Zur Frauenfrage in den deutschen Kolonien und andere Bekanntmachungen

Im Jahre 1896 wurde auf der Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft am 30. Mai darauf hingewiesen, dass zwischen Europäern und Eingeborenen in Deutsch-Südwestafrika mehrfach Ehen geschlossen worden und dass aus diesen Mischehen Bastards hervorgegangen seien. Da damals das vollständige Fehlen weisser Frauen im Schutzgebiet die Besorgnis erweckte, dass in der Kolonie eine minderwertige Mischlingsrasse entstehen könnte, trat die Deutsche Kolonialgesellschaft der Frage näher, deutschen Frauen und Mädchen die Auswanderung nach Südwestafrika zu erleichtern. Gestützt auf ein Gutachten des damaligen Landeshauptmanns, hat die Kolonialgesellschaft dem Gedanken der Uebersiedlung weisser Frauen und Mädchen jederzeit die weitgehendste Sympathie entgegengebracht, ihre Absicht unbeirrt ausgeführt und einer ganzen Reihe von Frauen und Mädchen die Ueberfahrt nach Südwestafrika kostenlos ermöglicht.

Seit dem Jahre 1898 bis heute sind auf Kosten der Deutschen Kolonialgesellschaft bezw. neuerdings des Kolonialen Frauenbundes, 806 Personen nach Deutsch-Südwestafrika gereist, und zwar:

Von der Mehrzahl der Frauen und Mädchen, die im Schutzgebiet eine neue Heimat gefunden haben, sind zufriedenstellende Nachrichten eingegangen.

Zum Studium des Baumwollbaues in Amerika hat Staatssekretär Dernburg soeben eine Reise übers Wasser angetreten. Die Förderung des Anbaues von Baumwolle in den deutschen Kolonien ist einer der Lieblingsgedanken des Staatssekretärs. Diesem Sinne der amerikanischen Informationsreise entspricht es auch, dass Herr Dernburg in Begleitung des Referenten für Landwirtschaft im Kolonialamt, des Regierungsrates Dr. Busse, reist, der übrigens soeben von einer Reise zum Studium des Baumwollbaues und der Bewässerungsverhältnisse in Turkestan zurückgekehrt ist.

Da jetzt der Plan kapitalkräftiger deutscher Interessenten, die Baumwollkultur in grossem Siil in unsern Kolonien aufzunehmen, der Verwirklichung entgegengeht, so kann es nur von Vorteil sein, wenn der Chef der Verwaltung sich durch eigene Anschauung ein Urteil über die in Amerika befolgten Methoden bildet, deren Anwendung bezw. Uebertragung nach unsern Kolonien nur dann Erfolg versprechen und vor ernsten Enttäuschungen bewahren kann, wenn die Arbeit in durchaus sachverständiger Weise in Angriff genommen wird.

Ostafrika.

Der Bau der Zentralbahn schreitet rasch vorwärts, und die Arbeiten sind so gefördert worden, dass der Unterbau schon bis auf wenige Kilometer an Mpapua heran gerückt ist. Diese Station allerdings wird nicht beiührt, sondern etwa drei Stunden südwestlich am Kimagaisee wird die Station erstehen. Die Hauptschwierigkeiten auf der jetzigen Teilstrecke und wohl auch weiterhin bildet die Beschaffung des für den Bahnbetrieb nötigen Wassers. Bisher ist es aber noch stets gelungen, Brunnen zu graben, die voraussichtlich genügend Wasser geben. So wurde in der Mkataasteppe ein Brunnen bis 28 Meter Tiefe mit 2 Meter Wasserhöhe angelegt. Die Versuche haben ergeben, dass nach eintägigem Pumpen der Wasserspiegel um einen Meter sank und dann nicht mehr, also anzunchmcn ist, dass der Zulauf ebenso stark ist als die Abgabe. Augenblicklich ist die beabsichtigte höchste Zahl der Arbeiter bedeutend überschritten und das Angebot an Arbeitern derartig, dass es abgelehnt werden muss.

Südwestafrika.

Für das Lüderitz-Denkmal, das dem Gründer der Kolonie Südwesfafrika in Form einer Gedenkbibliothek und Lesehalle errichtet werden soll, zeigt sich in der ganzen Kolonie lebhafte Teilnahme und Betätigung. Nachdem schon auf den ersten Aufruf hin sofort rund 5000 Mark eingegangen waren, sind jetzt wieder bedeutende Summen gezeichnet worden, darunter von einem Ungenannten allein eintausend Mark, aber mit dem Wunsch, dass „etwas wirklich Künstlerisches“ geschaffen werde. Nach dem zweiten Gabenverzeichnis, das die „Lüderitzbuchter Zeitung“ veröffentlicht, sind neu 2080 Mark eingegangcn, sodass rund 7000 Mark zur Verfügung stehen.

Kamerun.

