B. 1,23 m und 0,57 m.


Bathseba im Bade

Bathseba im Bade. In einer von Palästen in phantastischer Architektur eingefassten Strasse vorn 1.

an einem Brunnen die entkleidete Bathseba neben einem Citronenbusch. Eine Dienerin in blauem Gewände mit hellrotem Überwurf kniet vor ihr und wäscht den Fuss in einem flachen Becken, rechts eine zweite Dienerin, die mit erhobenem Arm aus einer Kanne Wasser über die Schulter der Bathseba giesst. R. an einem Fenster im ersten Stockwerk eines Palastes schaut König David der Scene zu, in der Ferne sprengt der Reiter mit dem Uriasbrief davon. Im Hintergrund hügelige Landschaft. Bez.: O. Paridis Bordone.

Leinwand. H. 2,31 m, B. 2,14 m. 1869 erworben. Ehemals in der Galerie des Kardinals Fesch in Rom.

Bartolommeo Suardi, gen. Bramantino

Tätig in Rom, Mailand und Locarno.

geboren zwischen 1529 und 1536.

Philemon und Baucis (frei nach Ovid). Inder Mitte an einem unter einem Baum stehenden Tisch Jupiter und Merkur, dahinter das strohgedeckte Haus. Auf dem Tisch steht eine grosse goldene Schale, hinter dem Tisch ein Mann und eine Frau mit anbetender Gebärde, seitlich knieen Philemon und Baucis. Rechts wird eine Kuh gemolken; weiterhin ist die Ankunft der beiden Götter dargestellt, links treiben die beiden Alten ihre Gans dem Götterpaar entgegen.

Leinwand. H. 0,58 m, B. 0,78 m.

Bartolome Esteban Murillo

Geb. zu Sevilla 1618. Schüler des Juan de Castillo.

Thätig in Sevilla, geboren daselbst den 3. April 1682.

577. S. Franciscus in der Portiuncula. Der Heilige in graubrauner Kutte kniet mit ausgebreiteten Armen vor dem Altar der Portiuncula-Kapelle, neben dem eine Statue des h. Paulus steht. (Er hatte der h. Jungfrau einen Rosen-zvveig geweiht und um Ablass für die Gläubigen gebeten, die zu seiner Kapelle wallfahrten.) Auf den Wolken erscheint der Heiland, sitzend mit segnender Gebärde, das Kreuz mit der Linken haltend. Ein roter Mantel liegt auf seinen Knieen und flattert hinter dem braungelockten Haupt empor. Zu seiner Rechten kniet in den Wolken etwas tiefer die h. Jungfrau und blickt mit über der Brust gekreuzten Armen bittend zu ihm empor. Ein dunkelblauer Mantel fällt ihr über den Rücken und den 1. Arm; ein opalgelber Schleier umfliesst den Kopf, der vor dem goldnen Himmelsglanze steht. Eine Schar von grösseren und kleineren Engeln umschliesst die himmlische Erscheinung. Sie flattern von oben herbei, sitzen auf den Wolkenkissen und schauen herab auf den Heiligen oder tummeln sich am Fusse des Kreuzes, während die untere Kette in lebhafter Bewegung den Heiligen mit Rosen überschüttet.

Leinwand. H. 4,27 m, B. 2,91 m. Mittel- und Hauptgemälde des Hochaltars der Kapuzinerkirche in Sevilla. Die ebenfalls von Murillo ausgeführten Gemälde auf den Seiten- und Nebenaltüren jetzt zuin grössten Teil im Museum in Sevilla. Dies Gemälde wurde als Bezahlung für die Restauration der Kirche und der Gemälde dem Maler Bejavano überlassen. Von ihm gelangte es an Jose Madrazo, Direktor des Pradomuseums, und darauf, im Anfang des XIX Jahrhunderts, in die Galerie des Infanten Don Sebastian. Von dessen Sohn dem Prinzen Alfonso de Borbon erwarb es 1898 der Kunsthändler Herr N. Steinmeyer und in demselben Jahr wurde es an das Museum geschenkt von J. N. Heidemann, Arth. Camphausen, Frau F. C. Guilleaume, Max Guilleaume, Freiherr Albert von Oppenheim, Fug. Rautenstrauch, Jul. van der Zypen, Otto Andreae, Frau Emil Oelbermann, Otto Deichmann, Louis Hagen, Gust. Mallinckrodt, Gust. Michels, Freiherr Ed. von Oppenheim, Val. Pfeifer, Emil vom Rath, Ed. Schnitzler, Heinr. Stein, C. Burgeois, Rhein. Brauereigesellschaft, F. Clouth, Rob. Esser, Frau Emma Farina geb. von Clucsack, Arn. Guilleaume, Theod. Guilleaume, Alb. Heimann, Flau Aug. Joest, Ernst Leyendecker, Dr. von Mevissen, Ernst Michels, Alfred Neven-DuMont, Dr. Jos. Neven-DuMont, Wilh. Peill, Eug. Pfeifer, Arth, vom Rath, Theod. Schaurte, Heinr. Schröder, Mor. Seligmann, Raoul Stein, P. J. Stollwerck, Fritz Vorster, Eug. van der Zypen, Jean Balthazar, Max Charlier, Frl. Hedwig Endemann, Frau Marie Herbertz, Ernst Königs, Frau Eug. Langen, Gottl. Langen, Franz Leiden, Hans Leiden, O. de la Parra, Eug. Ritter, Dr. Rieh. Schnitzler, Carl Wahlen, Dr. Jul. Weiler.

Heilige Familie

Heilige Familie. Der nackte Jesusknabe.sitzt auf dem Schoss der in ein blaues Kleid mit rotem Ubergewand gekleideten Maria und greift nach einer Schnur, die der vor ihm stehende kleine Johannes hält und an der ein Stieglitz befestigt ist. Hinter Johannes Elisabeth in grauem Gewand mit schwarzem Mantel mit den Fingerspitzen der Rechten die Hüfte des kleinen Johannes berührend. Den Abschluss der Gruppe bildet der nach vorn sich überbeugende und mit der Linken auf einen Baumstamm sich stützende Joseph. ImHintergrund einGartentor.

Leinwand. H. 1,18 m, B. 0,93 m. Aus dem Besitz des Bürgermeisters von Antwerpen de Groot. 1862 aus der J. P. Weyer’schen Sammlung erworben. Stich von Boiswert bei Rooses, Rubens PI. 76.

Jan Steen
Geb. zu Leiden um 1626. Schüler des Nicolaes Knüpfer zu Utrecht und des Jan van Goyen im Haag, beeinflusst von Adriaen van Ostade. Thätig zu Leiden, im Haag (ca. 1649—1654) und in Haarlem 1661—1669. Begr. in Leiden 3. Febr. 1679.

Simson in den Händen der Philister. In einer hochgewölbten Säulenhalle, welche oben von einem roten Vorhang abgeschlossen ist, kniet der geschorene

und gefesselte Held auf dem Boden. Die Zähne fletschend, mit weit aufgerissenen Augen hört er, wie hinter ihm der Henkersknecht zwei würdigen Philistern mitteilt, dass er dem Gefangenen die Augen ausstechen will. Sie hören mit behaglichem Schmunzeln zu. Weiter r. wendet sich Delila, die das versprochene Geld entgegennimmt, in plötzlicher Wendung der Mittelgruppe zu, ebenso ein älterer Mann mit den Zügen des Malers, der sich auf den Rücken des mit persischem Teppich geschmückten Divans lehnt und seine Hand auf die nackte Schulter des Weibes legt (das Kleid ist hier bis unter die rechte Brust erneuert). Sie hat die Linke noch auf den Silbergulden hegen, die ihrer Vertrauten von einem Geldmann zugezählt werden. Kriegsknechte höien der Verhandlung zu, ein Junge stösst in die Trompete. Ganz r. steht ein Wachthabender mit Hellebarde und hohem Hut und blickt mit stolzem Selbstbewusstsein in die Luft, während ein Junge vor ihm die Hand nach den Geldsäcken ausstreckt. Im Vordergründe bellt Delilas Hund den Helden an, auf der Erde hegen die Locken Simsons und die Geräte des Bartscherers, zu Füssen Delilas die Schere. Hinter dem Gefesselten kniet ein junger Mann, der den Strick hält und seine Mienen beobachtet. L. ziehen drei Knaben an der Kette, die um seinen Hals gelegt ist. Ein vornehmer Herr im Turban preist die göttliche Fügung; er ist umgeben von einer Kriegergruppe, darunter ein älterer Mann laut schreiend, weiterhin ein Mohr und r. Einer, der mit dem Rücken des Säbels auf den Helden schlägt. Über diesem steht der Fahnenträger in ruhiger Teilnahme. Andere Zuschauer erscheinen im Hintergründe auf der Treppe, die nach r. emporführt; ein halbwüchsiger Junge stösst ein Jubelgeschrei aus, ein hagerer Bewaffneter droht von oben ängstlich mit dem Säbel. Durch die Bogen der Halle sieht man in eine Morgenlandschaft mit Wald und Burgund fernen Bergen.

