Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – In Cururu-cuara


Es scheint noch recht fidel herzugehen. Der Lärm vieler Stimmen schallt zum Hafen herab. Einige nackte Jungen laufen die Böschung hinunter. Ein total Betrunkener kommt dahergetorkelt, laut „branco, branco!“ („Weißer, Weißer!“) rufend. Es ist der Zauberarzt des Dorfes. Er faßt mich bei der Hand und geleitet mich zum Festhause, oder besser gesagt, er führt sich an mir und läßt mir am Eingang den Vortritt. Viel nacktes Volk ist in dem großen Raume anwesend, darunter, so scheint es, zahlreicher Besuch. Man begrüßt mich freundlich und läßt mich auf einer Hängematte Platz nehmen. Antonio sagt sein Sprüchlein her und findet wie immer dankbare Zuhörer. Die Kneiperei ist noch in vollem Gange. Viele große Töpfe stehen da, gefüllt mit dem edlen Naß. Ein bildschöner, nackter Indianer mit wahrhaft klassischen Gesichtszügen, der Bruder des abwesenden Häuptlings, macht den Gastgeber. Einige alte Herren haben des Guten schon zuviel getan und liegen mit verglasten Augen in der Hängematte. Ich empfehle mich bald wieder, um den versäumten Schlaf der vorigen Nacht nachzuholen.

Unter einigen Bäumen, nahe beim Boot, haben wir unser Lager aufgeschlagen. Vom Kaschiri-Hause dringen noch lange lebhaftes Gespräch und einzelne Juchzer der Betrunkenen herüber. Die Kröten des Cururu-cuara (Krötenlochs), des gegenüberliegenden kleinen Sees, der dem Dorf den Namen gegeben hat, lassen dazu ihr eintöniges Konzert hören. Am anderen Morgen räumt man uns eine elende, nur wenig über mannshohe Hütte ein, in der wir mit unserem Gepäck kaum Platz finden.

Cururu-cuara oder Dorataua-numana, wie der Ort in der Siusi-Sprache heißt, besteht aus zwei großen, neuen Sippenhäusern, die in einer Front liegen. Das eine Haus ist noch unfertig. Es fehlt die Bedeckung der Vorderseite. Vor einiger Zeit ist das Dorf durch Kinder, die mit Feuer gespielt haben, ein Raub der Flammen geworden. Die einzelnen Familien wohnen in provisorischen Hütten. Es wird weiter gesoffen. Ich gehe bald wieder zum Festhause und nehme am Gelage teil. Der schwerbetrunkene Wirt schwankt zwischen den Kaschiri-Töpfen und seinen Gästen hin und her und bringt jedem einzelnen der Reihe nach die große Kalabasse, die er immer wieder von neuem füllt. Viele sind schon abgefallen. Mein Chico schnarcht lang ausgestreckt auf einer Lattenbank; in einer Hängematte liegen zwei Schlafende eng umschlungen. Trotz der allgemeinen Bezechtheit herrscht noch ein gewisser Komment. Der Gastgeber überreicht die Kalabasse mit aufmunterndem „Aha!“, worauf der Gast, der sie in Empfang nimmt, „Ho!“ erwidert. Hat er sie, meistens ohne abzusetzen, geleert, so gibt er sie mit einem „Aha“ dem Wirt zurück, und dieser quittiert mit „Ho!“. Auch ich trinke ansehnliche Quantitäten von dem braunen Zeug, das säuerlich prickelnd schmeckt, mit einer leichten Erinnerung an Weißbier.

Höchst unappetitlich wie sein Aussehen ist auch die Zubereitung dieses am ganzen oberen Rio Negro und seinen Nebenflüssen und in vielen anderen Gegenden des tropischen Südamerika so beliebten Getränkes. Stark angebrannte Maniokfladen werden zerkleinert in einen Holztrog geworfen und mit frischem Wasser angesetzt. Um die Gärung zu beschleunigen, werden von den Weibern oder bei manchen Stämmen auch von den Männern Maniokfladen gekaut und hinzugetan. Blätter eines gewissen Baumes, bisweilen auch Zuckerrohrsaft, liefern berauschende Ingredienzien. Das Ganze kneten die Weiber sorgfältig durch. Darauf wird der Trog mit frischen Bananenblättem oder mit Matten dicht verdeckt und steht in der warmen Maloka neben dem Herdfeuer, das die ganze Nacht hindurch unterhalten wird. Am nächsten Tage kann das Gebräu als süßliches, harmloses Payauru getrunken werden. Eigentliches Kaschiri wird es erst nach zweitägiger Gärung und enthält dann genug Alkohol, um sich darin einen tüchtigen Rausch zu holen. Die braune, breiartige Masse wird zu diesem Zweck von der Frau, die, abgesehen von dem Kauen, das Monopol der Kaschiri-Bereitung hat, durch ein großes Korbsieb gepreßt, das auf einem dreieckigen Holzgestell ruht. Die immer noch dicke Brühe läuft in den darunterstehenden Topf, aus dem sie die Gastgeberin oder ihr Gatte mit der Kalabasse kredenzt. Bisweilen wird die frisch angesetzte Masse in dem Holztroge oder einem größeren Topfe oder auch nur in Bananenblätter gewickelt wochenlang aufbewahrt, um bei Gelegenheit, mit Wasser durchgesiebt, ihre Verwendung zu finden. Die fest verschlossenen Töpfe sind häufig mit einem Netz von Schlingpflanzen umflochten, damit sie durch die Gärung nicht zersprengt werden. Außer der Maniok werden auch Knollenfrüchte, süße Bataten, Mais und verschiedene Palmfrüchte zur Kaschiri-Bereitung verwendet. Besonders die goldgelben Früchte der Pupunya-Palme liefern ein sehr schmackhaftes Getränk.

Das Kaschiri in Cururu-cuara ist sehr nachlässig durchgepreßt. Man muß es beim Trinken noch einmal durch die Zähne sieben und spuckt dann den im Munde zurückbleibenden Satz ungeniert zu Boden. Die schmierigen Hände wischt man an den Hauspfosten ab, die deutliche Spuren häufiger Benutzung zeigen. Der Zauberarzt ist wieder am meisten betrunken. Ich benutze die günstige Gelegenheit und handele ihm einen großen Teil seines Zauberapparates ab. Es ist verschiedener fremder Import darunter. Zwei fein geflochtene, zylindrische Körbchen von ganz anderem Typus als dem hier gebräuchlichen stammen vom Norden her, wahrscheinlich von Stämmen des Inirida oder Guaviare; ebenso eine Halskette mit zwei riesigen Zähnen des großen Alligators, der in den Gewässern des Issana nicht vorkommt, dagegen im Orinoco und seinen Nebenflüssen um so häufiger ist. Diesen Zähnen werden bei vielen Stämmen Südamerikas gewisse magische Kräfte zugeschrieben. Auch zwei Stückchen durchsichtigen Harzes gehören zu seinem Handwerkszeug. Er reibt sie zwischen den Händen und läßt mich daran riechen, ebenso wie er es bei seinen Krankenkuren macht. Mit einem großen Berg-kristall, der auch von weit her sein soll, tut er noch wichtiger und will ihn um keinen Preis hergeben. Ich habe den Stein schon halb und halb erworben, da verschwindet er wieder auf geheimnisvolle Weise. Nachher, als mein Freund nüchtern geworden ist, tut ihm der ganze Handel leid, und er will ihn rückgängig machen, aber es ist zu spät. Gegen Mittag kommt Häuptling Mandu von der Arbeit; endlich einer, mit dem man vernünftig reden kann. Er ist ein Mann in den besten Jahren mit ernstem, vertrauenerweckendem Gesicht und offenbar sehr intelligent. Sein Portugiesisch ist zwar nicht hervorragend, genügt aber neben der Lingoa geral, die er gut beherrscht, zur Verständigung. Er verspricht mir sofort, ein größeres Boot und Leute zur Weiterfahrt zu besorgen und mir überhaupt in allen Stücken behilflich zu sein. Mandu hat sich in seiner Jugend längere Zeit in den Ansiedlungen der Weißen am Rio Negro aufgehalten und ist sich seines feineren Tones wohl bewußt. Außerdem hat Antonio, der selbst vor mir einen gewaltigen Respekt hat, mich ihm als eine hochoffizielle Persönlichkeit hingestellt, die im Aufträge des Govemadors in Manaos reise, von dessen Existenz Mandu eine dunkle Ahnung hat.

Er entstammt, wie er selbst mir mit Stolz erzählt, einer uralten Häuptlingsfamilie und betrachtet sich als den Oberhäuptling über alle Anwohner des Aiary. Vor alter Zeit seien seine Vorfahren vom oberen Issana zum Aiary gekommen und hätten die Huhuteni, die damals noch unstet durch die Wälder streiften, unterworfen und seßhaft gemacht. Diese vergaßen allmählich ihr eigenes, „sehr häßliches“ Idiom und nahmen dafür die wohlklingende Sprache der Sieger an, aber ihre grobknochigen Gesichter mit den stark vortretenden Jochbeinen, dem breiten Mund, der engen Augenspalte und den etwas schief gestellten Augen sind noch heute sofort von den fein geschnittenen, fast europäischen Zügen der Siusi zu unterscheiden. Mandu bezeichnet sich und seine zwei Brüder als reinblütige Oaliperi-dakeni, wie sich die Siusi in ihrer eigenen Sprache nennen. Die übrige Bevölkerung des Aiary ist ein Gemisch aus verschiedenen Stämmen, da auch Ehen mit Weibern vom nahen Caiary-Uaupes, besonders mit den benachbarten Uanana, nicht zu den Seltenheiten gehören. Die Häuptlingswürde ist erblich und geht vom Vater auf den Sohn über, aber mit dem oft recht weiten Umwege über die Brüder des Vaters. Mandus Vater, ein harmloser Greis, lebt noch in Cururu-cuara. Er hat seinerzeit zugunsten seines erstgeborenen Sohnes, eines älteren Bruders Mandus, freiwillig sein Amt niedergelegt, da er die Regierungsgeschäfte nicht mehr besorgen konnte, wie mir Mandu mit etwas anderen Worten erklärt. Als der älteste Sohn nach einiger Zeit starb, wurde Mandu Häuptling, obwohl jener einen erwachsenen Sohn hinterlassen hat. Stirbt auch Mandu, so folgen ihm seine beiden Brüder im Amte, immer dem Alter nach, und erst nach des jüngsten Bruders Tode kann der Sohn des ältesten Bruders Häuptling werden.

Die Machtbefugnisse eines solchen Häuptlings sind gering und beschränken sich gewöhnlich auf die Dorfgemeinschaft, der er angehört und als Ältester vorsteht. Er hat hauptsächlich eine repräsentative Stellung, empfängt die Fremden und leitet die Verhandlungen mit ihnen als Vertreter des ganzen Dorfes, dessen Wünsche er vermittelt. Bei allen Beratungen innerhalb der Dorfgemeinschaft, zu denen er Versammlungen einberufen kann, führt er den Vorsitz. Zu allen Angelegenheiten, die das ganze Dorf betreffen, gemeinsamen Jagd- und Fischzügen, Bau der Maloka, Fehden mit anderen Stämmen, die aber jetzt kaum mehr Vorkommen, kann er seine Leute Zusammenkommen lassen und jedem einzelnen seinen Platz anweisen. Von Zeit zu Zeit läßt er das Haus ausbessern, den Dorfplatz reinigen und die Wege instand setzen. Bei Tanzfesten präsidiert er als Vortänzer und Tanzordner. Verläßt er das Dorf für längere Zeit, so übergibt er seinem ältesten Bruder die Vertretung seines Amtes in einer längeren, monotonen, häufig von Klagezeremonien unterbrochenen Abschiedsrede. Bei Streitigkeiten unter den Dorfgenossen, die höchst selten sind, schlichtet der Häuptling mit ermahnenden Worten: „Das ist nicht gut, laßt den Lärm!“ Strafen kann er nicht. Die Herrschaft über die anderen Stämme des Aiary, Huhuteni und Kaua, ist heutzutage fast nur noch nominell, doch wurde Mandu in allen Dörfern, die ich später mit ihm besuchte, als Häuptling empfangen und geehrt. Man könnte dieses Häuptlingssystem in seinen Befugnissen am besten mit dem Amte unserer Dorfschulzen vergleichen; der Gemeinderat hier ist dort die Gemeinschaft der verheirateten Männer.

Das größere der beiden Sippenhäuser in Cururu-cuara wird vom Häuptling, seinen beiden Brüdern Gregorio und Chico, dem Zauberarzt und einem gewissen Ignacio mit ihren Familien bewohnt. Das andere Haus gehört dem verheirateten Sohn des verstorbenen Häuptlings. Der Besitzer der kleinen Hütte, die uns zur Wohnung angewiesen ist, ein junger Siusi mit Frau und drei kleinen Kindern, ist zu ihm gezogen. Im ganzen beträgt die Bevölkerung etwa vierzig Seelen. Alle übrigen Dörfer am Aiary bestehen nur aus einem großen Gemeindehaus, der Maloka. Die Maloka liegt immer auf hohen, der jährlichen Überschwemmung nicht ausgesetzten Uferstellen, in unmittelbarer Nähe eines Nebenbaches, der fruchtbaren Boden für die ausgedehnten Pflanzungen einer jeden einzelnen Familie und gesundes Trinkwasser gewährt. Vor dem Hause, dessen Front stets nach dem Fluß hin gerichtet ist, erstreckt sich ein weiter, freier Platz, der sehr sauber gehalten wird. Häufig liegt hier ein Baumstamm, auf dem sich die Männer in der kühleren Abendzeit zu einem Plauderstündchen niederlassen. Der Dorfplatz ist umrahmt von einem kleinen Hain breitblätteriger Bananen und hoher Pupunhapalmen, deren Früchte von den Frauen zu allen möglichen Leckerbissen verarbeitet werden. Diese Palme gehört zu den wichtigsten Nutzpflanzen des Indianers, der sie mittels Schößlinge fortpflanzt, da der steinharte Samenkern die Fortpflanzung nicht mehr ermöglicht, ja bisweilen gänzlich verschwunden ist, was auf eine jahrhundertelange Kultur schließen läßt. Hinter dem Hause trennt nur ein schmaler Streifen gerodeten Landes, bisweilen auch eine Maniok-, Mais- oder Zuckerrohrpflanzung die menschliche Wohnstätte von dem Urwalde.

Die Bewohner einer solchen Maloka gehören meistens im weiteren Sinne einer Familie an; häufig ist es nur ein älteres Paar mit seinen erwachsenen Söhnen und ihren Familien. Da aber die Frau nie aus dem eigenen Stamm genommen wird, so trifft man gewöhnlich unter den Weibern einer Maloka Angehörige mehrerer Stämme mit verschiedenen Sprachen. Der Familienälteste ist in diesem Falle zugleich der Orts- oder Gemeindevorsteher. Die Konstruktion dieser Malokas bleibt sich überall, abgesehen von Unterschieden in den Größenverhältnissen, gleich und ist die folgende: Der Grundriß ist oblong bis quadratisch. Sechs Hauptstrebepfeiler, zu je zwei oben durch einen Querbalken verbunden, tragen das allmählich ansteigende, hohe Dach, das fast bis zur Erde herabreicht und durch das Gitterwerk der langen Dachsparren gebildet wird. Von der Mitte eines jeden Querbalkens aus geht ein Vertikalpfosten in die Höhe, auf dessen häufig gabelförmigem, oberem Ende der Dachfirst ruht, der außerdem noch von mehreren, gewöhnlich vier, kurzen Horizontalbalken gestützt wird. Zwei Reihen von je fünf oder sechs kleineren Strebepfeilern stehen näher den sehr niedrigen Seitenwänden. Die gleich hohen Strebepfeiler werden untereinander und mit den Dachsparren durch je einen Horizontalbalken verbunden. An der Frontseite steht das Dach weit über und bietet dadurch einen gewissen Schutz vor dem Regen.

Der Längsraum in der Mitte des Hauses bleibt als Durchgang und Verkehrsraum, als Festsaal und Tanzplatz frei. In den Seitenräumen befinden sich die Wohnstätten der einzelnen Familien, die meistens durch niedrige Mattenwände voneinander getrennt sind. Mannigfache Hausgeräte liegen hier umher; braune Palmfaserhängematten ziehen sich von Pfosten zu Pfosten; kohlende Holzkloben, zwischen einigen Steinen sternförmig zusammengelegt, bilden den häuslichen Herd, dessen Feuer selten erlischt. Ein allen Bewohnern der Maloka gemeinsamer Herd mit großer, runder Tonplatte dient zur Herstellung der Maniokfladen und zum Rösten der Maniokgrütze, der Hauptnahrung der Indianer. Bisweilen fehlt auch nicht die primitive hölzerne Zuckerrohrpresse des brasilianischen Ansiedlers. An den beiden kaum einen Meter hohen Seitenwänden laufen gewöhnlich mannshohe Gerüste aus Palmlatten entlang, wo Körbe und anderer Hausrat untergebracht werden. Andere Körbe, für den Handel bestimmt, hängen hoch im Giebel des Hauses. In der Bekleidung des Daches, die aus mehreren schindelartigen Lagen Fächerblätter der Carana-Palme besteht, stecken die wohl geglätteten, nicht sehr langen Bogen und ungefiederten Pfeile, die häufig schon europäische Eisenspitzen mit Widerhaken, bei den wenig berührten Stämmen aber noch Spitzen aus harten Affenknochen tragen und neben großen und kleinen Handnetzen zum Fischfang verwendet werden. Bündel längerer, ebenfalls ungefiederter Rohrpfeile mit vergifteten Holzspitzen, die außer wenigen Feuerwaffen zur Jagd auf größeres Wild dienen, lehnen an der hinteren Giebelwand, daneben mächtige Blasrohre, die Hauptjagdwaffe dieser Indianer, in deren Handhabung schon die Knaben eine große Gewandtheit zeigen. Von einem Gerüst hängen zierlich geflochtene Köcher herab, die die todbringenden Giftpfeilchen bergen.

Der Eingang und der ihm gerade gegenüberliegende Ausgang des Hauses sind hoch und breit. Den Verschluß bildet eine Art Falltür, die von oben nach unten klappt und während der Nacht geschlossen bleibt. Sie besteht aus zwei aufeinander gepaßten und durch Lianen miteinander verbundenen Gittern aus Palmlatten, zwischen die eine dichte Blätterfüllung gelegt ist. Bei Tagesanbruch wird die Tür aufgeklappt und an einem vom Giebel herabhängenden Strick oder einer Liane, die unten in eiue Schlinge ausläuft, befestigt. Gestelle aus rechtwinklig sich kreuzenden Stangen bilden die Gruudlagc für die niedrigen Seitenwände und die beiden Giebelwände. Sie werden außen mit mehreren Schichten Caranablätter bedeckt, auf die Palnilatten horizontal gelegt und mit aller Kraft angedrückt werden. Das Ganze wird mit Lianen fest zusaramengebunden, so daß eine wasserdichte Decke entsteht. Auch jedes Palmblatt der Dachbekleidung wird sorgfältig mit Liane an den Horizontalsparren befestigt. Bisweilen sind die Giebelwände mit großen Matten aus den herrlichen Wedeln der Inajapalme bedeckt, deren Fiedorn einmaschig miteinander verflochten sind. Bei vielen Malokas ist die Frontseite bis über Mannshöhe mit aufrechtstehenden, auseinandergebreiteten Rindenstücken belegt. Ein Kauchfang fehlt; der Rauch entweicht durch die lockere Palm9trohbekleidung des oberen Teiles der beiden Giebelwände. Jeder, auch der kleinste Teil des Hauses führt seinen besonderen Namen. Dem ganzen Bau, der Wind und Wetter erfolgreich Trotz bietet, obwohl die aus mächtigen Baumstämmen hergestellten, wohlgeglätteten, zylindrischen Pfosten und Querbalken ohne alle Beschläge und Nägel nur durch Bänder von Schlingpflanzen zusammengehalten werden, gebührt volle Bewunderung. Die Malokas zeigen häufig ansehnliche Dimensionen. So ist das Häuptlingshaus in Cururu-cuara 18,60 m lang, 16,80 m breit und 7 m hoch.

Das Innere der Maloka ist meistens sauber gehalten. Der festgestampfte Boden wird von den Bewohnern, denen Reinlichkeit eine Hauptlebensbedingung ist, öfters gefegt. In der Regel überläßt man dieses schmutzige Geschäft, wie viele andere unangenehme Sachen, den alten Weibern, die sich ihrer Arbeit mit großem Eifer hingeben. Leider wirbelt ihr großer Reiserbesen Wolken von Staub auf, denn sie kehren trocken und sprengen erst nachher. Der Kehricht aus dem Hause wird am Rande des Dorfplatzes in den Wald geschüttet, wo er sich häufig zu einem niedrigen Wall anhäuft. Zu gewissen Geschäften geht der Indianer weit in den Wald hinein. Der Bau der Maloka bleibt allein den Männern überlassen. Jeder von ihnen übernimmt nach den Anweisungen des Häuptlings einen bestimmten Teil der Arbeit. Bei Arbeiten in größerer Höhe vom Erdboden bedient man sich einer primitiven Leiter, zwei dünner Baumstämme, die durch einen horizontalen Stamm miteinander verbunden sind. Die Zahl der Bewohner ist sehr verschieden und schwankt zwischen zehn und an hundert Seelen, die in diesem einen großen Raum einträchtig beisammen leben. Monatelang habe ich in solchen großen Häusern gewohnt, aber nie hörte ich unter normalen Verhältnissen Zank und Streit, und der hohen Sittlichkeit der Bewohner kann ich nur das beste Zeugnis ausstellen. Das Leben in einem dieser großen Gemeindehäuser spielt sich an gewöhnlichen Tagen mit idyllischer Gleichmäßigkeit ab. Schon lange vor Tagesanbruch sind die Bewohner wach und unterhalten sich von Hängematte zu Hängematte quer durch den ganzen Raum hin mit rücksichtsloser Stimme. Beim ersten Morgengrauen, gegen fünf Uhr, gehen alle zum Baden im nahen Fluß. Bald rufen die Frauen zum ersten Frühstück. Eine jede setzt in einem großen Tontopf die aufgewärmten Reste des gestrigen Mahls, zerkochtes und stark gepfeffertes Fischgericht oder Wildbret, und eine flache Korbwanne mit Maniok-fladen in die Mitte des Hauses. Nun verlassen auch die Männer die Hängematte, die sie nach dem Bad wieder aufgesucht haben, hocken

sich in einem Kreis um die Genüsse herum und erheben die Hände zu dem lecker bereiteten Mahl. Nach dem Essen spült sich jeder mit frischem Wasser den Mund aus und wäscht sich die Hände, um den Nachtisch in Empfang zu nehmen. Große Kalabassen gehen reihum, gefüllt mit erfrischender und zugleich nahrhafter Maniokbrühe. Nach den Männern essen die Weiber, wie es dort Sitte und Anstand gebieten. Dann geht alles seinen Beschäftigungen nach, die Männer auf Jagd und Fischfang, die Frauen zur Arbeit in den Pflanzungen, und friedliche Stille herrscht im ganzen Dorf. Nur ein paar Alte sind zurückgeblieben und schaukeln sich untätig in der Hängematte. Vom Hafen her ertönt von Zeit zu Zeit der gedämpfte Lärm einiger Kinder, die dort im Wasser heruraplätschern, oder aus dem Gipfel eines Baumes am Waldesrande der heisere Schrei eines zahmen Papageis. Steigt die Sonne höher, und wird die Hitze für die Arbeit im Freien unerträglich, so kehren die Frauen allmählich vom Felde zurück, gebückt daherkeuchend unter der schweren Last der mit Maniokwurzeln wohlgefüllten, großen Tragkörbc, die ihnen an einem über die Stirn gelegten Bastbande auf dem Kücken hängen. Das kleinste Kind, das die sorgliche Pflege der Mutter noch nicht entbehren kann, reitet lose umschlungen auf ihrer Hüfte oder ruht in der breiten Tragbinde aus rotem Bast schlummernd an der Brust der Mutter, die das zarte Köpfchen mit einem Bananenblatt oder einem kleinen Sieb vor den grellen Sonnenstrahlen schützt.

Sofort nach ihrer Heimkehr gehen die fleißigen Frauen an die Verarbeitung der mitgebrachten Vorräte. Bald kommen auch die Männer zurück mit der Beute, die ihnen die fischreichen Gewässer gewähren. Die Fische werden von den Frauen mit viel Pfeffer zum Abendbrot gekocht, das gegen sechs Uhr stattfindet. Die Szenen vom Morgen wiederholen sich. Dann sitzt man noch ein Weilchen bei einer Zigarette zusammen und erzählt sich Jagderlebnisse und andere Geschichten. Kurz nach Sonnenuntergang sucht die ganze Bürgerschaft ihre Lagerstätten auf. Die Industrie ist in Cururu-cuara sehr gering. Nur die wenigen Weiber, die vom Issana stammen, verstehen es, hübsch bemalte Töpfe und Schalen und Maniok-Reihebretter zu verfertigen. Obgleich ich sofort bei meiner Ankunft derartige Sachen bestellt habe, fällt es doch niemand ein, mehr davon herzustellen, als sie gerade für den Hausgebrauch nötig haben. Die Leute sind überhaupt keine Freunde von überflüssiger Arbeit. Die Männer gehen lieber auf die Jagd oder zechen Kaschiri, und die jungen Burschen kann ich nur mit allen möglichen Versprechungen dazu bringen, mir einige schön gemusterte Körbe zu flechten.

Die Bretter zum Reiben der Maniokwurzeln sind mehr oder weniger rechteckig und tragen in die leicht konkave Oberfläche als Zähne eingelassen spitze Steinchen, die häufig in denselben hübschen Grecque-mußtern angeorduet sind, wie sie die Weiber auf die Töpfe und Schalen malen. Die Reibebretter werden nur von Issanaweibern, besonders Karutana und Katapolitani, hergestellt, und finden durch die regen Handelsbeziehungen der Stämme dieser Gebiete eine weite Verbreitung bis an die Zuflüsse des Yapura. Die Steine zu den Reibebrettern, Granit oder Quarzit, stammen von der Stromschnelle von Tunuhy oder aus den Schnellengebieten des oberen Issana und Aiary. Beim Maniokreiben sitzt die Frau am Boden und hält das Brett auf dem Schoß. Im Takte der Arbeit stößt sie den Atem ruckweise zischend durch die Zähne und zieht die Luft wieder schnaufend ein.

Auch in der Verfertigung der bemalten Töpfe und Schalen sind die Issanaweiber Meisterinnen, während ähnliche Erzeugnisse der anderen Stämme, z. B. der Huhuteni und Kaua, daneben recht dürftig aussehen. Die schönsten gemusterten Körbe und Blasrohrköcher kommen vom Cuiary. Die Bewohner des Aiary verfertigen hauptsächlich Kanus. Bei der Aufwärtsfahrt haben wir mehrere Werften passiert. Die Leute von Cururu-cuara zeigen geringe Handelslust. Kaum bringt mir jemand etwas freiwillig zum Verkauf. Fast alles muß ich mir in den Häusern zusammenstöbern. In einer dunklen Ecke finde ich zu meiner großen Freude auf einem Gerüst ganz verstaubt zwei herrliche Tanzmaskenanzüge, die bis auf wenige Mängel wohlerhalten sind. Die Körper sind aus weißem Baststoff gearbeitet und mit bunten Mustern bemalt; Ärmel aus rotem Baststoff stecken in den Armlöchern; lange, gelbe Baststreifen hängen von den Ärmeln und den Maskenkörpern herab. Die eine Maske stellt den Schmetterling, makalu, die andere eine Spannerraupe, akoro, dar, wie mir Mandu erklärt. Sie stammen von den Kaua, die flußaufwärts einige große Malokas bewohnen. Dort sollen noch mehr solcher Maskenanzüge zu finden sein. Mein Entschluß ist rasch gefaßt. Sofort nach Schmidts Ankunft wollen wir den Aiary soweit wie möglich aufwärts fahren, um diese interessante ethnographische Entdeckung weiter zu verfolgen.

