Wir jagen Panzer

Aufklärermeldung: Sowjetischer Panzerkeil südwestlich Charkow. Es ist 3.52 Uhr. Im fahlen Grau der schwindenden Nacht heben sich unsere Stukas vom taunassen Platz. Die aufgehende Sonne kämpft gegen den grauen Dunst, der wie ein Bahrtuch das Land bedeckt. Allmählich wird es heller und die Sicht damit besser. Wir spähen nach dem Feind. Werden wir ihn überraschen? Oder bemerkt er unser Kommen rechtzeitig und tarnt sich in dem Wäldchen, das in der Nähe des Zieles liegt? Ruhig ziehen unsere schwarzen Vögel mit der verderben bringenden Last in der Bombengabel ihre Bahn.

Die Panzer! Wir starren hinunter, aber keiner der Stahlkolosse rührt sich. Sie stehen auf den abgeernteten Feldern rechts und links der Aufmarschstraße und verlassen sich anscheinend auf ihre Tarnfarbe. Jeder von uns sucht sich seinen Panzer aus. ln rasender Eile stößt Maschine auf Maschine auf ihr Ziel hinab. Beim Hochziehen unserer „Fritz-Marie“ kann ich das obige Bild aufnehmen. Drei Volltreffer! Einige Panzer suchen mit Vollgas dem Verderben zu entrinnen und ziehen auf ihrer Flucht verräterische Staubfahnen hinter sich her

Dieser Sowjetpanzer vom Muster T 34 hat sich auf einen Feldweg abseits des Kampffeldes gerettet. Aus dem Motor dringt eine Qualmwolke, vermutlich ist er durch ein Sprengstück angeschlagen. Das Geschützrohr ist deutlich auf dem Bild zu sehen. Wir müssen leider auf den Kerl verzichten, wir haben keine Bombe mehr für ihn . . .

Zwischen den zahlreichen Einsätzen dieses Tages nimmt das Bodenpersonal rasch ein Auge voll Schlaf. Noch bei Nacht beginnt ihre entsagungsvolle Arbeit, und sie endet erst wieder am späten Abend.

Einsatz auf Einsatz muß an diesem kampfheißen Tag geflogen werden. Mörderisch tobt unter dem angreifenden Flugzeug die Materialschlacht. Deutlich sind die zerflatternden Rauchfahnen der Leuchtkugeln zu erkennen, mit denen die deutschen Truppen die vorderste Linie kennzeichnen.

Wie viele Male sehe ich dieses Bild am heutigen Tage ! Pausenlos rollt der einmal ausgelöste Angriff unserer Stukaverbände gegen den sowjetischen Panzerkeil. Ein fortwährendes Landen und Starten hält den Einsatzhafen in ständiger Bewegung. Wir selbst rollen mit hängenden Bombengabeln zu unserer Boxe, wo uns der 1. Wart begrüßt. „Alles klar?“ ist seine Frage. „Alles klar!“ kommt die Antwort vom Flugzeugführer. Mehr will der 1.Wart gar nicht wissen. Für das andere sorgt er schon selbst.

Wieder steht die Staffel. Hauptmann Dr. Otte, der Staffelkapitän, kommt mit der Karte vom Befehlszelt. Knapp ist die Sprache des 34 jährigen Ritterkreuzträgers aus dem Warthegau, dessen Flugbuch über 700 Feindeinsätze aufweist. Fünf Deutsche Kreuze in Gold werden in seiner Staffel getragen. Feldwebel H. (erste Reihe, Dritter von rechts) macht als nächsten seinen 666. Feindflug. Die meisten haben mehrere hundert, die „Jungen“ weit über 100 Einsätze hinter sich.

Nach einem kurzen Imbiß werden die verschiedenen Beobachtungen übet dem Kampfplatz miteinander verglichen. Eine Besatzung hat an diesem Tage bereits drei T 34 durch Bomben Volltreffer vollkommen „zur Schnecke gemacht“, wie es in der Fliegersprache so schon heißt. Eine andere hat zwei vernichtet.

Nach dem letzten Angriff — es geht bereits gegen Abend — überfliegen wir einen ausgebrannten Sowjetpanzer. In seiner Umgebung liegen Teile des Stahlkolosses verstreut. Der Platz ist von vorhergegangenen Kämpfen noch mit Granattrichtern und Geschoßeinschlägen übersät. Ein hartumkämpfter, blutgetränkter Boden bietet sich unseren Blicken.

Siehe auch:
Die Deutsche Wehrmacht-Gedenktage der Luftwaffe
Die Deutsche Wehrmacht-Luftnachrichtentruppe
Die Deutsche Wehrmacht-Flakartillerie
Die Deutsche Wehrmacht-Luftwaffe-Seeflieger
Die Deutsche Wehrmacht-Luftwaffe-Jagdflieger
Die Deutsche Wehrmacht-Luftwaffe-Kampfflieger
Die Deutsche Wehrmacht-Luftwaffe-Aufklärungsflieger
Die Deutsche Wehrmacht-Luftwaffe-Bodentruppen
Die Deutsche Wehrmacht-Sonderausbildung
Die Deutsche Wehrmacht-Torpedo u. Torpedoboot
Die Deutsche Wehrmacht-Schiffsartillerie
Die Deutsche Wehrmacht-Seemansdienst und Leben
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