Leinwand. H. 1,33 m, B. 1,98 m. Geschenkt von Kölner Kunstfreunden 1894.

Eduard Bendemann
Geb. den 3. Dez. 1811 zu Berlin, studierte hier und unter Schadow in Düsseldorf. War 1830 in Rom, seit 1831 wieder in Düsseldorf, wurde 1838 Professor an der Akademie in Diesden, 1859—1867 Direktor der Akademie in Düsseldorf, f daselbst den 27. Dez. 1889.

Die trauernden Juden im Exil. Um eine Weide sitzen am Flussufer in symmetrischer Anordnung: in der Mitte ein gefesselter Greis mit der Harfe, die Enkelin zu seinen Füssen, nach r. ein Mädchen mit der Harfe, nach 1. eine Mutter mit dem Säugling auf dem Schosse. Im Hintergründe am jenseitigen Ufer Babylon. In den Zwickeln auf dem Rahmen: „An den Wassern zu Babylon sassen wir und weineten, wenn wir an Zion gedachten“.—

Leinwand. H. 1,79 m, B. 2,74 m. Gemalt um 1831. F.rworben mit Hilfe des Kunstvereins für Rheinland und Westfalen 1832.

Benjamin Vautier
Geb. den 29. April 1829 zu Morges am Genfer See, in Genf vorgebildet, dann noch eine Zeit lang als Zeichner für Emails und als Miniaturmaler thätig; studierte seit 1850 in Düsseldorf, zuerst an der Akademie, dann unter Jordan und wurde daselbst ansässig, gestorben den 25. April 1898.

Der Leichenschmaus. Die Witwe des eben Bestatteten sitzt weinend neben dem Bette im Hintergrund 1., bei ihr einige Frauen, von denen eine sie tröstend bei der Hand fasst. Im Vordergrund r. sitzen die Frauen am Tisch zum Schmaus versammelt; bei ihnen, die Gäste bedienend, das Töchterchen der Witwe, an welches sich verweinten Auges das Brüderchen anklammert; die eine der Frauen reicht ihm tröstend die Hand; r. Durchblick in einen anderen Raum, in welchem sich die Männer versammelt haben. Kostüm des Berner Oberlandes.

Bez. B. Vautier Dlf 66.

Leinwand. H. 0,85 m, B. 1,30 m. Erworben aus dem Richartz-Fonds 1866.

Friedrich August von Kaulbach
Geb. den 2. Juni 1850 zu Hannover als Sohn des Porträtmalers Friedr. Kaulbach, Grossneffe Wilh. Kaulbachs, anfangs Schüler seines Vaters, dann von E. Raupp an der Nürnberger Kunstschule, später der Münchener Akademie; lebte längere Zeit in Italien und Paris, war 1886—1891 Direktor der Akademie in München; ansässig daselbst.

Bildnis Wilhelms II. Der Kaiser in ganzer Figur, in der Uniform eines Admirals, steht auf einer Terrasse von dunklem Marmor am Meeresstrand, den Blick nach r., die Rechte auf den Eckpfeiler einer Balustrade gestützt, auf welcher der Admiralshut liegt, die Linke am

Degen. Hintergrund Meer mit Kriegsflotte vor Anker unter dunkelbewölktem Himmel.

Bez. F. A. v. Kaulbach.

Leinwand. H. 3,01 m, B. 2,00 m. Geschenk von Herrn und Frau Kommerzienrat Eugen Rautenstrauch 1900.

Text und Bild aus dem Buch: Verzeichnis der Gemälde des Städtischen Museums Wallraf-Richartz zu Cöln (1903).

Siehe auch:
Galleria degli Uffizi
Kasseler Galerie
Dresdner Galerie
Münchener Kunst
Blumenkunst
Deutschlandbilder
Wallraf-Richartz Museum
Statens Museum for Kunst Kopenhagen
National Gallery of Britisch Art – The Tate Gallery

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