Eines Tages kommen die Jäger mit einem Tapir zurück. Gregorio, Manduß Bruder, hat ihn mit seiner alten Donnerbüchse geschossen, die zum Teil mit Faserschnüren zusammengebunden ist. Unter dem Jubel der ganzen Bevölkerung wird er am Hafen im Flusse ausgeworfen und zerlegt. Es ist ein starkes Tier. Der Häuptling nimmt die Verteilung vor und sendet auch Stücke an die benachbarten Malokas. Wir erhalten für etwas Pulver ein gutes Rippenstück. In beiden Häusern werden große Roste errichtet, um das Fleisch über langsamem Feuer zu braten und zu konservieren. Ein Teil der Beute wird von den Weibern gekocht und in dem Häuptlingshause verzehrt. Meine Leute werden dazu eingeladen, bekommen aber getrennt von den übrigen gedeckt. Inmitten des Hauses hockt der Häuptling mit dem männlichen Teil der Bevölkerung um einige Töpfe und Schüsseln. Jeder langt mit den Fingern in den einen Topf, holt ein Stück Fleisch heraus, taucht es in einen anderen Topf mit starker Pfefferbrühe, darauf in Maniokgrütze und verspeist es. Ein Schluck Fleischbrühe aus einer Schale, die reihum geht, spült alles hinunter. Der Zauberarzt 8itzt merkwürdigerweise ganz allein, abgesondert von den übrigen und holt sich nur von Zeit zu Zeit zu seinem Maniokfladen einen Brocken Fleisch aus dem Topfe meiner Leute.

Nachdem die Männer gespeist haben, setzen sich die Weiber um die Töpfe und essen, was die Männer übriggelassen haben; aber sie haben wahrscheinlich schon beim Kochen ihr Teil vorweg genommen, denn ihre Mahlzeit ist unverhältnismäßig kurz. In den nächsten Tagen kommt viel Besuch. Man sollte meinen, die Leute hätten den Braten gerochen. Mandu stellt sie mir alle vor und sucht möglichst viel Ehre mit mir einzulegen. Meine kleine Hütte ist voll Menschen, die alles bewundern, aber nichts entwenden. Es herrscht ein unglaublicher Lärm unter diesem munteren Völkchen, das stets zum Lachen und Scherzen geneigt ist. Selbst wenn sie sich bisweilen in harmlos anständiger Weise über mich lustig machen, kann ich ihnen nicht böse sein; halten sie doch alles, was ich tue, und was sie nicht verstehen, für überspannt. Ich lasse alle meine Künste spielen. Am meisten Interesse und lauten Jubel bei jung und alt erregt ein Buch mit großen, bunten Bildern von Tieren der Alten und Neuen Welt. Ich erkläre Mandu die Bilder auf portugiesich und Lingoa geral, so gut ich es kann, und er übersetzt es seinen Stammesgenossen ins Siusi. Jede Tierpfote, jede Kralle wird eingehend besprochen, jeder fremde Name von allen Anwesenden im Chorus wiederholt. Besondere Freude ruft das Nilpferd hervor mit seinem häßlichen Gesicht und seinem komischen Namen „Hippopotamo“, ebenso das Nashorn und die großen Affen Orang-Utan und Gorilla. Sind wir mit dem Bilderbuche fertig, so heißt es: „Zeige das große Schießgewehr, zeige das kleine Schießgewehr, blase die Trompete!“ Mandu kommandiert, und ich gehorche. Ich erkläre ihnen meine Jagdflinte mit den großen, schweren Schrotpatronen, gebe vor dem Haas unter dem Kreischen der Weiber rasch nacheinander sechs Schüsse mit dem Revolver ab; ich blase auf dem Jagdhörnchen, zeige ihnen die Uhr, die — „ticke-tacke“ — Tag und Nacht wacht, und endlich das kleine Metermaß, das von selbst in sein Haus schnurrt. Ich versuche sogar, ihnen die photographische Kamera zu erklären, und finde merkwürdig rasches Verständnis dafür. Bald erkennen sie das umgekehrte Bild auf der Mattscheibe. Besonders Mandu ist gar nicht mehr unter dem schwarzen Tuch wegzubringen und äußert eine kindliche Freude, wenn er einen Hund oder die Jungen auf der Mattscheibe vorüberlaufen sieht. Beim Photographieren leistet er mir treffliche Dienste, holt die Leute zur Aufnahme herbei und bringt sie mit einigen energischen Worten und freundschaftlichen Püffen in die richtige Stellung. Auch abends, wenn ich die Platten unter dem schwarzen Zelt entwickele, habe ich immer ein dankbares Publikum, das sich während meiner geheimnisvollen Arbeit nur flüsternd zu unterhalten wagt. Jede fertige Platte, die ich herausbringe, wird gebührend bewundert und belacht, und das Negativbild meistens sofort erkannt.

Trotz ihrer Begeisterung für alle diese unerhörten Neuheiten benehmen sich die Indianer weit gesitteter als unsere Großstädter bei ähnlichen Gelegenheiten. Kein Stoßen und Drängeln findet statt; kein häßlicher Zank um den besseren Platz stört die Gemütlichkeit. Alles verläuft nach einer gewissen Ordnung und Regel. Die Gegenstände gehen von Hand zu Hand und kehren stets auf demselben Wege zu mir zurück. Selbst wenn der erste Empfänger inzwischen beiseite gegangen ist, läuft man ihm nach und überreicht ihm den Gegenstand, damit er ihn wieder in meine Hände legt. Auch bei den gemeinschaftlichen Mahlzeiten und den gastlichen Bewirtungen in einer fremden Maloka fiel mir diese Eintracht angenehm auf. Nie habe ich auf meinen späteren Reisen das Gegenteil beobachtet. Jeden Leckerbissen, den ich meinen Ruderern gab, teilten sie brüderlich miteinander. Mehrere Leute sind mit der häßlichen Hautkraukheit behaftet. Der ganze Körper ist mit schwarzen und weißen Flecken bedeckt, die besonders an Händen und Füßen auftreten. Junge Leute, bei denen die Krankheit noch im Entstehen begriffen ist, haben weißliche Flecke mit zackigem Rande. Diese vergrößern sich allmählich, fließen ineinander und sondern einen Schorf ab, der, unter die Speisen gemischt, die Krankheit übertragen soll. Der Zauberarzt und seine Frau sind an manchen Körperstellen schwarz wie Mohren, an anderen heller als ich. Die schwarzen Stellen fühlen sich hart und rauh an, die weißen sind glatt nnd etwas runzelig und haben das Aussehen von Brandnarben. Eine Frau bringt mir ihren Sohn, einen Jungen von etwa zwölf Jahren, zur Kur. Er hat von dieser ekelhaften Krankheit förmliche Geschwüre am Körper. Die Krankheit scheint erblich zu sein, jedoch erst von einem gewissen Alter an aufzutreten. Der Zauberarzt hat drei reizende, wohlgebildete und anscheinend völlig gesunde Kinderchen. Auf das sonstige Wohlbefinden soll dieses Leiden keinen Einfluß haben. Ein Heilmittel kennen die Indianer nicht. Sie sehen die Ursache der Krankheit, die wohl der Örtlichkeit und der Lebensweise zuzuschreiben ist, in dem Genuß gewisser Fische, z. B. des Pirarara. Es ist nicht unmöglich, daß dies letztere einen gewissen Anteil an der Entstehung hat, da das Fett dieses Fisches eine besondere Kraft zu haben scheint, das Pigment zu ändern. Dem zahmen roten Arara reißen die Indianer die grünlichen Federn an den Ansätzen der Flügel aus und bestreichen die Stellen mit dem Fett des Pirarara oder einer gewissen Kröte. Die neuen Federn werden herrlich orangegelb und behalten diese Farbe für immer, auch wenn sie später mehrmals wechseln, da sie von Zeit zu Zeit ausgerupft werden, um beim Tanzschmuck Verwendung zu finden.

Augenleiden siud häufig bei den kleinen Kindern, die auf der Erde im Staub und in der Asche des Herdfeuers umherkriechen. Die Eltern konsultieren mich öfters als Augenarzt. Ich gebe ihnen aus meiner Reiseapotheke ein Augenwasser, das mir bei einer heftigen Augenentzündung nach der Regennacht an der Mündung des Aiary gute Dieuste getan hat. Antonio hat den Indianern, wie von allem, so auch von diesem wundertätigen Mittel berichtet. Auch der Häuptling nimmt gern meine ärztliche Hilfe in Anspruch. Einmal hat er eine geschwollene Backe mit Zahnweh, das andere Mal starkes Herzklopfen und allgemeinen Katzenjammer vom vielen Kaschiri-trinken. Als Universalheilmittel erhält er einen Angosturabittern, was ihm jedenfalls nichts schadet, aber seine Leiden anscheinend nicht hebt, denn er kommt immer wieder. Mit meinem biederen Inspektor Antonio gibt es eines Tages einen komischen Zwischenfall. Ich habe mir in unserer elenden Bude ein tüchtiges Loch in den Kopf gestoßen, das stark blutet. Auf meine Anweisung hin wäscht Mandu die Wunde aus und bestreut sie mit Jodoform. Im Scherz streue ich Antonio etwas von dem scharf riechenden Pulver auf die Hand. Er bekommt plötzlich große Angst, rennt eilends in den Wald hinein und wird eine Zeitlang nicht gesehen. Bei seiner Rückkehr erzählt er mir, „das Gift habe ihm furchtbare ,kaka‘ (Durchfall) verursacht“. Als Entgelt für diesen Schabernack besprenge ich meine drei Kerle mit Patschuli, so daß sie duften wie ein Parfümerieladen. Sofort bittet sich Antonio, der fromme Christ, ein Fläschchen davon aus, um sich am Feste seines Schutzpatrons damit zn salben.

Text aus dem Buch: Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens (1923), Author: Koch-Grünberg, Theodor.

Siehe auch:
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Vorwort
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Auf dem Rio Negro bis Trindade
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Durch die Stromschnellen des Rio Negro
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Bei den Baniwa-Stämmmen am Rio Issana
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Zu den Huhuteni- und Siusi-Indianern

3 Comments

  1. […] Siehe auch: Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Vorwort Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Auf dem Rio Negro bis Trindade Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Durch die Stromschnellen des Rio Negro Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Bei den Baniwa-Stämmmen am Rio Issana Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Zu den Huhuteni- und Siusi-Indianern Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – In Cururu-cuara […]

    12. Januar 2016

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