Eine landwirtschaftliche Versuchsstation ist in Dschang vom Gouvernement eingerichtet worden. Im Amtsblatt von Kamerun berichtet Tierarzt Dr. Springefeldt darüber u a. folgendes: Ausgedehnte Flächen Graslandes harren im Bezirke Dschang der Ausnutzung durch Ackerbau und Viehzucht. In diesen Hochländern kommt die Tsetsekrankheit übertragende Fliege nicht vor, die für die Entwicklung der Tierzucht in den Tropen das grösste Hindernis bildet. Die Nordbahn ermöglicht die günstigste Verwertung landwirtschaftlicher Produkte, wie z. B. Verkauf von Schlachtvieh nach der Küste. Nachdem bereits in den früheren Jahren die Station Dschang den Beweis erbracht hat, dass sich auch das Steppenpferd Adamauas hier gut akklimatisiert und fortgedeiht, ist nun mit der Einrichtung einer landwirtschaftlichen Versuchsanstalt begonnen worden. Durch Kreuzung von deutschen und einheimischen Rindern soll durch Zuchtwahl die Bildung einer Rasse erstrebt werden, die die Vorzüge der Stammeltern in der Arbeitsleistung, Milch- und Fleichproduktion in sich vereinigt. Zu diesem Zweck sind etwa hundert Zebukühe in Adamaua angekauft worden, während die Sennerei Buëa die deutschen Stiere Algäuer Abstammung liefert. Die neueingeführten Buckelrinder sind in dem Vorwerk Dschangs in Djuttitsa in gutem Zustande eingetroffen. Leichte Erkrankungen an Rindermalaria wurden unter ihnen festgestellt, sie werden aber wohl keine grössere Bedeutung haben. Weitere Vermehrungen der Stammpferde sollen in den nächsten Jahren geschehen, so dass für die Zuchtwahl ein reiches Material zur Verfügung stehen wird. Die nicht zur Zucht tauglichen Rinder sollen zur Arbeit vor dem Pfluge, der Egge und dem Wagen verwandt werden. Zur Erzielung einer Kernmast bei Schlachtvieh werden mit verschiedenen Weideanlagen Versuche angestellt werden. Um die beste Methode der Fleischproduktion und ihre Ausnutzung zu ermitteln, sollen Mastochsen nach Duala zum Ausschlachten gebracht werden.

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Kultur-Kolonien : Ein Wort für die Esperanto-Sprache
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Suahelifrauen bei der Toilette
Die Verkehrsmittel von Südwestafrika
Das Deutschtum in den baltischen Provinzen Russlands
Im chinesischen Theater zu Tsingtau
Die dankbare Schlange (Chinesisches Märchen)
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Hongkong
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Mekkapilger
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Eine Reise durch die deutschen Kolonien : Deutsch-Südwestafrika
Malaria
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Des deutschen Kronprinzen Reise nach Ostasien
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Die Feuerzeuge der Naturvölker
Zur Inder-Frage in Deutsch-Ostafrika
Über die Chinesen-Frage
Küstenneger von Togo beim „Fufu“-Stampfen
Die neue Marineschule in Flensburg
Fünfzig Jahre einer deutschen Siedelung in Brasilien
Die Pest in China
Der Aufstand auf Ponape ist gesühnt
Schweinefleisch
Haschischraucher in Südkamerun
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Die Dankbarkeit beim Neger
Südwestafrikanische Landschaftsbilder : Die Namib
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Chinesische Hausierer in Berlin
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Zur Krisis im südwestafrikanischen Farmerbund
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Vom Deutschtum im Ausland: Berlin und Potsdam im Kaffernland Nordkamerun: Ein Würdenträger des Sultans Sanda von Dikoa
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Der „König“ von Bimbila (Togo) beim Palaver mit einem deutschen Beamten
Landwirtschaft und Ackerbau in Persien
Kribi, der Hauphandelsplatz von Südkamerun
Die Rickschas
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Vom Eisenbahnbau in Kamerun
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Kasuarjagd in Deutsch-Neu-Guinea
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Koranschulen in Deutsch-Ostafrika
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Marmorvorkommen in Südwest-Afrika
Ein Wollschafzuchtunternehmen für Deutsch-Südwestafrika
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Afrika-Reisende
Die Wohnstätten der Eingeborenen Deutsch-Ostafrikas
Die 25jährige Jubelfeier der Südsee-Kolonien
Deutsche Kolonisation: Die innere Kolonisation in den deutschen Ostmarken
Panzerreiter aus Dikoa im Tschadseegebiet (Nordkamerun)
Die einträchtigen Hilfsvölker
Üb´ Aug´ und Hand fürs Vaterland
Vom Markte der Kolonialwerte
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Plantagenwirtschaft in Deutsch-Ostafrika
Aden und Port Said
Schlangenbeschwörer in Port Said
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Schwarze Musik-Kapellen in Deutsch-Ostafrika
Kasi uleia
Wie kleiden wir uns in Südwest-Afrika?
Die Karolinen-Inseln
Deutsche Farmen in Deutsch-Südwestafrika
Über die Grenzregelung zwischen Deutsch- und Niederländisch-Neu-Guinea
Die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kolonien
Der Telegraph und die Tierwelt in Afrika
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Vom Charakter der Suaheli
Robert Koch und der Tropenhelm
Der Mann mit den 365 Krankheiten
Die Kolonialfrauenschule in Witzenhausen
Vom Schauplatz der Eingeborenen-Unruhen in Südkamerun
Ostpatagonien und die deutsche Schiffahrt
Landwirtschaftlicher Unterricht am Hamburgischen Kolonialinstitut
Zur Frage des Hafenbaus von Tanga
Marmorlagerstätten in Adamaua
Deutsche Kriegsschiffe vor Samoa
Die Deutsche Grenzexpedition im Kaiser-Wilhelms-Land
Geflügelzucht auf einer südwestafrikanischen Farm
Ostpatagonien und die deutsche Schiffahrt II

Über die Tropenfähigkeit
Kohlen in Südwestafrika
Zur Ermordung des Kaufmanns Bretschneider
Die neue wissenschaftliche Expedition des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg